Neuzugang
Verfasst: Do 14. Mär 2019, 21:20
Hallo Allerseits,
ich habe mich vor ein paar Tagen angemeldet und möchte mich kurz vorstellen.
Mein Crossdressing verlief bislang in drei Phasen:
Phase 1 begann um 1980 im zarten Alter von 13 oder 14 Jahren in einer Kittelschürze meiner Mutter. Es ging weiter in heimlich gekauften eigenen Kleidungsstücken und endete vorläufig um die Zeit als ich in die Oberstufe wechselte.
Phase 1 war geprägt von einer Mischung aus Lust und Scham und einer völligen Verunsicherung über die eigene Identität und das eigene Wesen. Wir befanden uns damals was Informationstechnologie betrifft in der Spätsteinzeit. Es gab drei Fernsehprogramme, im Radio lief Volksmusik. Keine Cance an Informationen zu kommen. Wenn in Fersehen oder Zeitung Männer in Frauenkleidern thematisiert wurden war dies entweder dem komödiantischen Genre zuzurechnen oder es wurde in der anrüchigen Ecke verortet. Ich habe mich niemandem offenbart und musste üble Seelenqualen ausstehen die der heutigen Generation hoffentlich erspart bleiben.
Phase 2 begann während des Studiums mit der ersten eigenen "Wohnung" auch wenn diese nur 16qm hatte. In dieser Phase begann ich mich zu schminken, Perücke, Strumpfhose, Schuhe, etc. zu tragen. Während dieser Zeit erschien ein Sonderheft des Stern mit dem Titel " Was ist normal" (oder ähnlich) in dem verschiedene Spielarten der Sexualität beschrieben wurden. Auch wenn das Heft eher pseudowissenschaftlicher Natur war half es mir doch bei der Findung einer sexuellen Identität. Damals ordnete ich mich selbst als fetischistischen Transvestiten ein. Auch diese Phase fand heimlich statt. Phase 2 beendete ich nach 2 oder 3 Jahren nicht weil ich nicht mehr das Bedürfnis hatte Kleider zu tragen sondern weil ich das Gefühl hatte mich selbst davon abzuhalten eine richtige Frau kennen zu lernen. Zu der Zeit hatte ich noch die Illusion das Bedürfnis würde verschwinden wenn ich in einer festen Beziehung wäre.
Phase 3 begann Anfang 2018 ausgelöst durch eine unbedachte Bemerkung meiner Frau, die diesen Teil meiner Vergangenheit nicht kannte. Als im Fernsehen eine Dokumentation über Dieter Krebs lief, der in "SketchUp" des Öfteren Frauenrollen gespielt hatte, meinte sie nebenbei: " Vielleicht solltest du dich auch mal als Frau verkleiden." Mir war zwar klar dass diese Aussage nicht ernst gemeint war, aber ich wollte dies als Aufforderung verstanden haben. Natürlich hatte mich das Crossdressing über die Jahre im Kopf begleitet, was ich mit dem Argument zu bekämpfen versuchte dass sich dies für einen Familienvater nicht gehört.
Dank des Internets waren die benötigten Utensilien schnell beschafft, allerdings dauerte es noch einige Monate bis ich mich ihr mit der Hilfe von reichlich Rotwein offenbaren konnte, da ich einen Zeitpunkt abwarten wollte an dem die Kinder nicht im Hause waren. Sie gab mir spontan den Namen Olga. Da ich eher der norddeutsche Typus bin und nicht als Witzfigur dastehen wollte wurde hieraus Helga.
Mittlerweile sehe ich diese Neigung als Bereicherung an, da ich in Frauenkleidern wirklich alles hinter mir lassen kann, was mir als Mann nie gelingt. Die frühere Einordnung als Fetischist musste ich mittlerweile korrigieren, hier steckt wohl mehr dahinter.
In dieser Phase bin ich außerhalb meines heimischen Umfeldes bereits in die Öffentlichkeit gegangen, worüber ich gern gelegentlich berichten möchte.
Ich bin gespannt was Phase 3 noch mit sich bringt und freue mich auf regen Austausch.
Der Text ist vermutlich viel zu lang aber es tat gut sich dies einmal von der Seele zu schreiben.
LG
Helga
ich habe mich vor ein paar Tagen angemeldet und möchte mich kurz vorstellen.
Mein Crossdressing verlief bislang in drei Phasen:
Phase 1 begann um 1980 im zarten Alter von 13 oder 14 Jahren in einer Kittelschürze meiner Mutter. Es ging weiter in heimlich gekauften eigenen Kleidungsstücken und endete vorläufig um die Zeit als ich in die Oberstufe wechselte.
Phase 1 war geprägt von einer Mischung aus Lust und Scham und einer völligen Verunsicherung über die eigene Identität und das eigene Wesen. Wir befanden uns damals was Informationstechnologie betrifft in der Spätsteinzeit. Es gab drei Fernsehprogramme, im Radio lief Volksmusik. Keine Cance an Informationen zu kommen. Wenn in Fersehen oder Zeitung Männer in Frauenkleidern thematisiert wurden war dies entweder dem komödiantischen Genre zuzurechnen oder es wurde in der anrüchigen Ecke verortet. Ich habe mich niemandem offenbart und musste üble Seelenqualen ausstehen die der heutigen Generation hoffentlich erspart bleiben.
Phase 2 begann während des Studiums mit der ersten eigenen "Wohnung" auch wenn diese nur 16qm hatte. In dieser Phase begann ich mich zu schminken, Perücke, Strumpfhose, Schuhe, etc. zu tragen. Während dieser Zeit erschien ein Sonderheft des Stern mit dem Titel " Was ist normal" (oder ähnlich) in dem verschiedene Spielarten der Sexualität beschrieben wurden. Auch wenn das Heft eher pseudowissenschaftlicher Natur war half es mir doch bei der Findung einer sexuellen Identität. Damals ordnete ich mich selbst als fetischistischen Transvestiten ein. Auch diese Phase fand heimlich statt. Phase 2 beendete ich nach 2 oder 3 Jahren nicht weil ich nicht mehr das Bedürfnis hatte Kleider zu tragen sondern weil ich das Gefühl hatte mich selbst davon abzuhalten eine richtige Frau kennen zu lernen. Zu der Zeit hatte ich noch die Illusion das Bedürfnis würde verschwinden wenn ich in einer festen Beziehung wäre.
Phase 3 begann Anfang 2018 ausgelöst durch eine unbedachte Bemerkung meiner Frau, die diesen Teil meiner Vergangenheit nicht kannte. Als im Fernsehen eine Dokumentation über Dieter Krebs lief, der in "SketchUp" des Öfteren Frauenrollen gespielt hatte, meinte sie nebenbei: " Vielleicht solltest du dich auch mal als Frau verkleiden." Mir war zwar klar dass diese Aussage nicht ernst gemeint war, aber ich wollte dies als Aufforderung verstanden haben. Natürlich hatte mich das Crossdressing über die Jahre im Kopf begleitet, was ich mit dem Argument zu bekämpfen versuchte dass sich dies für einen Familienvater nicht gehört.
Dank des Internets waren die benötigten Utensilien schnell beschafft, allerdings dauerte es noch einige Monate bis ich mich ihr mit der Hilfe von reichlich Rotwein offenbaren konnte, da ich einen Zeitpunkt abwarten wollte an dem die Kinder nicht im Hause waren. Sie gab mir spontan den Namen Olga. Da ich eher der norddeutsche Typus bin und nicht als Witzfigur dastehen wollte wurde hieraus Helga.
Mittlerweile sehe ich diese Neigung als Bereicherung an, da ich in Frauenkleidern wirklich alles hinter mir lassen kann, was mir als Mann nie gelingt. Die frühere Einordnung als Fetischist musste ich mittlerweile korrigieren, hier steckt wohl mehr dahinter.
In dieser Phase bin ich außerhalb meines heimischen Umfeldes bereits in die Öffentlichkeit gegangen, worüber ich gern gelegentlich berichten möchte.
Ich bin gespannt was Phase 3 noch mit sich bringt und freue mich auf regen Austausch.
Der Text ist vermutlich viel zu lang aber es tat gut sich dies einmal von der Seele zu schreiben.
LG
Helga