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Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Mo 25. Feb 2019, 19:10
von Das_Känguru

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Mo 25. Feb 2019, 19:26
von cora
nice,

der Herr hat echt stil ;)

schade das ich zu feige bin ...

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Di 26. Feb 2019, 08:01
von Anke
Hallo,

hab erst heute morgen in der Zeitung davon gelesen und wollte mal ein Bild direkt hier einstellen.

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://hips.hearstapps.com/hmg-prod.s3 ... size=480:*


Billy Porter ist nicht so bekannt, aber wer die Netflix Serie "POSE" gesehen hat, dort spielt er die Rolle des "Pray Tell". Zu "POSE" habe ich hier

viewtopic.php?f=5&t=17707&p=233697&hilit=POSE#p233697

etwas gepostet.

Für ihn war der Auftritt mit dem Kleid ein richtiges Statement, deshalb lohnt es sich auch die entsprechenden Artikel und Kommentare dazu zu lesen. Ich kann nur hoffen, dass es so etwas bald öfter zu sehen gibt.

Liebe Grüße

Anke

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Di 26. Feb 2019, 08:53
von Marlene K.
...und viele Amerikaner*Innen werden hier auch eine Unterstützung der Bewegung gegen sexualisierte Gewalt durch die Nichtfarbe Schwarz sehen. Ein absolut nachahmenswertes Statment.

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Di 26. Feb 2019, 10:25
von Dolores59
Noch ein Artikel:

https://www.vogue.de/mode/artikel/oscar ... le-BBU3QxD
"Durch meine Rolle in 'Pose' werde ich jetzt auf all diese rote Teppich eingeladen und ich will durch meine Outfits etwas aussagen. Mein Ziel ist es, durch das, was ich trage, eine wandelnde politische Botschaft zu sein. Ich will Erwartungen brechen. Was ist Maskulinität? Was bedeutet sie? Frauen tragen ständig Hosen, aber sobald ein Mann ein Kleid trägt, rastet jeder aus." Schon bei den Golden Globes, bei denen er ein pinkes Cape trug, habe er erfahren, wie sehr Menschen dadurch aus der Fassung gebracht werden, verriet Billy Porter. "Ich glaube, das viele Männer gerne mehr mit Mode spielen würden. Die Filmindustrie gibt vor, inklusiv zu sein, aber Schauspieler haben Angst, sich etwas zu trauen, denn wenn sie aus der Reihe fallen, könnten sie als feminin wahrgenommen werden und keine 'maskulinen' Rollen mehr bekommen
Mein Look ist so interessant, weil es kein Drag Look ist. Ich bin keine Drag Queen. Ich bin ein Mann in einem Kleid. Als ich es das erste Mal anprobierte, fühlte ich mich lebendig und frei. Ich fühlte mich schön. Ich will durch meinen Oscar-Auftritt zeigen, dass man nicht mit dem, was eine Person darstellt, einverstanden sein muss, aber wir müssen uns dennoch alle respektieren. Einige Menschen werden sich ziemlich über meinen black ass in diesem Kleid aufregen — aber er geht niemanden etwas an, außer mich."
Und...

https://www.hollywoodreporter.com/news/ ... rs-1189787

Auch wenn das Kleid total unpraktisch ist, würde ich sowas gerne ausprobieren. :wink:

LG
Dolores

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Di 26. Feb 2019, 10:53
von Anke
Hallo,
Dolores59 hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 10:25 Noch ein Artikel:

https://www.vogue.de/mode/artikel/oscar ... le-BBU3QxD
"Durch meine Rolle in 'Pose' werde ich jetzt auf all diese rote Teppich eingeladen und ich will durch meine Outfits etwas aussagen. Mein Ziel ist es, durch das, was ich trage, eine wandelnde politische Botschaft zu sein. Ich will Erwartungen brechen. Was ist Maskulinität? Was bedeutet sie? Frauen tragen ständig Hosen, aber sobald ein Mann ein Kleid trägt, rastet jeder aus." Schon bei den Golden Globes, bei denen er ein pinkes Cape trug, habe er erfahren, wie sehr Menschen dadurch aus der Fassung gebracht werden, verriet Billy Porter. "Ich glaube, das viele Männer gerne mehr mit Mode spielen würden. Die Filmindustrie gibt vor, inklusiv zu sein, aber Schauspieler haben Angst, sich etwas zu trauen, denn wenn sie aus der Reihe fallen, könnten sie als feminin wahrgenommen werden und keine 'maskulinen' Rollen mehr bekommen
Mein Look ist so interessant, weil es kein Drag Look ist. Ich bin keine Drag Queen. Ich bin ein Mann in einem Kleid. Als ich es das erste Mal anprobierte, fühlte ich mich lebendig und frei. Ich fühlte mich schön. Ich will durch meinen Oscar-Auftritt zeigen, dass man nicht mit dem, was eine Person darstellt, einverstanden sein muss, aber wir müssen uns dennoch alle respektieren. Einige Menschen werden sich ziemlich über meinen black ass in diesem Kleid aufregen — aber er geht niemanden etwas an, außer mich."
Genau das meinte ich. Ich finde das sind starke und wichtige Aussagen. Wir können solche Punkte hundertmal im Kreis diskutieren. Aber solche Auftritte können wirklich etwas verändern. Ich hoffe auf viele, die sich dadurch inspiriert fühlen und sich dann auch trauen.
Dolores59 hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 10:25
Auch wenn das Kleid total unpraktisch ist, würde ich sowas gerne ausprobieren. :wink:
:lol: :lol: :lol: Hahaha. Na ja, praktisch zu sein, ist ja auch nicht die Anforderung an so ein Kleid. :lol: :lol: :lol:

Aber das Gefühl, das es vermittelt ist unbeschreiblich.

Liebe Grüße

Anke

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Di 26. Feb 2019, 12:21
von lexes
Wie cool ist der Typ ... und das In DEM Land ..

Tiefe Verneigung

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Di 26. Feb 2019, 13:49
von Laila-Sarah
Hi,

Man darf jetzt aber auch nicht vergessen, dass Promis jede Gelegenheit nutzen um sich in Szene zu setzen und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das ist ihr Geschäft: Je mehr in der Öffentlichkeit und in aller Munde um so mehr Aufträge kommen herein. Das ist es nur Recht, wenn es extrem kontrovers, polarisieren oder skandalös (oder alles zusammen) ist. Trotzdem mutig und im Sinne der LGBTI Community.

VlG

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Di 26. Feb 2019, 14:47
von sbsr
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 13:49
Ich wollte mich mit Schwarz Malen diesmal zurück halten, aber jetzt hast Du es ausgesprochen.

Geschichten wie gestern zeigen, dass es noch ein sehr sehr weiter Weg vom Roten Teppich in deutsche Wohnzimmer ist. Nur weil ein "ausgeflippter Promi" etwas vor macht, heißt das für Otto Normalverbraucher noch lange nichts.

Nichtsdestotrotz bin ich dankbar für solche Auftritte, denn sie verschaffen unserer Sache wenigstens Gehör.

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Di 26. Feb 2019, 14:51
von Anke
Hallo,
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 13:49 Man darf jetzt aber auch nicht vergessen, dass Promis jede Gelegenheit nutzen um sich in Szene zu setzen und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das ist ihr Geschäft: Je mehr in der Öffentlichkeit und in aller Munde um so mehr Aufträge kommen herein. Das ist es nur Recht, wenn es extrem kontrovers, polarisieren oder skandalös (oder alles zusammen) ist. Trotzdem mutig und im Sinne der LGBTI Community.
da ist natürlich etwas dran, vor allem, weil niemand von uns so eine Bühne für die Selbstinszenierung hat.

Nur funktioniert die Formel " mehr Aufmerksamkeit gleich mehr Aufträge" so nicht immer. Gerade den Konservativen in den USA dürfte so ein Auftritt kaum gefallen haben. Und die Filmindustrie in diesem Land, insbesondere die in Hollywood, tut sich selten durch Mut und gesellschaftlichen Innovationsgeist hervor. Daher ist so ein Auftritt für Billy Porter auch mit Risiken verbunden. Wenn es ganz schlecht läuft, verliert er sogar mögliche Aufträge.

Aber selbst wenn er seinen Marktwert dadurch verbessert hat (was ich legitim finde), es ist einfach ein toller Schritt und ein klasse Statement. Was mir daran so gefällt ist die Tatsache, dass er die Möglichkeit gesehen hat, für sich ein Stück Freiheit zu erlangen und diese Chance auf Freiheit genutzt hat.

Ich habe so oft gelesen, auch hier im Forum, wie sich jemand etwas ähnliches gewünscht, sich aber nicht getraut hat. Vor vielen Jahren haben sich die Frauen das Recht erkämpft Hosen zu tragen und heute ist das an der Tagesordnung. Vielleicht ist das eines der ersten Schritte der Männer zu mehr Freiheit bei der Auswahl und Gestaltung ihrer Kleidung. So dass diese Sätze mit "dem Wünschen und sich nicht trauen" nicht mehr geschrieben werden müssen. Ich würde es den Männern wünschen.

Liebe Grüße

Anke

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Sa 2. Mär 2019, 10:52
von Ronda_PTL
Aber selbst wenn er seinen Marktwert dadurch verbessert hat (was ich legitim finde), es ist einfach ein toller Schritt und ein klasse Statement. Was mir daran so gefällt ist die Tatsache, dass er die Möglichkeit gesehen hat, für sich ein Stück Freiheit zu erlangen und diese Chance auf Freiheit genutzt hat.

Ich habe so oft gelesen, auch hier im Forum, wie sich jemand etwas ähnliches gewünscht, sich aber nicht getraut hat. Vor vielen Jahren haben sich die Frauen das Recht erkämpft Hosen zu tragen und heute ist das an der Tagesordnung. Vielleicht ist das eines der ersten Schritte der Männer zu mehr Freiheit bei der Auswahl und Gestaltung ihrer Kleidung. So dass diese Sätze mit "dem Wünschen und sich nicht trauen" nicht mehr geschrieben werden müssen. Ich würde es den Männern wünschen.
Liebe Anke,

Du sprichst mir aus dem Herzen ♥️, danke dafür vorweg.

Wenn ich mir die Tradition der langen OSCAR Nights über die Jahrzehnte anschaue, dann ist es stets ein Laufsteg der Damen in ihren prächtigen, teils gewagten und ausgefallenen Roben der edelsten Designer und creativen Modeschöpfer gewesen. Während die Herren über Jahrzehnte im klassischen, nie diskutierten genormten Pinguin-Look in Black & White kaum zu unterscheiden waren. Wenn mal einer sich in ein anderes Outfit mit ein bisschen fließenden Stoffen oder gar FARBE wagte, war es schon revolutionär. Nitgendwo sonst, wurde wohl die modische Genderisierung drastischer zelebriert, als ausgerechnet im sonst so experimentierfreudigen Hollywood, als bei den Nights of the OSCAR.

Insofern ist dieser Ausbruch aus der Konvention, der Mut zum anderen Auftritt gerade in Zeiten eines drastischen Rollbacks im Trumpschen Amerika der Reaktionären und Minderheiten Diskriminierung vor allem auch gegen die LGBTQ Community besonders bemerkenswert. Denn keineswegs kann auch ein guter Schauspieler damit rechnen, dass das "Auffallen um jeden Preis" seiner Karriere förderlich ist. Wenn selbst die großen Diven und Grand Dames der Mimenriege - wie etwa eine Meryl Streep - sich von den GOP-Trump-Followern als "wenig intelligente, überbewertete Schauspieler in schlechten Filmen" herabwürdigen lassen müssen. Auch wenn Meryl Streep eine der Besten unter den Besten ist, NIE sich scheute den Mund aufzumachen, das lebt, wovon sie überzeugt ist, erst recht anspruchsvolle Filmstoffe spielt, bei denen den EwigGestrigen naturgemäß regelmäßig in Wallung geraten.

Kurzum, die Aktion von Bill Porter darf im Zusammenhang mit der neuen aggressiven Ausgrenzung der LGBTQ Community der USA 🇺🇸 seit Trumps Herrschaft mit Fug und Recht auch als wichtiges politisches Statement gesehen werden. Für das Aufbrechen modischer Konventionen beim "John Doe" Mann erst recht.

Break every rule. 👍🏼

Viele liebe Grüße
Eure Ronda 👩🏻🙏🏼

Re: Und der Oscar der Herzen geht an ...

Verfasst: Sa 2. Mär 2019, 11:11
von Ronda_PTL
PS: noch ein recht interessanter Artikel im FOCUS zum Thema ...

https://www.focus.de/kultur/mode/oscars ... 69080.html