Seite 1 von 3

Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Di 22. Jan 2019, 20:35
von lilijana
Hallo zusammen,

ich stelle mir heute schon den ganzen Tag die Frage, "Wie kann ich als transsexuelle Frau ein Vorbild für die Gesellschaft sein?". Für mich im kleinen, als einzelne Person.

Bei dieser Frage möchte ich keine Personen ausschließen, es sollen sich alle angesprochen fühlen, egal ob inter, divers, TV, TS, CD, DWT, Enby, oder was auch immer.
Ich hoffe das diese Frage keine Grundsatzdiskussion auslösen wird, auch möchte ich damit nicht das Engagement jeder einzelnen Person in Frage stellen. Es geht mir einfach darum, welches Bild jede einzelne Person in der Gesellschaft der "normalen" hinterlässt.
Mir geht es jetzt nicht primär was unsere "Gesellschaft"* machen tut, mit z.B.: Demonstrationen, sondern was jede Person im einzelnen tut, damit ein positives Bild der "Gesellschaft"* bei den "normalen" ensteht?

Grüße
Lilijana

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Di 22. Jan 2019, 20:46
von Ulrike-Marisa
Hallo Lilijana,

...ich denke, ganz einfach, indem du dich so zeigst und verhältst wie du bist und dich fühlst.
Wenn wir normal auftreten also ganz natürlich und ungezwungen, dann werden uns die "Normalen" auch als normal empfinden; zumindest ist das meine persönliche Erfahrung bisher.

Grüße, Ulrike-Marisa :wink:

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Di 22. Jan 2019, 21:06
von Jaddy
Volle Zustimmung zu Ulrike-Marisa. Wobei ich ergänzen möchte, dass "wir" praktisch immer ein prototypisches Bild bei anderen hinterlassen, wenn wir nicht zuweisungsgeschlechts-konform auftreten. So viele Beispiele kennen die meisten cis-Menschen ja nicht. Also sollte das Bild am besten positiv sein.

Wenn wir offen auftreten, nicht hinterm Berg halten, bei blöden Bemerkungen und seltsamen Äusserungen auch mal den Mund aufmachen, ansprechbar sind für Menschen, die Orientierung suchen, dann sind wir meiner Ansicht nach Vorbild.

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Di 22. Jan 2019, 21:29
von Lea Michele
Dem kann man nur ganz und voll zustimmen!

GLG Lea Michele (he) (ki) (he)

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Di 22. Jan 2019, 21:46
von Franka
Als Vorbild würde ich mich jetzt nicht bezeichnen und ich tue auch nichts vorbildliches.
Aber ich zeige einfach täglich Präsens. Wenn wir sichtbarer sind, wird bald niemand mehr verwundert schauen, wenn Personen nicht sofort in eine alte Schublade passen.

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Mi 23. Jan 2019, 01:06
von Andrea aus Sachsen
.
Vorbild für die (gesamte) Gesellschaft wäre vielleicht etwas hochtrabend. Doch wenn ich in der Öffentlichkeit als TS einen positiven Eindruck hinterlasse, überträgt sich das sicher auch auf das allgemeine Ansehen von Trans*-Personen und anderen "Randgruppen", ganz im Gegensatz zu der hier oft zu lesenden Auffassung: "Ist mir doch egal, was andere von mir denken."
Ich versuche, diesen positiven Eindruck vor allem durch Offenheit, Ehrlichkeit, zuvorkommendes Verhalten, stilvolle Kleidung und ein stimmiges Gesamt-Erscheinungsbild zu erreichen. So bin ich schon mehrmals auf Menschen gestoßen, die angesichts derartiger Eindrücke, Ihre Meinung über "unsereins" ein wenig korrigieren mussten.

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Mi 23. Jan 2019, 01:38
von Bea Magdalena
Hallo zusammem,

ein kleiner Schritt, die Kinder nach unserer Überzeugung und vor allem tolerant erziehen.....

Liebe Grüße
Bea

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Mi 23. Jan 2019, 05:57
von Frieda
Guten Morgen.😊

Beim lesen des "Spruch des Tages" musste ich sofort an diesen Thread hier denken ..ich kann es leider nicht einschätzen ob er für euch unpassend sein könnte.

Ich selbst stehe hinter diesem Spruch.
Namaste🙏

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Mi 23. Jan 2019, 06:49
von Bea Magdalena
Hallo Frieda,

schöner Spruch!
ich hab mich bisschen selber wiedergefunden, bzw. beides durchlebt.

Dankeschön

Namaste

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Mi 23. Jan 2019, 06:58
von Frieda
Bea Magdalena hat geschrieben: Mi 23. Jan 2019, 06:49 Hallo Frieda,

schöner Spruch!
ich hab mich bisschen selber wiedergefunden, bzw. beides durchlebt.

Dankeschön

Namaste
Freut mich Bea ..danke. 😊
Ich habe den Verfasser dieser Worte allerdings absichtlich nicht erwähnt, da er zu sehr polarisieren kann.

Namaste🙏

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Mi 23. Jan 2019, 07:02
von Whoopy Highfly
Liebe Leute, Liebe Illijana,
Vorbild?
Bei meiner Schulendlassung war unser Thema:
"Anderen ein Vorbild sein"

Hier der link aus Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Vorbild?wprov=sfla1

Ein Vorbild ist für mich, wenn eine Person sich für seine Gesellschaft einsetzt. Vorblildlich kann auch jemand sein, wenn sich für die Familie oder die Eltern unterstützt und gepflegt wird. Das ist auch ein Beitrag zur Gesellschaft.

GLG
Steffi

PS: Illijana, für mich bist du ein Vorbild

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Mi 23. Jan 2019, 07:11
von Bea Magdalena
Hallo Steffi,

gerade die Schulzeit prägt uns, bzw. hat uns geprägt.
Ich finde Dein Thema zur Schulentlassung sehr passend, es regt zum Nachdenken an. Dir ist es in Erinnerung geblieben, also hat es gewirkt.

Dankeschön und lieben Gruß
Bea

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Mi 23. Jan 2019, 09:56
von Jasmine
Ich will kein Vorbild sein. So zu leben wie ich mich fühle und bin, ist für mich zur Normalität geworden. Ich muss auch nicht gegen Windmühlen kämpfen. Es wird immer ein paar Unbelehrbare geben, die sich und ihr Verhalten als normal ansehen. Mit diesen Menschen muss ich mich auch nicht mehr auseinandersetzen. Ich habe Wege gefunden mein Leben zu leben wie ich es mir vorstelle. Die Menschen in meinem Umfeld sehen und erleben eine selbstbewusste und defensiv eingestellte Jasmine. Manche Menschen in meinem Umfeld sehen die Werte nach denen ich mich orientiere, aber bin ich deswegen ein Vorbild?
Liebe Grüße Jasmine ---)))

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Mi 23. Jan 2019, 10:58
von Andrea aus Sachsen
.
XYZ hat geschrieben: Mi 23. Jan 2019, 04:41
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Mi 23. Jan 2019, 01:06 "Ist mir doch egal, was andere von mir denken."
Dieses Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen. Ich schrieb es, weil diese Auffassung hier oft zu lesen ist, ich sie aber, genauso wie *, nicht teile.
Der vollständige Satz von mir lautete:
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Mi 23. Jan 2019, 01:06 Doch wenn ich in der Öffentlichkeit als TS einen positiven Eindruck hinterlasse, überträgt sich das sicher auch auf das allgemeine Ansehen von Trans*-Personen und anderen "Randgruppen", ganz im Gegensatz zu der hier oft zu lesenden Auffassung: "Ist mir doch egal, was andere von mir denken."

Re: Vorbild für die Gesellschaft sein

Verfasst: Mi 23. Jan 2019, 12:47
von Nicole Fritz
Hallo allerseits, hallo Andrea,

wer sich weitgehend von dieser Gesellschaft verstoßen fühlt, dem ist es irgendwann völlig sch..egal, was andere von ihm denken. So ist es jedenfalls bei mir, wenn ich zu hause bin. Dann zeige ich auch inzwischen ganz offen meinen Enby (NB; non-binary): einen Mann barfuß mit Stoppelbart im Kleid oder langem Rock. Meine Nachbarn haben sich inzwischen daran gewöhnen müssen.

Nun habe ich aber auch das Bedürfnis öffentlich für unsere Sache einzutreten. Und da gibt es eben diese binär streng in Mann und Frau getrennte Gesellschaft. Als erkennbare "Transe" mit recht "ordentlichem" Passing komme ich da inzwischen gut zurecht. Zeige ich aber öffentlich den Enby, wie letztlich im Sommer bei meinem Bikini-Auftritt, löse ich bei einigen Leuten einfach nur Entsetzen aus. Und wie ist es bei vielen der anderen? Denken die sich jetzt einfach nur ihren Teil?

Ich denke, wenn ich etwas erreichen möchte, muss ich so etwas wie ein Vorbild für andere sein. Nur herum meckern und alles kritisieren bringt mich nicht weiter. Es geht letztlich darum MEINE Alternative zur allgemein üblichen angepassten Lebensweise vorzuleben und dabei einen möglichst positiven Eindruck zu vermitteln. Sonst grenzt man mich einfach nur aus, und ich erreiche nichts. Ein Vorbild ist da für mich Julia Monro, die ich persönlich kenne. Für sie ist es jedoch als "echte" Transfrau gegenüber mir als Enby deutlich einfacher.

Für mich ist es in der Öffentlichkeit eine Gratwanderung zwischen Enby zeigen und einen möglichst positiven Eindruck als Transgender zu vermitteln. Mich letztlich hinter einer perfekten Rolle als Frau zu "verstecken" ist für mich keine Option - wie auch (bisher?) HT oder OP.

LG Nicole