Seite 1 von 2

Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 14:44
von tatjana
Ihr Lieben,

Irgendwie hat sich in den letzten 2 Monaten mein Bezug zum Crossdressing komplett verändert. CDer bin ich seit meiner frühen Jugend, aber es war bisher immer eher sexuell motiviert bzw. evtl auch mit Hinsicht auf FSH auch gewissermaßen ein Fetisch. Die letzten Jahre schlummerte das ganze dann mehr oder weniger in mir rum und der Drang mal eine FSH anzuziehen kam eher selten auf.
Seitdem ich jetzt aber angefangen bin unter die Leute zu gehen, ist das Frau-sein praktisch Normalität geworden - wobei der Ausdruck eigentlich falsch ist. Vielmehr fühle ich mich jetzt doof an, wenn ich in meiner bisherigen Rolle als Mann rumlaufe aber es sich "richtig" anfühlt, wenn ich Frau bin. Also Klamotten (wobei ein modischer Look mir sehr wichtig ist), Makeup, Haare, Parfum. Ob ich jetzt eine Strumpfhose trage oder nicht hat für mich jetzt auch eigentlich nichts mehr mit Fetisch zu tun. Gut, es sieht gut aus, ein bischen sexy, aber hauptsache es passt zum Look. Ich ziehe sie gerne an, aber es muss halt nicht. Für mich ist es wichtiger, Frau zu sein.

Ich bin am überlegen, ob ich nun doch eher Transsexuell bin, aber ich habe kein Problem mit meinem Körper. Ich fühle mich nicht falsch in meinem Körper, aber es fühlt sich für mich besser an, wenn ich als Frau wahrgenommen werde. Meinen Körper finde ich soweit immer noch komplett OK. Gibt zwar ein paar Sachen, die unpraktisch sind, wie z.B. fehlende Brüste (da lässt sich aber leicht abhelfen, einfach BH anziehen) oder das lästige Rasieren. GaOP würde ich daher auch nicht wollen. Eigene Brüste gerne, aber bei meiner Figur als Mann momentan eher nicht. Bei der Arbeit grenze ich das alles vollkommen ab, von daher ist das für mich erstmal kein Thema. Ich versuche mir erstmal selbst ein Bild von mir zu machen. Ist das jetzt dauerhaft oder nicht.

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass durch die Outdoor "Erfolgserlebnisse" und meine eigene Wahrnehmung in den letzten Wochen der Körper auch einen Cocktail an Glückshormonen ausschüttet, die quasi süchtig machen (ähnlich des "Runner's High" beim Joggen) und sich deswegen das Gefühl einstellt, dass ich lieber Frau bin.
Ich denke aber, dass ich mich selbst in den nächsten Wochen/Monaten beobachten werde und versuche, Erklärungen zu finden, weil das ganze ja auch in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum geschehen ist.
Aber mich würde interessieren, was ihr darüber denkt. Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Aus CDing / Fetisch hin in Richtung Frau sein/fühlen?

LG
Jana

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 15:18
von Sandra
Hallo Tatjana,

vielleicht ist es noch zu früh dir Gedanken zu machen, was du bist... geniesse die gewonnenen Perspektiven und dann wird die Zeit dir wohl bei einer Antwort helfen.
Bei mir ging es auch recht schnell, dass ich mich als Frau draußen sehr wohl fühle. Vor allem sind komischerweise die Empfindungen und die eigenen Reaktionen und Aktionen auf externe Einflüsse anders. Das geniesse ich im Augenblick unheimlich und erfahre mich neu. Auch ich könnte mir vorstellen, dass die "šGlückshormone"˜ hier eine Rolle spielen und ich bin halt gespannt wie es weiter geht. Mein Durcheinander im Kopf war am Anfang sehr stark, aber das Gegenüberstellen von Erlebnissen als Frau oder Mann helfen mir, die Orientierung für mich zu behalten. Da ich auch als Mann wunderschöne Momente erlebe, bin ich im Augenblick einfach nur sehr dankbar ein wenig beide Welten erleben zu dürfen. Meine Frau weiß Bescheid und das nimmt schon mal sehr viel Druck und Unsicherheit.
Dein Passing ist ja sehr gut und somit hast du auch dankbare Vorraussetzungen es einfach noch etwas auf dich zukommen zu lassen. Ich glaube, wenn es soweit ist, wirst du schon eindeutig erkennen wohin sich deine Orientierung entwickelt.

Viele liebe Grüße, Sandra

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 15:45
von Jaddy
Inzwischen heisst es ja aus Gründen "transident". Im Vordergrund steht die Identität, wie man sich fühlt, wie andere einen einsortieren und mit einem umgehen, so lange die meisten eben noch in zwei getrennten Kategorien denken. Insofern kann es schon sein, dass Du auf Deine persönliche Art trans bist, auch wenn Du keine körperlichen Änderungen vornehmen möchtest. Bei weitem nicht alle Transpersonen ergreifen medizinische Massnahmen. Oder nicht alle. Es geht - meine Lieblingsperspektive - um Deinen persönlichen Weg, wie Du als Person zum Vorschein kommst.
Geschlecht ist eben hauptsächlich eine Sache zwischen den Ohren. Du musst Dich auch nicht für eine Seite entscheiden, wobei das nicht gerade der einfachste Weg ist. Neben dem logistischen Aufwand steckt da auch die Outing-Frage drin, wie offen Du damit umgehen kannst und willst, und ob Heimlichkeiten funktionieren.

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 16:08
von tatjana
Danke Jaddy :) Das macht Sinn für mich. Kategorien sind für mich im Prinzip auch nicht wichtig.
Du hast Recht, sich nicht für eine Seite zu entscheiden ist wahrscheinlich kein einfacher Weg. So lange ich mir deswegen nicht sicher bin, werde ich daher natürlich den aktuellen Weg gehen, den der Teilzeitfrau. Auch wenn ich am liebsten Vollzeitfrau wäre, aber da steckt nochmal ordentlich Aufwand und Nachdenken hinter :)
Outing ist im Prinzip weniger problematisch für mich, da zumindest meine Partnerin darüber weiss. Das größte Problem sehe ich in der Firma bei der Arbeit. Aber das ist alles für mich noch in weiter Ferne - erst muss ich mir ja selber klar werden wohin die Reise geht. Kann ich mich so arrangieren wie ich bin, oder geht's in eine andere Richtung...

Aber vielen lieben Dank schon mal für deinen Kommentar und Meinung!

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 17:34
von Tatjana_59
Hallo Tatjana,

Wie Jaddy schon schreibt musst du selber deinen transistenten Weg finden, auch wo du dich dann selbst einordnest.
Wenn du am liebsten Vollzeitfrau leben möchtest und kannst, außer noch in der Arbeit, dann ist das schon ein kleines Indiz wo der Weg dich evtl hinführen kann, aber natürlich nicht muss.
Hier im Forum sind einige transexuelle Frauen die ohne Operation auskommen und aus verschiedenen Gründen auch ablehnen.
Es gibt einen Spruch der natürlich nicht wirklich aussagekräftig ist, aber hin und wieder zutrifft.
CD ist die Vorstufe von TS.....
Bei mir war es tatsächlich so.
Als ich mich hier vor sieben Jahren anmeldete im Forum war ich noch (G.......) DWT.......
Mitte 2013 etwa war der Punkt erreicht wo ich ausschließlich in Damenkleidung anzutreffen war. 2014 begann meine Transition mit der Psychotherapeutischen Begleitung.
Anfang 2016 Vä/Pä.
28.01.2018 Gaop.
Das war mein Weg, der natürlich nie für andere gelten kann.
Aber auch meinen Weg teilen hier im Forum ein paar Mädels.
Mit und ohne Gaop.

LG Tatjana

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 17:56
von MEL
Hallo Tatjana,
tatjana hat geschrieben: So 20. Jan 2019, 14:44 Ihr Lieben,

Irgendwie hat sich in den letzten 2 Monaten mein Bezug zum Crossdressing komplett verändert .....

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass durch die Outdoor "Erfolgserlebnisse" und meine eigene Wahrnehmung in den letzten Wochen der Körper auch einen Cocktail an Glückshormonen ausschüttet, die quasi süchtig machen (ähnlich des "Runner's High" beim Joggen) und sich deswegen das Gefühl einstellt, dass ich lieber Frau bin.
Ich denke aber, dass ich mich selbst in den nächsten Wochen/Monaten beobachten werde und versuche, Erklärungen zu finden, weil das ganze ja auch in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum geschehen ist.
LG
Jana
Du hast mit deiner Selbstreflektion sehr treffend deinen Gemützustand beschrieben, kommst dabei "sehr geerdet" rüber und
wägst deine weitere Vorgehensweise sorgfältig ab! Gut so. (ap)

Denke auch, dass momentan die Glückshormone überwiegen und du dir bei der weiteren Entwicklung deiner weiblichen Seite
entsprechend Zeit geben solltest. So wie du dich selbst und deinen Körper siehst, gbit es aktuell keinen zwingenden Grund,
dich im beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld zu offenbaren.

Gerade wir (Du wie auch ich), die in ihrem äußeren Erscheinungsbild zwischen den Geschlechtern hin und her switchen, erscheinen
ihren Mitmenschen/Umfeld eher "suspekt", als es mutmasslich Transsexuelle sind, die sich für einen Weg entschieden haben und
nur noch in ihrem gefühlten Geschlecht in Erscheinung treten. Ist den Mitmenschen halt schwer zu vermitteln, dass wir uns offensichtlich
nicht auf ein bestimmtes Geschlecht/Erscheinungsbild festlegen können oder wollen :roll: :wink:
Es wird noch dauern, bis die Gesellschaft soweit ist, die unterschedlichsten Bilder/Formen der Transidentität zu akzeptieren ... :(

DAHER: Lebe es und teste dich aus, dabei hast du das Glück, dass du vor deiner Partnerin keine Geheimnisse haben musst! (yes)

Liebe Grüße

Mel

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 18:14
von tatjana
@Tatjana und Mel, danke für eure ehrlichen Worte! Das hilft mir schon mal weiter :)
Ich glaube ich muss mir einfach die Zeit geben und alles sorgfältig abwägen.
Die Gesellschaft kann ich leider nicht ändern - bzw nur als klitzekleines Zahnrad. Von daher nehme ich den Rat an, es auszutesten und zu leben, aber nichts zu übereilen.
Vielleicht ist es auch gut so. Dass die Freude auf das morgendliche Schminken und Anziehen bleibt und nicht komplett zur Normalität wird; die Aufregung bevor ich vor die Tür und nach draußen gehe (ich muss jedes Mal 1-2x tief durchatmen :lol: ) Das ist alles schon was sehr besonderes...

Viele Grüße
Jana

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 18:36
von Johanna Dornal
Hallo Tatjana, eigentlich lief es bei mir genauso. Es entwicelte sich langsam hin zu TS. Die Bestätigung, daß ich transident bin, habe ich vor einiger Zeit durch meine Psychotherapeutin bekommen. Ich habe dann angefangen mit Nadelepi, und suche nun einen Endokrinologen für die Hormontherapie. Mit meiner PT haben wir auch schon mal locker über einen Zeitablauf hinsichtlich des Outings am Arbeitsplatz und in der weiteren Folge auch schon mal das Thema GaOP erörtert. Das konnte ich vor einem Jahr überhaupt noch nicht glauben, wie schnell alles doch gehen kann. Weil ich immer mehr Probleme habe, wieder in einen Männermodus zu wechseln, ich mich in der weiblichen Rolle auch sehr wohl und stimmig fühle, halte ich einen dauerhaften Wechsel ins weibliche Geschlecht für mich nachvollziehbar.
Liebe Grüße
Johanna

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 19:17
von Cybill
Willkommen im Club.

Mach das Beste für dich aus deiner Situation! Jede(r) hat seinen/ihren ganz eigenen Weg.
Und vor allem hab Spaß!

Cybill

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 19:24
von Michelle_Engelhardt
Hey Tatjana,

ich war Anfang 2012 hier schon einmal angemeldet. Damals hieß ich hier Micha-Michelle und dachte auch das Ganze sei wohl hauptsächlich der Spaß an der Verwandlung (wie der damalige Nickname ja auch sagte). Naja...zumindest habe ich es mir wohl unbewusst eingeredet. Seit Januar 2013 bin ich 24/7 Frau und hatte 2015 meine VÄ / PÄ. Wie Frau Stieglitz schon richtig sagte, kann CD der Anfang sein....muss aber natürlich nicht.

Klar....schminken und entsprechende Kleidung tragen sind Normalität geworden und ich atme schon seit Ewigkeiten nicht noch 2x durch, bevor ich das Haus verlasse. Ich finds aber auch nicht schlimm, mit der Normalität....eher im Gegenteil.
Für mich persönlich jedenfalls bin ich den richtigen Weg gegangen und auch Du wirst Deinen Weg finden, egal wie der aussieht.

Ich finds auf jeden Fall gut, das Du Dir Zeit lässt und nix überstürzt. Die besten Ratgeber für mich sind ohnehin Bauch und Herz. Du tust also bestimmt gut daran, hin und wieder mal in Dich rein zu hören.

Liebe Grüße
Michelle

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 20:45
von Andrea aus Sachsen
.
Hallo Tatjana,
ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. In meiner Jugend hatte das Crossdressing (damals kannte ich den Begriff noch gar nicht) auch einen fetischistischen Charakter. Doch spätestens seit ich als Frau in die Öffentlichkeit gehe, war damit Schluss. Es zählte nicht mehr, wie sich einzelne Kleidungsstücke anfühlten, sondern nur noch das Gesamterscheinungsbild als Frau.
Anschließend lebte ich drei Jahre als Teilzeitfrau. Anfangs fand ich es fantastisch, die Rolle fast nach Belieben wechseln zu können. Doch gedanklich lebte ich wohl, ohne es zu merken, damals schon ständig als Frau. Am Mannsein störte mich weniger mein männlicher Körper, sondern vielmehr die an diese Rolle geknüpften Erwartungen und beschränkten Möglichkeiten bei der Kleidungswahl.
Jetzt scheinen unsere Wege ein wenig voneinander abzuweichen. Ich musste meine Arbeit aufgeben, weil ich mich auf nichts mehr konzentrieren konnte und somit nichts rechtzeitig fertig wurde. Meine Gedanken kreisten nur noch ums Frausein. Erst als ich diese Rolle rund um die Uhr auslebte, konnte ich wieder normal denken und arbeiten.
Ob sich unsere Wege irgendwann als TS wieder treffen, kann dir niemand voraussagen. Das musst du selbst herausfinden.

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 21:34
von tatjana
Vielen lieben Dank für eure Antworten, mir hilft das schon viel weiter und es ist schön zu lesen, dass ich mit meinen Erlebnissen nicht alleine bin.
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: So 20. Jan 2019, 20:45 Am Mannsein störte mich weniger mein männlicher Körper, sondern vielmehr die an diese Rolle geknüpften Erwartungen und beschränkten Möglichkeiten bei der Kleidungswahl
Das ist auch so ein Punkt, der mich stört. Ich versuche das Problem mal anders anzugehen: Als Mann meinen Stil anzupassen, vielleicht mit weiblichen Kleidungsstücken zu kombinieren. Wobei mein "normaler" Stil als Mann normalerweise wenig mit Kreativität punktet :) Mal schauen ob das was wird...

LG Jana

Re: Meine Gedanken

Verfasst: So 20. Jan 2019, 22:05
von Diana.65
Hallo Tatjana.

Danke, dass du deine Gedanken mit uns teilst.
Ich kann deine Gedanken in großen Teilen gut nachvollziehen. Bei mir ist es so, dass ich, nachdem ich mich hier angemeldet habe und dann meiner weiblichen Seite mehr und mehr bewusst geworden bin, eine Zeit lang am liebsten rund um die Uhr auf die weibliche Seite gewechselt hätte. Nachdem ich nun mehrfach meine weibliche Seite intensiver ausleben konnte und ich mich teilweise geouted habe, ist momentan der große Druck gewichen. Nicht das ich jetzt nicht manchmal auch noch lieber Frau wäre, aber es muss nicht mehr so oft sein.Die Tage an denen ich dann en femme unterwegs bin kann ich aber seitdem viel besser genießen. Außerdem flechte ich in kleinen Schritten immer mehr "weibliche" Details in meinen Alltag ein.
Momentan könnte ich mir den kompletten Weg inclusive GAOP für mich auch nicht vorstellen, kann aber den Wunsch nach etwas mehr Oberweite und die Abneigung gegen die lästige Körperbehaarung gut nachvollziehen.

Liebe Grüße,
Diana.

Re: Meine Gedanken

Verfasst: Mo 21. Jan 2019, 11:19
von Anja
Moinsen (moin)
tatjana hat geschrieben: So 20. Jan 2019, 14:44 Ich bin am überlegen, ob ich nun doch eher Transsexuell bin, aber ich habe kein Problem mit meinem Körper. Ich fühle mich nicht falsch in meinem Körper, aber es fühlt sich für mich besser an, wenn ich als Frau wahrgenommen werde.
In der Regel ist es bei Transfrauen ja eher so, dass sie ganz genau wissen wer sie sind bzw. was sie wollen. Was sie zurückhält sind die persönlichen Lebensumstände (Verlust von Familie und/oder Job). Aus diesem Grund versuchen sie ihr Leben so lange wie möglich aufrecht zu erhalten bis zu einem Punkt wo es nicht mehr anders geht, als das Leben zu leben, das sie leben müssen.

Wenn du eine Transfrau bist, dann gibt es keine Option, keine Wahl mehr und auch kein Überlegen. Man ist was man ist.
So lange du am Überlegen bist, ob es so sein könnte, brauchst du dir darüber (noch) keine Gedanken machen.

Momentan ist doch ales gut so wie es ist bei dir, oder habe ich da zwischen den Zeilen etwas überlesen? Genieße einfach die Momente als Frau und mache dir nicht so viele Gedanken, was mal sein könnte. Das kann dir nämlich keiner sagen. Manche finden nach X-Jahren als CD heraus, das sie eigentlich eine Frau sind, manche sind nach 30 Jahren CD immer noch sehr glücklich mit dem "Wechselmodell".

Bist du irgendwann an einem Punkt, an dem du herausfindest das du eine Frau bist, stellt sich natürlich die Frage auch nicht mehr.
Oder umgekehrt, so lange du es dich fragst, ob du eine Transfrau bist, bist du es mit Sicherheit nicht :lol:

Grüße
die Anja

Re: Meine Gedanken

Verfasst: Mo 21. Jan 2019, 11:44
von Laila-Sarah
tatjana hat geschrieben: So 20. Jan 2019, 14:44 Ich bin am überlegen, ob ich nun doch eher Transsexuell bin, aber ich habe kein Problem mit meinem Körper. Ich fühle mich nicht falsch in meinem Körper, aber es fühlt sich für mich besser an, wenn ich als Frau wahrgenommen werde. Meinen Körper finde ich soweit immer noch komplett OK. Gibt zwar ein paar Sachen, die unpraktisch sind, wie z.B. fehlende Brüste (da lässt sich aber leicht abhelfen, einfach BH anziehen) oder das lästige Rasieren. GaOP würde ich daher auch nicht wollen. Eigene Brüste gerne, aber bei meiner Figur als Mann momentan eher nicht. Bei der Arbeit grenze ich das alles vollkommen ab, von daher ist das für mich erstmal kein Thema. Ich versuche mir erstmal selbst ein Bild von mir zu machen. Ist das jetzt dauerhaft oder nicht.
Hallo,

man sagt ja jeder Mensch sein individuell und ein Unikat. Ich glaube, dass wird bei niemanden mehr ersichtlich als bei uns hier im Forum.

Ich kann mich dir anschließen. Ich ekele mich nicht an meinem Körper. Es ist rein psychischer Natur. Ich kann auch als Mann Spaß und Lust haben. Allerdings ist die weibliche Seite auch etwas anderes als Fetisch oder Rollenspiel. Da gibt es auch ein richtiges Mädchen im parallelen. Die macht sich immer Breiter auf der gemeinsamen Wohnfläche. Manchmal denke ich: Das ist nur normal, sie nimmt nach den Jahren von Leugnen und Ausschließen ihren natürlichen Raum an. Manchmal macht es mir Angst, dass ich Abends nicht schlafen kann. Was ist wenn sie den ganzen Platz einnimmt und mein anderes ich einsperrt oder gar verjagt? Aber die meiste Zeit bin ich glücklich, dass ich jetzt zu mir stehe und sehe das viele Positive darin.

Ich bezeichne mich gerade als Bigender, weil ich beide Geschlechter in mir trage (nicht mit sexueller Ausrichtung zu verwechseln).

Mal schauen was die Zukunft so bringt.

Es gibt Geschichten über hin zu GaOP und dann zum ursprünglichen Geschlecht zurück. Es gibt Forenteilnehmerinnen, die mit der Transition nicht sehr glücklich sind. Daher: Ruhe bewahren, keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Wie Anja gesagt hat. Wenn (und nur wenn) der Leidensdruck groß genug ist, wirst du wissen was zu tun ist. Den es ist ein (folgen)schwerer und riskanter Eingriff. Bis dahin:

Mach das beste aus den beiden Seiten. Alle Kinder haben eine Spielzeugkiste. Du hast zwei ;)

VlG