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Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: Sa 5. Jan 2019, 22:29
von Anne-Mette

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: Sa 5. Jan 2019, 22:46
von Cybill
Ganz netter Artikel. So ein bisschen wie "Mein schönstes Ferienerlebnis."
Trans sein ist jedoch was anderes und nicht sich zum Popanz zu machen. Trans sein heißt, jeden Tag neu um Anerkennung zu kämpfen.

Dafür soviel Raum zu verschwenden ist doch nur Effekthascherei.

Cybill

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: Sa 5. Jan 2019, 23:30
von Anne-Mette
Moin,

ich denke, das darf (muss?) es auch geben. Allerdings war das ein Erlebnis, während "Trans-Sein" ein Teil des Lebens oder sogar das Leben der transsexuellen Menschen ist.

Gruß
Anne-Mette

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 00:03
von Cybill
Keine Frage, aber es ist wichtig, die Story zu lesen, als das, was sie ist:
Ein Erlebnisbericht.

Schönen Sonntag wünscht

Cybill

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 00:58
von Inga
Hi,

ja, ein Erfahrungsbericht ist es und nicht unbedingt so übertragbar. Ich selbst finde besonders die Passage über die erlebte "Diskrimierung" in der Öffentlichkeit bemerkenswert. Der Autor erlebt es zum ersten Mal. Andere erleben solche Diskrimierungen häufiger, müssen das aushalten und sind damit allein gelassen. Können es nicht einmal in einem Zeitungsartikel thematisieren.

Liebe Grüße
Inga

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 07:39
von Whoopy Highfly
Hallo,
Ein interessanter Artikel.
Er erinnert mich an das Projekt, was eine Bekannte in iherm Workshop mit ihrem Lebensgefährten gemacht hat.

Steffi

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 09:37
von Marlene K.
Hallo, ihr Lieben,
auch für mich ist es ein Erlebnisbericht mit Ecken und Kanten.

Ich bin keine eben Dragqueen, die sich dicke Balken aus Schmincke als Augenbrauen malt und das Aussehen einer Frau karikiert. ich bin ein Mensch, die die Kleidung trägt, die ihr gefällt und die Menschen begehrt, die sie eben begehrt. In meinem Fall Männer.

Ich sehe aber auch, dass der nicht genannte Autor die Diskriminierung als vermeintlich homosexuell differenziert als das empfindet, was sie ist: Schwulenfeindlich und Transfeindlich.
Der Autor erwartet von mir als Männer liebender Trans*Person nicht, dass ich es doch verstehen muss, warum es für eine Frauen liebende Trans*Frau besonders verletzend ist für schwul gehalten zu werden...

Ich finde es gut und bezeichnend, wie er die bösartige und feige Art der leisen Beschimpfung beschreibt, die ich so auch kenne.

Ja, der Bericht hat nichts mit unserem Leben zu tun. Er kann aber doch verschiedene Aspekte erhellen.
Danke

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 10:25
von Jenina
Mädels,

ob es uns nun passt oder nicht: Drag gehört zu trans* nun einmal dazu. Ich selber habe damit auch meine Probleme, vor allem wenn jemand wie Olivia Jones auf jedem Event, aber auch auf jedem das überhaupt nichts mit Genderfragen oder dergleichen zu tun hat, auftaucht, einfach als Staffage, als eine Art Zootier dass man bestaunen kann.

Und dass trans* Menschen genauso homosexuell sein können ist uns doch hoffentlich allen klar. Interessant dann schon, dass es unter Homosexuellen offenbar auch so etwas wie Diskriminierung gibt, wenn die Dragqueen eine Frau küsst. Eine seltsame Auffassung von queerem Leben. Aber in der homosexuellen Community hat sich ja schon seit längerem eine Verbürgerlichung und ein ungesunder Konservativismus ausgebreitet.

Dass man auf der Straße als Schwuler gesehen wird ist dann aber eher die normalste Sache der Welt. Darüber rege ich mich schon lange nicht mehr auf, auch wenn es mich, wie aller Starrsin in unserer Kultur, natürlich stört. Aber ich hoffe ja bekanntlich auf die baldige Kulturrevolution.

Jenina

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 11:41
von evacampelli
Hallo zusammen:
die Motivation, und damit den Hintergrund der "Aktion" wird vom Autor ja deutlich mitgeteilt:
"Ich lasse mich mitreißen, auch weil ich schon immer danach dränge, über meine Schatten zu springen und Neues auszuprobieren."

Ein Abenteuer eben. Er macht dann Erfahrungen, die er sonst nicht gemacht hätte. Das ist nun mal der Sinn der Grenzüberschreitung.
Geduld und Ausdauer hat er ja auch, sonst hätte er die 8 Stunden für's Styling ja nicht durchgehalten. Respekt!

"Meine Vernunft beharrt zunächst stoisch auf dem Wissen, dass das ja ich bin, kapituliert aber angesichts der Erkenntnis, dass ich mich als Frau wohl ganz süß finde. Das wiederum löst enormes Befremden aus."

Spannend wäre es zu erfahren, ob diese Irritation mittelfristig etwas in Gang setzt. Weil genau dieses Gefühl kommt mir sehr bekannt vor...

LG
Eva

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 12:26
von ExUserIn-2026-01-22
Interessanter Bericht, der mich aber grüblerisch zurück lässt:

1. warum muß es eine Drag Queen sein? Drag Queens sind reine "Showmenschen" (bzw. eine Kunstform), das hat in meinen Augen nur sehr wenig mit dem alltäglichen Crossdressing zu tun. Bei diesem übertriebenen Make Up und Outfit ist es wohl auch nicht sehr verwunderlich, daß die Mädels unterwegs Anfeindungen ausgesetzt waren. Warum setzten sie nicht auf ein dezenteres Auftreten, was Natürlichkeit ausstrahlt - dann wären die gesammelten Eindrücke unterwegs bezüglich der Leute auch ganz andere. Oder ging es ihnen schlicht nur ums Auffallen - ist für mich aus dem Artikel aber nicht herauszulesen.

2. ich zitiere: "Unter meinen sechs Strumpfhosen bricht der Schweiß aus..." - wozu denn bitte schön 6 Strumpfhosen übereinander? Wer hat ihnen denn dazu geraden? 2 Paar trage auch ich hin und wieder mal übereinander, aber aus dem einfachen Grund, da man durch gezieltes Kombinieren schöne Effekte erzielen kann.
evacampelli hat geschrieben: So 6. Jan 2019, 11:41 die Motivation, und damit den Hintergrund der "Aktion" wird vom Autor ja deutlich mitgeteilt:
"Ich lasse mich mitreißen, auch weil ich schon immer danach dränge, über meine Schatten zu springen und Neues auszuprobieren."
Aber wieso denn auf diese Weise? Letztendlich finde ich dieses "Experiment" als ziemlich sinnlos. Es wäre doch viel dezenter und realitätsnäher gegangen: normales Make Up und Alltagskleidung - mehr braucht es nicht, auf den Bilder sehen die Mädels doch feminin aus. Und dann ganz einfach mal beim ALDI den Tagesbedarf einkaufen gehen, Nachmittags zum Kaffeetrinken in ein Cafe und danach noch Mode shoppen. Hätten sie den Weg eingeschlagen hätten sie unterwegs ganz andere Erfahrungen gemacht und dementsprechend wäre ihr Artikel auch positiver ausgefallen. Was haben sie denn erwartet, wenn sie so "aufgetakelt" am Abend/Nacht in Szenevierteln unterwegs sind?

Ich denke, wenn sie ganz normal im Alltag unterwegs gewesen wären, hätte man im Artikel kein Wort von Anfeindungen gelesen...

Jennifer

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 12:59
von evacampelli
Lady Jennifer hat geschrieben: So 6. Jan 2019, 12:26 Interessanter Bericht, der mich aber grüblerisch zurück lässt:

1. warum muß es eine Drag Queen sein? Drag Queens sind reine "Showmenschen" (bzw. eine Kunstform), das hat in meinen Augen nur sehr wenig mit dem alltäglichen Crossdressing zu tun....

2. ich zitiere: "Unter meinen sechs Strumpfhosen bricht der Schweiß aus..." - wozu denn bitte schön 6 Strumpfhosen übereinander? Wer hat ihnen denn dazu geraden? 2 Paar trage auch ich hin und wieder mal übereinander, aber aus dem einfachen Grund, da man durch gezieltes Kombinieren schöne Effekte erzielen kann.
evacampelli hat geschrieben: So 6. Jan 2019, 11:41 die Motivation, und damit den Hintergrund der "Aktion" wird vom Autor ja deutlich mitgeteilt:
"Ich lasse mich mitreißen, auch weil ich schon immer danach dränge, über meine Schatten zu springen und Neues auszuprobieren."
Aber wieso denn auf diese Weise? Letztendlich finde ich dieses "Experiment" als ziemlich sinnlos. ...
Was haben sie denn erwartet, wenn sie so "aufgetakelt" am Abend/Nacht in Szenevierteln unterwegs sind?

Ich denke, wenn sie ganz normal im Alltag unterwegs gewesen wären, hätte man im Artikel kein Wort von Anfeindungen gelesen...

Jennifer
Jennifer,
ich denke der Unterschied zwischen der Idde der beiden (als Drag Queen ausgehen und auch auffallen)
und Deinen Wünschen (eben alltagstauglich ohne Stress als Frau einkaufen) ist ziemlich groß.

Ich kann mir das für mich selber auch nicht vorstellen, aber die Idee der beiden versteh ich schon.
Und wenn es ein paar mehr Jungs/Mädels geben würde die einfach mal was in dem Sinne ausprobieren und sei es das sie das als "Kunst" bezeichnen, fänd ich das nicht mal so schlecht.

LG
Eva

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 14:50
von Viktoria-TV
Lady Jennifer hat geschrieben: So 6. Jan 2019, 12:26 2. ich zitiere: "Unter meinen sechs Strumpfhosen bricht der Schweiß aus..." - wozu denn bitte schön 6 Strumpfhosen übereinander? Wer hat ihnen denn dazu geraden? 2 Paar trage auch ich hin und wieder mal übereinander, aber aus dem einfachen Grund, da man durch gezieltes Kombinieren schöne Effekte erzielen kann
Die sechs Strumpfhosen dienen dazu die Beinpolster zu verdecken. Da gibt es diverse Youtubevideos dazu. Die Autorin hat ja geschrieben, dass sie ihre Ideen aus diversen Youtube-Videos haben. Das sieht man auch am Makeup. Da gibt es ja hunderte Videos zum perfekten Drag Make up. Damit hab ich auch Schminken gelernt nur das ich etwas natürlicher mag :)

Diverse Aspekte kann ich gut nachvollziehen, z.B. den Blick in den Spiegel und die erste Bekanntschaft mit dem weiblichen Ich. Der Artikel selber ist ja ganz gut geschrieben. ... Ich habe die queere Szene übrigens als sehr tolerant kenngelernt. Ich weiß nicht ob eine mit einer Frau knutschende Transe da Aufsehen erregt hätte.

Im übrigen hätte ich die Pizza wieder abbestellt. Wer kein Geld verdienen will, hat Pech. ;)

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 15:05
von NanaVistor
mit dem abschließendem Resümee kann ich mich ein Stück weit identifizieren: Auszeit vom Alltag....
so empfinde ich das größtenteils auch
ob nun unscheinbar in einem Cafè oder einfach nur so, oder in einem auffälligen Kleid in einem Theater, klassischen Konzert oder einfach nur so, beides ist mir gleich genehm

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 21:32
von Michi
Ralf-Marlene hat geschrieben: So 6. Jan 2019, 09:37 Ich sehe aber auch, dass der nicht genannte Autor die Diskriminierung als vermeintlich homosexuell differenziert als das empfindet, was sie ist: Schwulenfeindlich und Transfeindlich.
Hallo Ralf-Marlene,

ich habe mir schon gedacht, dass du wieder darauf anspringen wirst ...

Was du dabei allerdings übersiehst: Es geht schlichtweg niemand etwas an, mit wem man ins Bett springt (außer der betreffenden Person), und ich verbitte mir für mich wie auch für andere jegliche Annahmen darüber, welchen Geschlechts die Personen sind, mit denen ich das Bett teilen möchte.


Liebe Grüße
Michi

Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Verfasst: So 6. Jan 2019, 22:00
von Cybill
Michi, der Artikel ist von dir? Hätte ich dir nicht zugetraut.

Hut ab!

Cybill