"Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"
Verfasst: Mi 19. Dez 2018, 18:11
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dann wird es wohl mal Zeit, die Therapeuten zum Therapeuten zu schicken.Immer wieder sucht Joachim Hilfe bei Therapeuten — die noch mehr Schaden anrichten. Einer spritzt Joachim beim ersten Termin Östrogen. Joachims Körperbau wird dadurch weiblicher, sein Bartwuchs weniger. Nach einigen Wochen sehnt er sich nach seiner männlichen Erscheinung zurück. Er setzt das Hormon ab, besucht einen anderen Psychologen. Der hält Transsexualität für eine Erfindung und überredet Joachim, sich seinen kleinen Busen amputieren zu lassen.
Es gibt so viele Hinweise im Text, dass Joachim keine "klassische TS" ist. Nun ist es müßig, die Schuld für die unnötige Operation bei irgend jemanden zu suchen. Mir scheint es viel wichtiger, dass man erkennt, dass der Wunsch zur Weiblichkeit eben manchmal wie eine Flucht ist. Ich kenne auch das Gefühl, das Joachim beschreibt, wenn es darum geht, sich als Frau zu fühlen. Das ist wirklich heftig. Andererseits gibt es Phasen, da gibt es überhaupt keine Sehnsucht danach. Was ist also richtig ?Heute sagt Joachim, das Frausein sei eine Flucht gewesen: Wenn er Kleider trägt, ist er in einer anderen Welt. Die Probleme, die er als Mann hat, treten in den Hintergrund. Sobald sich sein Leben beruhigt, kehrt auch der Mann in ihm zurück. Doch Joachims weibliche Seite verschwindet nie völlig.
Das findet man bei Wikipedia unter dem Stichwort "Goldene Regel".Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
Wikipedia, "Goldene Regel""Die Fähigkeit, andere nach dem zu beurteilen, was uns selbst nahe ist, kann das Mittel zur Herstellung von Menschlichkeit genannt werden."
Ja solche Verbände gibt es leider und Protagonistinnen eines trans* Seins, dass dieses schwierige Thema idealisiert in Richtung einer Transsexualität darstellt, die nur mit dem "großen Weg" richtig zu leben wäre. Daher ist dieser Joachim für mich ein Opfer solcher "Super-TS", die nur den einen Weg kennen, wie man angeblich als trans* Mensch glücklich werden könne: das volle Programm inklusive GaOP.Ein Trans-Verband schreibt auf Anfrage, man halte Artikel über Menschen, die die Geschlechtsangleichung bereuen, "nicht für sinnvoll". Evangelikale und konservative Gruppen könnten den Einzelfall zur Regel stilisieren und so "für ihre Zwecke missbrauchen".
Jenina hat geschrieben: Do 20. Dez 2018, 08:32 Jana,
danke, dass Du diesen Beitrag hier veröffentlicht hast. Wir können ja lesen:Ja solche Verbände gibt es leider und Protagonistinnen eines trans* Seins, dass dieses schwierige Thema idealisiert in Richtung einer Transsexualität darstellt, die nur mit dem "großen Weg" richtig zu leben wäre. Daher ist dieser Joachim für mich ein Opfer solcher "Super-TS", die nur den einen Weg kennen, wie man angeblich als trans* Mensch glücklich werden könne: das volle Programm inklusive GaOP.Ein Trans-Verband schreibt auf Anfrage, man halte Artikel über Menschen, die die Geschlechtsangleichung bereuen, "nicht für sinnvoll". Evangelikale und konservative Gruppen könnten den Einzelfall zur Regel stilisieren und so "für ihre Zwecke missbrauchen".
Das schmälert nicht den Erfolg, den das bei den Menschen hat, die tatsächlich im falschen Körper leben. Doch das sicherfestzustellen ist eben sehr schwer und kann auch vom erfahrendsten Therapeuten nicht immer richtig eingeschätzt werden. Auch kann der/die Betroffene ja auch "nachhelfen" - wie wir lesen konnten - indem sie sich ein Lügengebäude aufbaut, ob selbstbestimmt oder fremdbestimmt sei dahingestellt. Eine Schuld würde ich hier niemandem zuweisen, wenn, dann eher den teilweise doch überforderten Psychologen (wenn denn die Darstellung so stimmt...). Vor allem nicht Joachim, denn der ist ein selbstgewähltes Opfer eines Systems, das bipolares Geschlechtsmodell heißt.
Und dieses bipolare Modell ist das Übel, das es zu überwinden gilt. Es trifft eben nicht auf jeden, vielleicht sogar auf die wenigsten, trans* Menschen zu, dass sie sich unbedingt und eindeutig einem der kulturellen (oder auch sozialen) Geschlechter "Mann" und "Frau" zuordnen müssen.
Wie immer plädiere ich hier zu größter Besonnenheit und Vorsicht wenn man sich selbst erkenen will was sein eigenes trans* Sein bestimmt. Man muss unbedingt alle Möglichkeiten in Betracht ziehen und auch die Konsequenzen für sein Leben bedenken. Es gibt die Fälle, wo eine falsche Enscheidung ein Leben zerstört hat, das nicht wieder durch ein Neues ersetzt werden konnte. Verschweigen wir das nicht. Allerdings dürfen wir das niemals überbewerten um zu sagen, dass eine Transistion an sich ein falscher Weg wäre. Er ist einer von vielen und ist richtig und gut für Viele, aber eben nicht für alle.
Wir müssen mehr tun für die Akzeptanz des "Dazwischen", denn gerade das kommt in den Medien bei Berichten über trans* Menschen nur ganz, ganz selten vor. Das heißt aber nicht, dass es nicht existiert.
Wir, die wir trans* sind aber nicht im "falschen" Körper leben, müssen einfach auch dazu stehen (können und dürfen...).
Jenina
Hallo Cybill,Cybill hat geschrieben: Do 20. Dez 2018, 08:28 Ich denke, an dieser Stelle ist es notwendig, festzustellen, dass Therapeuten, die mit dem Thema TS befasst sind, entweder Psychologen oder Ärzte sind.
Dementsprechend sollten sie in der Lage sein, differenziert zu diagnostizieren.