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"Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Mi 19. Dez 2018, 18:11
von JanaH

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Mi 19. Dez 2018, 18:24
von Anne-Mette
Moin,

und danke! Ich glaube, dass es wichtig ist, auch diese Erfahrungsberichte zu zeigen.

Gruß
Anne-Mette

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Mi 19. Dez 2018, 18:58
von Frieda
Geht mir sehr nah.😶

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Mi 19. Dez 2018, 19:30
von Anne-Mette
Moin,

natürlich gibt es auch an solchen Texten etwas zu kritisieren, z.B. dass die "Slip-Einlagen" für Hinwweise auf das Geschlecht des Bewohners herangezogen werden:

Nur die Slipeinlagen in seinem Badezimmer verraten, dass die Person, die hier lebt, körperlich eine Frau ist.

Dürfen Männer keine benutzen?

Ach ja (Nachtrag) - wenn das so stimmt
Immer wieder sucht Joachim Hilfe bei Therapeuten — die noch mehr Schaden anrichten. Einer spritzt Joachim beim ersten Termin Östrogen. Joachims Körperbau wird dadurch weiblicher, sein Bartwuchs weniger. Nach einigen Wochen sehnt er sich nach seiner männlichen Erscheinung zurück. Er setzt das Hormon ab, besucht einen anderen Psychologen. Der hält Transsexualität für eine Erfindung und überredet Joachim, sich seinen kleinen Busen amputieren zu lassen.
dann wird es wohl mal Zeit, die Therapeuten zum Therapeuten zu schicken.


Gruß
Anne-Mette

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Mi 19. Dez 2018, 19:34
von Bibi Melina
hallo ihr lieben

ich abe grade den artikel gelesen der einen nachdneklich machen lässt

was ich aber nicht herausgelesen ahbe ist was ist mit denen die sich dafür entscheiden so zu leben für die die op doch die richtige
entscheidung ist und ein leben führen wollen wie es sein soll?

ich denke darüber sollte man auch mal nach denken denn wiedersprüche und negativers denken das hat man schnell beieinander

ich weiss zwar nicht wie ihr das seht aber ich meine wenn man sich zu was enstcheidet und das auch durchzieht sollte amn sich voher die zeit nehmen und sich wirklich fragen
will ich das und wenn welche folgen wird das ahben und wenn man für sich das alles positiv abgewertet hat dann sollte das geschehen und nicht danach kommen ohh hätte ich mal nicht und so

wie gesagt bin gespannt was eure meineung dazu ist

eure Hexemelina )))(:

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Mi 19. Dez 2018, 21:09
von Cybill
Ich denke, die Problematik liegt darin, dass die Patientin von Anfang an sich nicht richtig diagnostiziert wurde. Ich sehe in der Berichterstattung auch, dass bei der Person eine tiefe Störung der Persönlichkeit vorliegt, die sowohl von ihr selbst, als auch von den katastrophal dilettantischen Therapeuten nicht erkannt, geschweige denn behandelt wurden.

Alles in Allem sicher eine menschliche Katastrophe.

Den beteiligten Therapeuten sollte die Zulassung entzogen werden.

Cybill

P.S.: @hexemilia: Die Nutzung von Größ- und Kleinschreibung, sowie von Satzzeichen tut nicht weh und zeigt den Lesern eine Wertschätzung des eigenen Textes und - indem es das Lesen und Verstehen des Beitrags leichter macht - auch eine des Lesers.

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Mi 19. Dez 2018, 23:37
von heike65
Ich bin ein wenig entsetzt über die Kommentare hier.
Er hat alles getan um die Therapeuten zu täuschen, klar hätten die mit detektivischen Bewusstsein das ganze vermuten können, aber mal ganz ehrlich , wollen wir extrem beobachtet werden ?
Mein Therapeut hat bei zweifeln schon einmal bei Arbeitgebern angerufen und Frau H. statt Herrn H. am Telefon verlangt, ich glaube nicht das das allen hier recht wäre, so als Beginn des Alltagstest.
Es ist auch für Therapeuten ( die uns zum Grossteil sehr helfend zur Seite stehen) nicht einfach immer richtig zu entscheiden, wobei es hier klar den Vorsatz der Täuschung gab um das Ziel schneller zu erreichen.

Eine nachdenkliche
Heike

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 02:46
von dunkles_sternchen
Auf der einen Seite ist immer davon die Rede, dass TS keine Krankheit ist - dann wird wieder mit Begriffen wie Patientin und Diagnose hantiert. Das kann ja alles nicht in sich schlüssig sein, wenn selbst Betroffene immer "Fehler" machen.

Ich finde den Bericht wichtig. Allein schon deshalb, um Dogmatismus abzubauen. Und den gibt es sehr wohl. Als TS rutscht man da ungewollt in eine TSG-Schublade rein und kommt auch nicht mehr so schnell raus. Sobald eigene Wünsche und Erwartungen vom TSG abweichen, wird es schwierig und man landet schnell in der pathologischen Ecke - ganz nach dem Motto: wer mehr will als das TSG vorgibt, hat ganz klar einen an der Klatsche. Das habe ich etliche Male erlebt.

Insofern: sicherlich ist es maßgebend für sich zu entscheiden, ob man das wirklich will. Auf der anderen Seite sind die medizinischen Maßnahmen nicht für alle gleichermaßen ausreichend. Die Maßgabe sollte kein Gesetz sein, sondern was medizinisch möglich ist.

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 08:08
von ExUserIn-2026-04-08
Der Bericht macht mich auch betroffen.
Heute sagt Joachim, das Frausein sei eine Flucht gewesen: Wenn er Kleider trägt, ist er in einer anderen Welt. Die Probleme, die er als Mann hat, treten in den Hintergrund. Sobald sich sein Leben beruhigt, kehrt auch der Mann in ihm zurück. Doch Joachims weibliche Seite verschwindet nie völlig.
Es gibt so viele Hinweise im Text, dass Joachim keine "klassische TS" ist. Nun ist es müßig, die Schuld für die unnötige Operation bei irgend jemanden zu suchen. Mir scheint es viel wichtiger, dass man erkennt, dass der Wunsch zur Weiblichkeit eben manchmal wie eine Flucht ist. Ich kenne auch das Gefühl, das Joachim beschreibt, wenn es darum geht, sich als Frau zu fühlen. Das ist wirklich heftig. Andererseits gibt es Phasen, da gibt es überhaupt keine Sehnsucht danach. Was ist also richtig ?

Ich weiß es nicht, aber mir scheint, dass das der Wunsch nach Weiblichkeit auch eine Art Ausweichen vor der wahrgenommenen Realität sein kann. Das Leben als Mann ist dann nicht tragbar. Zum Problem wird es dann, wenn man daraus zwanghaft ableitet, eine 100%-Frau sein zu wollen. Eigentlich sollen ja die Psycholgen an dieser Stelle helfen, den richtigen Weg zu finden. Doch das ist Theorie. Es kann niemanden geholfen werden, der sich nicht helfen lassen will. Die Wahrheit kennt niemand, auch kein Psychologe. Er kann nur bei der Suche unterstützen, den richtigen Weg zu finden.

Ein anderes Problem liegt darin, dass die "Flucht" in das andere Geschlecht als ein psychisches Problem gesehen wird. Ich glaube viel mehr, dass die Stigmatisierung das Hindernis darstellt, sich selber offen mit dem eigenen Geschlecht auseinander zu setzen. Hätte Joachim eine bessere Chance gehabt, wenn er die zeitweise "Konvertierung" als "normal" ansehen könnte ? Ich denke, der entspannte Umgang damit, nimmt den Druck aus dem Kessel. Das Zwanghafte nimmt ab, verschwindet vielleicht sogar.

Letztlich geht es darum zu vermitteln, dass auch das "Pendeln" zwischen den Geschlechtern ein völlig normaler und gesunder Vorgang ist. Man muss sich nicht auf eine Seite festlegen und man wird dadurch zu einem "besseren" Menschen, weil man weniger Probleme hat.

Regeln und Gesetze sollen den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Das bedeutet für mich, jede Einmischung, Beurteilung und Sanktionierung hat zu unterbleiben, wenn es andere Menschen nicht betrifft. Unser Leben ist voll von Einmischungen und wenn man schaut, wie oft man sich in das Leben anderer einmischt, kann man nur staunen. Das fängt z.B. mit Ratschlägen, ja bereits mit der Beurteilung des Nachbarn an. Das wird man nicht ändern können, aber etwas Sensibilität für das Thema schadet auch nicht.

Kann ich wirklich die Therapeuten oder Joachims Verhalten beurteilen ohne mir selber zu schaden ? Ich schränke durch eine Beurteilung meinen Blickwinkel ein, da ich etwas zur Realität erkläre und andere mögliche Erklärungen ausschließe. Genau genommen, akzeptiere ich durch eine Beurteilung, dass auch andere über mich urteilen. Es sind nicht nur fernöstliche Weisheiten, die das erkannt haben. Auch unser Volksmund kennt Sätze wie
Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
Das findet man bei Wikipedia unter dem Stichwort "Goldene Regel".

Durch Urteile schafft man ein Korsett, in dem auch problemlose Verhaltensweisen sanktioniert werden. Und man wird auch selber zum Gefangenen in diesem Korsett, wenn ich es unterstütze, in dem ich selber urteile. Das gilt auch für die Urteile, die man über sich selber fällt. Warum hadern hier so viele mit ihrem eigenen Schicksal, statt es "einfach" anzunehmen ? Mir geht es ja nicht anders. Wie oft unterwerfen wir uns Regeln, die eigentlich gar nicht sein müssten ? Oftmals sogar wider besseren Wissens. Ein Tempolimit vor Schulen sind sinnvoll, da Menschen geschützt werden sollen. Aber warum trage soll ich nächstes Jahr gelb und übernächstes Jahr lila-rot gepunktete T-Shirts tragen ? Was ist schlecht an einem Rock, dass ich ihn nicht tragen soll ? Das sind unnütze, ja sogar schädliche Regeln, wie der Fall von Joachim zeigt.

Eine wahrhaft freiheitliche Gesellschaft mistet bei den unötigen Regeln kräftig aus. Denn falsche Regeln kontrollieren Menschen, statt das Zusammenleben zu regeln. Eigentlich braucht es nur eines:
"Die Fähigkeit, andere nach dem zu beurteilen, was uns selbst nahe ist, kann das Mittel zur Herstellung von Menschlichkeit genannt werden."
Wikipedia, "Goldene Regel"

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 08:28
von Cybill
Guten Morgen!


Ich denke, an dieser Stelle ist es notwendig, festzustellen, dass Therapeuten, die mit dem Thema TS befasst sind, entweder Psychologen oder Ärzte sind.

Dementsprechend sollten sie in der Lage sein, differenziert zu diagnostizieren.

Soweit ich den Fall anhand des Artikels beurteilen kann, liegt bei dem/der Patient (in) in erster Linie eine Persönlichkeitsstörung mit bipolaren, histrionischen und dependenten Zügen vor. Bevor man an die (vermeintliche) Transsexualität des Patienten/in herangeht, wäre es richtig gewesen, sich mit der grundlegenden seelischen Problematik zu beschäftigen.

Auf der anderen Seite kann man die, mit dem Fall befassten, Therapeuten in gewisser Weise verstehen. Wer einen Patienten mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung vor sich hat, der konzentriert sich gerne auf das Einfache. Zumal damit zu rechnen ist, dass zumindest diese Behandlung vollständig abgeschlossen (und abgerechnet) werden kann.

Trotzdem liegt die Hauptverantwortung bei den Therapeuten und nicht beim Patienten. Dessen Verhalten (nicht Handeln!) ist nämlich ein Teil der Persönlichkeitsstörung und nicht durch einen freien Willen getragen. Dies zu erkennen verlange ich billigerweise von einem zugelassenen Therapeuten.

Gruß

Cybill

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 08:32
von Jenina
Jana,

danke, dass Du diesen Beitrag hier veröffentlicht hast. Wir können ja lesen:
Ein Trans-Verband schreibt auf Anfrage, man halte Artikel über Menschen, die die Geschlechtsangleichung bereuen, "nicht für sinnvoll". Evangelikale und konservative Gruppen könnten den Einzelfall zur Regel stilisieren und so "für ihre Zwecke missbrauchen".
Ja solche Verbände gibt es leider und Protagonistinnen eines trans* Seins, dass dieses schwierige Thema idealisiert in Richtung einer Transsexualität darstellt, die nur mit dem "großen Weg" richtig zu leben wäre. Daher ist dieser Joachim für mich ein Opfer solcher "Super-TS", die nur den einen Weg kennen, wie man angeblich als trans* Mensch glücklich werden könne: das volle Programm inklusive GaOP.

Das schmälert nicht den Erfolg, den das bei den Menschen hat, die tatsächlich im falschen Körper leben. Doch das sicherfestzustellen ist eben sehr schwer und kann auch vom erfahrendsten Therapeuten nicht immer richtig eingeschätzt werden. Auch kann der/die Betroffene ja auch "nachhelfen" - wie wir lesen konnten - indem sie sich ein Lügengebäude aufbaut, ob selbstbestimmt oder fremdbestimmt sei dahingestellt. Eine Schuld würde ich hier niemandem zuweisen, wenn, dann eher den teilweise doch überforderten Psychologen (wenn denn die Darstellung so stimmt...). Vor allem nicht Joachim, denn der ist ein selbstgewähltes Opfer eines Systems, das bipolares Geschlechtsmodell heißt.

Und dieses bipolare Modell ist das Übel, das es zu überwinden gilt. Es trifft eben nicht auf jeden, vielleicht sogar auf die wenigsten, trans* Menschen zu, dass sie sich unbedingt und eindeutig einem der kulturellen (oder auch sozialen) Geschlechter "Mann" und "Frau" zuordnen müssen.

Wie immer plädiere ich hier zu größter Besonnenheit und Vorsicht wenn man sich selbst erkenen will was sein eigenes trans* Sein bestimmt. Man muss unbedingt alle Möglichkeiten in Betracht ziehen und auch die Konsequenzen für sein Leben bedenken. Es gibt die Fälle, wo eine falsche Enscheidung ein Leben zerstört hat, das nicht wieder durch ein Neues ersetzt werden konnte. Verschweigen wir das nicht. Allerdings dürfen wir das niemals überbewerten um zu sagen, dass eine Transistion an sich ein falscher Weg wäre. Er ist einer von vielen und ist richtig und gut für Viele, aber eben nicht für alle.

Wir müssen mehr tun für die Akzeptanz des "Dazwischen", denn gerade das kommt in den Medien bei Berichten über trans* Menschen nur ganz, ganz selten vor. Das heißt aber nicht, dass es nicht existiert.

Wir, die wir trans* sind aber nicht im "falschen" Körper leben, müssen einfach auch dazu stehen (können und dürfen...).

Jenina

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 08:34
von Whoopy Highfly
Hallo Leute,
ich möchte hierzu auch was beitragen.
Wie einige gesagt haben, kann der Arzt und der Therapeut einem nur helfen, wenn die Wahrheit gesagt wird und alle Fakten dargelegt werden.
Im Gesundheitswesen gibt es wie überall gute und "gute" Leute.
Ich kann nur von meiner Seite aus sagen, das ich mein Inneres erst durch eine spezielle Therapieform, die ich in der IRENA erlernt habe, entdeckt habe. Das hatte ich erst mit allen meinen betreuenden Ärzten und Therapeuten besprochen, ehe ich mich zu der 2. Seite bekennen und akzeptieren konnte. Wie weit das geht, kann ich noch nicht sagen. Es geht mir auf jeden Fall besser, aber noch nicht gut. Da werden noch viele Untersuchungen und Gespräche nötig sein.
Mein Körper ist er ruhiger und ausgeglichener, wenn in meine Farben und "Frauenkleidung" trage, es braucht nicht immer Sein. Kommt aber eine Attacke, wirkt sich das positiv an.
Die anderen Sachen, wie Haare, Make-up, Frausein eine ganze Woche, etc., probiere ich alle aus. Mir gefällt das sich in andere Person (Geschlecht) zu versetzen und zu leben.
Wie der Therapeut gesagt hat: "Mache aus dir einen glücklichen Menschen". Ich ergänzte: "oder ein glückliches Mädchen." Da musste er grinsen.

Das ist vielleicht bei Joachim, oder er hat das nicht richtig dargelegt, passiert.
So bedauerlich das ist, verurteile ich keinen. Schließlich kann das jede(m) passieren.

GLG
Steffi

PS: Dieses Forum hat mir auch sehr viel geholfen. Danke Euch allen. (hs)

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 08:40
von Cybill
Hallo Mädels!

Auch, wenn wir alle unsere eigene Geschichte beizutragen haben, wäre es sinnvoll beim Thema des Artikels zu bleiben und darüber zu diskutieren, denn nur so sensibilisieren wir uns gegenüber derartigen menschlichen Tragödien, bei uns selbst oder in unserem Bekanntenkreis.

Cybill

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 08:41
von Frieda
Jenina hat geschrieben: Do 20. Dez 2018, 08:32 Jana,

danke, dass Du diesen Beitrag hier veröffentlicht hast. Wir können ja lesen:
Ein Trans-Verband schreibt auf Anfrage, man halte Artikel über Menschen, die die Geschlechtsangleichung bereuen, "nicht für sinnvoll". Evangelikale und konservative Gruppen könnten den Einzelfall zur Regel stilisieren und so "für ihre Zwecke missbrauchen".
Ja solche Verbände gibt es leider und Protagonistinnen eines trans* Seins, dass dieses schwierige Thema idealisiert in Richtung einer Transsexualität darstellt, die nur mit dem "großen Weg" richtig zu leben wäre. Daher ist dieser Joachim für mich ein Opfer solcher "Super-TS", die nur den einen Weg kennen, wie man angeblich als trans* Mensch glücklich werden könne: das volle Programm inklusive GaOP.

Das schmälert nicht den Erfolg, den das bei den Menschen hat, die tatsächlich im falschen Körper leben. Doch das sicherfestzustellen ist eben sehr schwer und kann auch vom erfahrendsten Therapeuten nicht immer richtig eingeschätzt werden. Auch kann der/die Betroffene ja auch "nachhelfen" - wie wir lesen konnten - indem sie sich ein Lügengebäude aufbaut, ob selbstbestimmt oder fremdbestimmt sei dahingestellt. Eine Schuld würde ich hier niemandem zuweisen, wenn, dann eher den teilweise doch überforderten Psychologen (wenn denn die Darstellung so stimmt...). Vor allem nicht Joachim, denn der ist ein selbstgewähltes Opfer eines Systems, das bipolares Geschlechtsmodell heißt.

Und dieses bipolare Modell ist das Übel, das es zu überwinden gilt. Es trifft eben nicht auf jeden, vielleicht sogar auf die wenigsten, trans* Menschen zu, dass sie sich unbedingt und eindeutig einem der kulturellen (oder auch sozialen) Geschlechter "Mann" und "Frau" zuordnen müssen.

Wie immer plädiere ich hier zu größter Besonnenheit und Vorsicht wenn man sich selbst erkenen will was sein eigenes trans* Sein bestimmt. Man muss unbedingt alle Möglichkeiten in Betracht ziehen und auch die Konsequenzen für sein Leben bedenken. Es gibt die Fälle, wo eine falsche Enscheidung ein Leben zerstört hat, das nicht wieder durch ein Neues ersetzt werden konnte. Verschweigen wir das nicht. Allerdings dürfen wir das niemals überbewerten um zu sagen, dass eine Transistion an sich ein falscher Weg wäre. Er ist einer von vielen und ist richtig und gut für Viele, aber eben nicht für alle.

Wir müssen mehr tun für die Akzeptanz des "Dazwischen", denn gerade das kommt in den Medien bei Berichten über trans* Menschen nur ganz, ganz selten vor. Das heißt aber nicht, dass es nicht existiert.

Wir, die wir trans* sind aber nicht im "falschen" Körper leben, müssen einfach auch dazu stehen (können und dürfen...).

Jenina

Danke Jenina ... deine Worte tun mir gerade ehrlich gut!🙏😊

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 09:00
von Amadé
Cybill hat geschrieben: Do 20. Dez 2018, 08:28 Ich denke, an dieser Stelle ist es notwendig, festzustellen, dass Therapeuten, die mit dem Thema TS befasst sind, entweder Psychologen oder Ärzte sind.

Dementsprechend sollten sie in der Lage sein, differenziert zu diagnostizieren.
Hallo Cybill,

mit Verlaub, ich finde deine Äußerung ziemlich überheblich. Wenn der Mensch sagt, er sei trans*, müssen alle davon ausgehen, dass er recht hat. Trans* ist keine Krankheit oder Störung, die von wirklichen Krankheiten oder Störungen abgegrenzt werden kann. Diese können höchstens zusätzlich vorliegen. Psychologen oder Ärzte wissen über Trans* nicht mehr als andere Menschen wie z.B. Soziologen.

Im weiteren triffst du eine Ferndiagnose, u.a. eine bipolare Störung als Persönlichkeitsstörung. Abgesehen davon, dass das Erstellen von Diagnosen aufgrund eines Zeitungsartikels alles andere als professionell ist, verrate bitte, welcher Fachbegriff zur "bipolaren Persönlichkeitsstörung" gehört.

Liebe Grüße
Solveig