Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe
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evacampelli
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Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 1 im Thema

Beitrag von evacampelli »

Hallo Crossdresser-Gemeinde,

ich bin heute auf einen sehr spannenden Artikel im Spiegel gestoßen.
Online leider nur als Spiegel-Plus Artikel verfügbar:

http://www.spiegel.de/plus/die-luege-al ... 0161216207

Im Kern geht es darum, dass eine Gruppe durch gezielte Unwahrheiten, Mythen, Fiktionen oder wie auch immer man Lügen freundlich umschreibt, zusammengehalten und stärker wird. Durch die öffentlich sichtbare "Aufgabe des rationalen Verstands" zeigen sich die Mitglieder untereinander wie wichtig ihnen die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe ist.
Die Logik dahinter: je größer der Abstand zu den Fakten, desto stärker der Zusammenhalt. Wie bei einer Sekte.

Im politischen Raum sind und waren ja auch immer solche Dinge vorhanden:
Der Umvolkungs-Mythos der AfD, die 6500 Lügen des Donald T., die EU-Verschwörungstheorie in Italien, Leugnung des menschengemachten Klimawandels, "¦ in jedem dieser Fälle werden die Anhänger der jeweiligen "Bewegung" immer stärker resistent gegenüber Fakten und Überzeugungsversuchen Außenstehender (Presse, Wissenschaft).
Die vergiftete Spitze der Entwicklung zeigen aktuell die dreistesten Aussagen von Autokraten wie: Das Wahlergebnis kann nur wahr sein wenn ich/wir gewonnen habe, sonst ist es gefälscht. (Gehört z.B. vor der letzten Präsidentenwahl in den USA)

Damit fällt die Maske endgültig: Es geht um die Realisierung eines Post-Demokratischen und Post-Aufklärerischen Gesellschaftsmodells!
:((a
Wo zur Wahrheit wird was der Führer einer Gruppe als solche postuliert (oder als identitätsstiftender Grundmythos sowieso geglaubt wird) - und ein Faktum, das dem entgegensteht schon deshalb zur Lüge erklärt wird, ist tatsächlich die Aufgabe des rationalen Verstands sichtbar. Die Folgen sind nur noch katastrophal zu nennen.

Der Gedankengang ist bis hierhin noch weit genug von mir als Person weg um Gesprächsstoff zu sein für eine ganz lockere Diskussion. :)p
Aber es geht weiter"¦

Diese Betrachtung kann man natürlich auf alle möglichen anderen Dinge anwenden: Bei Religion wird es dann schon sehr viel persönlicher und ich möchte das aus Gründen des Respekts vor allen die einen starken Glauben haben, nicht vertiefen.

Ich habe aber auch mal ganz distanziert und reflektiert an mich als Mitglied der CD/TV-Gemeinde gedacht und mir ein paar selbstkritische Fragen gestellt:

Belüge ich mich selbst in Bezug auf meine geschlechtliche Ausprägung und tun das die anderen CD/TV die ich kenne auch?

Erzeugen ich / wir durch diesen gemeinsamen Mythos der Zugehörigkeit zu einem "dritten Geschlecht" erst diesen Zusammenhalt?

Wird dieser dadurch verstärkt, dass ich, nicht meinen Verstand, aber mein angeborenes Geschlecht (mal mehr mal weniger) aufgebe?

Gibt es den Effekt: Je mehr ich meinen männlichen Part aufgeben und den weiblichen stärken, umso mehr gehöre ich dazu?

Warum habe ich eigentlich tendenziell einen offeneren, vertrauensvolleren Umgang mit CD/TVs als mit anderen?

Das Nachdenken über diese Fragen macht für mich im stillen Kämmerlein keinen Sinn. Deshalb stelle ich die ja auch hier ein.

Ich weiß ja aus vielen sehr tiefgründigen Beiträgen, dass wir hier eine Reihe von Querdenkerinnen haben und freue mich darauf Eure Sichtweisen zu lesen.
(pea)

Viele Grüsse
Eva
Lavendellöwin
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 2 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hi Eva,

das ist mal ein interessanter Ansatz...

oder viel mehr ab wann wird Fiktion für jemanden zu Wirklichkeit?
Was ist jetzt aber Fiktion und was ist denn nun Wirklichkeit..
es ist definitiv so, das der uneingeschränkte Glaube an etwas den Zusammenhalt stärkt.

Naja, vorgebene Konzepte anzunehmen und sie zur Wirklichkeit/Wahrheit werden zu lassen
ist aber auch ein äusserer Einfluss und haben im Grunde doch gar nichts mit dem
eigentlichen Wesen zu tun.

Heute spare ich mir aber mal die Esoecke und beantworte doch lieber die Fragen...
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Belüge ich mich selbst in Bezug auf meine geschlechtliche Ausprägung und tun das die anderen CD/TV die ich kenne auch?
Was soll ich sagen? Möglicherweise ja, möglicherweise nicht..aber hat das nicht eher was mit Gefühlen als mit Gedanken
zu tun? Also das Gefühl ist da, es jemand verständlich zu machen läuft aber über den Gedankenweg.
Nimmt man nun ein Konzept von aussen zur Erklärung verfälscht es das Gefühl. Eine rationale Erklärung ist glaube ich
daher für die Frage gar nicht möglich..
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Erzeugen ich / wir durch diesen gemeinsamen Mythos der Zugehörigkeit zu einem "dritten Geschlecht" erst diesen Zusammenhalt?
Hmm, warte mal-ich bin erst zum Forum gekommen, als ich mir selbst über mein Wesen im Klaren war.
Aber es ist schön zu spüren und zu wissen, das man nicht allein ist. Und mein Gefühl ist sicher kein Mythos.
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Wird dieser dadurch verstärkt, dass ich, nicht meinen Verstand, aber mein angeborenes Geschlecht (mal mehr mal weniger) aufgebe?
Meinst du jetzt das biologische oder das Gehirngeschlecht? Oder das gefühlte Geschlecht? Und noch viel mehr, gebe ich etwas auf?
Ich beantworte die Frage für mich so-das einzige was ich aufgebe ist selbst eine Projektion der anderen auf mein Äusseres, was aber
nicht der Wahrheit entspricht. Mit der äusseren Anpassung an mein gefühltes und wirkliches Geschlecht stelle ich die Projektion
der anderen in den richtigen Zusammenhang.
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Gibt es den Effekt: Je mehr ich meinen männlichen Part aufgeben und den weiblichen stärken, umso mehr gehöre ich dazu?
Zu was gehöre ich dann, zu meinem gefühlten Geschlecht? Das tue ich doch sowieso...einen männlichen Part an mir
habe ich nicht aufzugeben-sondern alle anderen müssen ihre Sichtweise auf mein wirkliches Wesen ändern.
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Warum habe ich eigentlich tendenziell einen offeneren, vertrauensvolleren Umgang mit CD/TVs als mit anderen?
Liegt doch irgendwie auf der Hand-Menschen mit den gleichen Ansätzen verstehen sich besser ohne viel Erklärung
da eine Gemeinsamkeit da ist..das schafft einen Vertrauensvorschuss und weil schon klar ist, da ist jemand
der mir entspricht bin ich offener zu der Person...

alles Liebe Marie ---)))
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Cybill
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 3 im Thema

Beitrag von Cybill »

Hallo Eva,
erstmal vielen Dank für deinen Thread, er ist längst überfällig.

So wie die AfD, die Reichsbürger, die Aufstehen-Bewegung, oder mit Indymedia die Zecken, ihre Echokammer haben, so haben wir auch unsere Echokammer mit diesem Forum. Es ist keinesfalls nestbeschmutzerisch, dies auch gelegentlich zu thematisieren.

Wir sind nicht der Mainstream, sondern eine exotische Randgruppe der Geschlechtervielfalt. Ich glaube, diese Tatsache gerät in diesem Kreis oft aus dem Bereich der persönlichen Wahrnehmung.

Das ist auch nicht unbedingt verwerflich. Schließlich ist bei uns eine der grundlegendsten Wahrnehmungen des Selbstbildes "verrückt": das Geschlechtsempfinden.
Da ist es auch kein Wunder, dass wir uns mit unserem Empfinden und den damit verbundenen Selbstzweifeln eine Plattform suchen, in welcher wir uns gegenseitig wieder aufbauen.

Solange wir nicht die Lebensrealität ausserhalb unserer Gemeinde aus dem Blick verlieren, ist es sicherlich therapeutisch wertvoll, sich in unserem Umfeld zu bewegen.

Wir sind nur der Mittelpunkt unseres Universums und nicht der Mittelpunkt der Mensscheit.

In diesem Sinne einen besinnlichen 2. Advent.

Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
heike65

Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 4 im Thema

Beitrag von heike65 »

Cybill hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 13:00
Das ist auch nicht unbedingt verwerflich.

Cybill
Bis auf diesen kleinen Satz bin ich völlig mit dir in Übereinstimmung, aber bitte:

Das ist in keiner weise verwerflich !

Liebe Grüße

Heike

ansonsten : danke für den trööd
Cybill
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 5 im Thema

Beitrag von Cybill »

@Heike:
Das ist schon mit bedacht so formuliert. Es ist dann verwerflich, wenn die Wahrnehmung der Umwelt darunter leidet. Denn dann wird die Grenze zu einer psychischen Störung überschritten und es entstehen soziale Kosten.
Also: unsere Echokammer ist solange sinnvoll, solange wir uns bewusst sind, dass es sich um einen "geschützten" Bereich handelt.

Cybill
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 6 im Thema

Beitrag von heike65 »

Cybill hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 15:03 @Heike:
Das ist schon mit bedacht so formuliert. Es ist dann verwerflich, wenn die Wahrnehmung der Umwelt darunter leidet. Denn dann wird die Grenze zu einer psychischen Störung überschritten und es entstehen soziale Kosten.
Also: unsere Echokammer ist solange sinnvoll, solange wir uns bewusst sind, dass es sich um einen "geschützten" Bereich handelt.

Cybill
was ist ein geschützter Bereich ?
Echoklammer ?
ich glaub wir entfernen einander massiv...
Cybill
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 7 im Thema

Beitrag von Cybill »

Heike, tut mir leid, dass Du das so siehst,

Aber es ist nunmal so, dass sich die individuelle Realität in jedem selbst konstruiert. Mach dir nichts draus, wenn Du mich nicht verstehst oder wenn ich gar anderer Ansicht als Du bin. Lass es einfach stehen, denke darüber nach.

Es geht nicht ums Rechthaben, sondern darum andere Beiträge zur Kenntnis zu nehmen und zu respektierren.

Schönen Abend wünscht Dir

Cybill

P.S.: Es war die Echokammer gemeint, ich habe eben dicke Finger.
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 8 im Thema

Beitrag von heike65 »

Ich verstehe deine argumentation nicht @ cybill
Michi
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 9 im Thema

Beitrag von Michi »

Erst einmal etwas vorab ...
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Im Kern geht es darum, dass eine Gruppe durch gezielte Unwahrheiten, Mythen, Fiktionen oder wie auch immer man Lügen freundlich umschreibt, zusammengehalten und stärker wird.
Dieser Aussage kann ich nur unwidersprochen zustimmen. Wer sich wissenschaftlicher oder anderweitig nachprüfbarer Fakten sicher sein kann, der muss nicht ständig sich selbst und anderen vehement versichern, wie richtig seine Sichtweise und die der Gruppe ist.
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Durch die öffentlich sichtbare "Aufgabe des rationalen Verstands" zeigen sich die Mitglieder untereinander wie wichtig ihnen die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe ist.
Die Logik dahinter: je größer der Abstand zu den Fakten, desto stärker der Zusammenhalt. Wie bei einer Sekte.
Mit dem Teil wird es jedoch bereits wieder ideologisch und dogmatisch. Es wird ein Bild suggeriert, dass die Betreffenden eher vorsätzlich, planmäßig und zielgerichtet vorgehen würden. Das mag für die "geistigen" Führer gelten, nicht aber für die breite Masse.

Ich sehe es viel mehr als ein allmähliches Aufschaukeln durch die vielen kleinen, vermeintlich nützlichen Lügen und gut gemeinten Anreicherungen der vermeintlichen Wahrheit, die leider bei allen(!) Gruppierungen, ich bin geneigt zu sagen: ohne Ausnahme, zu finden sind. Die Versuchung war und ist da wohl sehr groß.

Man war sich auch sehr sicher, Vorkehrungen getroffen zu haben, dass so etwas wie 1933-1945 nie wieder passieren könne, zu sicher, wie ich schon seit Jahren sage. Und nun kommt der nationalistische Dreck wieder hoch.



Nun aber zu deinen Fragen, liebe Eva ...
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Ich habe aber auch mal ganz distanziert und reflektiert an mich als Mitglied der CD/TV-Gemeinde gedacht und mir ein paar selbstkritische Fragen gestellt:

Belüge ich mich selbst in Bezug auf meine geschlechtliche Ausprägung und tun das die anderen CD/TV die ich kenne auch?
Bei den meisten Menschen reicht wohl "ein Blick zwischen die Beine", und dann sagt man zu sich selbst: "Jou. Pascht scho'."

Bei uns sieht es aber anders aus. Mir selbst ist seit der Zeit zwischen meinem 4. und 5. Geburtstag klar, dass es eben nicht so passt. Und faktisch muss es auch schon davor da gewesen sein, denn ich wollte und bin als ganz kleiner Knirps zum Fasching in den Kindergarten als Rotkäppchen gegangen. Ich selbst werde es doch wohl am besten beurteilen können. Was ich in mir sehe, kann sonst niemand weiter sehen, und ich trage das schon mein ganzes Leben mit mir herum.

Ich denke, das ist etwas ganz anderes als wenn z.B. jemand an die Mondlandungsverschwörung glaubt.
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Erzeugen ich / wir durch diesen gemeinsamen Mythos der Zugehörigkeit zu einem "dritten Geschlecht" erst diesen Zusammenhalt?
Nein. Da möchte ich klar widersprechen. Der Zusammenhalt entsteht vielmehr durch Unsicherheit und die verbreitete Ablehnung durch die Gesellschaft.
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Wird dieser dadurch verstärkt, dass ich, nicht meinen Verstand, aber mein angeborenes Geschlecht (mal mehr mal weniger) aufgebe?
Die Frage ist mir zu ungenau und schlecht gestellt. Da wäre nämlich erst mal zu klären, um welches "Geschlecht" es hier geht, das biologische (zwischen den Beinen), oder das Identitäts- bzw. Gehirngeschlecht.

Wenn ich etwas "aufgebe", dann doch den erfolglosen Versuch, im den Anforderungen von außen zu unterwerfen, etwas darstellen zu sollen, was meiner Selbstwahrnehmung widerspricht.
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Gibt es den Effekt: Je mehr ich meinen männlichen Part aufgeben und den weiblichen stärken, umso mehr gehöre ich dazu?
Diesen Ansatz halte ich für sehr schlecht, und wer tatsächlich so denkt, der begeht einen Kardinalfehler. Es mag durchaus solche Fälle geben, aber was du hier unterschwellig unterstellst, die Zusammenrottung auf Grund einer Ideologie, halte ich für ziemlich abwegig.

Ich würde viel eher sagen, dass ich dazu gehöre, weil ich anfange, über mich nachzudenken, und mich mehr und mehr selbst wahr- und annehme.
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Warum habe ich eigentlich tendenziell einen offeneren, vertrauensvolleren Umgang mit CD/TVs als mit anderen?
Das ist ganz einfach rein menschliches Verhalten. Wir neigen dazu, uns denen anzuvertrauen, von denen wir glauben/wissen, dass sie uns verstehen können.
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Das Nachdenken über diese Fragen macht für mich im stillen Kämmerlein keinen Sinn. Deshalb stelle ich die ja auch hier ein.
Ich finde es vollkommen in Ordnung, dass du den Schritt getan hast, auch wenn ich dir eher Widerspruch gebe. Nur so können wir uns weiterentwickeln.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Nicole Fritz
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 10 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo,

ich möchte hier nur kurz etwas zu diesem Forum als mögliche Echokammer anmerken. - Wer nicht ausschließlich bei ".. Was tragt ihr heute für ein Outfit .." unterwegs ist, findet in diesem Forum ein breites Spektrum am Themen und Anregungen.

In einer Echokammer bin ich dagegen letztlich erst in einem Esoterik-Forum gelandet. Dort hatte ich mich einmal als Nikolai Fritz angemeldet um auf meine Parawissenschaft aufmerksam zu machen. Nun meldete ich mich als Nicole Doll zurück und postete etwas zu Verschwörungstheorien, das hier bereits angeregt diskutiert wurde. Ich wurde von einem Admin zurecht gewiesen und das Thema wurde geschlossen. Offensichtlich hat man meinen Beitrag nicht wirklich gelesen und nur auf ein paar Stichwörter reagiert. Dazu kam die Bemerkung, dass es mit Parapsychologie und entsprechenden Phänomenen nichts zu tun hätte.

Ich löschte alle Einträge in meinem Profil und hing an meine Vorstellung als Nicole gleich meinen Abschied hinten dran.

Den Parawissenschaft-Bereich dort hatte ich als Nikolai Fritz noch recht interessant empfunden. Vermutlich haben sich andere aber auch schon verabschiedet wie ich. Also bleibt nur der Rest des Forums als ziemlich realitätsfremde, esoterisch abgehobene Echokammer. So etwas brauche ich nicht.

LG Nicole
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 11 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Abend zusammen,

ein wirklich wichtiges Thema, dass u.a. auch die Kommunikationsfähigkeit mit Menschen ausserhalb der eigenen 'Filterblase' betrifft. Ein Thema, dem zu wünschen ist, dass es ausführlich, nötigenfalls kontrovers, immer argumentiv hinterlegt und vor allem, soweit es eben geht, frei von bezogenener, d.h. relativer Selbstkonstituierung bearbeitet wird.

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 12 im Thema

Beitrag von JanaH »

Marielle hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 23:44 Guten Abend zusammen,

ein wirklich wichtiges Thema, dass u.a. auch die Kommunikationsfähigkeit mit Menschen ausserhalb der eigenen 'Filterblase' betrifft. Ein Thema, dem zu wünschen ist, dass es ausführlich, nötigenfalls kontrovers, immer argumentiv hinterlegt und vor allem, soweit es eben geht, frei von bezogenener, d.h. relativer Selbstkonstituierung bearbeitet wird.

Marielle
dem kann ich nur ein einfaches HÄ? entgegnen (ki)

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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 13 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Guten Morgen,
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Im Kern geht es darum, dass eine Gruppe durch gezielte Unwahrheiten, Mythen, Fiktionen oder wie auch immer man Lügen freundlich umschreibt, zusammengehalten und stärker wird. Durch die öffentlich sichtbare "Aufgabe des rationalen Verstands" zeigen sich die Mitglieder untereinander wie wichtig ihnen die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe ist.
Die Logik dahinter: je größer der Abstand zu den Fakten, desto stärker der Zusammenhalt. Wie bei einer Sekte.
evacampelli hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 11:36 Diese Betrachtung kann man natürlich auf alle möglichen anderen Dinge anwenden: Bei Religion wird es dann schon sehr viel persönlicher und ich möchte das aus Gründen des Respekts vor allen die einen starken Glauben haben, nicht vertiefen.

Ich habe aber auch mal ganz distanziert und reflektiert an mich als Mitglied der CD/TV-Gemeinde gedacht und mir ein paar selbstkritische Fragen gestellt:
Ich kann dem leider gedanklich nicht folgen ... das liegt außerhalb meiner Gehirnwindungen.
Schon die Verknüpfung von den beiden Textpassagen (und auch den Fragen) ist für mich nicht greifbar. Und auch warum die Anwendung (von was eigentlich?) auf Religion aus Gründen des Respekts nicht gehen soll aber auf CD/TV-Gemeinde ja ... kann ich nicht verstehen.

Liebe Grüße
Vanessa
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 14 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Eva,

diese Fragen habe ich mir so oder in ähnlicher Form auch schon gestellt. Zu einem abschließenden Ergebnis bin ich aber auch noch nicht gekommen. Für mich steht letztlich die Frage dahinter, wie real denn mein perönliches Geschlechtsemfinden ist und woher es kommt.

Kurzum, ich weiß es nicht, da es viel zu komplex ist, alle Aspekte entsprechend zu würdigen. Ganz praktisch betrachtet, empfinde ich mal mehr und mal weniger das Bedürfnis, diie weibliche Seite nach außen zu kehren. Der Mythos "drittes Geschlecht" ist für mich bedeutungslos. Ich spüre auch nur begrenzt einen Zusammenhalt auf Grund der Tatsache, dass andere auch "trans" sind. Zusammenhalt verspüre ich, wenn ich mich in ähnlicher Weise mit anderen auseinander setzen kann. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass ich einer Meinung sein muss, aber die Grundwerte sind dann vergleichbar.

Ich weiß auch nicht, ob ich mich belüge. Aber das sehe ich heute nicht mehr als wichtig an. Meine Gefühle sind echt. Wenn ich also BH und Nylons tragen will, ist das echt. Eine Lüge entsteht für mich dann, wenn ich das als Ausgangspunkt sehen würde, mich als Frau zu fühlen. Das muss nicht so sein, denn manchmal fühlt es sich einfach nur richtig an, ohne dass ich mir über Geschlecht bewusst werde. Anders herum, kann ich mich in der Männerrolle durchaus auch als Frau fühlen. Das empfinde ich als sehr spannend, weil es mir Perspektivwechsel erlaubt. So mache ich manchmal in einer Besprechung ähnliches. Wir wissen ja, dass Frauen oft nicht in gleichem Maß ernst genommen werden wie Männer. Wenn ein Mann aber eine weibliche Position als Mann vertritt, hat er oft einen Vorteil, was z.B. andere Lösungen oder auch die Zusammenarbeit der Gruppe betrifft. Ich kann mir Hahnenkämpfe ersparen, in dem ich mich als Mann nicht so wichtig nehme.

Mit anderen CD/TV komme ich gut zurecht, wenn wir uns auf einer ähnlichen Eben begegnen. Aber das ist mit allen anderen Menschen auch so. Da sehe ich keinen wirklichen Unterschied. Plattitüden und Oberflächlichkeit mag ich nicht. Aber frei bin ich auch nicht davon.
Gibt es den Effekt: Je mehr ich meinen männlichen Part aufgeben und den weiblichen stärken, umso mehr gehöre ich dazu?
Die Frage verstehe ich nicht so ganz. Wozu soll ich gehören ? Zur Trans-Gemeinde ? Ich gehöre dazu oder auch nicht. Das ist eine Frage der Perspektive. Ich spiele mit dem Geschlecht, vor allem was damit in unserer Gesellschaft verbunden ist. Manches der "weiblichen Ebene" passt sehr gut auf mich (z.B. das Nachdenken und Spüren in Beziehungsfragen), manches nicht. Ich hasse Zickenkrieg, das für mich ein Pendant zum Hahnenkampf ist. Ich kleide mich gerne weiblich, Modetrends snd mir meist ziemlich egal. Ich mag mich nicht einer Gruppe anbiedern und vertrete gerne meine eigene Meinung. Ich lasse mich gerne durch andere inspirieren, muss aber nicht anderen Sichtweisen folgen. Ich hätte gerne einen Körper, den ich gelegentlich auf "weiblich" stellen würde, um in meiner Neugier noch mehr zu erkennen und zu erfahren.

Ich weiß, dass andere Menschen anders ticken, aber wir alle doch den gleichen Mechanismen unterliegen. Das verstehe ich bestenfalls ansatzweise. Wir sind alle in einem Netz miteinander verwoben, aber trotzdem möchte ich meinen eigenen Kopf haben. Wir interagieren auf sehr vielen unterschiedlichen Ebenen ohne das wir es merken. Manch eigene Wahrnehmung habe ich nur, weil ein anderer Mensch bei mir ist.

Das alles bekomme ich nicht unter einen Hut. Macht ja auch nichts, es bleibt spannend. In dieser Gemengelage ist Trans unter den Menschen nichts besonderes, auch wenn es nicht oft offen zutage tritt. Es ist einfach nur eine persönliche Ausprägung. Wenn ich nur meine Perspektive ein wenig verändere, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Betone ich in Männern und Frauen weniger die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten, bekommt das Thema Trans einen anderen Stellenwert. Bipolarität tritt automatisch in den Hintergrund. Trans ist dann nur noch eine Ausdrucksform, aber man bleibt ein Mensch. Wenn man die Menschheit in zwei Geschlechter aufteilt, muss man sich zwangsläufig einordnen. Das "dritte Geschlecht" ist mMn nur eine Krücke, damit man Transmenschen nicht aus der Menschheit ausgrenzt. Aber wozu der ganze Aufwand ?

Unterschiede zu betonen, kann reizvoll sein. Als Lebenshaltung taugt das nichts.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Exuser-2019-01-04
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Registriert: Sa 3. Feb 2018, 08:55
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Hat sich bedankt: 0
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Re: Fiktion stärkt den Zusammenhalt einer Gruppe

Post 15 im Thema

Beitrag von Exuser-2019-01-04 »

Ich frage mich auch hin- und wieder, ob man etwas, das man anderen mitteilen möchte, so formuliert, daß die Aussage erst durch Weglassen des größten Teils der Worte oder gezielten Austausches selbiger durch geeigneter erscheinende und durch nachfolgende weitergehende Analyse freigelegt werden können soll. (ki)
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