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KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Mo 19. Nov 2018, 13:11
von Jaddy
Ein persönliches Protokoll, eine - leider - typische Biografie, kraftvoll geschrieben.
Hier der
Link zum Artikel
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Mo 19. Nov 2018, 14:04
von Exuser-2019-01-04
Sehr gute Darlegung der Problematik TS.
Könnte auch meine Geschichte sein, soviele Parallelen sehe ich.
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Mo 19. Nov 2018, 16:51
von Cybill
Danke Jaddy,
leider glauben viele Menschen, dass es die "G E S C H L E C H T S U M W A N D L U N G" tatsächlich gibt. So manche Vorher-Nachher-Post in den üblich-verdächtigen Bereichen des Internet lassen das auch vermuten. Ich selbst sehe mich auch eher als Frau, die das (Un)glück hatte als Mann geboren zu werden. Ja das ist bedauerlich, aber letztendlich nicht so behindernd wie eine Leben ohne Arme, Beine, Blind, Taub etc...
Ich will das Erleben nicht herabwürdigen, dennoch ist es immer eine Frage, wie gehe ich mit mir selbst und meinen körperlichen- und seelischen Ranbdbedingugen um.
Ich kann daran verzweifeln oder ich kann mein Schicksal annehmen und es zu bessern suchen. Vielleicht ist das auch ein Grund weshalb so viele an dieser Stelle eher zu den "Spätberufenen" gehören.
Cybill
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 06:45
von ExuserIn-2019-12-18
Cybill hat geschrieben: Mo 19. Nov 2018, 16:51
.... . Ja das ist bedauerlich, aber letztendlich nicht so behindernd wie eine Leben ohne Arme, Beine, Blind, Taub etc...
das in einen Topf zu werfen, finde ich nicht richtig, Cybill
Aus Erfahrung (ich bin 60% Schwerbeschädigt, habe einen eingesteiften verkürzten linken Arm und reichlich Einschränkungen durch zerstörte Kniegelenke) kann ich sagen, dass sind zwei völlig verschiedene Ebenen und gehören nicht in einen Topf! Auch wenn ich zugeben muss, dass mir dieser Vergleich selbst immer mal wieder auf der Zunge liegt ... aber dann eher im Zusammenhang mit "Ausgrenzung" oder "auffällige Randgruppe".
Cybill hat geschrieben: Mo 19. Nov 2018, 16:51
... dennoch ist es immer eine Frage, wie gehe ich mit mir selbst und meinen körperlichen- und seelischen Ranbdbedingugen um.
Ich kann daran verzweifeln oder ich kann mein Schicksal annehmen und es zu bessern suchen. ....
das ist jedoch etwas, das ich gerne unterschreibe ...
Ich persönlich fand übrigens den Begriff "Hebammengeschlecht" sehr gut in dem Artikel ... den werde ich mir merken ...
Liebe Grüße und einen schönen Tag
Vorsicht: er kann Spuren von "müssen" enthalten ...
Vanessa
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 07:30
von Whoopy Highfly
Den Artikel finde ich auch gut.
Vanessa, mein Therapeut sagte nicht Heammenengeschlecht sonder gebrauchte den Begriff Geburts- und/oder Arztgeschlecht.
Das war früher halt so, pflegte er sich auszudrücken.
GLG
Steffi
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 07:59
von Christiane.LE
Ja ich sagte des öfteren ich bin als Frau geboren nur halt im Falschen Körper .Es ist auch keine Umwandlung sondern auch Medizinisch erklärt eine Anpassung.
LG.Christiane
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 13:01
von Cybill
VanessaL hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 06:45
Cybill hat geschrieben: Mo 19. Nov 2018, 16:51
.... . Ja das ist bedauerlich, aber letztendlich nicht so behindernd wie eine Leben ohne Arme, Beine, Blind, Taub etc...
das in einen Topf zu werfen, finde ich nicht richtig, Cybill
Doch ist es.
Rein körperliche Behinderungen sind augenfällig, das Gegenüber weiß woran es ist. Wer jedoch mit einer seelischen Behinderung geplagt ist, der hat es besonders schwer, da die diese für die Umwelt nicht erkennbar ist.
Während also der körperlich Eingeschränkte selten in den Erklärungsnotstand hinsichtlich seiner Behinderung kommt, ist der seelisch Behinderte dauerhaft dazu verdammt, sich zu erklären.
Berücksichtigt man (frau und trans auch) die Tatsache, dass eine Geschlechtsidenditätsstörung in der großen Mehrheit der Fälle, mit weiteren seelischen Einschränkungen einher geht, deren Status vom andauernder Beschäftigung mit der Störung auch nicht unbedingt verbessert wird, dann dürfte klar werden, dass beide Behinderungen durchaus als gleich schlimm anzusehen sind.
Cybill
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 13:34
von ExuserIn-2019-12-18
Cybill hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 13:01
.... , dann dürfte klar werden, dass beide Behinderungen durchaus als gleich schlimm anzusehen sind.
Diese Meinung kannst Du natürlich so vertreten, keine Frage. Das war aber nicht die Aussage aus Deinem ersten Betrag. So hatte ich es zumindest nicht herausgelesen ...
am Ende ist es wieder mal eine Frage der Sichtweise/Definition. Ich denke eher, dass Transidentität selbst keine Krankheit ist, aber durchaus zu einer seelischen Krankheit führen kann (z.B. Depression) oder auch zur seelischen Behinderung, wenn sie sich dauerhaft manifestieren.
Liebe Grüße
Vanessa
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 13:44
von Cybill
Nee, nee, nee!
Transidentität ist schon eine Erkrankung (nebenbei auch hier zeigt sich die Relevanz meiner Eingangshypothese), denn sie erfüllt das wichtigste Kriterium: die betroffene Person leidet!
Sorry, ich habe die Kriterien nicht gemacht.
Cybill
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 16:02
von Exuser-2019-01-04
Cybill hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 13:44
Nee, nee, nee!
Transidentität ist schon eine Erkrankung (nebenbei auch hier zeigt sich die Relevanz meiner Eingangshypothese), denn sie erfüllt das wichtigste Kriterium: die betroffene Person leidet!
Sorry, ich habe die Kriterien nicht gemacht.
Cybill
Hier sind wir wieder bei den Begriffen (mit denen ich mich schwertue, wie schon gesagt):
a) ist es in wirklich allen Fällen gegeben, daß der/die Betroffene leidet?
b) wenn eine transidente Person ihr Leiden beendet, indem, nehmen wir mal an, die Transition erfolgreich und vollständig beendet ist (also zumindest in dem Umfang, daß die Leidensgrundlage wegfällt, ist diese Person dann nicht mehr transident? Ist sie z,B. bei MzF dann "Frau" oder "Transfrau", oder "transidente Frau" oder oder oder...
a) trifft z.B. auf mich zu, obwohl ich mich nicht im herkömmlichen Sinne "krank" fühle, bei b) weiss ich's nicht.
Schweres Thema, schwere Fragen...
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 16:31
von ExuserIn-2019-12-18

eine Krankheit ist (in der Regel) heilbar ...
ist man das von Transidentität auch ?
Liebe Grüße
Vanessa
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 16:51
von Marielle
Hallo Cybill, Guten Tag zusammen,
Cybill hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 13:44Transidentität ist schon eine Erkrankung ... , denn sie erfüllt das wichtigste Kriterium: die betroffene Person leidet!
Hmm.... ok. Es stellt sich aber doch die Frage, woran die Person leidet, wenn sie denn leidet. Leidet sie an einer (vielleicht) vorhandenen Erkrankung oder am Normalitätsverständnis ihrer Mitbürger_innen? Falls an letzterem: Was ist dann die Ursache des Leidens bzw. der Erkrankung? Die Transidentität oder das Normalitätsverständnis? Falls letzteres: Wer ist dann krank?
Dazu ein Ausschnitt aus einem Text von Dr. Jakob Hein (Psychiater) mit der Überschrift 'Irrenarzt':
"Zweitens glaube ich, dass wir Psychiater_innen sehr viel mit dem Thema psychische Normalität zu tun haben. Dadurch haben wir gelernt, dass die psychische Normalität viel weiter gefasst ist, als es die meisten Menschen wahr haben wollen. Ist man beispielsweise überzeugt, ein Gesandter des Planeten Mars auf der Erde zu sein und folgt aus dieser Überzeugung kein Problem für den Marsmenschen selbst oder seine Mitbewohner hier auf der Erde außer dem Umstand, dass ihm die Mehrzahl der Erdenmenschen widersprechen wird, so ist das aus psychiatrischer Sicht nicht unbedingt ein behandlungsbedürftiger Zustand.
"Na hören Sie mal, das ist doch nicht normal!", wird einem der eine oder die andere Angehörige wütend entgegenschnauben. Doch wir können da nur mit den Schultern zucken. Nach Ansicht der meisten Menschen ist das sicher nicht normal, aber es ist die Art von Unnormalität, für die wir uns nicht zuständig fühlen. Schliesslich behandeln wir Patienten, also Leidende, und wenn Menschen nicht leiden, fühlen wir uns in der Regel auch nicht bemüßigt ihnen zu helfen; von welchem Planeten sie nun auch kommen mögen."
Habt es gut
Marielle
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 17:42
von Exuser-2019-01-04
VanessaL hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 16:31
eine Krankheit ist (in der Regel) heilbar ...
ist man das von Transidentität auch ?
Es gibt leider eine solche Vielzahl von Leiden, die nicht heilbar sind. Davon beenden zahlreiche das Leben verfrüht, andere aber schränken einfach nur die Lebensmöglichkeiten oder die Selbstverständlichkeit ein, mit der gesunde Menschen durchs Leben gehen.
M.E.n. ist Geschlechtsdysphorie fließend von wenig bis schwer Leid verursachend, je nach Mensch.
Die zweite Frage stelle ich mir ja gewissermassen auch (siehe meinen vorangehenden Post).
VG Sasha
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 17:56
von Anne-Mette
Moin,
die (meine) Frage ist, (auch schon an anderer Stelle mal gestellt), ob es in einem "gesellschaftlich leeren Raum" eine Transsexualität geben würde,
oder ob sie nur möglich ist "im Vergleich mit dem "Normalen" (ich weiß, "Normal" klingt "unnormal"

und blöd)
Also: zu einer Transsexualität gehört auch eine Transidentität(?)
Gruß
Anne-Mette
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Di 20. Nov 2018, 18:19
von Exuser-2019-01-04
Anne-Mette hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 17:56
Moin,
die (meine) Frage ist, (auch schon an anderer Stelle mal gestellt), ob es in einem "gesellschaftlich leeren Raum" eine Transsexualität geben würde,
oder ob sie nur möglich ist "im Vergleich mit dem "Normalen" (ich weiß, "Normal" klingt "unnormal"

und blöd)
Also: zu einer Transsexualität gehört auch eine Transidentität(?)
Gruß
Anne-Mette
Hallo Anne-Mette,
Du meinst vermutlich, ob in einer Gesellschaft, in der nur ein (1) oder unendlich viele soziale Geschlechter existieren, Geschlechtsdysphorie überhaupt existieren kann? Zu diesem Thema pflege ich seit längerem mit einem eher intersexuellen Mensch ausführlich zu disputieren, und eigentlich bin ich inzwischen eher zunehmend "desorientiert" als daß ich Klarheit gewinnen würde.
Mir persönlich würde eine Ein-Geschlechter-Gesellschaft (also sozial gesehen) vermutlich nicht zusagen, da ich einen gewissen "Einheitsbrei" befürchten würde (vermutlich aber unbegründet). Andererseits würde ich aber vermutlich auch unter diesen Umständen meinen Körper ablehnen, da ich diese Empfindungen aus meinem Inneren herrührend fühle. Von daher würde ich die erste Frage mit Ja beantworten (für mich), aber Deine Schlußfrage zu beantworten sehe ich mich z.Zt. nicht imstande, weil ich mich irgendwie in den Begrifflichkeiten verloren habe.
VG Sasha