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Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 13:40
von Anja
Moinsen (moin)

Ein Gericht in Südfrankreich erkannte aber erstmals eine Transfrau nicht als Vater, sondern als "biologisches Elternteil" an.
hier gehts zum Artikel.

Persönliche Anmerkung:
Ich würde für mich nie die Bezeichnung Mutter beanspruchen wollen, das fände ich anmaßend. Es gibt nur eine Mutter. Allerdings steht in der Geburtsurkunde meiner Kinder mein männlicher Name, obwohl es die Person ja eigentlich nicht mehr gibt, denn mein Geburtseintrag wurde korrigiert zu weiblich und natürlich weiblichen Namen. Auch eine Eheurkunde mit weiblichem Namen wurde mir bisher verwehrt...
Es wird sich auf das Abstammungsrecht berufen, wobei mir nicht klar ist, warum man das (trotz Offenbarungsverbot) auf Dokumente drucken muss.
Es würde doch reichen, wenn in den Registern mein alter Name (mit)aufgeführt wäre, aber auf den Dokumenten nur der neue Name erscheint, bzw. erscheinen darf. Sollten meine Kinder mal ihre Abstammung erforschen wollen (und wir nicht mehr da sein um es ihnen zu erklären), könnten Standesbeamte sich die Auskünfte aus den Registern ziehen. Aber nur dann.
Aktuell steht auf meiner Geburtsurkunde, das ich als Anja (weiblich) geboren wurde.
Auf meiner Eheurkunde steht, Name vor Eheschließung (männlich) und Name nach Eheschließung (weiblich). Als ob ich meinen Namen bei der Eheschließung geändert hatte.
Berücksichtigt man, das beide Urkunden vom selben Standesamt ausgegeben wurden, kann man sich nur an den Kopf fassen...

Also meine Idee, um standesamtliche Geschlechtsangleichungen nachvollziehbar und zugleich würdevoll zu machen, wäre die Registereinträge so zu formulieren, das bei Einsicht die Abstammung nachvollzogen werden kann. Und auf amtlichen Dokumenten aber nur der letzte Stand erscheint.
Auf Geburtsurkunden kann doch statt Mutter und Vater auch einfach Elternteil stehen z.B.
Naja, was weiß ich denn schon... :wink:

Grüße
die Anja

Re: Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 13:49
von Whoopy Highfly
Hallo Anja,
Sage nur eins zu deinem Beitrag:

"Teffer, versenkt"

Du weißt, was ich meine, oder?

GLG
Steffi

Re: Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 13:52
von Whoopy Highfly
Hallo Anja,
Sage nur eins zu deinem Beitrag:

"Teffer, versenkt"

Du weißt, was ich meine, oder?

GLG
Steffi

Re: Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 13:52
von Anja
Moinsen (moin)
Steffi1000 hat geschrieben: Do 15. Nov 2018, 13:49 "Teffer, versenkt"

Du weißt, was ich meine, oder?
öhm :roll:
Ich glaube du musst mir auf die Sprünge helfen...

Grüße
die Anja

Re: Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 14:17
von Amadé
Hallo Anja,

grundsätzlich stimme ich dir hierin zu:
Anja hat geschrieben: Do 15. Nov 2018, 13:40Ich würde für mich nie die Bezeichnung Mutter beanspruchen wollen, das fände ich anmaßend. Es gibt nur eine Mutter.
Trotzdem verändert sich meine Selbstwahrnehmung und auch meine Fremdwahrnehmung.

Ich war jetzt zum zweiten Mal in diesem Jahr zum Blutspenden. Wieder bin ich über die Frage nur für Frauen gestolpert, ob ich jemals und wann zuletzt schwanger war. Die Antwort ist klar, und doch habe ich gestutzt, wie ich denn zu meinem Kind gekommen bin.

Mein Sohn, der mich mit Vornamen anredet, erzählte mir jetzt von einer Diskussion in einer Gruppe, wo er sagte, dass seine Mutter die-und-die Fähigkeit habe. Er war sichtlich stolz, dass er für mich eine Bezeichnung gefunden hat, die auch von anderen unmittelbar verstanden wird. So hat er eben zwei Mütter. Ich würde diese Bezeichnung nie von ihm verlangen, er kommt selbst auf die Idee.

Liebe Grüße
Solveig

Edit: Unterstreichung

Re: Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 14:27
von Anja
Moinsen (moin)

also wenn ich das richtig verstehe, hat dein Sohn von sich aus über dich als "Mutter" gesprochen?
Oder habe ich was falsch verstanden?

Meine Kinder (noch klein) nennen mich Papa. Ich selbst bevorzuge "Väterin", wenn ich über meine soziale Rolle in der Familie spreche. Also eine weibliche Papa. Außerdem lässt sich auf Dokumenten aus einem "Vater" mal eben schnell mit nem Kuli eine "Väterin" machen :wink:

Grüße
die Anja

Re: Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 18:04
von Bianca D.
Anja hat geschrieben: Do 15. Nov 2018, 13:40 Naja, was weiß ich denn schon... :wink:
Moin Anja,

das hat nix mit Wissen zu tun. Wie die meisten Bürgerinnen und Bürger denken wir einfach nicht kompliziert genug. Anders kann ich mir das Gebaren in Ämtern und Behörden nicht erklären. Und das so ein Urteil wie in Frankreich hier in Deutschland nicht drinn ist, paßt auch genau ins angestaubte Bild.
Oder die Sache mit der Homo Ehe. Da vergeht ein Jahr, in der gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen werden können, und dann erst kommt man darauf, daß die Bezeichnung Ehemann und Ehefrau nicht mehr paßt. Ist eben typisch deutsches Beamtentum! Ich wünsche dir jedenfalls, daß du/ihr noch zu eurer richtigen Eheurkunde kommt.

LG Bianca

Re: Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 19:40
von Whoopy Highfly
<t>Hallo Leserinnen und Leser,<br/>
Habe hierzu allgemein was zu sagen:<br/>
Kleine Vorgeschichte: unsere YOGA-Guppe ist international gemischt. 3Französinnen, 2 Italienerinen, eine Libanesin, rest deutsch.<br/>
Ein ähnliches Thema wurde angesprochen. Durchweg sagten die "Ausländerinnen", das in Deutschland 1000% gearbeitet wird. Die Franzosen sind für fremdartige Dinge offener, die Italiener reservierter und die Libanesen konservativ.

GLG
Steffi

Re: Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 23:27
von Karla
Bei den heutigen Möglichkeiten der Medizin gibt es mindestens 6 Elternteile (häufig, jedoch nicht immer in Personalunion):
(Bestell-) Vater
(Bestell-) Mutter
gebärende Mutter
Spender Eizelle
Spender Samenzelle
(die-?)-jenige, die das Kind nach der Geburt betreut, stillt,...

Alle 7+x sind irgendwie familiär verbunden - (und was medizinisch möglich ist, wird natürlich auch gemacht! - ob hier oder im Ausland) - BVG/BGH haben Arbeit!

Eine neutrale Geburtsurkunde könnte/müßte so aussehen:

aaaa bbb, geb. am: nn.mm.xxxx in:
Eltern:
c.bbb, geb am: nn.mm.xxxx in:
d.bbb, geb am: nn.mm.xxxx in:

(alphabetische Reihenfolge, Doppelnamen mal außen vor...)
... Mutter bzw. Vater muß da ja nicht explizit reingeschrieben werden, daher Anfangsbuchstaben, genaue Identifizierung über Geburtsdatum und -ort hinreichend möglich

Ein Kind hat allerdings ein Recht, auch von den anderen 4 Elternteilen zu erfahren, und die Elternteile, die "Starthilfe" gegeben haben, möchten vom Ergebnis wissen - und u.U. konstruktive Beiträge leisten, ohne jedoch finanziell ungefragt überfordert zu werden - Fondslösung?.

LG Elly

Re: Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Fr 16. Nov 2018, 06:15
von Michelle_Engelhardt
Ich halte es wie Anja. Ich war nie die Mutter, bin nicht die Mutter und werde auch nie die Mutter sein. Ich habe auch kein Bedürfnis danach, im Gegenteil korrigiere ich Menschen, die von mir als Mutter sprechen. Auch kann ich mit Glückwünschen zum Muttertag nix anfangen (mit Glückwünschen zum Vatertag allerdings auch nicht). Die Kinder haben bzw.hatten eine Mutter. Ich bin der Papa und das ist auch vollkommen ok so.

Liebe Grüße
Papa Michelle

Re: Transfrau nicht als Mutter ihres Kinder anerkannt

Verfasst: Fr 16. Nov 2018, 09:24
von Anja
Moinsen (moin)
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Fr 16. Nov 2018, 06:15 Auch kann ich mit Glückwünschen zum Muttertag nix anfangen (mit Glückwünschen zum Vatertag allerdings auch nicht).
Bei uns ist es einfach der Väterinnentag :lol:

Grüße
die Anja