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Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Fr 5. Okt 2018, 20:26
von Michelle_Engelhardt
Kopfsteinpflasteralarm :shock:

Ich hoffe Deine Absätze haben den Ausflug überlebt!?

LG
Michelle

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Fr 5. Okt 2018, 22:43
von Maria T
Ja das waren noch aufregende zeiten.
War damals jeden Donnerstag in Neustadt / Orla auf der demo, haben damals auch selbst in Triptis ne demo organisiert und ich hab damals auch ne kurze rede gehalten, war aufregend ohne ende. Leider ist nicht viel von den damaligen wünschen geblieben.
Einig war Deutschland noch nie und heute ist die Trennung fast größer als damals, zumindest in teilen....
Warum wir jetzt den euro haben und alles dazu ist ne andere Geschichte...
Einerseits toll damals dabei gewesen zu sein aber macht auch wehmütig sich nach fast 30 jahren daran zurück zu erinnern.

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Fr 5. Okt 2018, 23:19
von Inga
Hi,

ich hab die Zeiten damals in Berlin von der Westseite der Mauer erlebt. Es waren aufregende Zeiten, die viele Veränderungen brachten. Ich möchte sie nicht missen.

Auch wenn vieles nicht so dolle wurde, wie wir es erträumten, manchmal erwische ich mich mir orzustellen, wie es wohl jetzt wäre, wenn in der DDR die Unruhen niedergeschlagen worden wären wie etwa 1968 in der CSSR und damals 1989/1990 danach alles so geblieben wäre wie vorher. Noch weitere 28 Jahre Mauer, Todesstreifen, Einreiseverbote, Ausweisungen, beschränkte Reisemöglichkeiten, Zwangsumtausch, Visa, Besucherbüros, befristete Tagesbesuche, Zoll- und Passkontrollen, Beschlagnahmung der westlichen Zeitungen und Büchern - und Bonn wäre Bundeshauptstadt geblieben.

Liebe Grüße
Inga

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Sa 6. Okt 2018, 00:35
von Simone 65
Ich war leider nicht da. Ich bin im September nach Argentinien geflogen mit der Interflug . Ich bin damals im VEB Fischkombinat Rostock gewesen und zur See gefahren. Auf hoher See haben wir nicht viel erfahren . Im Dezember waren wir vor Mauritanien, unser Parteioffizier musste zurück . Ich bin dann am 20.1.1990 in Berlin gelandet , im alten Schönefelder Flughafen. In 30 Minuten war unsere Besatzung durch den Zoll . Hatte sonst immer 4 Stunden gedauert . Meine Mutti hat mich abgeholt und wir sind auf den KU Damm .
Am 28.1.1990 bin ich in meinem Trabbi nach Stuttgart gefahren . Ganz alleine. Ich habe dort Arbeit bekommen . Die grossen Betriebe in Rostock sind alle zusammen gebrochen .
Es war für mich ein Neu Anfang .
Liebe Grüße Simone

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Sa 6. Okt 2018, 00:45
von Michelle_Engelhardt
Damals war ich gerade beim Bund...eingezogen 1.10.89. Kurz darauf wurde der Grundwehrdienst von 15 auf 12 Monate reduziert, War natürlich ne tolle Party, mal eben 90 cm vom Maßband abzuschneiden, Ob das mit der Wiedervereinigung zu tun hatte, weiß ich aber auch nicht.

Liebe Grüße
Michelle

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Sa 6. Okt 2018, 03:12
von Simone 65
Michelle , der Bund. Ich war bei der NVA. Grundwehrdienst 18 Monate . Ich war 3 Jahre dabei . Ich habe viel und der Zeit erlebt . Es hätte zur Einheit viel schief gehen können. Ich weiss nicht was ich gemacht hätte. Hätte ich geschossen? Ich war jung . Ich weiss es nicht . Die Frage kann ich heute noch nicht beantworten .

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Sa 6. Okt 2018, 12:23
von Michi
Lady Jennifer hat geschrieben: Fr 5. Okt 2018, 11:56 Was wahrscheinlich die wenigstens wissen ist, daß die friedlichen Demonstrationen bei uns in Plauen begonnen haben und nicht wie es immer heißt in Leipzig. Das macht mich schon stolz.
Hallo Jenifer,

sorry, wenn ich dir jetzt in deinen Stolz reingrätsche ...

Hast du auch etwas mehr als die Überschrift gelesen? Die passt nämlich nicht so ganz zum restlichen Text. Es ist wohl vielmehr so, dass sich die Staatsmacht in Plauen am 7.10.1989 zum ersten Mal zurück zog.

Edit ... Zitat aus dem Artikel eingefügt:
2010 enthüllen die Plauener Bürger ein Denkmal, das an ihren Sieg erinnert. "Am 7. Oktober 1989 fand in Plauen die erste Massendemonstration gegen das DDR-Regime statt, vor der die Staatsmacht kapitulieren musste" steht seitdem auf einer stilisierten, 3,50 Meter hohen Kerze.

Ich will die Beteiligung der Plauener nicht schmälern, aber mit deiner unreflektierten Behauptung beleidigst du die Menschen, die bereits ab dem 4. September öffentlich ihre Knochen in Leipzig hingehalten haben. Meine Eltern waren ab Mitte-Ende September auch dabei. Sie bedrängten mich zeitgleich, besser nicht zu den Montagsdemos zu fahren und ihnen das zu überlassen, weil sie im Gegensatz zu mir nicht so viel zu verlieren hätten. Ich hatte da gerade mit dem Studium angefangen, und sie wussten, wie sehr ich für das Fachgebiet brannte, und welchen Verlust es für mich bedeutet hätte, wäre ich da wegen der Beteiligung an den Demos rausgeflogen. Wir hatten auch genug Stasi-Spitzel in unseren Seminargruppen.


Nachdenklich
Michi

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Sa 6. Okt 2018, 20:12
von Whoopy Highfly
Wir haben die Demos und Veränderungen des Ostblocks mit den Studenten aus der UDSSR, Polen, Bulgarien und Rumänien verfolgt. Denen war klat, das der Ostblock zerfällt. Das war 1988.
Als ich dann 1989 fertig war und die erste Stelle nach dem Studium in der Tasche hatte, war ich froh. Nämlich 2Monate später, waren die Studienkollegen sauer auf die Ostdeutschen, da sie die Stellen weggeschnappt haben. Das gleiche mit derm Wohnungsmarkt. Ich hatte noch Glück, das ich eine Wohnung gefunden habe.
Während der Renovierung, kam die Meldung: "Die Mauer ist offen". Ich freute mich für die Leute, das kein Schuß gefallen ist. Die nächsten Wochen, war es das Gesprächsthema mit den Ostdeutschen Kollegen.
Ich fand es als Bereicherung.
Negativ war der Soli.
Ich war dann im ersten Urlaub 1990 im Juni/Juli die Deutschlandreise über Berlin, Dresden, Meißen, Plauen, Bayern. War mal angenehm und negativ überrascht.
Alles in allem finde ich es gut, das wir endlich vereint sind.

Steffi

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Mo 8. Okt 2018, 20:06
von geraldine
Hallo,
Für mich ist der Tag der Einheit am 9.11.
Das war einer der aufregensde Tage in meinem Leben.
In Jena zur Demo und Ende Oktober als Reservist bei der NVA in Storkow.
Aber bei den Ersten auf'n" KuDamm".
Und das als Ausgang.
War das"Fahnenflucht"?
Beim "Klassenfeind" zum Bier eingeladen.
Es hätte auch ganz böse ins Auge gehen können.
Ich bin froh das es die DDR nicht mehr gibt.
Nur das System BDR ist sehr Verbesserungswürdig.
L G Geraldine

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Mo 8. Okt 2018, 20:45
von steffiSH
von Michelle_Engelhardt -» Sa 6. Okt 2018, 00:45
Damals war ich gerade beim Bund...eingezogen 1.10.89. Kurz darauf wurde der Grundwehrdienst von 15 auf 12 Monate reduziert, War natürlich ne tolle Party, mal eben 90 cm vom Maßband abzuschneiden, Ob das mit der Wiedervereinigung zu tun hatte, weiß ich aber auch nicht.

und Beitrag von Simone 65 -» Sa 6. Okt 2018, 03:12
Michelle , der Bund. Ich war bei der NVA. Grundwehrdienst 18 Monate . Ich war 3 Jahre dabei . Ich habe viel und der Zeit erlebt . Es hätte zur Einheit viel schief gehen können. Ich weiss nicht was ich gemacht hätte. Hätte ich geschossen? Ich war jung . Ich weiss es nicht . Die Frage kann ich heute noch nicht beantworten

ich hab mal verweigert, sonst hätten wir ja im Ernstfall der zu der Zeit damals jederzeit hätte eintreten können, auf uns schießen und uns gegenseitig umbringen sollen. Ne, Ne, als guter Schütze wollte ich kein Mörder werden. :)

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Mo 8. Okt 2018, 21:53
von Whoopy Highfly
Hallo Geraldine,
bei der Wiedervereinigung ist es versäumt worden, das Land in das neue Jahrtausend zu führen. Das haben alleine die Konservativen (Kohl & Co.) zu verantworten.
Heute wollen Sie davon nichts mehr wissen.

Einen Orden, oder Platz haben die Demonstranten und Aufständigen (auch evtl. NVA oder Sicherheitsdienst) verdient. Herr Kohl ist nur "mitgefahren".
Ich bin allerdings zu weit weg, um das richtig beurteilen zu können.

Gruß
Steffi

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Mo 8. Okt 2018, 22:34
von conny
@Steffi1000
Wie hätte man denn ins neue Jahrtausend führen können/sollen? 1989 würde die Politik durch die Ereignisse schlichtweg überrollt. Vergessen?

@Geraldine
"Das" perfekte System gibt es leider nicht. Aber wir kritisieren auf hohem Niveau, oder?

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Mo 8. Okt 2018, 23:03
von Whoopy Highfly
Hallo Conny,
Wir sind überrollt worden, stimmt.
Die Verantwortlichen hätten auf die Experten hören und nachdenken sollen.
In der Euphorie ist das wichtigste vergessen worden, was auch menschlich ist.
Dafür habe ich vollstes Verständnis.
Im Nachhinein ist man immer klüger.

GLG
Steffi

Re: Tag der Deutschen Einheit - Mein Ausflug am 03.10. zum Wendedenkmal in der Plauener Innenstadt

Verfasst: Mo 8. Okt 2018, 23:16
von heike65
anfang Januar 88 eingezogen und ein paar Nato Alarme miterlebt... war schon denkwürdig die live berichte aus leipzig im herbst 89 zu verfolgen, gab manche schlaflose nacht die vor dem fernseher verfolgt wurde

ist ja alles glimpflich verlaufen, sicherlich verbesserungsfähig aber grundsätzlich ok