Perlen „ Film Festival 2018
Verfasst: Di 25. Sep 2018, 23:18
Perlen - Film Festival 2018
Das Festival findet statt in Hannover vom 20. bis 27. Oktober 2018.
Die Landeshauptstadt Hannover richtet das Kommunale Kino 1974 ein. Die damals sogenannte "kommunale Filmarbeit" war von Anfang an ein Gegenprogramm zum kommerziellen Mainstream, eine Kinoarbeit mit einer gesellschaftlichen Perspektive!
Und genau in dieses Profil gehört das ebenfalls jahrzehntelange Engagement des Koki für das Queer Cinema. Von 1979 bis 1997 gab es in Hannover die Schwulen Filmtage! Seit 1997 gibt es die PERLEN, die zuerst ein "lesbisch-schwules Filmfest" waren, inzwischen aber längst das "Queer Film Festival Hannover" geworden sind. Ein Festival mit queeren, transidenten, lesbischen und schwulen Filmen — eine mehr als notwendige Bereicherung nicht nur der Hannoverschen Kinolandschaft, sondern weit darüber hinaus.
Seit Jahren entsteht das Festival mit kuratorischer Unterstützung eines großen engagierten Perlen-Teams. Ohne diese ehrenamtliche Arbeit, dieses monatelange Recherchieren und Sichten wäre unser Perlen Festival undenkbar! Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe!
Hier nun eine kleine Auswahl aus dem Programm:
(in loser Folge werden an dieser Stelle weitere Appetithäppchen folgen.)
Bixa Travesty (Tranny Fag)
Kiko Goifman/Claudia Priscilla, Brasilien 2017, 75 Minuten engl. U. (Portugiesisch)
Linn — die Hauptperson dieser inspirierenden Doku - ist Vieles: schwarze Transfrau aus den Favelas, Performerin und Künstlerin, die ihre Stimme gegen Rassismus, Homophobie, Sexismus und für die Freiheit des individuellen Lebensentwurfes jenseits weißer heteronormativer Vorstellungen erhebt. Mit ihrer Kindheitsfreundin, Transfrau und Sängerin Jup do Bairro, setzt sie durch mitreißenden Bühnenauftritte dem brasilianischen Machismo ein deutliches Statement entgegen. Gespräche mit Freund*innen und Familie sowie Archivbilder von Konzerten, aber auch ihrer Chemotherapie zeigen die ganze Bandbreite Linns Universums, das auch eine sanfte und verletzliche Seite beheimatet. Linn nutzt radikale Nacktheit, um gängige Gender-Rollen zu unterlaufen. In ihrer regelmäßigen Radiosendung spricht sie über ihr Verständnis von Feminismus, Queerness und Konstruktionen von Trans-Identitäten und wie es ist, sich selbst darin einen Raum zu schaffen. Mit viel Energie und Mut, sondern bietet einen Lichtblick in der düsteren Realität Brasiliens, wo die durchschnittliche Lebenserwartung von transidenten Menschen bei 35 Jahren liegt. Die Regisseurinnen haben in einem Interview gesagt: "Das Leben der Hauptfigut ist größer als der Film." Besser kann nicht zusammengefasst werden, dass dieser Film ein absolutes Highlight ist!
Termin: 24.10.2018 ab 18:00 Uhr
Venus
Eisha Marjara, Kanada 2017, 95 Minuten dt.U. (Englisch)
Die Transfrau Sid (Debargo Sanyal) hat manchmal einfach das Gefühl, nicht von diesem Planeten zu stammen. Sie befindet sich gerade in der Hormonbehandlung, hadert mit den indischstämmigen Eltern und wird dann auch noch völlig unerwartet damit konfrontiert zu werden, Vater eines 14jährigen Sohnes zu sein. Sid hat seit Tagen einen jungen Verfolger namens Ralph (Jamie Mayers). Sie stellt ihn zur Rede und erfährt, dass der aufgeweckte Teenager durch heimliche Lektüre der Tagebücher seiner Mutter Kirsten (Amber Goldfarb) herausgefunden hat, wer sein Vater ist.
Sid und Ralph finden schnell zusammen und verbringen viel Zeit miteinander. Sid stellt Ralph auch seinen Eltern - Ralphs Großeltern - vor. Ganz besonders Sids Mutter blüht auf und kann Sids Transition nun ansatzweise akzeptieren , hat sie nun doch einen Enkelsohn, mit dem sie nicht rechnen konnte. Darüber hinaus tritt auch noch Daniel (Pierre-Yves Cardinal), Sids Exfreund, erneut in ihr Leben und macht es nicht unbedingt leichter. Die Situation gerät noch mehr aus den Fugen, als Kirsten bemerkt das Vater und Sohn sich kennen gelernt haben.
Venus ist der erste Spielfilm der Regisseurin Eisha Marjara, die hat auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat und zuvor schon zahlreiche Preise für ihren Kurzfilm "House for Sale" erhalten hat.
Präsentiert von: Landeshauptstadt Hannover
Termin: 25.10.2018 ab 22:00 Uhr
Ort Kino im Künstlerhaus Hannover -· Sophienstraße 2-· 30159 Hannover
Preise: 6,50 Euro / 4,50 Euro ermäßigt
Schüler, Studenten, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger und Schwerbehinderte erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises eine Eintrittskarte zum ermäßigten Preis.
Hannover-Aktiv-Pass-Inhabern gewährt das Koki freien Eintritt.
Beim Kauf von 5 Karten, außer Eröffnung und Party, 6 Euro/ 4 Euro
Kartenreservierung und -vorverkauf:
0511/168-45522
KokiKasse@Hannover-Stadt.de
Montag - Freitag 12.00 bis 18.00 Uhr und an der Abendkasse. Die Kinokasse öffnet jeweils 30 Minuten vor Spielbeginn.