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Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Di 28. Aug 2018, 11:25
von Nicola
Hier ein Artikel aus der Luzernerzeitung von einer nicht binären Person.

https://www.luzernerzeitung.ch/schweiz/ ... ld.1045679

LG Nicola

Re: Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Di 28. Aug 2018, 12:14
von Marlene K.
Danke für diesen wunderschönen und Mut machenden Artikel. Interessant sind die Schätzungen der Anzahl von Trans*menschen und auch der Nonbinären.
Das würde heißen, wir könnten 10 mal soviele Menschen in Deutschland annehmen.

2.500.000 Trans*menschen
1.250.000 nonbinär empfindende Menschen

Eine beeindruckene Anzahl für mich.

Ralf-Marlene

Re: Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Di 28. Aug 2018, 20:40
von Jaddy
PolitTunte hat geschrieben: Di 28. Aug 2018, 12:14Interessant sind die Schätzungen der Anzahl von Trans*menschen und auch der Nonbinären.
Mmm, vorsicht dabei.
Gemäss Angaben des Transgender Network Switzerland (TGNS) unterscheidet sich bei 0,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung die Geschlechtsidentität von dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. [...] Über die Hälfte von ihnen identifiziert sich gemäss dem TGNS weder ausschliesslich mit dem männlichen noch ausschliesslich mit dem weiblichen Geschlecht.
Also eher 400.000 bis _maximal_ 2,5 Mio in D, _davon_ 200.000 bis _maximal_ 1,25 Mio nichtbinäre. Eine Varianz mit Faktor 6 ist aber eher ein sehr breiter Daumenwert. Ich würde die Zahlen sehr sehr skeptisch betrachten, so gerne ich sie auch so beeindruckend hätte.

Re: Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Mi 29. Aug 2018, 09:52
von Maria T
So beeindruckend die zahlen auch sein mögen, es relativiert sich am ende doch wieder.
Klar klingt ne Million erstmal sehr viel aber die meisten leben in Großstädten und die wenigsten in Dörfern oder Kleinstädten.
Letztens in Hamburg sind mir schon einige trans* aufgefallen, hier wo ich lebe gibt's im Umkreis von 40km nur mich, soweit mir bekannt ist.
Hier bin ich auf mich selbst gestellt, hilfe oder gruppen gibt's hier nicht. Macht auch keinen Sinn wegen 1 Person.
Finde den Artikel aber gut, werde den auch meiner skeptischen frau mal zeigen. Nur der kampf hier ist eben was anderes als in Leipzig, Berlin, Köln oder Hamburg, nur um einige zu nennen.
LG Maria

Re: Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Mi 29. Aug 2018, 10:24
von Michi
Maria T hat geschrieben: Mi 29. Aug 2018, 09:52 hier wo ich lebe gibt's im Umkreis von 40km nur mich, soweit mir bekannt ist.
Hallo Maria,

es gilt immer noch der alte Spruch: "Du kennst keine Transsexuelle, aber eine Transsexuelle kennt dich."

Bei mir (im selben Haus, nur 3 Wohnungen!) lebte ein Mann mit Frau und Kind, der sich später, nach seinem Auszug als transsexuell outete und jetzt als Frau lebt. Und das hier ist nur ein kleines Kaff!!!

Liebe Grüße
Michi

Re: Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Mi 29. Aug 2018, 11:22
von Frieda
Wow....was für ein Artikel, der in meiner Wahrnehmung so viel Gefühl transportiert!

Ich hätte nicht gedacht, dass ich so fix mich hier äußern möchte.
Wozu ich mich gern als erstes mitteilen möchte, ist das Thema der Anrede in diesem Artikel. Warum? Weil ich mich mit diesem Thema auch auseinander gesetzt habe. Ich machte mir Gedanken, welche Anredeform (auch Verabschiedung) herzlich, respektvoll und gerecht ist.
Wofür ich mich entschieden habe, ist zu lesen!
Darf ich es bitte kurz hinzufügen!?....Der Gruß "Namaste" ist Geschlechtsneutral, da der Gruß sich immer ausnahmslos an das Wesen, den inneren Lotus (oder auch Seele genannt) des dir gegenüber stehenden richtet. Niemals grüßt das "Namaste" Äußerlichkeiten!

Der Artikel berührt mich weiterhin, weil ich höchste Achtung vor jedem Wesen habe, was zwar Angst empfindet (sie ist schließlich zu unserem Schutz da), sich aber nicht von dieser Angst beherrschen lässt. Wesen die mit Angstzuständen sich tiefer auseinander setzen, denen gilt mein Mitgefühl. Ihnen helfend zur Seite zu stehen, ist mit eine der höchste Prioritäten die die Menschen haben und/oder zukünftig haben können und auch haben sollten...sry.
Und jede(r) Einzelne hier, ist in meiner Wahrnehmung soooo viel mutiger, als Sie/Er sich selbst wahrnimmt!!!!

Und um ein Wesen wahrhaftig sehen zu können, braucht es nicht zwangsläufig unsere Augen, nur unser Gefühl! Dies war jetzt sehr persönlich, da mein Onkel blind war. Deswegen weiß ich aus Erlebten, um ein Wesen wahrhaftig zu sehen, Gespräche egal ob schriftlich oder mündlich bzw gemeinsames erleben viel viel wertvoller sind, als Äußerlichkeiten zu betrachten.

Namaste an Alle🙏

Re: Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Mi 29. Aug 2018, 14:28
von Maria T
MichiWell hat geschrieben: Mi 29. Aug 2018, 10:24
Maria T hat geschrieben: Mi 29. Aug 2018, 09:52 hier wo ich lebe gibt's im Umkreis von 40km nur mich, soweit mir bekannt ist.
Hallo Maria,

es gilt immer noch der alte Spruch: "Du kennst keine Transsexuelle, aber eine Transsexuelle kennt dich."

Bei mir (im selben Haus, nur 3 Wohnungen!) lebte ein Mann mit Frau und Kind, der sich später, nach seinem Auszug als transsexuell outete und jetzt als Frau lebt. Und das hier ist nur ein kleines Kaff!!!

Liebe Grüße
Michi
Hallo Michi,
Nichts ist unmöglich.
Ich weiß von 1 person, die hier auch angemeldet ist/war, nur kratzt das an der Entfernung.
Theoretisch müssten im ganzen Landkreis hier ca. 5-10 leute auf die ein oder andere art trans* sein.
Ich kenne viele die hier als Mann kilt und ähnliches tragen, die sind aber eindeutig in der Gothik szene, hat also nur bedingt was mit uns zu tun.

Wie schon geschrieben der Artikel ist gut und gibt mir auch nen kleinen schub in Richtung Selbstbewusstsein.
Es wäre halt schön jemanden als Ansprechpartner zu haben, gerade die kämpfe mit sich selbst sind schwer und da sind Gespräche schon ne hilfe.
LG Maria

Re: Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Mi 29. Aug 2018, 18:05
von Michi
Maria T hat geschrieben: Mi 29. Aug 2018, 14:28 Theoretisch müssten im ganzen Landkreis hier ca. 5-10 leute auf die ein oder andere art trans* sein.
Hallo Maria,

ich weiß nicht, wie groß/klein euer Landkreis ist. Aber 5-10 erscheint mir so oder so zu niedrig. Selbst wenn man nur sehr niedrige 0,1% ansetzt, sind es sicherlich mehr.

Ich kann aber gut verstehen, dass du traurig bist, niemand in deiner Nähe persönlich zu kennen.

Liebe Grüße
Michi

Re: Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Mi 29. Aug 2018, 18:12
von Nicole Fritz
Hallo allerseits,

zu der Häufigkeit von Trans* oder nicht-binären Menschen möchte ich folgendes anmerken. Hier im Hunsrück - im ländlichen Raum ohne größere Städte wie Mainz, Koblenz, Trier oder Bad Kreuznach - weiß ich im Umkreis von 50 Kilometern von etwa zehn betroffenen Personen. Von dreien habe ich gehört, eine ist hier im Forum aktiv und die übrigen kenne ich persönlich. Zudem vermute ich gerade hier auf dem Land eine recht große Dunkelziffer, die sich nicht outet.

Ich denke also, dass es deutlich mehr sind, als es die Statistik ausweist. Es trauen sich inzwischen immer mehr sich zu outen.

Liebe Grüße
Nicole

Re: Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Mi 29. Aug 2018, 19:07
von Maria T
MichiWell hat geschrieben: Mi 29. Aug 2018, 18:05
Maria T hat geschrieben: Mi 29. Aug 2018, 14:28 Theoretisch müssten im ganzen Landkreis hier ca. 5-10 leute auf die ein oder andere art trans* sein.
Hallo Maria,

ich weiß nicht, wie groß/klein euer Landkreis ist. Aber 5-10 erscheint mir so oder so zu niedrig. Selbst wenn man nur sehr niedrige 0,1% ansetzt, sind es sicherlich mehr.

Ich kann aber gut verstehen, dass du traurig bist, niemand in deiner Nähe persönlich zu kennen.

Liebe Grüße
Michi
Hab grad mal gegoogelt 😊 offiziell hat der Landkreis Sonneberg ca 52000 Einwohner. Der kleinste in Thüringen. Sehr ländlich geprägt. Ich lebe hier in ner Gemeinde die Flächen mäßig größer als die kreisstadt ist aber nur 1/3 der Einwohner hat. In den dorf wo ich lebe gibt's 3000 Einwohner, jeder kennt jeden und hier ist mir oder der näheren Verwandtschaft und Bekanntschaft keiner bekannt der in meine Richtung schlägt. Zumindest eben nicht offiziell geoutet.
Ich möchte aus Rücksicht auf meine Frau nicht mit meinem realnamen nach ner shg Gründung fragen, weiß auch nicht wie ich das anstellen könnte...
Das schweift aber jetzt zu sehr vom ursprünglichen Beitrag ab.
LG Maria

Re: Weder Mann noch Frau, die Geschichte von einem «genderfreien» Menschen

Verfasst: Do 30. Aug 2018, 09:13
von Marlene K.
Maria T hat geschrieben: Mi 29. Aug 2018, 09:52 Nur der kampf hier ist eben was anderes als in Leipzig, Berlin, Köln oder Hamburg, nur um einige zu nennen.
LG Maria
Liebe Maria,
ich finde, Du hast es hier gut auf den Punkt gebracht. Das internet hilft hier zwar, ändert es aber nicht grundsätzlich.

Ich wünsche Dir und Deiner Frau viele Menschen, die Euch stärken