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Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: So 26. Aug 2018, 09:57
von Michi
Mich stimmten ein paar Worte nachdenklich. Weil ich aber nicht Svenjas Thread sprengen möchte, habe ich mal diesen hier neu aufgemacht.
Hier die betreffenden Worte als Einführung ...
Ich finde die Berichte für mich als Hobby- und Teilzeitfrau genau passend. Da ich zu diesen Zeiten "Frau sein" möchte, ist das gesellschaftliche Verständnis nicht so wichtig für mich, ja sogar eher kontraproduktiv. Andrerseits ist es, gerade auf mich bezogen, bereits vorhanden. Ich konnte wenigstens bisher nichts anderes feststellen. Schlussendlich beginnt dieses "Verständnis" aber immer bei einem selbst.
lg
Nana
MichiWell hat geschrieben:
Schlussendlich beginnt dieses "Verständnis" aber immer bei einem selbst.
Das ist okay, so lange es nicht dort endet.
(Denn sonst ist man nicht anders als 99% der Leute "da draußen" ...)
Ist das nicht paradox?
Einerseits wollen "wir" sein wie die 99% da draußen, also quasi in der Allgemeinheit unsichtbar untergehen, und andererseits wird nach der Anerkennung der "Unterschiedlichkeit" gerufen.
Da stellen sich mir verschiedene Fragen, die ich dir, die du dies hier liest ganz bewusst antragen möchte:
Wer ist denn diese "wir"?
Warum will diese ominöse "wir" so sein wie die Allgemeinheit?
Was aber will diese "wir" wirklich, wenn sie tief in sich hinein fühlt?
Wann fängt diese anonyme "wir" an, sich selbst zu sehen und für sich zu sprechen?
Das Ziel dürfte wahrscheinlich bereits sichtbar sein, aber ich schreibe es zur Sicherheit noch mal im Klartext:
Was ich mir sehr wünsche ist, dass du, wenn du hier darauf antwortet mal ganz bewusst nur von dir selbst und in der Ich-Form schreibst.
---
Nachtrag:
Dieses "nur von dir selbst" liegt mir sehr am Herzen. Ich will nicht wissen, wie du die anderen siehst, sondern wie du dich selbst siehst.
Tut mir leid, dass ich mich anscheinend nicht deutlich und verständlich genug ausgedrückt habe. Ich hoffe, jetzt ist es besser.
---
Ich danke dir.

Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: So 26. Aug 2018, 10:32
von Jenina
Mädels,
da macht man gerade mal gemütlich Urlaub und wenn man dann zurück ist gibt es gleich wieder Arbeit. Böse Michi!
Michi, Du stellst ganz richtig diese Fragen, zumal mir zumindest nicht reicht nur von Kosmetik, Klamotten oder Ausgängen zu lesen. Aber das weiß man ja schon...
MichiWell hat geschrieben: So 26. Aug 2018, 09:57
Wer ist denn diese "wir"?
"Wir" ist wahrlich ein weites Feld. Gerade in diesem Forum wird es - zu meiner besonderen Freude - auch sehr weit gesehen. Es gibt da leider immer wieder sehr engstirnige Mädels, die sich eher abgrenzen wollen. Ich sehe das so weit wie es hier im Forum üblich ist: "wir" sind alle jene, die ihre Schwierigkeiten haben mit dem abendländischen Modell von den bipolaren Geschlechtern zurecht zu kommen. Egal ob es eine rein psychische Ablehnung oder ob es auch eine physische Komponente gibt. Das Gefühl hat ja ohnehin eine gewisse Parität wenn es um dieses Gefühl geht, das was in der Gesellschaft "mehrheitlich gefordert" scheint für sich anzunehmen.
Warum will diese ominöse "wir" so sein wie die Allgemeinheit?
Ich denke mal das wollen nicht alle. Natürlich gibt es die Anpassung die teilweise auch kuriose Blüten treibt. Die Anpassung vermeidet ja schließlich auch allzu heftige Abwehrreaktionen "uns" (siehe oben...) gegenüber. Aber sie ist ja eigentlich immer nur unvollständig machbar und wir werden "erkannt" - als etwas was eben nicht einer vermeintlichen "Norm" entspricht. (die Gänsefüßchen haben heute wohl Ausgang?). Ich denke, dieses "so sein wollen" ist unsere Reaktion auf Unverständnis, ja Ablehnung. Es ist eine Schutzreaktion.
Was aber will diese "wir" wirklich, wenn sie tief in sich hinein fühlt?
Ich will, das obige Schutzrektion nicht mehr erforderlich wird. Das man so sein darf wie man sich gerade fühlt, egal wie man da aussieht. Denn dieses "Dazugehören" gibt in vielen Situationen, und es kommt gar nicht darauf an was man gerade an hat...
Wann fängt diese anonyme "wir" an, sich selbst zu sehen und für sich zu sprechen?
Es fängt an wenn es sich outet, egal wo. Sobald es nicht mehr eine private Angelegenheit - auch das Outing in dem engsten Partner gegenüber ist schon nicht mehr privat - ist, muss man sich klar werden was man da eigentlich tut. Und es dann eben auch zu erklären versuchen. Und sein Ziel zu finden. Und vor allen zu sich selbst zu finden, sein Selbstbewusstsein, ja seine Selbstliebe, aufzubauen damit man sich behaupten kann. Dann kann es auch "für sich selbst" sprechen. Wie auch immer das aussieht. Ich bin immer noch dabei, und auch dieses ständige Arbeiten daran gehört dazu.
Jenina
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: So 26. Aug 2018, 10:51
von Michi
Hallo Jenina,
ich freue mich sehr, dass du hier als Erste antwortest, habe ich doch hier lange nichts mehr von dir lesen dürfen.
Eine kleine Kritik möchte ich dennoch anbringen:
Du warst für mein Gefühl, meine Zielstellung noch zu sehr bei den "anderen" in unserer Runde. Ich befürchte, du bist mental noch im Urlaub, was ich dir keineswegs verübeln möchte.
Sei mir ganz lieb gegrüßt
Michi
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: So 26. Aug 2018, 12:25
von Marlene K.
Ich weiß nicht, ob ich die aufgeworfene Fragestellung richtig verstehe.
Ich merke nur, dass mein Leben und meine Gefühle sich in einem durchaus in paradoxen Spannungsfeldern bewegen.
Ich spüre meine weiblichen Verhaltensweisen und Schwächen. Angefangen bei einer weiblich gesehenen rechts-links Schwäche bis hin zu meiner Unfähigkeit, eigene Bedürfnisse zuzulassen und durchzusetzen, was ja auch von der Mehrheit als weiblich gewertet wird. Angefangen bei meiner Fähigkeit mitzufühlen und die Beweggründe auch hinter verletzendem Verhalten bei meinen Mitmenschen zu sehen bis hin zu meiner Liebe dazu, meine Umwelt mir und anderen gastlich zu machen.
Ich habe aber auch meine männlichen Anteile, die sich durch die Betonung von körperlicher Präsenz und dem Verbergen von Gefühlen zu schützen wissen anders als es meiner inneren Frau möglich ist. Paradox ist aber an dieser Stelle, dass die Frau in mir den Kerl locker in die Tasche stecken kann nach meinem eigenen Empfinden. Biegsames ist wohl schwerer zu brechen als Erstarrtes.
Mein größtes inneres Paradoxon ist aber wohl mein westlisch-analytisches Denken, dass sich den Widerspruch zwischen äußerer Hülle und innerem Empfinden nicht erklären kann.
Diese inneren Widersprüche spiegeln sich auch in dem Umgang mit meinen Mitmenschen. Ich bin nicht so stark, dass mir immer alle Reaktionen meiner Umwelt egal sind. Wenn das so wäre, hätte ich auch nicht die Möglichkeit mich zu empfinden, denn unsere Selbstwahrnehmung wird für mich aus dem Umgang anderer Menschen mit uns gespeist.
Hierraus ergibt sich für mich die scheinbar paradoxe Tatsache, dass ich nur wenn ich uns selber liebe, ich von meinenMitmenschen als echt und liebenswert wahrgenommen werde. Auf der anderen Seite lernen wir uns von Anfang an nur lieben, wenn unsere Eltern und die Umwelt uns spüren lassen, dass wir geliebt werden.
Kein Mensch kann ohne Bezüge leben, aber trotzdem kann nur ich meine Zufriedenheit unmd mein Glück beeinflussen.
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: So 26. Aug 2018, 13:55
von YvonneTV
Hallo Michi - spannendes Thema
Ich möchte glücklich sein- - und dafür kann ich selbst viel tun

Ich möchte meine tiefen Emotionen zulassen, ich nehme sie an. Ich habe auch sehr weibliche Anteile in mir, im Alltag (MM) und wenn ich als Yvi unterwegs bin.
So sehe ich mich als einen Menschen, der auf sich selbst achtet und auch auf das innerste der Seele hört. Wenn ich mich für etwas entscheide, dann mache ich das voller Elan

Als ich Yvi wirklich entdeckt habe, wollte ich alles lernen: Wie schminke ich mich (Schminkseminar) ? Wie kann ich aussehen (Fotoshooting) ? Wie kann ich mich bewegen (Highheels Training) ? Wie fühlt es sich an wenn ich als Yvi unterwegs bin (Stammi & mehr) ?
Aus all dem habe ich ganz viel gelernt, mich entwickelt und hierbei meine ich jetzt
nicht die Techniken.
Ich habe MEINEN Weg gesucht und gefunden !
Dieser ist nicht starr. Wenn ich eine Stadt kennen lernen möchte, lege ich mir eine Route zurecht, der reale Weg verläuft dann oft ganz anders. So auch im echten Leben -- achte ich auf das, was mit gut tut (und was nicht). Wenn MIR Outfits gefallen, dann ziehe ich diese gern an - NICHT weil sie Mainstream sind, Mode oder gerade In sind. Das gilt für Yvi genauso, wie im Männermodus. Ich mach mich so zurecht, wie ich mir gefalle, wie ich mich wohfühle
Bis auf wenige Ausnahmen zeigen alle meine Tattoos zu mir - weil sie für mich sind, nicht für die Welt.
Ich bin gerne "anders" ein Stück weit verrückt und durch

Weil es mir gut tut und Spass macht. Es macht mich glücklich. Ich bin ich und das ist gut so
Und: Ich bin einmalig
Ich freue mich, Michi, dass Du danach gefragt hast

Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: So 26. Aug 2018, 14:10
von Simone 65
Ich möchte so gerne schreiben . Schreiben über Gefühle ist für mich nicht einfach .
Ich bin Simone . Ganz einfach .
Als Simone erlebe ich so viel . Ich habe Freunde gefunden , die mir zuhören .
Ich meinen alten Leben hatte ich all das nicht , keine sozialen Kontakte .
Ich bin eine Frau und werde in der Öffentlichkeit auch so gesehen ( hoffe ich doch ) .
An der Arbeit bin ich noch im MM , aber auch da ist schon viel Simone da . Gerade einige Ferienarbeiterinnen , ganz jung , sind doch irritiert .
Ich wurde erst von zwei Menschen enttäuscht .
Ich schreibe nur von mir . Ich sitze gerade im Cafe Schill . Die Menschen sehen mich und sind freundlich.
LG Simone
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: So 26. Aug 2018, 17:24
von Jenina
MichiWell hat geschrieben: So 26. Aug 2018, 10:51
...
Du warst für mein Gefühl, meine Zielstellung noch zu sehr bei den "anderen" in unserer Runde. Ich befürchte, du bist mental noch im Urlaub, was ich dir keineswegs verübeln möchte.
...
Mag sein Michi. Aber wenn vom "Ich" die Rede ist so ist es nicht denkbar dass ich mich dabei von unserer Community löse. Es kommt sofort dazu dass ich mich als Teil eines Ganzen betrachte, das gleiche oder ähnliche Interessen vertreten sollte.
Ein Mensch ist für mich nicht ohne Gemeinschaft denkbar, es braucht die Gemeinschaft. Deshalb ist es ja gerade so schwer, wenn "wir" aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Und das ist meine ganz persönliche Ich-Meinung, die ich wiederum gerne als die Aller sehen würde.
Deshalb sieh das mal nicht so eng mit dem "Ich".
Jenina
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: Mo 27. Aug 2018, 08:07
von Joe95
Guten Morgen...
Ich möchte mal versuchen die Fragen zu beantworten, natürlich nur aus meiner Sicht.
MichiWell hat geschrieben: So 26. Aug 2018, 09:57
...
Ist das nicht paradox?
Einerseits wollen "wir" sein wie die 99% da draußen, also quasi in der Allgemeinheit unsichtbar untergehen, und andererseits wird nach der Anerkennung der "Unterschiedlichkeit" gerufen.
Da stellen sich mir verschiedene Fragen, die ich dir, die du dies hier liest ganz bewusst antragen möchte:
Wer ist denn diese "wir"?
Dieses "wir" in dem Zitat deute ich mit "all jene, die als Ts oder Cd extremen Wert auf ihr Passing legen und nicht als Ts oder Cd erkannt werden möchten, aber dennoch ihre persönliche Situation berücksichtigt wissen wollen". Das ist auch nur scheinbar ein Widerspruch, da beides ja nicht gleichzeitig passiert.
Warum will diese ominöse "wir" so sein wie die Allgemeinheit?
Ich denke hier geht es darum sich unerkannt in der Öffentlichkeit zu bewegen.
Was aber will diese "wir" wirklich, wenn sie tief in sich hinein fühlt?
Hier kann ich mich nicht mehr auf das Zitat beziehen, sondern nur auf mich selber.
Ich möchte so leben dürfen, wie ich bin. Wobei ich im täglichen Leben die Erfahrung mache dass ich das bis auf eine Ausnahme kann.
Wann fängt diese anonyme "wir" an, sich selbst zu sehen und für sich zu sprechen?
Hier kann ich natürlich nur vermuten, aber ich denke das dieses "anonyme wir" sich selbst als Teil derer sieht, die unerkannt sein möchten. Sozusagen anonym-².
Das Ziel dürfte wahrscheinlich bereits sichtbar sein, aber ich schreibe es zur Sicherheit noch mal im Klartext:
Was ich mir sehr wünsche ist, dass du, wenn du hier darauf antwortet mal ganz bewusst nur von dir selbst und in der Ich-Form schreibst.
---
Nachtrag:
Dieses "nur von dir selbst" liegt mir sehr am Herzen. Ich will nicht wissen, wie du die anderen siehst, sondern wie du dich selbst siehst.
Tut mir leid, dass ich mich anscheinend nicht deutlich und verständlich genug ausgedrückt habe. Ich hoffe, jetzt ist es besser.
---
Ich danke dir.
Hier fühle ich mich nicht mehr angesprochen...
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: Mo 27. Aug 2018, 08:29
von Luna
MichiWell hat geschrieben: So 26. Aug 2018, 09:57
Wer ist denn diese "wir"?
Warum will diese ominöse "wir" so sein wie die Allgemeinheit?
Was aber will diese "wir" wirklich, wenn sie tief in sich hinein fühlt?
Wann fängt diese anonyme "wir" an, sich selbst zu sehen und für sich zu sprechen?
Hallo Michi,
interessante Fragen, die Du da stellst. Also will ich mal versuchen, sie für Dich und (insbesondere) für mich zu beantworten.
ad 1: Wir ist kontextbezogen. Das kann der weite Bogen Trans*, von DWT, CD über genderqueer bzw -fluid, TZF bis TS sein. Oder auch nur die Untergruppe (derzeit am ehesten Bigender), der ich mich zugehörig fühle. Wir kann auch die Gruppe der nur teilweise oder gar nicht Geouteten sein usw.
ad 2: Ich will keineswegs sein wie die Allgemeinheit, aber ich will von ihr akzeptiert werden, im Idealfall so wie ich bin; nein, warte mal: so wie ich sein möchte.
ad 3: Ich will (in Verhalten, Kleidung und Aussenwirkung) so sein können, wie ich mich gerade fühle. Das kann mal männlich, oft androgyn oder mal weiblich sein. Ich weiß aber, dass das für die Allgemeinheit sehr verwirrend ist und sie damit (im Regelfall) nicht umgehen kann. Das führt (in für mich wichtigen und essenziellen Bereichen) aller Voraussicht nach zu Ablehnung und Ausgrenzung. Weil ich nun aber ein soziales Wesen bin und daher nicht einfach mein Ding durchziehen kann, passe ich mich an (meist mehr, manchmal auch weniger). Derzeit kann/will ich den Preis für mein "uneingeschränktes" Ich nicht bezahlen.
ad 4: Ich sehe mich durchaus selbst und versuche immer nur für mich zu sprechen. Ich habe eine Meinung und meine (durch zeitlichen Verlauf und Diskurs veränderbare) Sicht der Dinge, bin aber nicht im Besitz der Wahrheit. Daher versuche ich auch nicht sie anderen aufzudrängen. Über mich selbst (mit allen Facetten) spreche ich mit meiner Frau. Ob sich dieser Kreis je erweitern wird weiß ich heute nicht.
Alles Liebe
Luna
p.s.: Hoffe, das war jetzt keine Themaverfehlung
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: Mo 27. Aug 2018, 09:10
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Michi,
ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich Dich richtig verstehe, aber ich versuche es einmal:
Was ich mir sehr wünsche ist, dass du, wenn du hier darauf antwortet mal ganz bewusst nur von dir selbst und in der Ich-Form schreibst.
Mache ich immer so. Auch wenn andere meinen, ich wäre selbstbezogen. Aber ich kann nur von mir schreiben, alles andere wäre ein Übergriff.
Wer ist denn diese "wir"?
Keine Ahnung, aber Menschen mit einem "flexiblem Geschlechtsverständnis" haben in vielerlei Hinsicht eine ähnliches Interesse. Insofern ist das "wir" manchmal gerechtfertigt. Was ich nicht vertrage, ist eine Haltung anderer, die versucht mich zu vereinnahmen. Ich möchte selber entscheiden, mit welchen Dingen ich mich gemein mache.
Warum will diese ominöse "wir" so sein wie die Allgemeinheit?
Wenn ich aus dem "wir" ein "ich" mache, hat das viel damit zu tun, dass ich mich nicht gerne verstecke. Ich möchte mich zuhause und in der Allgemeinheit selbstverständlich bewegen und dabei als nichts besonderes gesehen werden. Ob Andere mich als Frau oder Mann im Frauenmodus sehen, ist mir dabei nicht wichtig.
Was aber will diese "wir" wirklich, wenn sie tief in sich hinein fühlt?
Ich möchte als Mensch respektiert werden. Egal wie ich auftrete.
Wann fängt diese anonyme "wir" an, sich selbst zu sehen und für sich zu sprechen?
In dem Augenblick, in dem ich mich nicht mehr hinter einem "Wir" verstecke, sehe ich mich selbst und spreche für mich. Das, was ich dabei ausdrücke muss nicht perfekt sein. Hauptsache, es ist mein aktueller Standpunkt. Ich entwickle mich bei jedem "Für mich selber sprechen" immer einen kleinen Schritt weiter. Bei einem "Wir" verstecke ich mich hinter einem Standpunkt, der nicht zu mir gehört. Das bringt mich persönlich nicht weiter.
Ein Wir kann dennoch sinnvoll sein, wenn es darum geht, gemeinsame Ziele zu erreichen, kann aber nicht meine Persönlichkeit darstellen. Daher sollte dann das Ziel auch klar umrissen sein, um die Abgrenzung zu erlauben. So bin ich ein Teil der Community, aber es gibt vieles in der Community, was nicht zu mir passt.
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: Mo 27. Aug 2018, 10:29
von Michi
Hallo zusammen,
ich möchte mich schon mal für die bisherigen Antworten bedanken. Ohne jetzt zu kommentieren und damit in irgendeiner Weise Einfluss zu nehmen, möchte ich nur sagen: Weiter so.
Liebe Grüße
Michi
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: Di 28. Aug 2018, 06:31
von Flodur
Ich kapiers mal wieder nicht.
Wie fast immer üblich kommt es mir so vor als hätten alle bisherigen Anworter das Thema verfehlt.
Michi fragt nach Ich und ihr versucht Wir zu definieren.
Ich weiß, dass ich ein Mann bin.
Ich habe keine weibliche Seite.
Ich trage Röcke und Kleider, weil ich mich darin wohlfühle.
Ich wünsche mir, dass mich der Rest der Meschheit einfach in Ruhe lässt und mir gönnt, dass ich mich so wohlfühle!
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: Di 28. Aug 2018, 08:35
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Flodur,
Michi hat 4 Fragen gestellt, die sich auf das "Wir" beziehen, für die sie um Beantwortung in der Ich-Form bittet. Sie hat nicht danach gefragt, wie man sich selber definiert.
Wer ist denn diese "wir"?
Warum will diese ominöse "wir" so sein wie die Allgemeinheit?
Was aber will diese "wir" wirklich, wenn sie tief in sich hinein fühlt?
Wann fängt diese anonyme "wir" an, sich selbst zu sehen und für sich zu sprechen?
Darum geht es mMn ...
Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: Di 28. Aug 2018, 18:37
von Michi
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 28. Aug 2018, 08:35
Hi Flodur,
Michi hat 4 Fragen gestellt, die sich auf das "Wir" beziehen, für die sie um Beantwortung in der Ich-Form bittet. Sie hat nicht danach gefragt, wie man sich selber definiert.
Wer ist denn diese "wir"?
Warum will diese ominöse "wir" so sein wie die Allgemeinheit?
Was aber will diese "wir" wirklich, wenn sie tief in sich hinein fühlt?
Wann fängt diese anonyme "wir" an, sich selbst zu sehen und für sich zu sprechen?
Darum geht es mMn ...
Okay ... also: NEIN. Vicky, so leid es mir tut, aber dieses Mal liegst du voll daneben.
Man schaue bitte noch mal auf die von mir bewusst eingesetzten kleinen orthographischen "Unstimmigkeiten" an.

Re: Ist das nicht paradox? (Antworten bitte in Ich-Form.)
Verfasst: Di 28. Aug 2018, 21:13
von ExUserIn-2026-04-08
Dann habe ich es , immer noch nicht, kapiert, sorry ...