Seite 1 von 1

3sat 25.7.2018: Die Abschaffung der Geschlechter

Verfasst: Di 24. Jul 2018, 15:53
von Anne-Mette
Moin,

ein Zuruf meiner Frau, die gerade die Fernsehzeitung studiert. Hier der Link zur Ankündigung bei 3sat:

http://www.3sat.de/page/?source=/dokume ... index.html

Gruß
Anne-Mette

Re: 3sat 25.7.2018: Die Abschaffung der Geschlechter

Verfasst: Mi 25. Jul 2018, 08:09
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Anne-Mette,

dann rufe Deiner Frau ein herzliches "Dankeschön" zurück ... )))(:

Re: 3sat 25.7.2018: Die Abschaffung der Geschlechter

Verfasst: Mi 25. Jul 2018, 09:29
von ulla
Vieleicht sind wir die Vorreiter zu einer neuen Epoche der Lebensqualität.
Dazu gehört auch,daß die ungeschriebene Bekleidungsvorschrift für die Geschlechter nichtmehr bindend bleibt.
Sollten auf uns stolz sein,was wir erreicht haben.
Ulla

Re: 3sat 25.7.2018: Die Abschaffung der Geschlechter

Verfasst: Mi 25. Jul 2018, 18:10
von Anne-Mette
Moin,

die SÜDDEUTSCHE zur Sendung: https://www.sueddeutsche.de/medien/gend ... -1.4067341

Gruß
Anne-Mette

Re: 3sat 25.7.2018: Die Abschaffung der Geschlechter

Verfasst: Do 26. Jul 2018, 16:46
von edeka
habe mir die sendung grad über die mediathek angeschaut, zu finden über den link im ersten post.
Es ist eine Sendung vom ORF, also aus Österreich.
Gliedert sich in ein paar längere Beiträge, die anhand von einzelnen Personen verschiedene, bekannte Aspekte beleuchten:
Ein Mann (Kunsthistoriker), der sich zu Führungen als dragqueen zurecht macht,
Ein Intersexueller, bis etwa 20 als Frau lebend, dann auf eigenen Wunsch operativ zum Mann "korrigiert". Traf damit zunächst auf Hindernisse im Umfeld, war aber schließlich erfolgreich und glücklich. (es war eine bekannte Skirennfahrerin).
Eine deutsche Transfrau als Fotomodell.
Eine amerikanische Transfrau.
Noch ein paar Geschichten, 3.Geschlecht, pink für Mädchen, blau für Burschen, Geschlechterrollen im Kindergarten.
Die üblichen Probleme. Allmählich Teil der gesellschaftlichen Normalität.

Danke für den Hinweis.

Re: 3sat 25.7.2018: Die Abschaffung der Geschlechter

Verfasst: Fr 27. Jul 2018, 09:54
von sbsr
Bei mir geht die Mediathek irgendwie nicht, das Video startet nicht und im Hintergrund ist eine Meldung zu sehen "Plugin muss aktualisiert werden".

Die meisten dieser Dokus gehen mir persönlich zu sehr in Richtung Probleme von Trans* und Inter Menschen. Wie das hier beschrieben wird, war diese wohl nicht viel anders. Das blöde daran ist, dass der unbedarfte Zuschauer dann sieht, worunter wir leiden, sich aber weiter keine Gedanken dazu macht, weil er ja nichts dafür und deshalb auch nichts daran ändern kann.

Hat jemand Verbindungen zur Medienwelt? Ich würde mir mal eine Doku wünschen, die unmissverständlich zeigt, wie bescheuert dieses Schubladendenken ist, und dass wir keine Freaks sind, von denen man seine Kinder fern halten sollte. Insbesondere Crossdresser, weil ich den Eindruck habe, Trans* wird besser akzeptiert oder zumindest verstanden als nicht-binär oder Crossdressing. Vor allem sollte eine Doku auch Lösungsvorschläge bieten, nicht nur zeigen wie schlecht doch alles ist.

ascona hat geschrieben: Do 26. Jul 2018, 16:46 Noch ein paar Geschichten, 3.Geschlecht, pink für Mädchen, blau für Burschen, Geschlechterrollen im Kindergarten.
Die üblichen Probleme. Allmählich Teil der gesellschaftlichen Normalität.
Meinst Du damit, dass es Normalität ist, der gesamten Welt über die Farbe des Nuckelfläschchens zu signalisieren, ob der eigene Nachwuchs ein Zipfelchen hat? Oder dass diese Diskussion in der Gesellschaft ankommt? Zweiteres glaube ich nämlich nicht, in meinem Umfeld erlebe ich aktuell mehr "rosa für Jungs geht gar nicht" als jemals zuvor.

Re: 3sat 25.7.2018: Die Abschaffung der Geschlechter

Verfasst: Fr 27. Jul 2018, 10:30
von ExUserIn-2026-04-08
mehr "rosa für Jungs geht gar nicht" als jemals zuvor.
Mir kommt so etwas vor, wie das Pfeifen im Wald. Man hat ziemlich unreflektiert Ängste, dass sich etwas ändert, vielleicht sogar davor, dass man mit sich selber beschäftigen muss, weil man mit etwas konfrontiert wird, das in einem steckt, aber verdrängt. damit meine ich nicht CD, sondern mit Eigenschaften, die weggedrückt werden. Oder anders formuliert: Solche Dinge schlummern im Untergrund und wenn man nicht aufpasst und die Dinge kontrolliert, wachsen sie einem über den Kopf.

Angst vor Einbruch der Selbstkontrolle ist vielleicht der richtige Ausdruck. Männer müssen gemäß der Rolle, sehr viel verdrängen und wegstecken. Was passiert mit den Männern, wenn auf einmal alles erlaubt sein soll ? Dann kommt nicht das große Aufatmen, sondern die Furcht vor sich selber.

Re: 3sat 25.7.2018: Die Abschaffung der Geschlechter

Verfasst: Fr 27. Jul 2018, 12:27
von Jenina
sbsr hat geschrieben: Fr 27. Jul 2018, 09:54 .... Insbesondere Crossdresser, weil ich den Eindruck habe, Trans* wird besser akzeptiert oder zumindest verstanden als nicht-binär oder Crossdressing. ...
.... also erstmal: CD und nicht-binär gehören auch zu trans*! Falls aber Transsexualität gemeint sein sollte, so ist das ganz einfach. Ein Transexueller bricht nicht aus dem binären Geschlechtermodell aus und will meistens nach der Transistion "stealth" leben. Also als MzF TS eine Frau sein. Bis hin zur Bereinigung sämtlicher Unterlagen.

Allerdings gelingt das nur wenigen. Trotzdem wird die Bemühung anerkannt dem hergebrachten zu entsprechen, sei es mit Mitleid oder echter Toleranz. Unsere abenländische Kultur kennt nun mal ein "dazwischen" nicht. Deshalb die geringe Toleranz gegenüber denen, die sich eben nicht festlegen lassen wollen (Betonung auf "lassen").

Jenina

Re: 3sat 25.7.2018: Die Abschaffung der Geschlechter

Verfasst: Fr 27. Jul 2018, 13:09
von Jaddy
Jenina hat geschrieben: Fr 27. Jul 2018, 12:27.... also erstmal: CD und nicht-binär gehören auch zu trans*! Falls aber Transsexualität gemeint sein sollte, so ist das ganz einfach. Ein Transexueller bricht nicht aus dem binären Geschlechtermodell aus und will meistens nach der Transistion "stealth" leben. Also als MzF TS eine Frau sein. Bis hin zur Bereinigung sämtlicher Unterlagen.

Allerdings gelingt das nur wenigen. Trotzdem wird die Bemühung anerkannt dem hergebrachten zu entsprechen, sei es mit Mitleid oder echter Toleranz. Unsere abenländische Kultur kennt nun mal ein "dazwischen" nicht. Deshalb die geringe Toleranz gegenüber denen, die sich eben nicht festlegen lassen wollen (Betonung auf "lassen").
Wenn ich da für tiefergehende Diskussionen mal geringfügig korrigieren darf, basierend auf dem Sprachgebrauch innerhalb der "Community": Ja, "trans*" (mit und ohne "*") wird adjektivisch benutzt und zwar für alle, die nicht cis sind. Also egal wie, aber eben unzufrieden mit der ihnen (i.d.R. bei der Geburt) zugewiesenen Geschlechtsidentität.

Deshalb gehören CD, TV, etc. auch dazu, sofern es um das "Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung, um die zeitweilige Erfahrung der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht zu erleben" geht (F64.1). Explizit ohne "Fetischistischer Transvestitismus" und auch ohne Wunsch nach sozialer oder körperlicher Angleichung.

Ich stelle aber für mich fest (und habe das bei anderen Enbis auch so erfahren), dass die Kerndefinition von Transsexualität auch bei mir greift:
F64.0 Transsexualismus
Der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser geht meist mit Unbehagen oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. Es besteht der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.
Das Schlüsselwort ist "anerkannt". Für binäre Transmänner und -frauen heisst das häufig "stealth", um eben nicht ständig erkannt, angesprochen, anders behandelt zu werden.

Für Enbis ist das noch etwas schwierig, weil es bei uns, wie du schon sagtest, noch keine etablierten Umgangsformen mit nicht-binären Menschen gibt, und der ICD10 noch keine weiteren kannte(1). Das ändert nichts daran, dass ich zum Beispiel wirklich gerne überall als Enbi anerkannt wäre - und nicht ständig falsch männlich oder falsch weiblich eingeordnet. Es gibt nun mal Geschlechstidentät(en) jenseits von "männlich" und "weiblich". Und wer in einer solchen leben und anerkannt werden möchte, ist genauso transsexuell wie binäre Transsexuelle.

Insofern bezeichne ich mich auch als trans, bzw. nach der veralteten, inzwischen überholten Terminologie als "transsexuell".

(1) F64.8 und .9 sind so Auffangkategorien, aber wie gesagt: Die Kerndefinition F64.0 greift bei vielen Enbis.

Re: 3sat 25.7.2018: Die Abschaffung der Geschlechter

Verfasst: Sa 28. Jul 2018, 09:12
von edeka
Hallo Svenja,
den gleichen Fehler mit Abspielen von Filmen hatte ich auch schon, ist mir ein Rätsel warum es mal funktioniert mal nicht. Da kann ich dir nicht helfen, sorry.
sbsr hat geschrieben: Fr 27. Jul 2018, 09:54
ascona hat geschrieben: Do 26. Jul 2018, 16:46 Noch ein paar Geschichten, 3.Geschlecht, pink für Mädchen, blau für Burschen, Geschlechterrollen im Kindergarten.
Die üblichen Probleme. Allmählich Teil der gesellschaftlichen Normalität.
Meinst Du damit, dass es Normalität ist, der gesamten Welt über die Farbe des Nuckelfläschchens zu signalisieren, ob der eigene Nachwuchs ein Zipfelchen hat? Oder dass diese Diskussion in der Gesellschaft ankommt? Zweiteres glaube ich nämlich nicht, in meinem Umfeld erlebe ich aktuell mehr "rosa für Jungs geht gar nicht" als jemals zuvor.
mit Normalität meinte ich nur - daß Trans*Menschen nicht mehr als Menschen vom andern Stern angesehen werden, sondern eher als "normaler" Teil der Gesellschaft. Wohl einfach weil sie durch Medienpräsenz und reale Begegnungen :) , vielleicht auch persönliche Bekanntschaften weniger im verborgenen sind als früher.
Du und die andern haben natürlich recht, daß diese Sichtbarkeit noch nicht heißt , daß TS und TV etc genauso wie alle andern respektiert werden.
Zu der Farbe rosa/pink wurde in der Sendung gezeigt, wie die Wirtschaft hier auf Rollenklischees aufbaut, um Geschäfte zu machen. Das ist schlimmer als früher, im Sinne von Profitmaximierung oder Ökonomisierung des Lebens, nenn's wie du willst.

Ich fand die Sendung nicht schlecht. Liefert auf jeden Fall Denkanstösse. Lösungsansätze und tiefer gehendes würde man sich mehr wünschen. (irgendwie lächerlich fand ich die Eingangsstory, wie ein Kunsthistoriker sich als Dragqueen zurecht macht, nur um Interesse für die Führung bei Museumsbesuchern zu wecken)