Jenina hat geschrieben: Fr 27. Jul 2018, 12:27.... also erstmal: CD und nicht-binär gehören auch zu trans*! Falls aber Transsexualität gemeint sein sollte, so ist das ganz einfach. Ein Transexueller bricht nicht aus dem binären Geschlechtermodell aus und will meistens nach der Transistion "stealth" leben. Also als MzF TS eine Frau
sein. Bis hin zur Bereinigung sämtlicher Unterlagen.
Allerdings gelingt das nur wenigen. Trotzdem wird die Bemühung anerkannt dem hergebrachten zu entsprechen, sei es mit Mitleid oder echter Toleranz. Unsere abenländische Kultur kennt nun mal ein "dazwischen" nicht. Deshalb die geringe Toleranz gegenüber denen, die sich eben nicht festlegen lassen wollen (Betonung auf "lassen").
Wenn ich da für tiefergehende Diskussionen mal geringfügig korrigieren darf, basierend auf dem Sprachgebrauch innerhalb der "Community": Ja, "trans*" (mit und ohne "*") wird adjektivisch benutzt und zwar für alle, die nicht cis sind. Also egal wie, aber eben unzufrieden mit der ihnen (i.d.R. bei der Geburt) zugewiesenen Geschlechtsidentität.
Deshalb gehören CD, TV, etc. auch dazu, sofern es um das "Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung, um die zeitweilige Erfahrung der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht zu erleben" geht (
F64.1). Explizit ohne "Fetischistischer Transvestitismus" und auch ohne Wunsch nach sozialer oder körperlicher Angleichung.
Ich stelle aber für mich fest (und habe das bei anderen Enbis auch so erfahren), dass die Kerndefinition von Transsexualität auch bei mir greift:
F64.0 Transsexualismus
Der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser geht meist mit Unbehagen oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. Es besteht der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.
Das Schlüsselwort ist "anerkannt". Für binäre Transmänner und -frauen heisst das häufig "stealth", um eben nicht ständig erkannt, angesprochen, anders behandelt zu werden.
Für Enbis ist das noch etwas schwierig, weil es bei uns, wie du schon sagtest, noch keine etablierten Umgangsformen mit nicht-binären Menschen gibt, und der ICD10 noch keine weiteren kannte(1). Das ändert nichts daran, dass ich zum Beispiel wirklich gerne überall als Enbi anerkannt wäre - und nicht ständig falsch männlich oder falsch weiblich eingeordnet. Es gibt nun mal Geschlechstidentät(en) jenseits von "männlich" und "weiblich". Und wer in einer solchen leben und anerkannt werden möchte, ist genauso transsexuell wie binäre Transsexuelle.
Insofern bezeichne ich mich auch als trans, bzw. nach der veralteten, inzwischen überholten Terminologie als "transsexuell".
(1) F64.8 und .9 sind so Auffangkategorien, aber wie gesagt: Die Kerndefinition F64.0 greift bei vielen Enbis.