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Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 11:38
von ExUserIn-2026-04-08
Hallo in die Runde,
viele von uns sehen sich gerne en femme als relativ jung, sexy und attraktiv. Dabei sind in diesem Forum ja nun einige, die die 50 Jahre mehr oder weniger deutlich überschritten haben. Ich gehöre seit einigen Jahren auch dazu. Das brachte mich auf den Gedanken, mich mit dem Thema Trans und Altern ein wenig zu beschäftigen.
Natürlich gibt es auch sehr attraktive Frauen in meinem Alter, aber ich mache mir nichts vor, en femme falle ich bestimmt nicht darunter, geschweige denn jüngere Frauen. Dazu kommt, dass ich en femme eher älter wirke als en homme. Das Alter bedeutet für mich, dass andere Themen verstärkt auf die Tagesordnung kommen. Gedanken an Sterblichkeit, nachlassende Fitness, andere mentale Grundstimmungen, mögliche Krankheiten rücken stärker in den Vordergrund. Ich halte nicht viel davon, mein Alter zu verstecken, zu verdrängen oder mich selber zu belügen. Ich werde, z.Zt. noch langsam, aber erkennbar, alt.
Aber was bedeutet das für mein Trans*-Dasein ? Im Netz gibt es zu diesem Thema extrem wenig. Das passt auch zur Grundeinstellung unserer Gesellschaft, die das Thema "Altern" gerne verdrängt. Ich empfinde Altern aber gar nicht als so negativ. Es gibt so viele gute Aspekte daran, die ich nicht missen möchte. Der eigenen "Jugend" hinterher zu laufen, empfinde ich als kontraproduktiv, weil es mir den Blick auf meine heutigen Möglichkeiten verstellt. Aber meine Haut wird trockener, körperliche Funktionen sind nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Aber ich genieße viel mehr meine Lebenserfahrungen, mehr innere Gelassenheit und mehr Bewusstsein für den Augenblick.
Was ich aber noch gar nicht einschätzen kann, ist die Frage, was das Altern mit meiner Situation als Trans-Mensch macht. Mit Ende 50 bin ich en femme definitiv nicht so attraktiv wie eine Mitte 30-Jährige (ich bezweifle, dass ich je so attraktiv war ...

). Ich habe aber auch keine Lust, im Look der älteren Damen herum zu laufen. Aber das ist nur das Äußere.
Was macht Trans und Alter aus ? Gibt es Veränderungen, die in eine ganz andere Richtung weisen ? Trans und Alter wird fast nirgends thematisiert. Warum ist dem so ? Ist Trans nicht mehr wichtig oder hängt das mit dem Jugendkult unserer Gesellschaft zusammen ?
Wie geht Ihr mit dem Thema um ? Ich meine nicht so sehr Trans im Zusammenhang mit Pflegeheim/Krankheit/Tod, sondern die Zeit bis dahin. Wollt Ihr weitermachen wie bisher oder gibt es signifikante Veränderungen ? Was erwartet Ihr für die Zeit zwischen 60- und 80+ Jahren, in denen Ihr Euch noch selber versorgen könnt, vielleicht auch fit seid ?
Oder macht Ihr Euch überhaupt keine Gedanken ?
Edit:
Folgende Websiten habe ich gefunden (wird ergänzt):
https://www.rosa-alter.de/
http://www.gruene-duesseldorf.de/ags-le ... er-lsbtti/
Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 12:24
von Jenina
Vicky,
man macht sich Gedanken... Mir kamen sie zuletzt als es darum ging dass man unbedingt eine Gemeinschaft auf einem dubiosen "sozialen Netzwerk" gründen müsse die eine strikte Altersbegrenzung und eine Bewerbung mit Foto hat. Da dachte ich mir, wie man auf solche abstrusen Gedanken kommt.
Irgendwie hat man Angst vor dem Alter. Ich merke es selber an mir. Deshalb habe ich mir auch neulich so meine
Gedanken gemacht...
Es geht nicht so sehr darum wie man sich stylt, man fällt ja sowieso auf. Da macht es auch nichts wenn das nicht "altersgerecht" daherkommt. Wobei es so etwas ja gar nicht gibt, den es ist genau so eine kulturelle ungeschriebene Regel wie die dass man als Mann keinen Roch anziehen dürfe. Darüber lohnt es sich also nicht nachzudenken.
Nachdenken sollte man aber wie man im Alter seine Erfahrungen mit dem Leben so einsetzen kann, dass man ein glückliches Leben führen kann. Eines in dem man mit sich selbst im Reinen ist. Egal wie man von Außen aussieht.
Jenina
Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 12:58
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Jenina,
Deinen Fred hatte ich glatt übersehen. Ich möchte für mich nicht Angst vor dem Alter sagen. Es geht eher um Verfall, Ohnmacht, Leiden. Statt Angst würde ich auch eher "Bewusstsein" sagen. Bewusstsein für das Alter ist ein starker Antrieb sich mit dem Hier und Jetzt zu beschäftigen und dass der wesentliche Maßstab für das eigene Leben in einem selber liegt. Frei nach dem Motto: Ist die eig'ne Jugend ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert ...

Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 12:59
von ChristinaF
Hallo Vicky,
ich finde dass dein thread echt wichtig für die eine oder andere sein wird oder kann. Mir gehts ja ähnlich. Habe die 50 schon lange überschritten. Habe aber (vielleicht ist das ein Vorteil) gegenüber anderen userinnen hier den "Vorteil", dass ich seit Jahren schon komplett als Frau lebe und arbeite und somit keine Erklärungen in Krankenhäuser oder bei Ärzten abgeben muss, sollte dies der Fall sein.
Ansonsten finde ich, dass sich mein Altern durchaus positiv für mich ergab. Frau wird viel ruhiger, Hektik kaum mehr da und ich sehe mein Umfeld wesentlich positiver als in jüngeren Jahren.
Nachteil könnte sein, dass frau sich halt nicht mehr so aufbrezeln, sondern dem "Alter gerecht" kleiden "sollte".
Puh, wenn ich da nur an die schicken Sachen denke, die es heute gibt, mir altergemäß leider nicht stehen, könnte ich heulen.
LG Christina
Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 13:08
von Joe95
Was könnte ich mir für Gedanken machen?
Einschränkungen, die das Alter mit sich bringt kommen auch ohne drüber nachzudenken.
Auch das Styling bedarf keiner großartigen Überlegungen, da man sich doch eh stylt wie man sich wohl fühlt.
Wie man seine Erfahrungen einsetzen kann?
Macht man das nicht ganz automatisch in jedem Alter?
Was könnte ich für die nächsten Jahre erwarten?
Soll ich mir überlegen wie wahrscheinlich welche Krankheit mich erwischt?
Oder dem nachtrauern was ich nicht mehr kann?
Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 13:29
von ulla
Hallöchen
Das Thema Trans * und Alter sagt doch schon so einiges.
Erstmal zu Jenina.
Mit gewisser äußeren Optik,können wir durchaus alt werden.
Weniger begeistert sind meine Ärtzte davon,wie meine inneren Organe beschaffen sind.Hatte von Januar bis April ,vier Operationen überstanden.
Davon zwei schwere,die mir schon zugesetzt haben.In dieser Situation,war mir meine Veranlagung erstmal egal.
Danach betreuten mich Schwestern vom Plegedienst weiter.
Jetzt zu Vicky_Rose.
Lebe en femme begann bei mir im Jahre 1965 in Teilzeit,da ich von meiner männlichen Seite her,eher wenig bis nix spüren konnte.
Damals gerade um die 15Jahre alt gewesen.
Meine weibliche Seite funktionierte auch nicht wirklich perfekt,jedoch besser als die angeborene.
Klar ist für keinem Mädel hier das älter werden eine Hilfe.Kann jedoch das optische mit meinen Erfahrungen etwas ausgleichen.
Bin auch der Meinung,schöne Mode gibt es für alle Größen hier.Trage selbst Gr.40,das ist natürlich hilfreich.
Bin bis heute *schräg & bunt* geblieben,weil ich mich nur selbst so erkenne.
Für mich,so wie ich bin,ist der aufrechte Gang das wichtigste.
Gebe gerade nach meiner überwundenen Krankheit,nochmal so richtig Gas !
Hoffe sehr,für längerer Zeit.
Ulla

Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 13:29
von ulla
Hallöchen
Das Thema Trans * und Alter sagt doch schon so einiges.
Erstmal zu Jenina.
Mit gewisser äußeren Optik,können wir durchaus alt werden.
Weniger begeistert sind meine Ärtzte davon,wie meine inneren Organe beschaffen sind.Hatte von Januar bis April ,vier Operationen überstanden.
Davon zwei schwere,die mir schon zugesetzt haben.In dieser Situation,war mir meine Veranlagung erstmal egal.
Danach betreuten mich Schwestern vom Plegedienst weiter.
Jetzt zu Vicky_Rose.
Lebe en femme begann bei mir im Jahre 1965 in Teilzeit,da ich von meiner männlichen Seite her,eher wenig bis nix spüren konnte.
Damals gerade um die 15Jahre alt gewesen.
Meine weibliche Seite funktionierte auch nicht wirklich perfekt,jedoch besser als die angeborene.
Klar ist für keinem Mädel hier das älter werden eine Hilfe.Kann jedoch das optische mit meinen Erfahrungen etwas ausgleichen.
Bin auch der Meinung,schöne Mode gibt es für alle Größen hier.Trage selbst Gr.40,das ist natürlich hilfreich.
Bin bis heute *schräg & bunt* geblieben,weil ich mich nur selbst so erkenne.
Für mich,so wie ich bin,ist der aufrechte Gang das wichtigste.
Gebe gerade nach meiner überwundenen Krankheit,nochmal so richtig Gas !
Hoffe sehr,für längerer Zeit.
Ulla

Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 14:02
von Ulrike-Marisa
Hallo,
... trans* und Alter sind für viele Betroffene sicher ein ernstzunehmendes Thema, für das es im Einzelfall nur selten gute und zufriedenstellende Lösungen gibt. Es ist alles gut, sofern die Betroffenen sich selbst bestimmt bewegen und versorgen können und die Familie/Partner das ganze mit machen mit den erforderlichen Kompromissen u.ä.. Auch noch gut, solange sich alles zu Hause abspielen kann. Schwierig wird es, wenn es um medizinische Behandlungen geht oder stationäre Aufnahme in einer altengerechten Einrichtung. Wer da nicht eine eingetragene Änderung des Personenstandes vorweisen kann, hat dann verloren insbesondere dann, wenn der Körper vielleicht nicht mehr so recht will, der Kopf aber noch klar ist. Also damit täte ich mich schwer tun, mal provokant gesagt, umgeben von alten Männer, die über Fußball streiten... Eine Lösung habe ich für dieses Szenario nicht. Da bleibt etwas offen und ich muss sehen, was unter meinen persönlichen Gegebenheiten kommt... Ansonsten bleibe ich erst mal so, wie ich derzeit bin. Altern an sich ist für mich ein biologischer Vorgang, mit dem ich leben kann und mich auch darauf einstellen kann; wie gesagt alles, soweit ich das selbst machen und steuern kann.
LG, Ulrike-Marisa
Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 14:07
von Nicole Fritz
Hallo allerseits,
das ist ein interessantes Thema. Dazu fällt mir spontan ein, wie ich letztes Jahr die Perücke abnahm, die Haare zurecht kämmte und meine Oma in Spiegel sah. Daraufhin entschied ich mich meine Haare zu färben.
Bei mir ist da diese Traumfrau im Kopf, die ich mir als Partnerin immer wünschte, aber nie kennen lernte. Solche Traumfrauen gibt es im richtigen nicht. Über den "Umweg" meines Frauenkleider-Fetisch, der zeitweilig zu einer lebenden Gummipuppe hin ausartete, bin ich nun selbst in die Rolle dieser Traumfrau geschlüpft. Und da zeigt mir mein Körper nicht nur mit dem falschen Geschlecht, sondern auch mit seinem Alter deutlich die Grenzen. Mich für die Vision einer schönen jungen Frau vollständig als lebende Puppe in eine Gummihaut zu zwängen ist für den Alltag auf der Straße natürlich absoluter Unsinn. Also suche ich da nach einem Kompromiss.
Als meine Mutter starb, war meine Rolle als das dumme kleine Muttersöhnchen zu Ende gespielt. Alles war sinnlos. Ich wartete praktisch nur noch darauf, dass mich der Tod bald erlösen würde. Dann erwachte Nicole zum Leben. Nun sehe ich da immer noch irgendwann am Ende den Tod, aber bevor der kommt, möchte ich als Nicole noch einige schöne Jahre erleben - aktiv und selbstbestimmt und nicht in irgendeiner "Anstalt" wie einem Altenheim.
Als Mann interessierte mich mein Aussehen nicht. Ich passte es einfach immer nur zähneknirschend an meine Rolle an. Als ich es schließlich nicht mehr brauchte, ließ ich mein Äußeres verkommen. Anfang des letzten Jahres wurde es mir dann bereits als Teilzeitfrau mit meinem ergrauten Wildwuchs auf dem Kopf unter der Perücke zu warm. Also nahm ich einfach eine Schere und schnitt die Haare kurz ab. Wie das im Mann-Modus nun aussah, war mir egal. Und als Nicole trug ich immer eine Perücke.
Dann wurde es Sommer. Ich ging im Mann-Modus ins Freibad und fühlte mich dabei nicht mehr wohl. Nun wollte ich als Nicole im Badeanzug schwimmen gehen - aber mit Perücke? Und jetzt wurde es Nicole auch wieder zu warm auf dem Kopf - also weg mit der Perücke und Haare färben. Nun ärgerte ich mich schrecklich, dass ich - in einem Anfall von Selbsthass als Mann - die langen Haare abgeschnitten hatte.
Mit einer Langhaar-Perücke kam ich dem Aussehen meiner schönen jungen Traumfrau natürlich ein gutes Stück näher als mit dem, was meine Scheren-Attacke auf dem Kopf übrig gelassen hatte. Aber ohne Perücke ist es einfach angenehm. Und nun versuchte ich auch mich mit dem Stil meiner Kleidung von der jungen Traumfrau weg zu einem eher altersgerechten Aussehen hin zu entwickeln. So wurden die Röcke länger und weiter und die Schuhe flacher. Und bei den Farben muss es nicht mehr ganz so schrill sein.
So ganz weg bin ich von meinem Wunsch nach Jugend und Schönheit aber noch nicht. Eigentlich wäre es so langsam mal an der Zeit die Haare zu einer Frisur hin zu gestalten. Aber dafür sind sie mir immer noch viel zu kurz. Also sollen sie weiter wachsen. Und die Schere darf immer nur ganz vorsichtig da dran, wenn sie wieder einmal in den Augen hängen.
Ich denke das war es, was mir so spontan zu diesem Thema einfällt. Irgendwie ist es - zumindest bei mir - eine ziemlich haarige Angelegenheit.
Liebe Grüße
Nicole
Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 14:09
von Anja
Moinsen,
nachgedacht hab ich neulich auch mal darüber. Da habe ich mir gerade mit Hilfe eines Kosmetikspiegels meinen Damenbart gezupft.
Ab und zu habe ich längere Haare dazwischen (das sind dann die, die beim Epilieren abgerissen sind). Die versuche ich dann mit der Pinzette zu entfernen, damit ich dann auch an dieser Stelle für ein paar Tage "Ruhe" habe und dann auch nur ein feines Haar nachwächst und kein Stumpf aus der Haut kommt (wie nach dem Rasieren).
Na jedenfalls war ich gerade dabei und fragte mich in dem Moment, wie ich das eigentlich später mache, wenn ich nicht mehr so gut sehen kann? Momentan, mit Anfang 40, sind meine Augen noch top, ein Brille benötige ich nicht. Aber in 20 oder 30 Jahren? Sehe ich da die Haare überhaupt noch?
Ansonsten hat mich das Thema noch nicht wirklich beschäftigt.
Durch die HT, durch die Haare die wieder wachsen, wo sie schon gegangen waren, durch die Gewichtsabnahme, und wegen der spürbaren Leistungssteigerung durchs Joggen, welches ich mit der HT begonnen habe, schwebe ich derzeit auf Wolke 7 und habe eher das Gefühl, gerade jünger zu werden...

Das Sahnehäubchen war neulich auf der Gartenparty einer Freundin, wo ich doch als Bio-Weibchen mit komischer Stimme einsortiert wurde und erstmal erklären musste, das ich keine geborene Frau bin und meine Stimme daher etwas ähm maskulin ist. Was will man mehr?
Grüße
die Anja
Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 16:36
von Manu.66
Hi Mädels!
Alter - was ist das?
Ein kluger Kopf hat einmal gesagt, dass man immer so alt ist, wie man sich fühlt.
Ich werde in wenigen Wochen 67 und fühle mich keineswegs alt! Manche 30- oder 40jährige benehmen sich so alt, wie sie wahrscheinlich nie werden. Ich steige ins Boot und kaum eine oder einer der jüngeren Vereinskameraden kann mir das Wasser (eh Paddel) reichen. Die machen schlapp, bevor ich richtig warm werde.
Bekleidung? Das, was mir gerade gefällt. Kurzer Rock, ja warum denn nicht, wenn die Beine noch einigermaßen vorzeigbar sind? Enge Kleider? Bei Kleidergröße 38/40 wohl kein Problem. Am Strand im knappen Bikini? Aber sicher doch - nach der Pensionierung kann der Sommer doch erst richtig genossen werden. Lass die jungen Leutchen doch arbeiten - dann ist am Strand oder in der Eisdiele mehr Platz!
Ne, ne, ne, Alter, richtig genossen, hat auch seine Vorteile. Natürlich ist es richtig, dass das "Alter nichts für Feiglinge" (Zitat Blacky Fuchsberger - Mein Gott, wer ist das fragen die jüngeren sicherlich unwissend) ist, aber frau muss halt die richtige, zumeist positive Einstellung dazu haben.
Meine Eltern waren mit 65 alt, richtig. Aber die heutigen 65 jährigen sind die 45 jährigen von vor dreißig Jahren. Wir 65+ ler sind heute im Schnitt fitter, lebensfroher, lebensbejahender, aktiver, weltaufgeschlossener, mobiler als unsere Elterngeneration. Und wenn es mal nicht mehr so richtig geht, dann kommt halt der metallicfarbene, mit Leder bezogene Elektrofahrstuhl mit Chromlenker zum Einsatz, der mit GPS ausgestattet ist, einen permanenten Internetzugang mit LCD Display garantiert und eine Kühlbox vor dem Sitz hat, damit das Getränk im Sommer auch immer schön kühl gehalten wird! --- Und aus dem Soundsystem dröhnt AC/DC mit Highway to Hell!!
Liebe Grüße
Manuela Alena
PS
Bin ich post OP und mit amtlicher Bestätigung überhaupt noch Trans* ?
Egal, Hauptsache ich fühle mich wohl - egal auch mit welchem Alter!
Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 19:16
von Tatjana_59
Manu.66 hat geschrieben: Mo 9. Jul 2018, 16:36
Manu.66 hat geschrieben: Mo 9. Jul 2018, 16:36PS
Bin ich post OP und mit amtlicher Bestätigung überhaupt noch Trans* ?
Egal, Hauptsache ich fühle mich wohl - egal auch mit welchem Alter!
Danke für dein gesamtes Posting natürlich, genauso lebensbejahend gehe ich durchs Leben.
Altersmäßig zwar noch nicht ganz so weit wie du, aber mit knapp 60 bin ich dir auf den Fersen.
Und ja ich kann auch versichern das ich mit meinem zarten Alter viel jünger hin wie die meisten der Generation hinter mir.
Nun zum zitierten.
Irgendwie wirst du und ich, auch andere Frauen die post Op sind, den Trans touch zumindest in der Gesellschaft schlecht weg bekommen.
Nach der Op habe ich hier mein Profil hier von transsexuell in Frau geändert. Denn ich bin Frau.
LG Tatjana
Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 19:56
von Aria
Hmmm, ich habe darüber nie nachgedacht, ob alt werden als TS mehr Bedeutung zuzumessen ist als altern im geborenen Geschlecht.
Warum sollte es das? Alt wird man doch so oder so. Und es kommt immer darauf an, was man daraus macht. So ganz werde ich nämlich aus deine Fragestellung nicht schlau.
Ist es, dass du dich als Frau älter fühlst als als Mann? Oder ist es nur, weil du dann älter ausschaust? Das hängt aber mit deiner Mode und Mak-up zusammen. Man kann sich ja
damit auch älter machen als man ist. Ausserdem ist das doch eh so ein Frauenthema schlechthin: Die Suche nach der ewigen Jugend. Klar, sie betrifft das ein Stück mehr als
Männer, weil es ihnen suggeriert wird und schlussendlich ganze Industrien davon leben (Schönheitskur, Lifting-Cremes usw.) Und dann kommt noch hinzu, dass sie ganz andere
körperliche Voraussetzungen haben: Weniger Muskelmasse, schwächeres Bindegewebe. Aber abgesehen von den ganzen Umständen, ist man doch so alt/jung, wie man sich fühlt.
Re: Trans* und Alter
Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 20:58
von ExuserIn-2018-07-15
Hallo,
ein sehr interessantes Thema. Als Dauerdepressions-geplagter Mann hatte ich Angst vor dem Altern und beschäftigte mich viel mit dem Tod und so war mein zweiter Gedanke, nachdem ich meine Identität nach über 40 Jahren "wieder-erinnert" hatte, dass ich keinesfalls als
Mann sterben will. Ich denke oft an diejenigen, die aus den verschiedensten Gründen kein Coming Out realisieren und auf dem Sterbebett erkennen, dass sie deshalb nie richtig gelebt haben. Das muss schrecklich sein und ich bin dankbar, dass ich diesem Schicksal entkommen bin, weil ich 100% als Frau lebe.
Aber bis zum Sterben ist ja hoffentlich noch ein wenig Zeit. Davor kommt das thematisierte Altern. Und gerade dazu ist mir im Forum aufgefallen, dass etliche Ältere von uns jenseits der 60 sehr feminin und glücklich wirken auf ihren Profilbildern. Es könnte theoretisch möglich sein, dass die äußere Verweiblichung mit steigendem Alter zunimmt. Dass aus dem plastisch-kantigen Ken im besten Mannesalter keine geschmeidige ewig-junge Barbie wird, ist klar. Aber nach zumeist mehr als 10 Jahren HET und ggf. GAOP scheint der Alterungsprozess den Rest der männlichen Züge quasi in weiblicher Würde aufzuweichen. Das ist nur so eine Beobachtung von mir.
ChristinaF hat geschrieben: Mo 9. Jul 2018, 12:59
Ansonsten finde ich, dass sich mein Altern durchaus positiv für mich ergab. Frau wird viel ruhiger, Hektik kaum mehr da und ich sehe mein Umfeld wesentlich positiver als in jüngeren Jahren.
Das geht mir ebenso. Als Mann sah ich mich ständig von "Feinden" umzingelt, ahnte überall Betrug und Böses, war in allem pessimistisch und verpulverte sinnlos meine Kraft im Kampf gegen mich selbst, um die verdrängte unbewusste Frau rigoros zu unterdrücken. Dann kam der "Befreiungsschlag" und so positiv, wie sich seitdem mein soziales Umfeld entwickelt hat, weil ich selbst positiv geworden bin, kann ich dem Alter ohne Angst entgegen sehen. Als Mann hätte ich mich riesig gefreut, eine Krebsdiagnose zu erhalten, um ohne Gegenmaßnahmen täglich ein Stück mehr vom Maßband abzuschneiden. Das sehe ich heute natürlich vollkommen anders, stürze mich deshalb aber nicht in Panik.
Anja hat geschrieben: Mo 9. Jul 2018, 14:09
Durch die HT, durch die Haare die wieder wachsen, wo sie schon gegangen waren, durch die Gewichtsabnahme, und wegen der spürbaren Leistungssteigerung durchs Joggen, welches ich mit der HT begonnen habe, schwebe ich derzeit auf Wolke 7 und habe eher das Gefühl, gerade jünger zu werden...
Genau dieses Gefühl habe ich auch seit meiner hormonellen und äußerlichen Frauwerdung. Davor wurde ich von Männern misstrauisch beäugt, weshalb ich so jung aussehen würde. Da ich meinen Körper nie verstanden hatte und ihn wegen mangelnder Männlichkeit hasste, schämte ich mich sogar fürs Jüngeraussehen. Heute ist mir vieles klar, jetzt, wo ich weiß, wer ich bin. Alleine die Selbstakzeptanz hat zu einer enormen Zufriedenheit geführt. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass meine biologische Uhr fast um zehn Jahre zurückgedreht worden wäre.
In einem anderen Thread
https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 68#p206968 hab ich ja geschrieben, dass ich komischerweise ungeachtet HET, 20kg Gewichtsabnahme, vor allem Muskulatur (von Gr. 50 auf 44/46) weiterhin recht extreme Belastungen aushalte.
Von daher gehe ich ohne Schrecken geradewegs auf die 50 zu. Und falls der Lack doch mal etwas mehr abplatzen sollte: Als Make-up- und Kosmetik-kundige Frau wird dann eben etwas tiefer in die Trickkiste gegriffen
LG
Semele
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Re: Trans* und Alter
Verfasst: Di 10. Jul 2018, 00:12
von Nicole Fritz
Hallo,
hier noch ein paar Bilder zu meiner
"haarigen" Betrachtung dieses Themas.
Links als Mann vor dem "Kahlschlag", In der Mitte schon ein gutes Stück nachgewachsen und noch ungefärbt als "meine Oma" und rechts die aktuelle Situation, die mir immer noch viel zu kurz erscheint.
Eine Sache beschäftigt mich nun bezüglich meiner Haare und des Alterns: Wie stark wird sich das im Laufe der Zeit zu einer Glatze hin entwickeln? Die Stirn ist ja schon recht hoch und hinten gibt es eine dünne Stelle. Wie lange kann ich das noch zurecht kämmen?
LG Nicole