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Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Mo 18. Jun 2018, 20:09
von Céline
Hi,
Mach Dir keinen Kopf,ich war letztens in London und es interessiert wirklich niemand.Ich schau nur immer möglichst nichts Metallenes an mir zu haben und lege alles ab.Ich habe zwar auch den Ausweis habe in aber ehrlichgesagt noch nie gebraucht,geschweige den einfach vorgelegt.Das einzige Problem das ich hatte war das mein Reisepass bei der Einreise an den Automatischen Kontrollen nicht mehr geht.Scheinbar hat sich mein Gesicht doch etwas verändert.Aber dafür habe ich ja noch einen normalen Perso mit aktuelleren Bild.
Nur bei der Einreise nach Deutschland wurde mal nachgefragt weil "mein Pass wohl nicht meiner sei"😂Hat sich aber schnell erklärt.Also,mach dich nicht verrückt.Kannst ja dann berichten
Liebe Grüße
Kelly

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Mo 18. Jun 2018, 20:56
von Sabrina.P
Bin auch schon geflogen. Es war kein Problem. Abtasten wird dich hald eine Frau.
DGTI Ausweis kannst mitneghmen, aber ich würde Ihn erst auf Bedarf herzeigen.

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Di 19. Jun 2018, 08:48
von sbsr
Hallo Maja,

Erfahrungen beim Fliegen als TG kann ich nicht bieten, aber ich fliege regelmäßig und kann Dir die Sachlage ein wenig von der anderen Seite beschreiben.

Ma_JA hat geschrieben: Mo 18. Jun 2018, 08:24 Obwohl bei einem innerdeutschen Flug keine Passkontrolle stattfindet, habe ich Respekt vor der Security.
Die Security, ich denke mal Du meinst damit die Angestellten an der Sicherheitskontrolle, interessiert es null und nichtig wer oder was Du bist. Der Ausweis wird dort nicht kontrolliert, sondern nur ob Du im Besitz einer gültigen Boardkarte bist. Eine Boardkarte mit männlichem Vornamen in der Hand einer offensichtlichen Frau kann (muss nicht) zu einer Nachfrage führen. Glaube mir, die haben schon alles gesehen, da ist eine Transfrau mit das harmloseste, eine kurze Erklärung wird deshalb voll und ganz ausreichen.

Passkontrollen finden auch bei Inlandsflügen statt. Keine polizeilichen, sondern seitens Fluggesellschaft. Die darf Deine Boardkarte nämlich nur Dir aushändigen. An irgendeiner Stelle musst Du also damit rechnen, dass Dich jemand nach dem Ausweis fragt und Dir ins Gesicht schaut. Auch da ist es den Mitarbeitern herzlich egal, wer oder was da vor ihnen steht, sie müssen nur sicherstellen, dass das auch wirklich Du bist, der in ihrem Flieger sitzt. Dabei geht es letztlich um versicherungsrechtliche Themen, so krass das klingen mag, damit man im Falle eines Absturzes weiß, wer im Flieger war und evtl. nicht mehr lebend raus gekommen ist.

Schlussendlich, im Falle einer polizeilichen oder behördlichen Ausweiskontrolle, auch hier geht es einzig und alleine darum, gegebenenfalls Deine Identität zweifelsfrei festzustellen, wie es im Amtsdeutsch heißt. Polizisten, und übrigens auch Rettungskräfte, haben wirklich schon alles gesehen, vieles davon übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Umso mehr ist es denen sowas von egal, wie Du rum läufst oder was Dein biologischer Hintergrund ist. Die sind außerdem geschult darin, Menschen auch anhand uralter Passfotos zu erkennen. Also mach Dir keine Sorgen, mit einem zweiten Blick musst Du auch hier rechnen, aber man wird Dich letztlich anhand Deines Gesichts erkennen.

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Di 19. Jun 2018, 08:57
von Dolores59
Auf dem Flughafen Hannover:

Bei der Gepäckaufgabe am Flughafen wurde zunächst der Koffer meiner Frau gewogen, nachdem sie ihren Ausweis vorgelegt hatte. Danach war ich dran und die Dame am Schalter fragte mach einem Blick auf meinen Ausweis: "Sie sind doch nicht Herr ........?". Nachdem ich versichert hatte, dass ich mit der Person auf dem Ausweis identisch bin, wurde auch mein Koffer gewogen und alles ging seinen Gang.

Später bei der Sicherheitskontrolle wurde ich ohne Fragen einer weiblichen Sicherheitskraft zwecks näherer Untersuchung zugewiesen (der blöde Scanner hatte mal wieder ohne Ursache gepiept).

Dabei bin ich nicht mal Transgender.

Dolores

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Di 19. Jun 2018, 10:03
von YaCD
Das kann ich nur bestätigen: Ich bin auch schon häufiger en femme geflogen und das auch als "nur" TV. Alles kein Problem, weder an der Sicherheitskontrolle noch bei einer Passkontrolle, z.B. UK Border in London. Ich habe nicht mal einen dgti-Ausweis und es funktioniert ;-)

Und wenn der Sicherheitsscanner piept bzw. etwas anzeigt, wird man zu 80% einer Frau zur Nachkontrolle zugewiesen. Das Ding hat nicht mal bei den (nur im BH getragenen Silikonbrüsten gemecket.

LG Michaela
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Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Di 19. Jun 2018, 11:07
von ChristinaF
Keine Angst, läuft alles ohne Probleme ab. Genieße den Flug.
LG Christina

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Fr 22. Jun 2018, 04:58
von Sonnenuhr
Meine Freundin wurde mal von einer kurzhaarigen und sehr oldschooligen Fachbeamten am Berliner Flughafen sehr sehr genau im Intimbereich gescannt (war kein
Scanner, aber mir fällt das Wort nicht ein, dieser Pieper da),
zwar mit Hose an aber trotzdem ... sie hat dann, um sie zu ärgern, angefangen, garnichtmal so leise zu stöhnen, das fand die Sicherheitsbeamte
zwar nicht witzig, musste sie dann aber dennoch durchlassen ... ich glaub, das ist so das schlimmste, was dir passieren kann und es passiert
sehr selten ... außer du reist nach Dubai (da kommt man glaub ich weiterhin garnicht rein als Trans irgendwas), Uganda oder Länder mit einer aktuellen
ISIS-Plage ... (oder Evangelikale, die sind genauso schlimm). Auch da ... was sollen die machen, die dürfen ja kaum noch ihre eigenen Landstransen foltern ...
führt zu internationalem Vertrauensbruch und Verlust des Ansehens, Niedergang des Tourismus usw. Also, chillen ... ;)
Ich wünsche einen guten Flug und freue mich über eine Postkarte aus dem Urlaub

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Fr 22. Jun 2018, 12:24
von Jasmine
Sabrina.P hat geschrieben: Mo 18. Jun 2018, 20:56 Bin auch schon geflogen. Es war kein Problem. Abtasten wird dich hald eine Frau.
Mal abgesehen vom fliegen, wenn ich zum Sozialgericht oder Verwaltungsgericht (was nicht gerade selten ist) gehe, werde ich von einer Frau abgetastet. Ich wurde am Anfang freundlich gefragt von wem ich abgetastet werden will. Ich habe hier noch keine Probleme gehabt.
Liebe Grüße Jasmine

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Mo 16. Jul 2018, 14:45
von Céline
Hallo,
Gestern Abend ist es mir jetzt auch mal passiert.Ich war auf der Rückreise von einem Kurztrip nach London und wurde sehr genau durchsucht.Nach dem durchleuchten in einem Körperscanner(Ich hasse die Dinger)wurde ich wie selbstverständlich von einer Sicherheitsbeamtin sehr genau abgetastet.Wie immer wurde ich auch diesmal nicht gefragt warum mein Ausweis auf einen Hr. .......läuft.
Also auch diesmal wieder ein positives Beispiel für alle die sich den Kopf darüber zerbrechen (smili)
Liebe Grüße
Kelly

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: So 23. Sep 2018, 10:31
von ExUserIn-2026-04-08
Bin derzeit en homme am Flughafen Stuttgart. Die Kontrollen sind heute wirklich scharf. Abtasten, Körperscanner und händisches Durchsuchen vom kompletten Handgepäck (fast komplett weibliche Kleidung). Sogar eine nahezu leere Zahnpastatube haben sie mir abgenommen, weil die Tube größer ist, als 125 ml ! Wenigstens sind meine Sillis unbehelligt geblieben. Ob der Scanner sie nicht gesehen hat ? Jedenfalls wäre das dann eine interessante Diskussion geworden. Aber alles lief in einem sehr freundlichen Ton ab und da ich genügend Zeit habe, ist das kein Problem.

Ich wäre ja en femme geflogen, aber da ich am Ankunfsort Kollegen treffe, ist das leider keine Option. Für den Rückflug strebe ich aber an, en femme zu fliegen.

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: So 23. Sep 2018, 10:40
von Anne-Mette
Moin,

das wird zukünftig auch eine Rolle spielen:

Bundesrat für Ausweiskontrollen beim Boarding


Gruß
Anne-Mette

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Mo 1. Okt 2018, 08:10
von ExUserIn-2026-04-08
Jetzt kann ich zu diesem Thema auch etwas beisteuern. Ich war letzte Woche auf einer Dienstreise in Schweden. Auf dem Hinflug bin ich en homme geflogen und in Stuttgart bei der Sicherheitskontrolle komplett gefilzt worden. Die Dame, die meinen Koffer nach dem Scanner untersucht hat, war sehr freundlich zu mir angesichts, vielleicht auch wegen, der Damenausstattung im Koffer. Aber sie war gnadenlos, was die Behältnisse für Flüssigkeiten über 100 ml betrifft. Sie hat mir sogar eine fast leere Zahnpastatube weg genommen, weil sie 125 ml fassen kann. Die Silikoneinlagen hat sie aber nicht im Koffer gefunden. Ob die unter "Flüssigkeiten" laufen ? Ich möchte es nicht ausprobieren. Ansonsten war sie sehr diskret und freundlich. Ich hatte den Eindruck, dass es ihr eher peinlich ist, in meinen privaten Sachen herum zu stöbern. Vielleicht hat sie deshalb die Sillis nicht gefunden. Ich werde mich beim nächsten Mal vorher bei der Fluggesellschaft/Flughafen erkundigen.

Für den Rückflug habe ich beschlossen, en femme zu reisen. Frühstück, auschecken im Hotel ist ohne jedes Wimpernzucken vonstatten gegangen. Dann mit dem Mietwagen zum Flughafen. Auch bei der Abgabe keine besondere Reaktion. Am Sicherheitscheck, er war nicht so intensiv wie in Stuttgart, wieder ohne Probleme. Auch das Boarding verlief ohne besondere Vorkommnisse. Im Flugzeug blieben die beiden Plätze neben mir frei, so dass es keine Reaktion von Mitreisenden im Flugzeug gab. Eine Stewardess war sogar besonders freundlich und ich hatte den Eindruck, dass ihr freundliches Lächeln nicht aufgesetzt war.

Meinen Pass habe ich zum ersten Mal im Zug benötigt, da ich eine im I-net gekaufte Zugfahrkarte hatte. Der Blick der Schaffnerin auf den Pass war nur beiläufig. Sie hätte es sich auch sparen können. Meinen DGTI-Ausweis habe ich leider erst nach der Reise erhalten, aber nötig war er nicht.

Einigen Passanten bin ich natürlich aufgefallen. Aber in einem Umfeld mit zumeist leger in Jeans gekleideten Menschen zieht eine zart rosa gekleidete Dame natürlich die Blicke ein wenig auf sich. Aber ich habe mich die ganze Zeit sehr natürlich gefühlt. Lediglich in den kurzen Augenblicken, in denen es von Bedeutung ist, akzeptiert zu werden (besonders beim Sicherheitscheck), habe ich auf meine Wirkung en femme nachgedacht.

Mein Fazit: Auch aus meiner Sicht ist es überhaupt kein Problem en femme zu fliegen. Für mich war es natürlich sehr hilfreich, dass ich mich schon oft en femme und das teilweise über mehrere Tage in der Öffentlichkeit bewegt habe. Es ist dadurch sehr viel einfacher, selbstsicher als Frau aufzutreten. Irritierte Blicke von Passanten sind daher nichts, was mich aus der Fassung bringt, zumal es nicht viele sind. Auch im Zug auf den Sitzen im Umfeld habe ich kein für mich erkennbares Aufsehen erregt. Allerdings habe ich für meine innere Sicherheit ein bisschen Übung gebraucht.

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Mo 1. Okt 2018, 10:43
von sbsr
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 1. Okt 2018, 08:10 Es ist dadurch sehr viel einfacher, selbstsicher als Frau aufzutreten.
Täusche ich mich, oder hat sich in Deiner Signatur kürzlich ein "(noch)" eingeschlichen :D

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Mo 1. Okt 2018, 11:32
von Simone 65
Ich habe in ,, Ich bin Simone " über meinem Urlaub auf Gran Canaria geschrieben . Ich bin von Stuttgart aus geflogen . Beim einchecken kein Problem . Ich hatte meinen normalen Ausweis und den DGTI Ausweis dabei . Bei der Kontrolle wurde ich von einer Frau abgetastet . Zurück in Las Palmas auch ganz normal . Ich musste nur bei der Kontrolle meine Schuhe ausziehen , wegen der Absätze , könnte ja was drin sein .
LG Simone

Re: Als Transgender im Flugzeug

Verfasst: Mo 1. Okt 2018, 11:41
von ExUserIn-2026-04-08
Svenja, Du hast Recht. Das hat sich eingeschlichen, weil ich es nicht ausschließe. Aber ich schwanke sehr stark in mir. Eine weitere Änderung der Signatur möchte ich auch nicht ausschließen. Vielleicht steht einmal darunter: "Nur Mannsein ist mir zu wenig. Ich lebe einen Teil meines Lebens als Frau" oder so etwas. Wobei ich mich eigentlich nie als Mann fühle, aber von den meisten Menschen als Mann gesehen werde. So lange ich den nicht übermäßig heraus hängen lassen muss, ist es erträglich. Aber ich brauche auch meine Auszeiten. Mich deswegen als "Frau" zu bezeichnen, fällt mir nicht leicht. Manchmal kann ich es und manchmal eben nicht. Und wenn nicht, reicht mir die Rolle, die aber mehr ist als eine Fassade.

Ich mache mir aber deswegen nicht mehr so sehr einen Kopf. Ich lasse es laufen, wie es kommt. Der Satz "ich bin Frau" lasse ich deswegen zu, um mir selber nicht den Blick auf Optionen zu verstellen. Wenn es sich ergibt, ist es in Ordnung, wenn nicht, wird sich diese Tür von alleine wieder schließen.

Jetzt aber wieder zurück zum Thema ...