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HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 11:12
von Nicki
Hallo Forum,
ich war schon lange nicht mehr hier und inzwischen hat sich bei mir einiges getan: Ich habe vor ein paar Tagen mit der Hormontherapie begonnen. (Yay!

) Ich habe, entgegen der Anweisung meiner Endokrinologin, nur das Gel aufgetragen und den Blocker (Androcur 10mg) weggelassen. Insbesondere, weil ich erstmal wissen wollte, wie ich auf das Gel reagiere und mir gut vorstellen kann, dass die Chance auf Depressionen relativ hoch ist, wenn der Körper noch gar nicht an die Menge Estrogene gewohnt ist. Ich habe auch schon öfter gelesen, dass manche gar keinen Blocker zur HRT nehmen und die Ergebnisse gleichwertig wären (besonders dieser
Artikel hat es mir angetan). Ich finde aber nur sehr wenige Informationen darüber. Im Moment geht es mir so super, ich könnte Bäume pflanzen! Das möchte ich nur ungern durch Depressionen ablösen...
Wie ist eure Meinung dazu? Ist meine Sichtweise doof?
LG
Nicki
Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 12:03
von Nicola
Hallo Nicki
Deine Sichtweise ist nicht doof. Ich habe auch nur Oestrogelgel ohne Blocker genommen und noch Progesteroncreme. Ich denke es ist wichtig, am Anfang das Gel nicht zu hoch zu dosieren.
LG Nicola
Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 13:12
von Nicki
Wie lange machst du jetzt schon deine HRT? Und wie war das bei dir? Hast du einen Unterschied feststellen können, dass die Veränderungen langsamer/später einsetzen?
Ich nehme pro Tag 1,2 mg Östrogen zu mir, wenn ich das richtig verstehe. Also eher wenig für den Anfang.

Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 14:21
von Tatjana_59
Ich habe es hin und wieder hier geschrieben.
Probier dich aus, jeder Körper reagiert anders, Allgemeinrezept wird es kaum geben.
Bei mir jetzt seit ein paar Jahren 1 Hub Gynokadin am Tag, keine Blocker.
Erfolg hervorragend. Brust Wachstum kleines B.
Weiche Haut, Körperbehaarung fast vollständig weg.
Keine Depressionen, Stimmung allerdings häufig nah am Wasser gebaut, sehe ich aber nicht negativ.
LG Tatjana
Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 14:26
von Mirjam
Hallo Nicki,
ich finde es auch gut, dass du es erst mal ohne Blocker versuchst. Eben wegen der Nebenwirkungen, die können da wohl schon recht heftig werden. Ich habe da ja wohl echt Glück mit meinem Endo, er sieht das ganuso und meinte, er würde mir den Blocker nur verschreiben, wenn nach einiger Zeit der Leidensdruck immer noch zu groß wäre. Am besten wäre natürlich, wenn es überhaupt ohne geht. Und ja, das kann auch gut sein dass es so kommt
Und auch dass du langsam anfängst halte ich genau für richtig. Du hast ja selber schon eine Seite verlinkt, auf der das wohl ganz gut beschrieben ist. Auch wenns am Anfang wohl etwas länger dauert bis Veränderungen wahrzunehmen sind, aber dass es für den Körper einfach schonender ist sollte uns das schon wert sein. Mal abgesehen davon, dass es am "Ende" meistens besser wird als wenn frau mit höherer Dosis beginnt
LG, und möge es dir weiterhin so gut gehen
Mirjam

Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 14:53
von ChristinaF
Ergebnisse sind bei mir ähnlich wie bei "Tatjana".
Nehme seit Jahren ausschließlich das Gynokadin-Gel ohne Blocker mit täglichen drei Hüben.
Mein Körper, sowohl physisch als auch psychisch, verträgt die Hormone sehr gut. Depressionen kommen hin und wieder, allerdings sehe ich das meist von der Jahreszeit abhängig. Also im Herbst etwas verstärkt.
Brustwachstum ok, bislang Körbchengröße A. Zur Zeit stelle ich jedoch fest, dass sich an/in meinen Brüsten wieder was tut. Es kribbelt derart und die Warzen sind wieder überempfindlich. Mal schauen was daraus noch wird.
Körperbehaarung seit Monaten völlig weg, dafür eine fast schon seidige, weiche Haut. Auch die Hüften haben mehr Umfang bekommen.
Nachteil des Ganzen. Ich frier sehr oft wie eine Schneekönigin; teilweise auch bei starker Hitze; besonders an den Beinen und Armen. Und nicht zu letzt hat sich mein Gemüt verändert. Heulen und Tränen kommen jetzt öfter vor, als mir lieb ist.
LG
Christina
Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 15:48
von Nicola
Hallo Nicki
Für dass ich die HET erst mit 51 Jahren begonnen habe, bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich finde es schwierig zu anderen Personen die eine HET machen und Blocker nehmen einen Vergleich herzustellen. Jeder Mensch reagiert verschieden, bringt andere Voraussetzungen mit und dass Alter spielt sicher auch eine Rolle.
Heute ist auf den Tag 3 Jahre her, dass ich mit der HET begonnen habe. Es gab immer wieder Phasen wo sich mehr getan hat und dann wieder weniger, und es tut sich auch heute immer noch was.
Vor knapp drei Wochen habe ich eine Orchiektomie machen lassen, im Vorfeld habe ich gut 2 Monate Androcur genommen, um zu schauen wie es sich mit einem niedrigeren Testosteronspiegel anfühlt. Ich kann mir vorstellen, dass sich durch die Orchiektomie nochmals mehr Veränderungen einstellen.
LG Nicola
Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 16:11
von Jaddy
Also auch von mir Bestätigung der Beobachtungen von Tajana, Christiane und Nicola. Wobei ich fast noch in der Startphase bin. Seit 19.Dez.2017 täglich 1-2mg (bioidentisches 17-beta-Estradiol als Hemihydrat). Zuerst Gel, seit Februar Pillen (sublingual). Hautbild, Gesicht, etc. weicher, Brustansatz knapp unter AA. Langsam aber stetig. Frieren kann ich auch bestätigen, und ja, die früher stets geschlossene, emotionsabweisende Glaswand ist inzwischen normal weg - aber noch aktivierbar.
(
Werte und
Hergang siehe im Thread
Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur))
Ich erinnere häufiger Träume, sie scheinen mir intensiver - und manchmal nicht so nett. Keine echten Alpträume, aber schon so, dass man mit nicht so guter Stimmung aufwacht.
Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 16:20
von Nicki
Kati_nx hat geschrieben: Fr 1. Jun 2018, 13:53
Vielen Dank für den verlinkten Artikel Nicki, genau das was ich gesucht habe! Auch für mich ein aktuelles Thema, welches mit ein Grund war mich hier im Forum anzumelden, um mehr Informationen darüber zu bekommen. Wenn das für mich hoffentlich bald ansteht Hormone zu nehmen, will ich das auch so schonend wie möglich machen. Schnell muss es ab dann gar nicht mehr gehen.
Gerne
Tatjana_59 hat geschrieben: Fr 1. Jun 2018, 14:21
Bei mir jetzt seit ein paar Jahren 1 Hub Gynokadin am Tag, keine Blocker.
1 Hub? Gibt es höher dosiertes Gynokadin? Weil ich nehme ja schon 2 Hübe.
Lalilaluna hat geschrieben: Fr 1. Jun 2018, 14:26
Mal abgesehen davon, dass es am "Ende" meistens besser wird als wenn frau mit höherer Dosis beginnt
Wie meinst du das? Gibt es dazu irgendwelche Quellen, in denen man das nachlesen kann? Das würde mich brennend interessieren!
Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 16:52
von Jaddy
Nicki hat geschrieben: Fr 1. Jun 2018, 16:20Lalilaluna hat geschrieben: Fr 1. Jun 2018, 14:26Mal abgesehen davon, dass es am "Ende" meistens besser wird als wenn frau mit höherer Dosis beginnt

Wie meinst du das? Gibt es dazu irgendwelche Quellen, in denen man das nachlesen kann? Das würde mich brennend interessieren!
Wahrscheinlich bezieht sich Mirjam u.a. auf
diesen Artikel gleich neben den von Dir verlinkten.
Meine Endo hat mir das Prinip auf Nachfrage bestätigt. Vereinfacht gesagt: Der Geschlechtshormonregelung des Körpers (Hypophyse, LH, FSH, dann wahlweise Eierstöcke oder Hoden) ist es egal, ob genug Testo oder Östrogen im Blut schwimmt. Hauptsache genug (in Summe), dann regelt die körpereigene Produktion runter. Aber: Es gibt unterschiedliche Rezeptoren für T und Ö als Eingangsgrößen. Wenn man gering dosiert beginnt, bilden sich neue Ö-Rezeptoren, Körper regelt das T runter, weniger T im Blut, T-Rezeptoren gehen zurück. Nimmt man zu Beginn zu viel Ö, bilden sich seltsamerweise weniger/keine neuen Ö-Rezeptoren. Möglicherweise, weil das sensorische System ja wohl empfindlich genug ist. Schlaue Sache.
Das ist quasi der Idealmechanismus. Wenn Dein Körper den so mitmacht - meiner tut es - dann braucht man keine Blocker, sondern muss nur gering dosiert beginnen, gucken, dass das T runter geht und kann dann Ö langsam höher dosieren. Aber wie bei dem ganzen endokrinologischen Zeugs: Die Bandbreite an individueller Abweichung ist groß. Es gibt einen Haufen Berichte von Menschen, bei denen es nicht so geht, die nur mit den einen, aber nicht mit den anderen Blockern das gewünschte Ergebnis erreichen, oder die sogar kontraproduktiv sind, etc.pp.
Da hilft nur probieren, kontrollieren, variieren. Einerseits per Bluttests (wie viel der Dosis kommt überhaupt an? Wie regiert die körpereigene Regelung), andererseits Beobachtung des eigenen Empfindens. Bei mir kommt so langsam die Erkenntnis, dass die wesentlichen von mir gewollten Änderungen bereits da sind. Fühlt sich manchmal an, als würde man nem 1000m-Läufer nach 200m sagen, dass er schon im Ziel ist.
Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 17:06
von Mirjam
Jaddy hat geschrieben: Fr 1. Jun 2018, 16:52
Nicki hat geschrieben: Fr 1. Jun 2018, 16:20Lalilaluna hat geschrieben: Fr 1. Jun 2018, 14:26Mal abgesehen davon, dass es am "Ende" meistens besser wird als wenn frau mit höherer Dosis beginnt

Wie meinst du das? Gibt es dazu irgendwelche Quellen, in denen man das nachlesen kann? Das würde mich brennend interessieren!
Wahrscheinlich bezieht sich Mirjam u.a. auf
diesen Artikel gleich neben den von Dir verlinkten.
Ja genau Jaddy, den Artikel (und den, den Nicki verlinkt hat) meinte ich. Du warst halt schneller
LG, Mirjam

Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 17:23
von Nicki
Schade, ich hatte gehofft, dass es dafür auch noch andere Quellen gibt. Aber ist ja auch egal! Wenn das Ergebnis besser wird, habe ich auch nichts dagegen.
Danke Jaddy für deine Dokumentation! Interessant zu sehen, dass das auch bei höheren Ausgangs-T-Werten funktioniert.

Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 18:03
von Tatjana_59
Hallo Nicki,
ich habe keine Ahnung ob es stärker dosiertes Gynokadin gibt.
Meines ist das das fast alle verwenden, sozusagen dasselbe.
Geh in Tagebücher und suche " Mein Weg zu mir " da findest du von Anfang bis zum Ende meinen Weg der Transition, inkl. Laborberichte mit jeweiliger Empfehlung meiner Endokrinologin.
Meine Werte mit nur einem Hub sind fantastisch.
Aber wie ich oben schon erwähnt habe reagiert jeder Körper anders. Es gibt hier Mädels die pfeffern sich jede Menge Hormone rein ohne irgendeinen Erfolg.
LG Tatjana
Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: So 3. Jun 2018, 20:44
von Andrea aus Sachsen
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Ich habe inzwischen über zwei Jahre HRT mit verschiedenen Präparaten und unterschiedlichen Dosierungen, aber stets ohne Blocker hinter mir. Grundsätzlich halte ich diese Vorgehensweise für vernünftig und wie einige meiner Vorrednerinnen schrieben, scheint es so oft recht gut zu funktionieren.
Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel: Bei mir zeigte sich nach etwa einem Jahr zwar ein kurzzeitiger Rückgang des Testosteronwertes, doch inzwischen ist alles wieder im männlichen Normbereich. Es sieht praktisch so aus, als hätte ich nie Hormone genommen oder anders ausgedrückt: Allein durch die Gabe von Östrogen und anderer weiblicher Hormone lässt sich bei mir das Testosteron nicht zurückdrängen und keine "Verweiblichung" des Körpers erreichen.
Seit drei Monaten nun habe ich, in Absprache mit meiner Ärztin, "größere Geschütze" in Form von Androcur aufgefahren. Die gefürchteten Nebenwirkungen blieben bisher aus. Dafür sind meine Brustwarzen empfindlicher geworden.
Ist das für mich der richtige Weg? Ich bin jetzt erst einmal sehr gespannt auf die Hormonwerte.
Re: HRT/HET ohne Blocker
Verfasst: So 3. Jun 2018, 23:50
von Eisfee
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: So 3. Jun 2018, 20:44
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Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel: Bei mir zeigte sich nach etwa einem Jahr zwar ein kurzzeitiger Rückgang des Testosteronwertes, doch inzwischen ist alles wieder im männlichen Normbereich. Es sieht praktisch so aus, als hätte ich nie Hormone genommen oder anders ausgedrückt: Allein durch die Gabe von Östrogen und anderer weiblicher Hormone lässt sich bei mir das Testosteron nicht zurückdrängen und keine "Verweiblichung" des Körpers erreichen.
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Ich lese nur extrem selten von solchen Fällen, bei denen es ohne Blocker anscheinend nicht geht.
Wie hoch war denn Deine Höchstdosis vorher über welchen Zeitraum und mit welcher Applikationsform genau?