Orchiektomie, Erfahrungsbericht
Verfasst: Do 17. Mai 2018, 18:09
Meine Lieben
Nach dem ich mich anfang März entschieden hatte die Orchiektomie machen zu lassen, bekam ich relativ schnell einen Termin beim Arzt (Psychiater) vom Krankenhaus. Ich kannte ihn bereits, da ich vor ca. 2 Jahren für ein anderes Gesuch an die Krankenkasse schon einmal bei ihm war. Ich hatte eine sehr gutes Gespräch mit ihm, er sagte mir seine Unterstützung zu und vereinbarte für mich vier Wochen später einen Termin in der Urologie. Die Urologin war sehr sympathisch erklärte mir den genauen Verlauf der OP, machte noch ein paar Untersuchung und sagte wenn mit der Kostenübernahme der KK alles gut ginge, könne sie die OP bis Mitte Mai durchführen. Anfang Mai rief sie mich an und sagte dass die KK die Kostenübername ablehnen würde und ich mich noch etwas gedulden müsse. Im Nachhinein erfuhr ich, dass es daran lag, dass der Arzt richtigerweise mich als Person mit -«Geschlechtsdysphorie im Sinne einer non-binär Geschlechtsidentität-» darstellte, und die KK meinte, dass sei ihr zu unsicher ob dies dann wirklich das richtige für mich sei. Da sich der Arzt jedoch sehr engagiert für Menschen die sich nicht in das binäre System einordnen und auch für diese medizinische Massnahmen einfordert, setzte er sich sehr ein und ich erhielt Anfang letzte Woche ein Telefonanruf der Urologin, die KK hätte jetzt zugesagt und sie könne mir einen OP Termin für Montag nächste Woche reservieren und ich müsse noch für die Voruntersuchung vorbeikommen. Mit einer so schnellen Zusage habe ich nicht gerechnet, ich habe mich gefreut und war gleichzeitig etwas geschockt. Ich sagte ihr zu, musste dann noch ein paar geschäftliche Termine verschieben.
Montagmorgen ging ich ins Krankenhaus, um ca. 12 Uhr war die OP die ca. eine Stunde dauerte. Am Dienstag bei der Visite, meinte die Ärztin, ich könne am Donnerstag sicher wieder nach Hause. Mittwochmorgen fand sie, die Narbe würde sehr gut aussehen und wenn ich wolle könne ich auch Heute morgen schon nach Hause gehen. Ich rief meine Frau an, die sich riesig freute dass ich schon nach Hause komme, sie kam mich umgehend abholen.
Nun ist es 3 Tage her dass ich die OP hatte, es ist alles noch ziemlich stark aufgeschwollen, hat mehrere dunkelrot bis blaue flecken, der Hodensack ist grösser als vorher und wenn ich nicht wüsste dass die Hoden weg sind, hätte ich eher das Gefühl sie hätten sich vermehrt. Es fühlt sich alles noch sehr empfindlich an, starke Schmerzen habe ich jedoch nicht. Die Ärztin beruhigte mich und sagte ich solle nicht erschrecken, das sein am Anfang so. In den Leisten zieht es noch ein bisschen und beim absitzen muss ich sehr vorsichtig sein und immer schauen das alles gut unterlegt ist. Sie meinte, in ein bis maximal zwei Wochen sollte alles wieder gut sein und ich könne dann ohne Einschränkungen wieder alles machen.
Wie ich an anderer Stelle hier im Forum bereits geschrieben habe, fühle ich mich mehr auf der weiblichen Seite, auch wenn ich mich als non-binär bezeichne, sage den Leuten sie sollen mich als Frau ansprechen. Als ich meine Namensänderung gemacht hatte, bat ich die KK um eine weibliche Anrede. Im Krankenhaus war ich im Zimmer mit einer Frau zusammen. Dem Personal war gelegentlich eine gewisse Irritation anzusehen, der Umgang war jedoch immer sehr freundlich und angenehm, und ich fühlte mich gut aufgehoben. Es war für mich eine neue und gute Erfahrung, ich darf so sein wie ich mich fühle und werde angenommen und respektiert.
Nun bin ich sehr froh und glücklich das bis jetzt alles gut gelaufen ist und dass ich den Schritt gemacht habe. Werde euch über den weiteren Verlauf noch berichten.
LG Nicola
Nach dem ich mich anfang März entschieden hatte die Orchiektomie machen zu lassen, bekam ich relativ schnell einen Termin beim Arzt (Psychiater) vom Krankenhaus. Ich kannte ihn bereits, da ich vor ca. 2 Jahren für ein anderes Gesuch an die Krankenkasse schon einmal bei ihm war. Ich hatte eine sehr gutes Gespräch mit ihm, er sagte mir seine Unterstützung zu und vereinbarte für mich vier Wochen später einen Termin in der Urologie. Die Urologin war sehr sympathisch erklärte mir den genauen Verlauf der OP, machte noch ein paar Untersuchung und sagte wenn mit der Kostenübernahme der KK alles gut ginge, könne sie die OP bis Mitte Mai durchführen. Anfang Mai rief sie mich an und sagte dass die KK die Kostenübername ablehnen würde und ich mich noch etwas gedulden müsse. Im Nachhinein erfuhr ich, dass es daran lag, dass der Arzt richtigerweise mich als Person mit -«Geschlechtsdysphorie im Sinne einer non-binär Geschlechtsidentität-» darstellte, und die KK meinte, dass sei ihr zu unsicher ob dies dann wirklich das richtige für mich sei. Da sich der Arzt jedoch sehr engagiert für Menschen die sich nicht in das binäre System einordnen und auch für diese medizinische Massnahmen einfordert, setzte er sich sehr ein und ich erhielt Anfang letzte Woche ein Telefonanruf der Urologin, die KK hätte jetzt zugesagt und sie könne mir einen OP Termin für Montag nächste Woche reservieren und ich müsse noch für die Voruntersuchung vorbeikommen. Mit einer so schnellen Zusage habe ich nicht gerechnet, ich habe mich gefreut und war gleichzeitig etwas geschockt. Ich sagte ihr zu, musste dann noch ein paar geschäftliche Termine verschieben.
Montagmorgen ging ich ins Krankenhaus, um ca. 12 Uhr war die OP die ca. eine Stunde dauerte. Am Dienstag bei der Visite, meinte die Ärztin, ich könne am Donnerstag sicher wieder nach Hause. Mittwochmorgen fand sie, die Narbe würde sehr gut aussehen und wenn ich wolle könne ich auch Heute morgen schon nach Hause gehen. Ich rief meine Frau an, die sich riesig freute dass ich schon nach Hause komme, sie kam mich umgehend abholen.
Nun ist es 3 Tage her dass ich die OP hatte, es ist alles noch ziemlich stark aufgeschwollen, hat mehrere dunkelrot bis blaue flecken, der Hodensack ist grösser als vorher und wenn ich nicht wüsste dass die Hoden weg sind, hätte ich eher das Gefühl sie hätten sich vermehrt. Es fühlt sich alles noch sehr empfindlich an, starke Schmerzen habe ich jedoch nicht. Die Ärztin beruhigte mich und sagte ich solle nicht erschrecken, das sein am Anfang so. In den Leisten zieht es noch ein bisschen und beim absitzen muss ich sehr vorsichtig sein und immer schauen das alles gut unterlegt ist. Sie meinte, in ein bis maximal zwei Wochen sollte alles wieder gut sein und ich könne dann ohne Einschränkungen wieder alles machen.
Wie ich an anderer Stelle hier im Forum bereits geschrieben habe, fühle ich mich mehr auf der weiblichen Seite, auch wenn ich mich als non-binär bezeichne, sage den Leuten sie sollen mich als Frau ansprechen. Als ich meine Namensänderung gemacht hatte, bat ich die KK um eine weibliche Anrede. Im Krankenhaus war ich im Zimmer mit einer Frau zusammen. Dem Personal war gelegentlich eine gewisse Irritation anzusehen, der Umgang war jedoch immer sehr freundlich und angenehm, und ich fühlte mich gut aufgehoben. Es war für mich eine neue und gute Erfahrung, ich darf so sein wie ich mich fühle und werde angenommen und respektiert.
Nun bin ich sehr froh und glücklich das bis jetzt alles gut gelaufen ist und dass ich den Schritt gemacht habe. Werde euch über den weiteren Verlauf noch berichten.
LG Nicola