Verhältnis zu "meinen Geschlechtern"
Verfasst: Mo 7. Mai 2018, 22:33
Vorab: Dies wird keine Fortsetzungsgeschichte. Es ist ein gedanklicher Spaaziergang, der in kein anderes Unterforum passt, weil es ein Stück weit ein Bericht ist.
Also wer bin ich? Das wissen denk ich inzwischen recht viele hier ganz gut. Ich bin ein Mensch, den viele hier vermutlich als "Nonbinär" einordnen würden, der mit dem Begriff aber nicht wirklich glücklich ist. Nonbinär klingt für mich immer so nach "außerhalb des bisherigen Geschlechterkonstrukts". Aber ich bin nicht außerhalb. Ich bin einfach nur nicht schwarz oder weiß, sondern mittelgrau. In meinem Kopf findet mal ebenso viel von einer Frau, wie von einem Mann.
Und hier soll die Einleitung enden und der eigentliche Bericht beginnen. Wie stehe ich zu mir? Wie stehe ich zu mir als Mann, wie zu mir als Frau, wie zu mir als beides? Kann man scharf trennen, oder muss man damit leben, dass der eine Teil ohne den anderen nicht existent wäre? Nun denn: Meine Selbstwahrnehmung hat sich in der Vergangenheit schon mehrfach geändert. Allerdings ist sie seit ich angefangen habe, meine weibliche Seite auch aktiv auszuleben, nahezu komplett konstant geblieben. Vorher geisterte mal der Begriff Bigender in meinem Kopf herum. Mal bin ich nur Mann, mal nur Frau, mal dazwischen. Doch dann hab ich gemerkt, dass diese "nur Frau" Phasen eigentlich immer gezielt forciert waren. Ich wollte mich nur als Frau fühlen und tat das dann auch. Die "nur Mann" Phasen existieren freilich noch immer und haben einen anderen Grund. Ich bin als Junge bzw. Mann aufgewachsen und sozialisiert worden. Wenn ich unter Stress stehe oder mich auf etwas konzentrieren muss, läuft in meinem Kopf das "Standardprogramm Mann" ab. Ich hab keine Zeit, darüber nachzudenken, wer ich bin, mir wurde gesagt, ich sei ein Mann und da es zwar unvollständig, aber nicht falsch ist, wehre ich mich auch nicht dagegen. Folglich rückt Lea in den Phasen in den Hintergrund. In allen anderen Momenten sind immer beide da. Mein weibliches und mein männliches Ich helfen einander, vermischen sich, sind aber in manchen Punkten auch klar abgrenzbar.
Und nun wird es eigenartig: Ich fühle mich eindeutig beiden Geschlechtern zugehörig, fühle mich als Mann ebenso wohl, wie als Frau, würde niemals dauerhaft nur eines von beiden sein wollen. Und dennoch hab ich einen Favoriten. And the winner is: Lea! Ich liebe meine weibliche Seite einfach. Ich bin beides gerne, aber mögen tu ich mein weibliches Ich lieber. Vielleicht spielt da auch ein Aspekt des Crossdressings eine Rolle, der mir nur dank meiner Psychologin wirklich klar ist: Ich nutze das Crossdressing zwar zu 95%, um meiner weiblichen Hälfte Ausdruck zu verleihen, aber es hilft mir auch, mit meinen Problemen des Alltags zurecht zu kommen, davon abzuschalten. Die Öffentlichkeit kennt mich nur als Mann. In meinem Freundeskreis bin ich zwar geoutet, aber alle anderen wissen nichts davon, dass da auch noch eine Frau in mir ist. Somit sind auch sämtliche Probleme, die ich mit Menschen außerhalb meines Freundeskreises hab, ausschließlich mit dem männlichen Geschlecht verknüpft. Und tatsächlich: Kaum trage ich Frauensachen, sind diese Probleme zwar nicht weg, aber sie rücken in eine eigenartige Ferne, gehen mir nicht mehr so nahe.
Daher: Ich fühle mich in beiden Geschlechtern wohl, bin gerne sowohl Mann, als auch Frau, aber lieber bin ich schon eine Frau.
Also wer bin ich? Das wissen denk ich inzwischen recht viele hier ganz gut. Ich bin ein Mensch, den viele hier vermutlich als "Nonbinär" einordnen würden, der mit dem Begriff aber nicht wirklich glücklich ist. Nonbinär klingt für mich immer so nach "außerhalb des bisherigen Geschlechterkonstrukts". Aber ich bin nicht außerhalb. Ich bin einfach nur nicht schwarz oder weiß, sondern mittelgrau. In meinem Kopf findet mal ebenso viel von einer Frau, wie von einem Mann.
Und hier soll die Einleitung enden und der eigentliche Bericht beginnen. Wie stehe ich zu mir? Wie stehe ich zu mir als Mann, wie zu mir als Frau, wie zu mir als beides? Kann man scharf trennen, oder muss man damit leben, dass der eine Teil ohne den anderen nicht existent wäre? Nun denn: Meine Selbstwahrnehmung hat sich in der Vergangenheit schon mehrfach geändert. Allerdings ist sie seit ich angefangen habe, meine weibliche Seite auch aktiv auszuleben, nahezu komplett konstant geblieben. Vorher geisterte mal der Begriff Bigender in meinem Kopf herum. Mal bin ich nur Mann, mal nur Frau, mal dazwischen. Doch dann hab ich gemerkt, dass diese "nur Frau" Phasen eigentlich immer gezielt forciert waren. Ich wollte mich nur als Frau fühlen und tat das dann auch. Die "nur Mann" Phasen existieren freilich noch immer und haben einen anderen Grund. Ich bin als Junge bzw. Mann aufgewachsen und sozialisiert worden. Wenn ich unter Stress stehe oder mich auf etwas konzentrieren muss, läuft in meinem Kopf das "Standardprogramm Mann" ab. Ich hab keine Zeit, darüber nachzudenken, wer ich bin, mir wurde gesagt, ich sei ein Mann und da es zwar unvollständig, aber nicht falsch ist, wehre ich mich auch nicht dagegen. Folglich rückt Lea in den Phasen in den Hintergrund. In allen anderen Momenten sind immer beide da. Mein weibliches und mein männliches Ich helfen einander, vermischen sich, sind aber in manchen Punkten auch klar abgrenzbar.
Und nun wird es eigenartig: Ich fühle mich eindeutig beiden Geschlechtern zugehörig, fühle mich als Mann ebenso wohl, wie als Frau, würde niemals dauerhaft nur eines von beiden sein wollen. Und dennoch hab ich einen Favoriten. And the winner is: Lea! Ich liebe meine weibliche Seite einfach. Ich bin beides gerne, aber mögen tu ich mein weibliches Ich lieber. Vielleicht spielt da auch ein Aspekt des Crossdressings eine Rolle, der mir nur dank meiner Psychologin wirklich klar ist: Ich nutze das Crossdressing zwar zu 95%, um meiner weiblichen Hälfte Ausdruck zu verleihen, aber es hilft mir auch, mit meinen Problemen des Alltags zurecht zu kommen, davon abzuschalten. Die Öffentlichkeit kennt mich nur als Mann. In meinem Freundeskreis bin ich zwar geoutet, aber alle anderen wissen nichts davon, dass da auch noch eine Frau in mir ist. Somit sind auch sämtliche Probleme, die ich mit Menschen außerhalb meines Freundeskreises hab, ausschließlich mit dem männlichen Geschlecht verknüpft. Und tatsächlich: Kaum trage ich Frauensachen, sind diese Probleme zwar nicht weg, aber sie rücken in eine eigenartige Ferne, gehen mir nicht mehr so nahe.
Daher: Ich fühle mich in beiden Geschlechtern wohl, bin gerne sowohl Mann, als auch Frau, aber lieber bin ich schon eine Frau.