Danke Svetlana,
für den Beitrag, der m.E. eine bedauerliche Fehlentwicklung in der Verwendung von Sprache, Begriffen und Gruppen in unserer "hoch-kommunikativen" (wirklich?) Gesellschaft aufzeigt. Wie auch einige unserer Diskussionen hier im Forum schon herauskristallisiert haben.
Begrifflichkeiten werden offenbar WICHTIGER als deren INHALTE.
Die Wogen schlagen schon hoch wenn ein "falsches Wort" im richtigen Kontext benutzt wird, selbst wenn die schreibende oder sprechende Person die allerbesten Absichten hatte. So wie auch Sascha Lobo, ein Autor / Journalist und Aktivist der sehr sensiblen, selbstkritischen und überlegten Sorte, den ich persönlich sehr schätze.
Bei allem Respekt vor seiner "Entschuldigung" bei der Trans*Community, bei aller Nachvollziehbarkeit, dass sich einige aus dieser Minderheit "missachtet" oder "diskriminiert" gefühlt haben mögen, sind wir im Bereich der Wortklauberei und Hysterisierung von Sprache inzwischen angekommen. DAS finde ich wesentlich bedenklicher, denn somit leisten wir den "braunen Ratten" und HASSPREDIGERN der extremen Rechten nur Vorschub, die genau diese manipulativen Begriffs-Sensibilisierungen für ihre faschistischen Strategien täglich anwenden. Sie haben es schon binnen weniger Jahre geschafft, diesen DESTRUKTIVEN, UNPRODUKTIVEN Semantik-Streit um "Lächerlichkeiten" bis in die Parlamente zu tragen. Wollen wir dem auch noch Vorschub leisten? Ich denke nicht!
Übrigens nur zur weiteren Klärung des Kunst-Wortes "She-Males":
Es ist NICHT richtig, dass diese Wortschöpfung grundsätzlich abwertend nur in der Pornoindustrie genutzt wird. Im asiatischen Raum bspw. ist dies Bezeichnung sehr verbreitet und wird von den Betroffenen sogar teils mit Stolz verwendet. Es gibt sogar öffentliche Wettbewerbe für "She-Males", wer die beste "Kathoey"-Performance auf die Bühne bringt, die weiblichen Anteile am perfektesten umsetzen kann. Das liegt daran, dass die asiatische Mentalität weit weniger Vorurteile und Diskrimierungen den "Wanderen zwischen den Welten" (The Third Gender) entgenbringt, als die europäische. Sie werden in Teilen des asiatischen Raumes sogar als etwas "Göttliches" verehrt, als die Vereinigung von weiblichen und männlichen Wesen.
Uns würde eine gutes Stück Gelassenheit und Souveränität auch gut zu Gesicht stehen. IMHO.
LG, Eure Ronda.
