FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
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Anne-Mette
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FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Moin,
aus dem Bundestag:
Arbeit und Soziales/Antrag
Die FDP-Fraktion möchte den Schwerbehindertenausweis in Teilhabeausweis umbenennen. In einem entsprechenden Antrag (19/1836) verweist sie auf das veränderte Selbstverständnis von Menschen mit Behinderungen und die UN-Behindertenrechtskonvention. Mit dieser habe sich ein Paradigmenwechsel weg von der Orientierung auf Defizite hin zu einer an Begabungen orientierten Personenkonzentriertheit vollzogen. Eine Gesellschaft mit Teilhabe in weitgehend barrierefreier Umwelt müsse das langfristige Ziel sein. Mit der Änderung der Bezeichnung des Schwerbehindertenausweises in Teilhabeausweis werde die veränderte Rechtslage sprachlich umgesetzt und dem Bedürfnis vieler Betroffener Rechnung getragen, schreibt die FDP-Fraktion.
Gruß
Anne-Mette
aus dem Bundestag:
Arbeit und Soziales/Antrag
Die FDP-Fraktion möchte den Schwerbehindertenausweis in Teilhabeausweis umbenennen. In einem entsprechenden Antrag (19/1836) verweist sie auf das veränderte Selbstverständnis von Menschen mit Behinderungen und die UN-Behindertenrechtskonvention. Mit dieser habe sich ein Paradigmenwechsel weg von der Orientierung auf Defizite hin zu einer an Begabungen orientierten Personenkonzentriertheit vollzogen. Eine Gesellschaft mit Teilhabe in weitgehend barrierefreier Umwelt müsse das langfristige Ziel sein. Mit der Änderung der Bezeichnung des Schwerbehindertenausweises in Teilhabeausweis werde die veränderte Rechtslage sprachlich umgesetzt und dem Bedürfnis vieler Betroffener Rechnung getragen, schreibt die FDP-Fraktion.
Gruß
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conny
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Gut gemeint, aber "Teilhabeausweis" ist ein merkwürdiges Wortgebilde mit dem ich nichts anfangen kann.
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Ronda_PTL
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
conny hat geschrieben: Mi 25. Apr 2018, 20:55 Gut gemeint, aber "Teilhabeausweis" ist ein merkwürdiges Wortgebilde mit dem ich nichts anfangen kann.
Klar Conny, dass so ein Schnellschuss der Ablehnung sofort kommen musste.
Dabei könnten selbst Menschen OHNE HANDICAP bei ein wenig Empathieverbrauch sofort erkennen, dass dieser Antrag durchaus Sinn macht, wesentlich näher an dem gewandelten Selbstbild von Betroffenen und auch an der angestrebten Wertschätzung durch die Gesellschaft sein würde.
Es geht eben nicht nur um die Schaffung neuer bürokratischer Nomenklatur, sondern vielmehr um Fragen der Menschenwürde, der INKLUSION und des RESPEKTS, im Gegensatz zum bisherigen Ungetüm, das mit jedem Mal der Äußerung die BEHINDERUNG in den Vordergrund rückt. Sogar die SCHWERE BEHINDERUNG.
Wer selbst davon betroffen ist mit irgendeinem Handicap leben zu müssen, lernt sehr schnell und oft schmerzlich wie Begrifflichkeiten und althergebrachte Etiketten allein schon durch die sprachliche Form zu Ausgrenzung und Geringsschätzung führen. Dem kann, soll und muss entgegengewirkt werden. Gerade auch von Minderheiten wie der unserigen.
Warum würden sonst andere stigmatisierenden Begriffe durch bessere Bezeichnungen weltweit ersetzt werden?
Geduldige Grüße,
trotz früher Stunde.
Ronda.
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Astrid
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Ein wenig schmunzeln mußte ich schon über Deinen Beitrag, Conny. Bin ich doch sonst gerade in diesem Forum mehr Sensibilität gegenüber Begrifflichkeiten gewohnt
Aber im Ernst, ich fand und finde die vorgeschlagene Bezeichnung sofort plausibel und unterstützenswert, auch ohne die politische Begründung vorher gelesen zu haben. Mit meinen einfachen Worten ausgedrückt dient der Ausweis den durch Behinderung benachteiligten Personen zur Unterstützung der Teilhabe am öffentlichen Leben - Teilhabeausweis.
Für mich alles andere als ein Wortgebilde und für die Betroffenen aus meiner Sicht weit weniger stigmatisierend.
Liebe Grüße - Astrid
Aber im Ernst, ich fand und finde die vorgeschlagene Bezeichnung sofort plausibel und unterstützenswert, auch ohne die politische Begründung vorher gelesen zu haben. Mit meinen einfachen Worten ausgedrückt dient der Ausweis den durch Behinderung benachteiligten Personen zur Unterstützung der Teilhabe am öffentlichen Leben - Teilhabeausweis.
Für mich alles andere als ein Wortgebilde und für die Betroffenen aus meiner Sicht weit weniger stigmatisierend.
Liebe Grüße - Astrid
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Magdalena
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Hallo,
wer sich schon länger mit dem Thema beschäftig, wird feststellen, dass in andern Bereichen das Wort Teilhabe schon verwendet wird. Bei Wiedereingliederung nach langer Krankheit bietet der Rentenversicherer mit der Teilhabe am Arbeitsleben gezielte Förderung an um Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen.
So sehe ich es auch wie Ronda. Menschen mit eine Benachteiligung die Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dies bedeutet, dass der Ausweis es allein nicht ausmacht. Vieles existiert ja schon. So denke ich an Bordsteinabsenkungen, damit Rollstuhlfahrer sicher von der Straße auf den Gehweg kommen. Aber es braucht auch das Verständnis dies Bordsteinabsenkungen nicht mit seinem Auto zu verstellen. Es war nur ein Beispiel von vielen. Denn nicht der Name allein machte es aus, sondern wie wir als Teil der Gesellschaft auf Menschen mit Handicap zugehen und ihnen helfen am Leben Teil zu haben.
Liebe grüße Magdalena
wer sich schon länger mit dem Thema beschäftig, wird feststellen, dass in andern Bereichen das Wort Teilhabe schon verwendet wird. Bei Wiedereingliederung nach langer Krankheit bietet der Rentenversicherer mit der Teilhabe am Arbeitsleben gezielte Förderung an um Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen.
So sehe ich es auch wie Ronda. Menschen mit eine Benachteiligung die Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dies bedeutet, dass der Ausweis es allein nicht ausmacht. Vieles existiert ja schon. So denke ich an Bordsteinabsenkungen, damit Rollstuhlfahrer sicher von der Straße auf den Gehweg kommen. Aber es braucht auch das Verständnis dies Bordsteinabsenkungen nicht mit seinem Auto zu verstellen. Es war nur ein Beispiel von vielen. Denn nicht der Name allein machte es aus, sondern wie wir als Teil der Gesellschaft auf Menschen mit Handicap zugehen und ihnen helfen am Leben Teil zu haben.
Liebe grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Exuser-2019-01-04
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
"Teilhabe" impliziert m.E., als hätte es vorher einen beabsichtigten Ausschluß gegeben. Allerdings ist "Behindertenausweis" sicher noch schlechter. Es wird generell immer schwieriger, geeignete Begriffe zu finden, weil das "Problem" aus (falsch verstandener?) Rücksicht auf Befindlichkeiten nicht mehr angesprochen werden darf, und alles vermeintlich Negative auf Teufel komm raus wegdefiniert werden muß. Klarer wird unsere Sprache dadurch nicht. Aber zugegeben: einen Alternativvorschlag habe ich z.Zt. auch nicht.
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Frauke
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Klar kann jeder Begriff ins Negative geschoben werden. Wenn es nun irgendwann mal einen Teilhabeausweis geben sollte, müsste ja konsequenterweise nicht der GdB, sondern der GdT festgestellt werden, quasi als Positivliste. Wäre aber praktisch eher schwierig umzusetzen.
Letztlich wird sich an den Problemen der betroffenen Menschen wenig ändern, aber es klingt wenigstens besser.
Letztlich wird sich an den Problemen der betroffenen Menschen wenig ändern, aber es klingt wenigstens besser.
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conny
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Hallo,Ronda_PTL hat geschrieben: Do 26. Apr 2018, 04:25
Dabei könnten selbst Menschen OHNE HANDICAP bei ein wenig Empathieverbrauch sofort erkennen, dass dieser Antrag durchaus Sinn macht, wesentlich näher an dem gewandelten Selbstbild von Betroffenen und auch an der angestrebten Wertschätzung durch die Gesellschaft sein würde.
ich habe sinngemäß lediglich geschrieben, dass ich die Ausweisbezeichnung etwas merkwürdig finde, mehr nicht.
Gut formuliert. Das sehe ich ganz genauso und auf der Suche nach einem Alternativvorschlag bin ich auch. Eine vorhandene Körperbehinderung kann man aber nicht wegdefinieren. Verbesserungswürdig ist der unverkrampfte Umgang damit. Menschen mit Behinderung (oder evtl. bald teilhabenden Menschen?) wird oft noch aus Unwissenheit zuwenig Befähigung für eine normale berufliche Tätigkeit, bzw. Anderweitiges zugetraut und dann nehmen sie nicht eben nicht Teil, obwohl sie könnten. Und daran ändert eine Ausweisbezeichnung zunächst mal nichts. Das ändert sich aber, wenn diese Menschen z.B. in direkten Kontaktveranstaltungen mit Nichtbehinderten, bzw. potentiellen Arbeitgebern zusammen gebracht werden (die oft noch nicht einmal die umfangreichen möglichen finanziellen Eingliederungshilfen kennen).Sasha hat geschrieben: Do 26. Apr 2018, 08:42 "Teilhabe" impliziert m.E., als hätte es vorher einen beabsichtigten Ausschluß gegeben. Allerdings ist "Behindertenausweis" sicher noch schlechter. Es wird generell immer schwieriger, geeignete Begriffe zu finden, weil das "Problem" aus (falsch verstandener?) Rücksicht auf Befindlichkeiten nicht mehr angesprochen werden darf, und alles vermeintlich Negative auf Teufel komm raus wegdefiniert werden muß. Klarer wird unsere Sprache dadurch nicht. Aber zugegeben: einen Alternativvorschlag habe ich z.Zt. auch nicht.
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Jenny17
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Hallo!
Ich bin selbst schwerbehindert. Die Bezeichnung "Teilhabeausweis" ist meiner Meinung nach schlecht gewählt. Muss ich mich dann jeden Tag bedanken, dass ich an einem normalen Leben "teilhaben" darf? Ich versuche jeden Tag, so gut es eben geht, daran teilzunehmen. Ich habe vor ein paar Jahren an einem Lehrgang (Dauer 1,5 Jahre) des Berufsförderungswerkes zur Teilhabe am Arbeitsleben teilgenommen. Der Lehrgang bestand zu 90% aus einem betrieblichen Praktikum, welches auch toll verlief. Die Versprechungen, mich nach Beendigung des Lehrgangs zu übernehmen, waren 14 Tage vor dem Ende vergessen. Das war's dann auch schon mit der Teilhabe am Arbeitsleben. Etliche Bewerbungen waren total umsonst. Vor ein paar Jahren wurde mal darüber gesprochen, Firmen zu fördern, die eine bestimmte Anzahl Behinderter einstellen. Hab ich nie wieder etwas davon gehört! Welche Firma will wegen des besonderen Kündigungsschutzes schon Behinderte einstellen. Also, wer soll denn dann so einen Ausweis bekommen?
Ich bin oft mit Bus und Bahn unterwegs. Es wird immer schwieriger als Behinderter (meine Behinderung ist auch ohne dem gelben Schild mit den 3 schwarzen Punkten erkennbar) einen Sitzplatz zu bekommen. Der Schwerbehindertenausweis hat da doch manchmal geholfen. Ob das mit einem "Teilhabeausweis" noch funktioniert möchte ich doch bezweifeln!!
Liebe Grüße!
Jenny
Ich bin selbst schwerbehindert. Die Bezeichnung "Teilhabeausweis" ist meiner Meinung nach schlecht gewählt. Muss ich mich dann jeden Tag bedanken, dass ich an einem normalen Leben "teilhaben" darf? Ich versuche jeden Tag, so gut es eben geht, daran teilzunehmen. Ich habe vor ein paar Jahren an einem Lehrgang (Dauer 1,5 Jahre) des Berufsförderungswerkes zur Teilhabe am Arbeitsleben teilgenommen. Der Lehrgang bestand zu 90% aus einem betrieblichen Praktikum, welches auch toll verlief. Die Versprechungen, mich nach Beendigung des Lehrgangs zu übernehmen, waren 14 Tage vor dem Ende vergessen. Das war's dann auch schon mit der Teilhabe am Arbeitsleben. Etliche Bewerbungen waren total umsonst. Vor ein paar Jahren wurde mal darüber gesprochen, Firmen zu fördern, die eine bestimmte Anzahl Behinderter einstellen. Hab ich nie wieder etwas davon gehört! Welche Firma will wegen des besonderen Kündigungsschutzes schon Behinderte einstellen. Also, wer soll denn dann so einen Ausweis bekommen?
Ich bin oft mit Bus und Bahn unterwegs. Es wird immer schwieriger als Behinderter (meine Behinderung ist auch ohne dem gelben Schild mit den 3 schwarzen Punkten erkennbar) einen Sitzplatz zu bekommen. Der Schwerbehindertenausweis hat da doch manchmal geholfen. Ob das mit einem "Teilhabeausweis" noch funktioniert möchte ich doch bezweifeln!!
Liebe Grüße!
Jenny
Ich brauch was gegen Kopfschmerzen - Schuhe oder so.....
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conny
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
GdT? 100 % geht ja nicht, also gäbe es dann Teilteilhaben, je nachdem.Frauke hat geschrieben: Do 26. Apr 2018, 10:16 Wenn es nun irgendwann mal einen Teilhabeausweis geben sollte, müsste ja konsequenterweise nicht der GdB, sondern der GdT festgestellt werden, quasi als Positivliste. Wäre aber praktisch eher schwierig umzusetzen.
btw: Brauchen die, die Teilhaben, dafür einen Ausweis?
Je mehr ich daüber nachdenke, um so kurioser finde ich den Begriff.
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Exuser-2019-01-04
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Sehr guter und sicherlich zutreffender Einwand. Zuviel Jutmenschentum tut nich jut...Jenny17 hat geschrieben: Do 26. Apr 2018, 12:33 .... Der Schwerbehindertenausweis hat da doch manchmal geholfen. Ob das mit einem "Teilhabeausweis" noch funktioniert möchte ich doch bezweifeln!!
Aber vielleicht will die FDP ja auch mal teilhaben...an Jamaika
mfG Sasha
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Ronda_PTL
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Sorry Mädels,
aber ich finde einen Teil der "Argumente" hier so etwas von "sachfremd", um es milde auszudrücken, oder auch ignorant, wenn Ihr das besser versteht, dass es mich schüttelt, ehrlich.


Den einen geht es um zu viel "political correctness", unterstellen ein schon absurd zwanghaftes Vermeiden von möglichen Diskriminierungen (mit mokierendem Unterton), die anderen wähnen sich erst recht ausgegrenzt, weil sie für die "Teilhabe" dann dankbar sein müssten -- hääää? --, wieder andere meinen, es wird ja schon genug getan, dass sich Handicapped nicht benachteiligt fühlen müssen. Ach ja?
In welcher Realität lebt Ihr bitte?
Nur mal ein paar FAKTEN aus dem Behinderten-Alltag:
"¢ Nur knapp ein VIERTEL (also da. 25%) ALLER Arbeitgeber, die nach Betriebsgröße und Eignung eine gesetzliche Anzahl von Behinderten-gerechten Arbeitsplätzen vorhalten müssen, kommen dem gesetzlichen Auftrag überhaupt nach! Die große Mehrheit ignoriert das Recht ohne Folgen, oder kauft sich je nach Bundesland davon "frei". Das geht seit Jahrzehnten so.
"¢ Die Mehrzahl der Behinderten müssen heute schon in abgekapselten Sonderschulen oder Einrichtungen irgendwelche, i.d.R. eher stumpfsinnigen Arbeien erledigen, weil es weder genug Plätze gibt, noch hat diese Tätigkeit viel mit real-möglichen Erfolgerlebnissen der INKLUSION zu tun. Es gibt bisher nur ganz wenige Musterprojekte, in denen diese Menschen ihren Fähigkeiten gemäß wirklich gfördert werden, sogar den Übergang in den "normalen" Arbeitsmarkt oder speziell für sie entwickelte Berufsbilder erlernen können. FÖRDERUNG statt AUFBEWAHRUNG muss die Devise lauten im 21. Jhdt.!
Und in Zeiten, wo schon wieder Rechtsextreme von (unwertem) belastendem Leben faseln. (Siehe die unfassbaren Exzesse der jüngsten Wochen seitens der AfD!)
"¢ Auch die FINAZIELLE Situation, vor allem für Menschen mittleren Alters, die einst voll und gut im Berufsleben standen, aber durch Unfall und / oder Krankheit "ausgesteuert" werden ( auch ein furchtbarer Begriff unseres öffentlichen Rechtswesens!), stürzen ganz schnell in FINAZIELLE Nöte und totale Abhängigkeiten, da sie keineswegs so abgesichert sind, wie der "Sozialstaat" es so gerne darstellt. Ein endloses Thema, das ich hier nur anreißen kann! Füllt ganze Aktenberge!
"¢ Und fast jede(r) der v.a. In BAYERN schon mal einen simplen "Behindertenausweis mit AG Kennung" beantragt hat, kann eine traurige lange Geschichte davon erzählen wie viele Hürden überwinden, Gutachten erstellen lassen, oft sogar PROZESSE er/sie am Sozialgericht führen musste, um überhaupt in den "Genuss" eines solchen zu kommen. Dabei berechtigt dieser lediglich zu in anderen Ländern selbstverständlichen "Privilegien", wie etwa dem Parken auf Behindertenparkplätzen. Und diese werden tagtäglich noch von rücksichtslosen anderen Verkehrsteilnehmern einem streitig gemacht. Auch schon mal unter giftiger Verhöhnung der Person und Androhung von Gewalt btw.
"¢ Und ich wette jede(r) Behinderte kennt die Situation, vor allem wenn er/sie in Begleitung von einem Helfer / Angehörigen ist, dass er/sie gar nicht mehr angesprochen wird -- als könnte dieser Mensch nicht mal für sich selber denken, sprechen, usw. Von wegen gut Teilhabe lernen!
Fazit: All diese wenigen, sehr typischen Beispiele zeigen Menschen mit Handicap fast täglich WAS allein das "mächtige Wort", das ultimative Etikett "BEHINDERT" signalisiert bei unbedarften Zeitgenossen. "Du gehörst nicht zu den Leistungsträgern der Gesellschaft!" -- Unterschätze niemand die Macht der Worte! Worte bestimmten unser DENKEN, führen zu Handlungen und Taten, bilden GEISTESHALTUNGEN aus. Sie wirken stärker als alle guten Vorsätze.
Würden sonst die extremistischen Ideologien überhaupt eine Chance haben in aufgeklärten Gesellschaften? Wäre da NICHT die Stigmatisierung, die VERFÜHRUNG, die MANIPULATION durch WORTE und Sprache? Denkt mal darüber nach, bitte.
LG Ronda.
aber ich finde einen Teil der "Argumente" hier so etwas von "sachfremd", um es milde auszudrücken, oder auch ignorant, wenn Ihr das besser versteht, dass es mich schüttelt, ehrlich.
Den einen geht es um zu viel "political correctness", unterstellen ein schon absurd zwanghaftes Vermeiden von möglichen Diskriminierungen (mit mokierendem Unterton), die anderen wähnen sich erst recht ausgegrenzt, weil sie für die "Teilhabe" dann dankbar sein müssten -- hääää? --, wieder andere meinen, es wird ja schon genug getan, dass sich Handicapped nicht benachteiligt fühlen müssen. Ach ja?
In welcher Realität lebt Ihr bitte?
Nur mal ein paar FAKTEN aus dem Behinderten-Alltag:
"¢ Nur knapp ein VIERTEL (also da. 25%) ALLER Arbeitgeber, die nach Betriebsgröße und Eignung eine gesetzliche Anzahl von Behinderten-gerechten Arbeitsplätzen vorhalten müssen, kommen dem gesetzlichen Auftrag überhaupt nach! Die große Mehrheit ignoriert das Recht ohne Folgen, oder kauft sich je nach Bundesland davon "frei". Das geht seit Jahrzehnten so.
"¢ Die Mehrzahl der Behinderten müssen heute schon in abgekapselten Sonderschulen oder Einrichtungen irgendwelche, i.d.R. eher stumpfsinnigen Arbeien erledigen, weil es weder genug Plätze gibt, noch hat diese Tätigkeit viel mit real-möglichen Erfolgerlebnissen der INKLUSION zu tun. Es gibt bisher nur ganz wenige Musterprojekte, in denen diese Menschen ihren Fähigkeiten gemäß wirklich gfördert werden, sogar den Übergang in den "normalen" Arbeitsmarkt oder speziell für sie entwickelte Berufsbilder erlernen können. FÖRDERUNG statt AUFBEWAHRUNG muss die Devise lauten im 21. Jhdt.!
Und in Zeiten, wo schon wieder Rechtsextreme von (unwertem) belastendem Leben faseln. (Siehe die unfassbaren Exzesse der jüngsten Wochen seitens der AfD!)
"¢ Auch die FINAZIELLE Situation, vor allem für Menschen mittleren Alters, die einst voll und gut im Berufsleben standen, aber durch Unfall und / oder Krankheit "ausgesteuert" werden ( auch ein furchtbarer Begriff unseres öffentlichen Rechtswesens!), stürzen ganz schnell in FINAZIELLE Nöte und totale Abhängigkeiten, da sie keineswegs so abgesichert sind, wie der "Sozialstaat" es so gerne darstellt. Ein endloses Thema, das ich hier nur anreißen kann! Füllt ganze Aktenberge!
"¢ Und fast jede(r) der v.a. In BAYERN schon mal einen simplen "Behindertenausweis mit AG Kennung" beantragt hat, kann eine traurige lange Geschichte davon erzählen wie viele Hürden überwinden, Gutachten erstellen lassen, oft sogar PROZESSE er/sie am Sozialgericht führen musste, um überhaupt in den "Genuss" eines solchen zu kommen. Dabei berechtigt dieser lediglich zu in anderen Ländern selbstverständlichen "Privilegien", wie etwa dem Parken auf Behindertenparkplätzen. Und diese werden tagtäglich noch von rücksichtslosen anderen Verkehrsteilnehmern einem streitig gemacht. Auch schon mal unter giftiger Verhöhnung der Person und Androhung von Gewalt btw.
"¢ Und ich wette jede(r) Behinderte kennt die Situation, vor allem wenn er/sie in Begleitung von einem Helfer / Angehörigen ist, dass er/sie gar nicht mehr angesprochen wird -- als könnte dieser Mensch nicht mal für sich selber denken, sprechen, usw. Von wegen gut Teilhabe lernen!
Fazit: All diese wenigen, sehr typischen Beispiele zeigen Menschen mit Handicap fast täglich WAS allein das "mächtige Wort", das ultimative Etikett "BEHINDERT" signalisiert bei unbedarften Zeitgenossen. "Du gehörst nicht zu den Leistungsträgern der Gesellschaft!" -- Unterschätze niemand die Macht der Worte! Worte bestimmten unser DENKEN, führen zu Handlungen und Taten, bilden GEISTESHALTUNGEN aus. Sie wirken stärker als alle guten Vorsätze.
Würden sonst die extremistischen Ideologien überhaupt eine Chance haben in aufgeklärten Gesellschaften? Wäre da NICHT die Stigmatisierung, die VERFÜHRUNG, die MANIPULATION durch WORTE und Sprache? Denkt mal darüber nach, bitte.
LG Ronda.
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Hallo Ronda,
alles was Du beschreibst wird durch die Umbenennung und Vermeidung eines Wortes besser? Vermutlich nicht (meine Meinung). Es geht doch nicht darum, dass die anderen Diskutanten Behinderte stigmatisieren od. dgl. wollen. Die Vorwürfe treffen schlicht die falschen Personen.
Davon abgesehen: Du erlaubst aber doch, dass hier auch von Deiner Meinung abweichend geschrieben werden darf? Aber wohl eher nein, denn dann ist man ja realitätsfremd. Und was die Erfahrung mit Behinderung (bzw. einigen anderen von Dir aufgeführten Problemen) betrifft, ich zumindest habe diese aus erster Hand. Also danke.
alles was Du beschreibst wird durch die Umbenennung und Vermeidung eines Wortes besser? Vermutlich nicht (meine Meinung). Es geht doch nicht darum, dass die anderen Diskutanten Behinderte stigmatisieren od. dgl. wollen. Die Vorwürfe treffen schlicht die falschen Personen.
Davon abgesehen: Du erlaubst aber doch, dass hier auch von Deiner Meinung abweichend geschrieben werden darf? Aber wohl eher nein, denn dann ist man ja realitätsfremd. Und was die Erfahrung mit Behinderung (bzw. einigen anderen von Dir aufgeführten Problemen) betrifft, ich zumindest habe diese aus erster Hand. Also danke.
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Liebe Ronda,
ein Rundumschlag mit teilweise nachvollziehbaren, aber auch nicht zum Thema gehörenden Argumenten (finanzielle Folgen). Zur Beschäftigungsituation hier weitere Infos (woher hast Du die 25%?)
https://www.rehadat-statistik.de/de/ber ... index.html
Lediglich 4% der Menschen mit Behinderung haben diese seit Geburt. Inzwischen erreichen viele Angestellte im Laufe ihres Berufslebens durch zunehmende Beeinträchtigungen einen GdB > 50%. Die vielfältigen Ursachen und Folgen werden durch Statistiken nur sehr unzureichend erklärt. Zahlen und Argumente mit "Mehrzahlen" also mit Vorsicht genießen
Im Umgang mit behinderten Menschen hat sich in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren und Jahrzehnten sehr viel getan hat, wie z.B. auch das Thema Inklusion zeigt. Aber auch hier gilt leider: gut gemeint, aber vielfach schlecht gemacht. Am Ausweisnamen liegt es nicht, den könnte man natürlich ändern, aber sinnvoll. Das würde aber auch nichts am Steit mit den Behörden um GdB-Anerkennungen ändern.
ein Rundumschlag mit teilweise nachvollziehbaren, aber auch nicht zum Thema gehörenden Argumenten (finanzielle Folgen). Zur Beschäftigungsituation hier weitere Infos (woher hast Du die 25%?)
https://www.rehadat-statistik.de/de/ber ... index.html
Lediglich 4% der Menschen mit Behinderung haben diese seit Geburt. Inzwischen erreichen viele Angestellte im Laufe ihres Berufslebens durch zunehmende Beeinträchtigungen einen GdB > 50%. Die vielfältigen Ursachen und Folgen werden durch Statistiken nur sehr unzureichend erklärt. Zahlen und Argumente mit "Mehrzahlen" also mit Vorsicht genießen
Im Umgang mit behinderten Menschen hat sich in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren und Jahrzehnten sehr viel getan hat, wie z.B. auch das Thema Inklusion zeigt. Aber auch hier gilt leider: gut gemeint, aber vielfach schlecht gemacht. Am Ausweisnamen liegt es nicht, den könnte man natürlich ändern, aber sinnvoll. Das würde aber auch nichts am Steit mit den Behörden um GdB-Anerkennungen ändern.
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Michi
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Re: FDP will Teilhabeausweis (statt Schwerbehindertenausweis)
Hallo Ronda,Ronda_PTL hat geschrieben: Do 26. Apr 2018, 14:50 Sorry Mädels,
aber ich finde einen Teil der "Argumente" hier so etwas von "sachfremd", um es milde auszudrücken, oder auch ignorant, wenn Ihr das besser versteht, dass es mich schüttelt, ehrlich.![]()
deiner Schelte mag ich nicht zustimmen.
Wir leben in einer Zeit, um sich greifender Euphemismen. Für alle Sorgen und Probleme, für jedes Defizit und jede Benachteiligung werden schöne warme Worte gesucht, aber echte Lösungen sind das nur äußerst(!) selten.
Diese schönen warmen Worte verdecken vielmehr die Probleme, machen sie unsichtbar, und löschen sie damit schließlich auch aus dem Bewusstsein der Menschen.
Aber dennoch sind sie weiterhin da, ganz so wie ein Haufen Hundekot nicht verschwindet, wenn man ihn mit Blumen bestreut.
Jenny bringt es ganz ganz gut zum Ausdruck:
Genau so wie die Beschreibung "horizontal herausgefordert" an Stelle von "dick" das eigentliche Problem unsichtbar macht, so erweckt der Begriff "Teilhabe" eher den Eindruck, dass die Inhaber irgendwelche Sonderrechte haben, weil nämlich kein Grund dafür vermittelt wird. Denn das Recht zur Teilhabe haben wir alle ganz unabhängig von einem Ausweis, der dies extra betont.Jenny17 hat geschrieben: Do 26. Apr 2018, 12:33 Ich bin oft mit Bus und Bahn unterwegs. Es wird immer schwieriger als Behinderter (meine Behinderung ist auch ohne dem gelben Schild mit den 3 schwarzen Punkten erkennbar) einen Sitzplatz zu bekommen. Der Schwerbehindertenausweis hat da doch manchmal geholfen. Ob das mit einem "Teilhabeausweis" noch funktioniert möchte ich doch bezweifeln!!
Mir ist klar, dass sich das albern liest, wenn ich es so klar und deutlich formuliere, aber wenn man mal darüber nachdenkt, wie Menschen ticken, dann würde genau das passieren, was Jenny befürchtet:
Die Mitmenschen hätten noch viel weniger ein Bewusstsein dafür, was die Probleme der Ausweisinhaber sind, hätten eher das Gefühl, dass die Ausweisinhaber irgendwie bevorzugt würden.
Euphemismen haben eine wirklich gute Seite: Sie klingen "nett".
Aber "nett" ist bekanntlich der kleine Bruder von "Scheiße".
Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.