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Schweiz: Schwierige Lage für Transmenschen in Haft
Verfasst: Di 17. Apr 2018, 09:37
von Anne-Mette
Moin,
"20 Minuten" setzt sich mit dem Thema auseinander:
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Trans-14744127
Gruß
Anne-Mette
Re: Schweiz: Schwierige Lage für Transmenschen in Haft
Verfasst: Di 17. Apr 2018, 14:30
von Michi
Aus dem Artikel:
Laut Alain Broccard, Präsident des Haftanstaltenvereins Freiheitsentzug Schweiz (FES), ist das Gefängnispersonal sehr selten mit Transmenschen konfrontiert. -«Ist dies aber der Fall, legt es Wert auf bestmögliche Bedingungen.-» Eine komplette Isolation von den anderen Inhaftierten sei zu vermeiden. -«Ansonsten werden sie noch mehr stigmatisiert.-» Das Schweizerische Kompetenzzentrum für den Justizvollzug schult laut Broccard zudem in der Basisausbildung den Umgang mit Transmenschen.
Auf die Idee, dass Betroffene aus Angst vor Repressionen der Mitgefangenen (die wohl zudem gar nicht so selten wohlwollend vom Personal geduldet werden) ihre Identität verleugnen, ist der feine Herr Präsident wohl noch nicht gekommen.
Auch SVP-Nationalrat Claudio Zanetti sieht kein akutes Problem: Angesichts der verschwindend kleinen Zahl inhaftierter Transmenschen seien Anpassungen übertrieben. -«Zudem haben wir in unseren Gefängnissen hervorragende Fachleute, die bei Konflikten pragmatische Lösungen finden-», so Zanetti. Abgeschlossene Bereiche seien jedoch problematisch. -«Damit würde man für Transsexuelle Sonderrechte schaffen und etwa den Drogenhandel erleichtern.-»
Der Stellenwert des persönlichen Leides einer einzelnen Person bemisst sich für Zanetti also daran, wie viele (oder wenige) weitere "Einzelfälle" es gibt.
Es ist also einer Kostenfrage, und natürlich sind Transsexuelle grundsätzlich Kriminelle und Drogenhändler. Oder was wollte er sonst mit dieser Aussage vermitteln? Dass sein Denken menschenverachtend ist, hat er offensichtlich noch nicht bemerkt.
Re: Schweiz: Schwierige Lage für Transmenschen in Haft
Verfasst: Di 17. Apr 2018, 16:56
von Mina
Ich habe in meinem familiären Umfeld eine angehende Gefäßchirurgin. Ihrer Aussage nach können Transidente Menschen zwar den Wunsch äußern entsprechend angesprochen zu werden. Das aber wirklich in jeder Abteilung die Papiere entscheiden in welches Zimmer man "wegsortiert" wird. Und "wegsortiert" habe ich eingebracht, denn viel mehr ist es für mich nicht. Nach Pippimann und nicht-Pippimann einsortieren.
Das Thema hatten wir schon mal in Bezug auf Schwimmbad und Sauna. Es greift also tatsächlich noch allumfassend. Und da spielt es jetzt keine Rolle ob sich wer in der Damendusche versteckt obwohl da noch "was" baumelt. Würde die Badleitung gefragt werden, es wären zu 98% die gleichen Antworten, vermutlich.
Die Justiz richtet sich streng nach der aktuellen Gesetzeslage und die kommt - oh Wunder, aus dem TSG welches "voll achtziger" ist!
Rückstandsland Deutschland in dieser Sache. Und wenn das Gesetz nicht vorturnt, werden die Exekutiven, respektive zivilen Einrichtungen zögern bis zur Verweigerung. (Ausnahmen bestätigen hier nicht die Regel)
Und rumsbums, da simmer wieder - Das TSG! *kotz* Handlungsbedarf, oberdringlichst!
