Heimat
Verfasst: Do 15. Mär 2018, 10:58
Heimat ist ein etwas merkwürdiger Begriff. Niemand kann Heimat so beschreiben, dass es für alle richtig ist. Es gibt keine allgemeingültige Erklärung oder Definition dafür, was Heimat ist. Es bestehen viele verschiedene Theorien darüber, was Heimat ist, wie sie entsteht und ob sie überhaupt universell existiert.
Trotzdem wissen viele Menschen für sich selbst ziemlich genau, was Heimat für sie selbst ist. Und sie sind sich sicher, dass sie ein klares Bewusstsein über ihre Heimat haben. Sie fühlen sie und können sie beschreiben. Manche machen ihre Heimat daran fest, wie und wo sie aufgewachsen sind, andere nennen Heimat das, womit und worin sie sich wohlfühlen, und wieder andere können mit Heimat nicht viel anfangen. Es ist für sie nicht wichtig, eine Heimat zu haben, die sie anderen erklären könnten.
Soweit ist alles in Ordnung. Wer Heimat hat, der hat, wer nicht, der nicht. Niemand müsste sich daran stören und kein Gesetz regelt, wie Heimat für jemanden zu sein hat oder wie Heimat richtig ist.
Schwierig wird es dort, wo Menschen anderen Menschen sagen, dass sie eine Heimat haben müssen oder keine haben dürfen. Und dort, wo sie versuchen ihr Verständnis von Heimat anderen anhand der Geburt (dem Ort) überzustülpen, weil sie glauben, dass das eben so ist. Heimat muss für alle etwas sein, was man bei der Geburt mitbekommen hat, sagen die einen. Andere sagen denen dann, Heimat habe definitiv nichts mit der Geburt zu tun. Die sind sich sicher, dass Heimat vielmehr das ist, womit und worin man gut lebt. Nur das muss für alle die maßgebende Eigenschaft von Heimat sein.
Fragt man diese Leute dann, was Heimat ganz genau ist, welche Beschreibung von Heimat für alle richtig ist, herrscht Schweigen. Keine_r von denen kann Heimat für alle richtig beschreiben. Niemand weiss, was Heimat im allgemeinen bedeutet und ob es sie in jedem Menschen gibt. Und trotzdem streiten sie darum, was Heimat ist, trotzdem versuchen sie, Heimat für andere so zu bestimmen, wie sie selbst ihre Heimat erleben.
Diese Narren. Würden sie sich doch bloß damit beschäftigen, wie sie selbst und die anderen mit und in ihrer eigenen Heimat oder ohne Heimat gut leben können.
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Diesen Beitrag hatte ich für einen anderen Thread geschrieben. In dem ging es zwar nicht um Heimat, sondern um einen anderen merkwürdigen Begriff, aber auch dort wurden Thesen zu Fakten und Glaubenssätze zu göttlichen Erkenntnissen gemacht, für die die universelle Gültigkeit behauptet wurde; Kreuzzüge im Namen des Geschlechts und der Wahrheit, dieser armen Sau.
Marielle
Trotzdem wissen viele Menschen für sich selbst ziemlich genau, was Heimat für sie selbst ist. Und sie sind sich sicher, dass sie ein klares Bewusstsein über ihre Heimat haben. Sie fühlen sie und können sie beschreiben. Manche machen ihre Heimat daran fest, wie und wo sie aufgewachsen sind, andere nennen Heimat das, womit und worin sie sich wohlfühlen, und wieder andere können mit Heimat nicht viel anfangen. Es ist für sie nicht wichtig, eine Heimat zu haben, die sie anderen erklären könnten.
Soweit ist alles in Ordnung. Wer Heimat hat, der hat, wer nicht, der nicht. Niemand müsste sich daran stören und kein Gesetz regelt, wie Heimat für jemanden zu sein hat oder wie Heimat richtig ist.
Schwierig wird es dort, wo Menschen anderen Menschen sagen, dass sie eine Heimat haben müssen oder keine haben dürfen. Und dort, wo sie versuchen ihr Verständnis von Heimat anderen anhand der Geburt (dem Ort) überzustülpen, weil sie glauben, dass das eben so ist. Heimat muss für alle etwas sein, was man bei der Geburt mitbekommen hat, sagen die einen. Andere sagen denen dann, Heimat habe definitiv nichts mit der Geburt zu tun. Die sind sich sicher, dass Heimat vielmehr das ist, womit und worin man gut lebt. Nur das muss für alle die maßgebende Eigenschaft von Heimat sein.
Fragt man diese Leute dann, was Heimat ganz genau ist, welche Beschreibung von Heimat für alle richtig ist, herrscht Schweigen. Keine_r von denen kann Heimat für alle richtig beschreiben. Niemand weiss, was Heimat im allgemeinen bedeutet und ob es sie in jedem Menschen gibt. Und trotzdem streiten sie darum, was Heimat ist, trotzdem versuchen sie, Heimat für andere so zu bestimmen, wie sie selbst ihre Heimat erleben.
Diese Narren. Würden sie sich doch bloß damit beschäftigen, wie sie selbst und die anderen mit und in ihrer eigenen Heimat oder ohne Heimat gut leben können.
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Diesen Beitrag hatte ich für einen anderen Thread geschrieben. In dem ging es zwar nicht um Heimat, sondern um einen anderen merkwürdigen Begriff, aber auch dort wurden Thesen zu Fakten und Glaubenssätze zu göttlichen Erkenntnissen gemacht, für die die universelle Gültigkeit behauptet wurde; Kreuzzüge im Namen des Geschlechts und der Wahrheit, dieser armen Sau.
Marielle