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Re: Hormone - Libido

Verfasst: Di 24. Aug 2010, 12:02
von Anne-Mette
Moin,

... und herzlich willkommen )))(:

Es stimmt, es finden sich relativ viele Berichte von Menschen "im Umbruch".
Danach wollen viele "in ein normales Leben eintauchen", also ganz im angestrebten und erreichten "Wunschgeschlecht" aufgehen.
Als "Normalo" wollen viele keinen Bezug mehr zur "Szene" haben.
Da verbleibt eine gründliche Suche - vielleicht auch auf dem Büchermarkt; ich werde mich wieder melden.
Hier noch ein Linktipp (engl) http://ai.eecs.umich.edu/people/conway/TS/TS-III.html

... ja, das mit der Libido...
wird sich für viele enttäuschend entwickeln, auf alle Fälle ist es kein direkter Tausch der Lust und der Gefühle.
Es gibt "Durststrecken" - und es muss das "neue sexuelle Empfinden" erst erlernt werden.
Für Viele wird das unbefriedigend sein.

Hier noch ein weiterer Link - mit Langzeiterfahrungen und Berichte von Leuten, die es bereut haben, sich operieren zu lassen.
http://ai.eecs.umich.edu/people/conway/ ... ng-DE.html

Dort heißt es u.a.
Wenden wir uns zunächst Renée Richards zu, die im Jahr 1975 im Alter von 40 transitionierte und ihre Ga-OP vornehmen ließ, und im folgenden Jahr als "der transsexuelle Tennisspieler" weithin bekannt wurde. Renée's Geschichte ging durch die Medien und bewirkte zunächst viel Positives, weil sie einer neuen Generation junger TS-Frauen deutlich machte, dass "eine Geschlechtsumwandlung möglich" sei, so wie dies bereits Christine Jorgensens Transition in den Mittfünfzigern bewirkt hatte. Im Jahr 1983 schrieb sie eine Autobiographie mit dem Titel "Second Serve" über ihre Transition, mit der sie traurige Berühmtheit erlangte, speziell, inwieweit Post-OP-Frauen die Erlaubnis erhalten sollten, als Frauen Leistungssport betreiben zu dürfen.
Gruß
CPG

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Di 24. Aug 2010, 18:11
von Salmacis
Ja ich lese leider oft von TS, die sich mehr erhofft haben, aber genau so viel von welchen, für die es der absolut richtige Schritt war. Ich denke es ist immer individuell. Und selbst nac 200 Erfahrungsberichten kann dir niemand die eigene Sorge nehmen. Das beste sind denke ich immer lange und individuelle Beratungsgespräche. Denn nur du bist du und weißt was du willst.

Tut mir leid wenn ich hier nicht viel weiter helfen kann. Aber besuch doch mal einen TS Stammtisch und frage nach den Erfahrungen. Da erfährst du es aus erster Hand :)

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Mi 25. Aug 2010, 15:03
von Anne-Mette
Moin,

vielen Dank für Deine Auskünfte. Sie werden bestimmt weiter helfen.
Gut, dass Du schon so ausführliche Erfahrungen hast; viele wollen sich "danach" nicht mehr melden...
...so ist es um so erfreulicher, dass Du geschrieben hast.
trotzdem ist immer die Frage ist es auch wirklich das was eine Bio Frau fühlt
Wir dürfen nicht vergessen, die (Bio)Frau gibt es nicht.
Und es gibt 100te von Spielarten bei Libido und Empfindungen.
Foren und Fragestunden sind voll von (Bio) Frauen, die wissen wollen, ob sie so "richtig" fühlen wie sie fühlen.
Die oft gegebene Antwort: jeder entscheidet selbst, ob er/sie richtig fühlt.

Gruß
CPG

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Mi 25. Aug 2010, 15:22
von Anne-Mette
Moin,
Eine Leben ohne Empfindungen und Libido
... das kann aber jedem auch so passieren, egal ob Mann oder Frau...

Guck z.B. mal hier: http://www.wdr.de/tv/menschenhautnah/se ... /index.jsp

Gruß
CPG

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Do 9. Dez 2010, 13:47
von exuserin-2014-05-24
Hoi Meisjes,

eine GaOP kommt für mich nicht in Frage. Ich bin so auf die Welt gekommen wie ich bin und da wird nichts dran verändert operativ.

Die Risiken sind nicht nur hoch, sondern sehr hoch. Man braucht nicht nur einen guten Operateur, man braucht auch Glück. Die Beste OP-Technik taugt nichts wenn die Gefäße nicht mitmachen oder wenn man die Hormone nicht verträgt.

Ich würde mir auch keine Brustimplantate legen lassen. Auch da ist mir ein unkalkulierbares Risiko dabei. Ich sehe ja an der Klinik und an der Uni was passieren kann. Ich lebe mit dem Körper so wie er ist, ergänze ihn mit kleinen Hilfsmitteln, aber ich nehme keine Eingriffe in ihn vor.

Was ich angehen werde wenn ich mal mit der Uni fertig bin ist, das ich meinen Namen ändere offiziell. Das werde ich mit Vehemenz verfolgen und ich werde als Anneke und vielleicht (wernn es klappt) einen zweiten weiblichen Namen im Pass stehen haben.

Doei Anneke )))(:

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Di 14. Dez 2010, 09:31
von Reiselustig
cpg hat geschrieben:Moin,

vielen Dank für Deine Auskünfte. Sie werden bestimmt weiter helfen.
Gut, dass Du schon so ausführliche Erfahrungen hast; viele wollen sich "danach" nicht mehr melden...
...so ist es um so erfreulicher, dass Du geschrieben hast.
trotzdem ist immer die Frage ist es auch wirklich das was eine Bio Frau fühlt
Wir dürfen nicht vergessen, die (Bio)Frau gibt es nicht.
Und es gibt 100te von Spielarten bei Libido und Empfindungen.
Foren und Fragestunden sind voll von (Bio) Frauen, die wissen wollen, ob sie so "richtig" fühlen wie sie fühlen.
Die oft gegebene Antwort: jeder entscheidet selbst, ob er/sie richtig fühlt.

Gruß
CPG
Das sehe ich auch so. Gerade im Bezug auf die Libido kann man weder bei Frau noch bei Mann generalisieren. Hier gibt es alle Ausprägungen von 0 bis 100.
Auch wenn scheinbar einige "Experten" anderer Meinung sind:
"Den weiblichen Orgasmus deutet die Autorin als in besonderer Weise durch einen neuronalen "Schalter" gesteuert - dies sei der eigentliche Grund für die zwischen den Geschlechtern bestehende "sexuelle Kluft". Frauen haben ein "Hirn unter der Gürtellinie", für sie zähle auch physisch die Vorgeschichte, der ganze Hinweg zum Sex. Bei Männern hingegen funktioniere alles schlichter. Hier sei Erregung eine Sache von drei Minuten und "im Wesentlichen hydraulischer Natur"."
Quelle: faz.net

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Fr 29. Apr 2011, 11:32
von xeni
Meine OP war ja schon 1980 - also habe ich schon einige Erfahrung sammeln können.
Wie oben schon erwähnt liegt es zu 100 % am Operateur - wie genau ER arbeitet und eben
viel viel Glück. Bei mir scheint er gewissenhaft gearbeitet zu haben -- *kein wunder es haben ja immerhin
15 angehende Chirurgen zugesehen*-Es wurde sogar ein Lehrfilm gedreht.
Ich muss sagen das der Orgasmus viel intensiver und länger andauert und manchmal sogar ein Herzrasen
hervorruft - also scheint alles ein großes Glück zu sein, Voraussagen, wie es nun bei jeder Einzelnen wird ,
kann es nicht geben. (smili)

xeni: )))(:

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Fr 29. Apr 2011, 11:45
von Nicoletta
cpg hat geschrieben:
... das kann aber jedem auch so passieren, egal ob Mann oder Frau...
Das kann ich bestätigen. Ich würde mich auch als asexuell bezeichnen. Meine erste sexuelle Erfahrung hatte ich im Alter von 22 Jahren, dann wieder in der ersten Ehe im Alter von 32 Jahren, dazwischen nichts, habe aber auch nichts vermisst, höchstens im Kopf, weil ich immer glaubte, man müsse doch ein Sexualleben, das gehöre gesellschaftlich dazu. Beim Scheitern der Ehe war ich 44, da lebte ich wieder asexuell, bis ich mit 47 wieder heiratete. Ein natürliches Sexualleben hat sich da auch kaum entwickelt wegen der Einhaltung religiöser Vorschriften, nach denen an Fastentagen Sex nicht erlaubt ist, d.h. rund 180 Tage im Jahr, außerdem nicht, wenn man kommuniziert hat oder kommunizieren will. Sex gab es also allenfalls dienstags oder donnerstags, falls die nicht gerade in Fastenzeiten fielen, und meist hatte man just dann keine Lust. Den letzten Sex hatten wir nach meiner Erinnerung etwa 2005, da war ich 57. Ohne Sex lebe ich gut, Streicheleinheiten hingegen täten mir gut, aber die verweigert mir meine Frau fast immer, weil sie das als Vorspiel betrachtet, und sie möchte nicht erregt werden, wenn danach nichts folgt. Meine sinnliche Befriedigung bekomme ich am besten beim Wandern, indem ich die Natur auf mich wirken lasse, physische Bedürfnisse habe ich da nicht. Im Falle einer Transition würde sich bei mir daran sicher auch nichts ändern, ich bräuchte also keine Angst davor zu haben, eine ohnehin nicht vorhandene Libido zu verlieren, andererseits: wozu brauche ich dann überhaupt weibliche Genitalien? Es wäre lediglich eine ästhetisch motivierte Korrektur an einem Teil meines Körpers, der ohnehin verdeckt ist. Da wäre anderes wichtiger, angefangen von Epilation bis hin zu biometrischen Korrekturen am Schädel und Haartransplantation, nur würde meine Frau solche Eingriffe vermutlich nicht tolerieren, so dass ich auch davon Abstand nehme.

Nicoletta

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Fr 29. Apr 2011, 21:14
von Bianca D.
newbabe hat geschrieben:
leider kann man das eben nicht wissen, wie sich das während der Hormoneinnahme alles so entwickelt.
Das ist einer meiner grössten Ängste.
Was passiert mit ihm? Stimmungsschwankungen (die er ja jetzt schon hat. Depris...usw.)
Aber wie wird das sexuell gesehen? . aber was ist mit ihm??? Wird er noch wollen und können? Wird er was empfinden?
Hallöchen,

Jede Menge Fragen,die dich zu recht beschäftigen.Ich versuch mal,aus meiner Erfahrung von 6 Wochen unter Hormonen ein paar Antworten zu geben.
Was passiert?Nun zu Beginn ändert sich zunächst die Erektionsfähigkeit,2 Wochen mach Beginn war es damit vorbei,nicht gänzlich,aber doch so,daß Geschlechtsverkehr nicht mehr funktioniert.
Der Haarausfall auf dem Kopf geht zurück(Hoffe ich drauf),die andere Körperhaare werden dünner,die Haut wir weicher....
Stimmungsschwankungen? Bis jetzt noch nicht,aber man entwickelt ein anderes Denken,Katastrophen berühren einen mehr,man wird sensibler(heult schneller) und Männer werden plötzlich
interessant.
Empfinden? Ja aber sicher! Man wird empfindsamer an Stellen,die du vorher unter Testo gar nicht für möglich gehalten hast,eben mehr wie eine Frau.Wollen wird er bestimmt,aber mehr in Richtung
kuscheln,streicheln etc.
Innerhalb der 6 Wochen empfinde ich es als erstaunlich viel,was da so passiert ist.

LG Bianca

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Fr 29. Apr 2011, 22:11
von Karin1963
Hallo,
ich als EF bin der Meinung, es kann einem keiner sagen, wie sich eine "Echte" Frau fühlt. Welche Gefühle sie hat und wieviel Sex man bzw. sie braucht ist Personenabhängig.
Jedes Individium ist da ünterschiedlich. Die eine mehr die andere weniger.
Über die OP kann ich nicht mit reden, ich kenne noch keine umoperierte TS.

Re: Hormone - Libido

Verfasst: So 26. Jun 2011, 23:00
von Regina
Hallo Kerstin,

da kann ich Dir nur zustimmen. Jede Person, egal ob Mann oder Frau, hat sicher ihre ganz eigenen Empfindungen. Insofern ist es sicher falsch zu sagen: "Ich fühle mich wie eine Frau." Man kann jedoch seine eigenen Gefühle beschreiben. Ob die dann denen einer "Bio" Frau gleichkommen wird man jedoch nie erfahren.

Liebe Grüße,
Regina

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Mo 27. Jun 2011, 17:18
von Bianca D.
Jessica01 hat geschrieben:
Bianca D hat geschrieben:...aber man entwickelt ein anderes Denken,Katastrophen berühren einen mehr,man wird sensibler(heult schneller) und Männer werden plötzlich
interessant...
Hängt das wirklich (nur) mit verabreichten Hormonen zusammen?
Hallöchen,

ich kann da nur von meinen eigenen Empfindungen berichten.Sicher war ich früher schon ein Sensibelchen,aber Männerphantasien z.B. waren für mich absolut undenkbar.Wenn ich heute einen
attraktiven Mann sehe,denke ich schon mal an das Eine und zwar als Frau.Das und noch so einiges hat sich jedenfalls für mich deutlich wahrnehmbar seitdem Start der HRT verändert.

Gruß Bianca

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Mo 12. Mär 2012, 09:41
von Clara
Die obigen Langzeitberichte von Menschen, die eine GaOP hinter sich haben und Hormone nehmen stimmen mich nachdenklich. So kann es sich eben auch entwickeln. Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen und Forderungen müssen sich nach dem künstlichen Eingriff nicht zwangsläufig einstellen. Eine gut funktionierende männliche "Körperlichkeit" ist Tatsache - also real und erlebbar. Die GaOP ist anscheinend nur ein Versuch, so nahe wie möglich an eine weibliche Körperlichkeit a n z u g l e i c h e n. Für die Betroffene ist dieser Zustand aber dann unumkehrbare Tatsache. Das kann Geschenk oder Fluch oder beides oder was dazwischen sein - und das ist auch real und erlebbar. Eine Garantie für eine gut funktionierende weiblichen Körperlichkeit gibt es nicht. Die GaOP also ein Versuch zu retten, was noch zu retten ist? Das bedeutet doch: Aufgabe des Ist-Zustandes - die männliche Körperlichkeit ist nicht mehr existend - und hinnehmen, was da so nach einer GaOP auch kommen mag. Der Grad der Zufriedenheit mit einer GaOP ist sicherlich breit gestreut. So unterschiedlich wie die Fähigkeit einzelner Menschen ist, nicht erfüllte Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen und Forderungen zu "bearbeiten". So stelle ich mir die Frage: wie nuzte ich meine gut funkionierende männliche Körperlichkeit, was ist sie mir wert?
Eine gut oder schlecht funktionierende männliche "Sinnlichkeit" lasse ich hier erst mal absichtlich ausgeklammert.
meint Clara

Re: Hormone - Libido

Verfasst: Mo 12. Mär 2012, 10:06
von Joe95
Clara hat geschrieben: Die GaOP ist anscheinend nur ein Versuch, so nahe wie möglich an eine weibliche Körperlichkeit a n z u g l e i c h e n.
ja, wie es die bezeichnung schon sagt...
was könnte es sonst sein?
kann jemand mehr erwarten?

wenn ja wird diejenige wohl ziemlich enttäuscht werden...