Kindermund - ehrlicher geht's nicht ;-)
Verfasst: So 4. Mär 2018, 20:42
Hallo,
es gab ja schon einige Themen, in denen u.a. Reaktionen von Kindern
geschildert wurden, die ich mit großem Interesse verfolgt habe. Vielleicht ist ja ein Sammel-Thread ganz witzig, bei dem unterm Strich jede Menge recht ehrliche und spontane Reaktionen auf unsere Erscheinung heraus käme. Da uns Kinder (schwerpunktmäßig präpubertät) im Allgemeinen vorurteilsfrei und offen begegnen, schätze ich deren Kommentare sehr. Ich weiß nicht, wie es euch damit ergeht, was ihr für Erfahrungen habt. Ich will einfach mal mit ein paar Erlebnissen beginnen:
Toiletten-Auskunft
Ich war gerade dabei, eine Ausstellung zu verlassen, als mein Blick durch den Spalt einer offenstehenden WC-Tür auf eine Reihe riesiger beleuchteter Spiegel fiel und ich davon magisch angezogen sofort meinen Kurs änderte. Es war ziemlich heiß und ich wollte dringend mein Make-up abpudern, da schienen das ideale Bedingungen. Freudig stellte ich die Handtasche auf die Granitplatte und begann damit, meine Utensilien herauszuwühlen, da tauchte im Spiegelbild ein Typ auf, der zusammenzuckte und beinahe panisch hinaus rannte. Ich schüttelte amüsiert den Kopf, bis mir schlagartig einfiel, dass ich mich vielleicht in der Tür geirrt hatte. Also raffte ich mein Zeug zusammen, klackte nach draußen - und sah das Hosenideogramm. Verflixt, hoffentlich machte sich der Arme nicht meinetwegen in die Selbigen.
Rasch ging ich nach nebenan ins richtige WC. Zum Glück gab es auch hier die herrliche Spiegelfront. Fürs Männerklo empfand ich diese innenarchitektonische Glanzleistung als pure Verschwendung und hätte deshalb nie damit gerechnet, auf der Herrentoilette gewesen zu sein. Kaum hatte ich den großen Puderquast gezückt, sprang die Türe auf und eine kichernde Schar kleiner Mädchen kam herein. Sie blieben hinter mir stehen und sahen sich ratlos um. Was war nun wieder los? "Frag doch die Frau, wo die Toiletten sind!", zischte eine der etwa Zehn-oder Elfjährigen. Eine kam nun heran und fragte mich, wo es zu den Toiletten ging. Die waren etwas versteckt hinter der Spiegelwand und man musste ganz an der Seite herumlaufen. Ich sah in die fröhliche Runde, erklärte den Weg und die Mädchen stürmten unter Neckereien davon. Offenbar spielte es für sie keine Rolle, dass meine Stimme nicht glockenhell wie die einer gefeierten Soprankünstlerin klingt.
Bowling mit der Tante
Ich war mit meinem neunjährigen Spross in einer Freizeiteinrichtung und hatte uns für eine Stunde eine Bowlingbahn gemietet. Das genügte vollauf, denn mein Sohn war nach einer Stunde bereits völlig platt und ich selbst konnte aufgrund des körpereigenen Hormon-Chaos auch nicht länger durchhalten. Der Konditionsverlust war nur eine der Nebenwirkungen, die eigentlich erst nach Beginn der HET eintreten sollten, sodass ich schon damals ahnte, welchen Weg mein Hormonspiegel bereits von selbst ohne zusätzliche Beigaben eingeschlagen hatte. Als wir gerade auf dem Weg zu unserer Bahn waren, kamen uns vier Erwachsene und zwei Kinder entgegen, die grüßten. Ich kannte sie nicht, aber mein Sohn. "Das war der Fritzi aus meiner Schule", meinte er und rollte mit den Augen. Er wollte nicht, dass es in seiner ethisch-toleranten Bildungseinrichtung zu Redereien käme. Das konnte ich verstehen, weil es dort täglich neue Mobbingopfer wegen irgendwelcher Kleinigkeiten gab, die freilich von den Lehrkräften komplett unbemerkt blieben, da diese hauptsächlich mit dem Nachzählen ihrer Resttage bis zur Pensionierung oder dem Austausch wichtigster Informationen untereinander beschäftigt schienen (wie ich selbst noch als äußerer Mann bei arglistigen Hospitationen unterm Deckmantel schulischer Bastel-und Lese-Events erleben durfte).
Die Sechsergruppe platzierte sich nun im Vorraum und bestellte Essen, während die Kinder fortlaufend vom Tisch aus zu uns herüber schauten. Ich hielt es für angebracht, meine Sportjacke auszuziehen und mich im knallengen Shirt zu präsentieren, sodass auch meine kleinen Cups nicht zu übersehen waren. Es dauerte nicht lange, und die Mitschüler klebten wie Fliegen bei Tempo 100 an der Scheibe, um noch bessere Sicht zu haben. Nach ein paar Minuten rannten sie zum Tisch und erstatteten den Erwachsenen offenbar Rapport, die wissend nickend auf sie herabschauten. Dann schien das Thema geklärt zu sein und keiner kuckte mehr. Da die Anwesenden entweder sehr viel bestellten oder sehr langsam aßen, mussten wir beim Verlassen der Bahn nochmals an denen vorüber defilieren, was allerdings zu keiner gesteigerten Aufmerksamkeit führte.
Am nächsten Tag berichtete mir mein Kind, dass ihn der Fritzi in der Schule angesprochen hatte: "Ich hab dich gestern beim Bowling gesehen - mit deiner Tante!" Er nickte nur kommentarlos und das wars.
Verwirrte Kinder
Es gibt kaum Schlimmeres für alle Anwesenden, wenn sich in einem Warteraum gelangweilte Kinder befinden. Gerade bei diesem Arzt stellten drei bis vier Stunden Wartezeit keine Ausnahme dar und so schien es absolut verständlich, dass die Leidensfähigkeit aller Patient_innen und denen, die folgen mussten, bis aufs Äußerste strapaziert wurde. Zuerst stand ich in der Nähe der WC-Tür, weil ich musste, und bemerkte schon die beiden etwa elfjährigen Mädchen. Sie zogen jeden auf der gegenüberliegenden Stuhlreihe einzeln durch den Kakao und kicherten unverblümt über alles Mögliche, was sie zu bemerken meinten. Endlich geriet ich an die Reihe und die Mädels postierten sich genau vor der Klotür, um bessere Sicht zu haben, und zischelten lautstark herum: "Schau doch mal, ob die mal ein Mann war?" Als das Getuschel ausuferte, lächelte ich sie an und sagte: "Na ihr müsst wirklich ganz große Langeweile haben. Das verstehe ich."
Da sich im Laufe der Vollzeit als Frau auch meine Stimme stetig ein wenig in höhere Gefilde schwingt (es geht automatisch, funktioniert, keine Ahnung, warum), schienen meine Worte keine Hilfe in ihrer Urteilsfindung darzustellen. Im nächsten Moment ging die WC-Tür auf und schlug ihnen beinahe in den Rücken. Sie stellten sich jedoch augenblicklich erneut davor und dachten angestrengt nach. Ich ging auf sie zu, ließ die Absätze klacken und sie wichen aus, dass ich die Tür öffnen konnte.
Drinnen hatte ich dann noch ein Gespräch mit einer älteren Dame, die hinter mir herum hampelte, als ich später vorm Spiegel stand. Schließlich teilten wir uns den kargen Platz und machten uns nebeneinander zurecht. Die Kinder hatten sicher jedes Wort durch die dünne Tür verfolgt. Und richtig: Als ich herauskam, krachte die Tür erneut beinahe in ihre Rücken. Optimistisch schritt ich nun in den zentralen Warteraum. Die positive Einstellung wurde belohnt, denn ich bekam den letzten Platz, angelte mir eine mäßig-schlimme Frauenklatsch-Zeitschrift und blätterte darin. Es dauerte nicht lange und die Mädchen kamen hinterdrein, gingen zu einer Frau gegenüber, die offenbar ihre Mutter war, um das lautstarke Getuschel fortzusetzen. "Mama, war die da früher ein Mann?"
Ich schaute sie über den Rand der Beauty-News an, ließ das Blatt etwas sinken und lächelte. Sie wurde rot wie eine weibliche Tomate. "Also, wollen wir mal rausgehen, dann erzähle ich euch was?" Nun konnte ich das Lachen kaum zurückhalten. Die Irritationen auf der gegenüberliegenden Seite stiegen ins Unermessliche.
Während die Mutter nun doch darauf verzichtete, ihren Kindern draußen eine wichtige Lebenswahrheit zu vermitteln, postierten sich die reizenden Geschwister zu beiden Seiten. "Schau mal die Brüste ... hm ... hm ... nö, kein Bart ... die Haare sind echt ... hm ... hm."
"Frau Z. bitteeeeee", tönte es plötzlich durch den Raum. Ich raffte Jacke und Tasche zusammen, ließ die Klatschzeitschrift mit elegantem Schwung auf den Tisch zurückfliegen und stolzierte hinaus. Leider weiß ich nicht, zu welchem Entschluss die Kinder nun gekommen waren und was ihre Mama ihnen vielleicht fürs Leben mitgeben konnte. Jedenfalls wünsche ich keinem Kind (und keinem Erwachsenen im selben Raum) länger als eine Stunde beim Arzt warten zu müssen ...
Die Frau, die wie ein Junge aussieht
Nach drei Stunden im Shoppingfieber stand ich mit meiner Ausbeute endlich an der Kasse. Alleine shoppen macht mir zwar nichts aus, im Gegenteil: niemand nervt oder drängelt, aber wenn man selbst ständig für Nachschub in der Umkleide sorgen muss, ist das auf die Dauer echt anstrengend. Besonders bei Jeanshosen frage ich mich inzwischen, weshalb die Hersteller überhaupt Nummern vergeben, wenn die doch eher die verbleibenden Lebensjahre als die Konfektionsgröße anzuzeigen scheinen.
Jetzt hatte ich auch meine pelzbesetzte Bikerjacke wieder übergezogen, sodass die Brüste nicht zu sehen waren, und wartete schwitzend in der Reihe. Zwei Mädchen im Alter von schätzungsweise zehn Jahren zerrten mit vereinten Kräften an ihrer Mama herum. Während mich die eine nur kurz anschaute und kein Interesse zeigte, beobachtete mich die andere genau. Als es der genervten Mutter reichte und sie ihre Kleinen ermahnte, lenkte das Mädchen die Aufmerksamkeit auf mich und meinte: "Schau mal, die Frau sieht aus wie ein Junge!" Doch die arme Bio-Mama zeigte kein gesteigertes Interesse, denn plötzlich war sie an der Reihe.
Ich dagegen hatte Zeit, mich über die Bemerkung zu amüsieren. Vor allem die Bezeichnung "Junge" fand ich ziemlich süß. Kein Mann, kein Kerl - nein, ein "Junge". Im Hinblick auf mein fortgeschrittenes Alter erschien mir das recht witzig.
Jetzt fällt mir auf, dass ich ausschließlich Reaktionen von Mädchen erfahren habe. Klar - wie ich an meinem eigenen Kind sehe, sind Jungs in dem Alter viel zu beschäftigt mit ihren eigenen Phantasiewelten, als dass sie sich über ihre reale Umgebung Gedanken machen könnten
Oder was habt ihr für Geschichten zu erzählen?
LG
Semele
es gab ja schon einige Themen, in denen u.a. Reaktionen von Kindern
Toiletten-Auskunft
Ich war gerade dabei, eine Ausstellung zu verlassen, als mein Blick durch den Spalt einer offenstehenden WC-Tür auf eine Reihe riesiger beleuchteter Spiegel fiel und ich davon magisch angezogen sofort meinen Kurs änderte. Es war ziemlich heiß und ich wollte dringend mein Make-up abpudern, da schienen das ideale Bedingungen. Freudig stellte ich die Handtasche auf die Granitplatte und begann damit, meine Utensilien herauszuwühlen, da tauchte im Spiegelbild ein Typ auf, der zusammenzuckte und beinahe panisch hinaus rannte. Ich schüttelte amüsiert den Kopf, bis mir schlagartig einfiel, dass ich mich vielleicht in der Tür geirrt hatte. Also raffte ich mein Zeug zusammen, klackte nach draußen - und sah das Hosenideogramm. Verflixt, hoffentlich machte sich der Arme nicht meinetwegen in die Selbigen.
Rasch ging ich nach nebenan ins richtige WC. Zum Glück gab es auch hier die herrliche Spiegelfront. Fürs Männerklo empfand ich diese innenarchitektonische Glanzleistung als pure Verschwendung und hätte deshalb nie damit gerechnet, auf der Herrentoilette gewesen zu sein. Kaum hatte ich den großen Puderquast gezückt, sprang die Türe auf und eine kichernde Schar kleiner Mädchen kam herein. Sie blieben hinter mir stehen und sahen sich ratlos um. Was war nun wieder los? "Frag doch die Frau, wo die Toiletten sind!", zischte eine der etwa Zehn-oder Elfjährigen. Eine kam nun heran und fragte mich, wo es zu den Toiletten ging. Die waren etwas versteckt hinter der Spiegelwand und man musste ganz an der Seite herumlaufen. Ich sah in die fröhliche Runde, erklärte den Weg und die Mädchen stürmten unter Neckereien davon. Offenbar spielte es für sie keine Rolle, dass meine Stimme nicht glockenhell wie die einer gefeierten Soprankünstlerin klingt.
Bowling mit der Tante
Ich war mit meinem neunjährigen Spross in einer Freizeiteinrichtung und hatte uns für eine Stunde eine Bowlingbahn gemietet. Das genügte vollauf, denn mein Sohn war nach einer Stunde bereits völlig platt und ich selbst konnte aufgrund des körpereigenen Hormon-Chaos auch nicht länger durchhalten. Der Konditionsverlust war nur eine der Nebenwirkungen, die eigentlich erst nach Beginn der HET eintreten sollten, sodass ich schon damals ahnte, welchen Weg mein Hormonspiegel bereits von selbst ohne zusätzliche Beigaben eingeschlagen hatte. Als wir gerade auf dem Weg zu unserer Bahn waren, kamen uns vier Erwachsene und zwei Kinder entgegen, die grüßten. Ich kannte sie nicht, aber mein Sohn. "Das war der Fritzi aus meiner Schule", meinte er und rollte mit den Augen. Er wollte nicht, dass es in seiner ethisch-toleranten Bildungseinrichtung zu Redereien käme. Das konnte ich verstehen, weil es dort täglich neue Mobbingopfer wegen irgendwelcher Kleinigkeiten gab, die freilich von den Lehrkräften komplett unbemerkt blieben, da diese hauptsächlich mit dem Nachzählen ihrer Resttage bis zur Pensionierung oder dem Austausch wichtigster Informationen untereinander beschäftigt schienen (wie ich selbst noch als äußerer Mann bei arglistigen Hospitationen unterm Deckmantel schulischer Bastel-und Lese-Events erleben durfte).
Die Sechsergruppe platzierte sich nun im Vorraum und bestellte Essen, während die Kinder fortlaufend vom Tisch aus zu uns herüber schauten. Ich hielt es für angebracht, meine Sportjacke auszuziehen und mich im knallengen Shirt zu präsentieren, sodass auch meine kleinen Cups nicht zu übersehen waren. Es dauerte nicht lange, und die Mitschüler klebten wie Fliegen bei Tempo 100 an der Scheibe, um noch bessere Sicht zu haben. Nach ein paar Minuten rannten sie zum Tisch und erstatteten den Erwachsenen offenbar Rapport, die wissend nickend auf sie herabschauten. Dann schien das Thema geklärt zu sein und keiner kuckte mehr. Da die Anwesenden entweder sehr viel bestellten oder sehr langsam aßen, mussten wir beim Verlassen der Bahn nochmals an denen vorüber defilieren, was allerdings zu keiner gesteigerten Aufmerksamkeit führte.
Am nächsten Tag berichtete mir mein Kind, dass ihn der Fritzi in der Schule angesprochen hatte: "Ich hab dich gestern beim Bowling gesehen - mit deiner Tante!" Er nickte nur kommentarlos und das wars.
Verwirrte Kinder
Es gibt kaum Schlimmeres für alle Anwesenden, wenn sich in einem Warteraum gelangweilte Kinder befinden. Gerade bei diesem Arzt stellten drei bis vier Stunden Wartezeit keine Ausnahme dar und so schien es absolut verständlich, dass die Leidensfähigkeit aller Patient_innen und denen, die folgen mussten, bis aufs Äußerste strapaziert wurde. Zuerst stand ich in der Nähe der WC-Tür, weil ich musste, und bemerkte schon die beiden etwa elfjährigen Mädchen. Sie zogen jeden auf der gegenüberliegenden Stuhlreihe einzeln durch den Kakao und kicherten unverblümt über alles Mögliche, was sie zu bemerken meinten. Endlich geriet ich an die Reihe und die Mädels postierten sich genau vor der Klotür, um bessere Sicht zu haben, und zischelten lautstark herum: "Schau doch mal, ob die mal ein Mann war?" Als das Getuschel ausuferte, lächelte ich sie an und sagte: "Na ihr müsst wirklich ganz große Langeweile haben. Das verstehe ich."
Da sich im Laufe der Vollzeit als Frau auch meine Stimme stetig ein wenig in höhere Gefilde schwingt (es geht automatisch, funktioniert, keine Ahnung, warum), schienen meine Worte keine Hilfe in ihrer Urteilsfindung darzustellen. Im nächsten Moment ging die WC-Tür auf und schlug ihnen beinahe in den Rücken. Sie stellten sich jedoch augenblicklich erneut davor und dachten angestrengt nach. Ich ging auf sie zu, ließ die Absätze klacken und sie wichen aus, dass ich die Tür öffnen konnte.
Drinnen hatte ich dann noch ein Gespräch mit einer älteren Dame, die hinter mir herum hampelte, als ich später vorm Spiegel stand. Schließlich teilten wir uns den kargen Platz und machten uns nebeneinander zurecht. Die Kinder hatten sicher jedes Wort durch die dünne Tür verfolgt. Und richtig: Als ich herauskam, krachte die Tür erneut beinahe in ihre Rücken. Optimistisch schritt ich nun in den zentralen Warteraum. Die positive Einstellung wurde belohnt, denn ich bekam den letzten Platz, angelte mir eine mäßig-schlimme Frauenklatsch-Zeitschrift und blätterte darin. Es dauerte nicht lange und die Mädchen kamen hinterdrein, gingen zu einer Frau gegenüber, die offenbar ihre Mutter war, um das lautstarke Getuschel fortzusetzen. "Mama, war die da früher ein Mann?"
Ich schaute sie über den Rand der Beauty-News an, ließ das Blatt etwas sinken und lächelte. Sie wurde rot wie eine weibliche Tomate. "Also, wollen wir mal rausgehen, dann erzähle ich euch was?" Nun konnte ich das Lachen kaum zurückhalten. Die Irritationen auf der gegenüberliegenden Seite stiegen ins Unermessliche.
Während die Mutter nun doch darauf verzichtete, ihren Kindern draußen eine wichtige Lebenswahrheit zu vermitteln, postierten sich die reizenden Geschwister zu beiden Seiten. "Schau mal die Brüste ... hm ... hm ... nö, kein Bart ... die Haare sind echt ... hm ... hm."
"Frau Z. bitteeeeee", tönte es plötzlich durch den Raum. Ich raffte Jacke und Tasche zusammen, ließ die Klatschzeitschrift mit elegantem Schwung auf den Tisch zurückfliegen und stolzierte hinaus. Leider weiß ich nicht, zu welchem Entschluss die Kinder nun gekommen waren und was ihre Mama ihnen vielleicht fürs Leben mitgeben konnte. Jedenfalls wünsche ich keinem Kind (und keinem Erwachsenen im selben Raum) länger als eine Stunde beim Arzt warten zu müssen ...
Die Frau, die wie ein Junge aussieht
Nach drei Stunden im Shoppingfieber stand ich mit meiner Ausbeute endlich an der Kasse. Alleine shoppen macht mir zwar nichts aus, im Gegenteil: niemand nervt oder drängelt, aber wenn man selbst ständig für Nachschub in der Umkleide sorgen muss, ist das auf die Dauer echt anstrengend. Besonders bei Jeanshosen frage ich mich inzwischen, weshalb die Hersteller überhaupt Nummern vergeben, wenn die doch eher die verbleibenden Lebensjahre als die Konfektionsgröße anzuzeigen scheinen.
Jetzt hatte ich auch meine pelzbesetzte Bikerjacke wieder übergezogen, sodass die Brüste nicht zu sehen waren, und wartete schwitzend in der Reihe. Zwei Mädchen im Alter von schätzungsweise zehn Jahren zerrten mit vereinten Kräften an ihrer Mama herum. Während mich die eine nur kurz anschaute und kein Interesse zeigte, beobachtete mich die andere genau. Als es der genervten Mutter reichte und sie ihre Kleinen ermahnte, lenkte das Mädchen die Aufmerksamkeit auf mich und meinte: "Schau mal, die Frau sieht aus wie ein Junge!" Doch die arme Bio-Mama zeigte kein gesteigertes Interesse, denn plötzlich war sie an der Reihe.
Ich dagegen hatte Zeit, mich über die Bemerkung zu amüsieren. Vor allem die Bezeichnung "Junge" fand ich ziemlich süß. Kein Mann, kein Kerl - nein, ein "Junge". Im Hinblick auf mein fortgeschrittenes Alter erschien mir das recht witzig.
Jetzt fällt mir auf, dass ich ausschließlich Reaktionen von Mädchen erfahren habe. Klar - wie ich an meinem eigenen Kind sehe, sind Jungs in dem Alter viel zu beschäftigt mit ihren eigenen Phantasiewelten, als dass sie sich über ihre reale Umgebung Gedanken machen könnten
Oder was habt ihr für Geschichten zu erzählen?
LG
Semele