Cybill hat geschrieben:
Sinnloses Bahnenschwimmen und grundloses Davonlaufen (neudeutsch: Joggen) sind mir dagegen zuwider.
Die Bezeichnung "grundloses Davonlaufen" gefällt mir ja. Ich bin auch immer versucht, diesen Läufern zu sagen, sie bräuchten sich nicht so abzuhetzen, der Bus sei ohnehin schon weg, aber das ist natürlich gemein.
Ich meinerseits mag Sport an sich gar nicht und sehe auch keinen Sinn darin. Sport kommt aus dem Mittelalter und diente der körperlichen Ertüchtigung als Vorbereitung auf den Waffengang. Waffengänge lehne ich ab, und auch jene, die sich da ertüchtigen, würden im Ernstfall vermutlich doch nicht auf den Gegner zurennen, sondern fahren oder fliegen, aber vielleicht üben sie ja auch nur das Fliehen.
Ärgerlicher finde ich jene Zeitgenossen, die man große Entfernung hört, weil sie mit Skistöcken sinnlos herumstochernd und herumschlagend alles Wild verscheuchen. Ich liebe es, in der Natur zu wandern, aber dazu will ich auch in der Natur sein und sie wahrnehmen. Wer nur durch den Wald rennt, vielleicht noch mit Ohrstöpseln, um sich statt an der Natur an irgendwelchem Gedröhne zu ergötzen, oder wer mit gebirgsgängigen Fahrrädern die Waldwege zerfährt, Käfer zerquetscht und Wild aufscheucht, ist meiner Meinung dort fehl am Platze und sollte sich lieber auf einem Sportplatz austoben.
Ich glaube, es wird klar, dass Eure Nicoletta mit Sport nichts anfangen kann. Wandern hingegen liebe ich, und wenn man dabei ins Schwitzen kommt und Pfunde verliert, dann ist das eine willkommene Begleiterscheinung, aber nicht der Zweck der Übung. Ich mag auch Schwimmen, aber gleichfalls nicht als Sport. Ich schwimme nur in Seen oder im Meer, und auch da ist das mehr Wanderung im Wasser, mal eben noch zu jener Landzunge schwimmen und den Blick von dort genießen, dort durch das Schilf schwimmen und Libellen beobachten oder mir von kleinen Fischchen die Luftblasen zwischen den Zehen herausknabbern lassen.
In eine andere Kategorie fallen Spiele. So könnte mich ein Schwertkampf durchaus reizen als eine Geschicklichkeitsspiel, und von Reiten habe ich schon als Kind geträumt (gehört zu meiner Mittelalterbegeisterung), habe aber keinerlei Erfahrung in dieser Hinsicht. Skifahren habe ich in der Schule mal gelernt und hatte auch Freude daran, aber nicht ab Abfahrtslauf oder gar Springen, sondern ausschließlich an Skiwanderungen durch dick verschneite Landschaft.
Gar nichts anfangen kann ich mit Ballspielen. Ich gehöre vermutlich zu einer kleinen Minderheit, denn ich kenne die Fußballregeln bis heute und vermisse da auch nichts. In der Schule mussten wir Fußball spielen (für die anderen war es ein Dürfen), bei der Aufstellung der Mannschaften wurde ich immer als einer letzten gewählt. Einmal habe ich sogar einen Ball bekommen und ihn sogar ins Tor befördert, wurde aber schrecklich getadelt, weil das "unser" Tor war. Allerdings schließe ich mich nicht mehr der Meinung meiner Mutter an, die wiederholt äußerte, die sollten sich doch jeden einen Ball kaufen, dann bräuchten sie sich nicht um einen Ball zu prügeln, denn ich habe gelegentlich, weil meine Frau sich dafür interessierte, bei Weltmeisterschaften mal Spiele im Fernsehen gesehen und konnte ein schnelles und faires Spiel durchaus goutieren, wenn es also Spiel war, nicht Prügelei.
Genug von mir, ich bin gespannt die Meinungen von Euch,
Nicoletta