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Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Mo 29. Jan 2018, 10:50
von Viggy
Gründe? Glaube ich nicht.

Ich glaube fast jeder ist irgendwie trans, der eine mehr, der andere weniger. Das geht dann von einem normalen Mann, der in den Augen anderer nur ein Softie ist, bis zu jenen, die ihr Leben lang unglücklich sind/waren. Durch Erziehung und Sozialisierung wird das verdrängt, verdeckt, unterdrückt aber je nach Stärke und Ausprägung kommt es früher oder später dann doch zum Vorschein.

Ansonsten kann ich nicht sehr gut mitreden, Ängste, Zweifel hatte ich nie, Gedanken schon, aber weniger wegen mir selbst, sondern wegen meiner Frau. Als vor ein paar Jahren diese Anlagen so nach und nach zum Vorschein kamen, sich offen zeigten, geschah das einfach. Abgesehen von den Ängsten meiner Frau, fühle ich mich damit weiterhin wohl, ich bin nicht komplett anders, ich sehe nur anders aus wenn ich dressed bin. Ich sehe dies eher positiv, Männer, die zu ihrer weiblichen Seite stehen, egal wie stark sie ist, sind für mich bessere und sozialere Menschen als diese echten Kerle, deren Testosteron auf der Welt so viel Unheil anrichtet.

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Mo 29. Jan 2018, 11:00
von Cybill
Hallo Ben,

Eine Krisenintervention wäre die ideale Wahl für dich in deinem Zweifel und deiner Verwirrnis. Einfach mal googeln, anrufen oder besser gleich hingehen.

Viel Glück!

-Cy

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Mo 29. Jan 2018, 12:00
von Ronda_PTL
Lieber verzweifelter Benny!

So wie Du Deine aktuelle Situation schilderst, klingt das für mich eher nach einem Depressions-Schub. Ich weiß jetzt nicht, ob Du damit vertraut bist, aber diese Symptome sind so was von TYPISCH: Angst, Verzweiflung, Heulattacken, Gedankenkarussell im Kopf, das man nicht stoppen kann, Selbstzweifel, Identitätsfragen, keine Kraft mehr aufzustehen, den Alltag zu meistern, ewige Müdigkeit, Erschöpfung, u.v.m.

Ohne eine Ferndiagnose stellen zu können oder zu wollen, aber ich denke NICHT, dass es in erster Linie mit der Frage TRANS oder NICHT-TRANS zu tun hat. Ich glaube, das geht viel tiefer, weil womöglich durch Deine Therapie etwas aufgerissen wurde, was Dich wesentlich mehr unterbewusst beschäftigt hat, als Dir jemals klar war. Insofern wäre eine solche Schubphase völlig "normal" und sogar therapeutisch sinnvoll. Das mag jetzt in Deinen Ohren pervers klingen, aber bedenke: Wir alle lernen NUR durch Leid, nicht durch Glück! Versuche in dem Chaos Deiner Gefühle die Chance zu erkennen, einen Schritt weiter zu kommen, auf der Reise zum "eigentlichen, dem wahren ICH". Es muss Dir keine Angst machen, Du verlierst auch definitiv NICHT den Verstand. Das ist auch eine typische Chimäre eines solche Schubs.

In der Hoffnung, Dir ein klein wenig helfen zu können ... (flo)

GLG Ronda

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Mo 29. Jan 2018, 12:07
von Anne-Mette

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Mo 29. Jan 2018, 13:31
von Ronda_PTL
Nachtrag: Auch von mir noch ein LINK, der helfen könnte:

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/start

Viel Erfolg!

Ronda

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Mo 29. Jan 2018, 19:55
von Nobbi56
Hallo Benny,

sofern ich richtig informiert bin, gelten die Ursachen von Transindentität zwar (noch) nicht als abschließend geklärt, aber es spricht wohl viel dafür, dass sie bereits im pränatalen Entwicklungsstadium angelegt sind:

http://www.trans-infos.de/transsexualit ... dentitaet/

Deine Sorge, die Transidentität würde sich mit der Aufarbeitung deines Kindheitstraumas also quasi auflösen bzw. als Falschannahme erweisen, ist vor diesem Hintergrund also eher unbegründet.

Aber aus meiner Sicht solltest Du Dich nicht zu sehr mit der Frage nach dem "was oder wer bin ich?" herumquälen und an dieser Unsicherheit verzagen: Du bist ein Mensch wie jeder andere auch, ob transident oder nicht, spielt doch da nicht die größte Rolle, sondern wichtig ist, dass Du Dich so, wie Du bist, möglichst wohl "in Deiner Haut" fühlst und das zu Deiner Persönlichkeit, Deinem Wesen "passende" Leben führen kannst! Ob das eine Geschlechtsangleichung erfordern kann, wird sich dann zeigen.

Du schreibst, dass Dich das schlimme Kindheitserlebnis auch als Erwachsener immer wieder negativ beeinflusst. Deshalb wäre mein Rat, dieses Trauma mit therapeutischer Hilfe aufzuarbeiten, damit es Dich in Deinem künftigen, langen Leben nicht immer wieder belastet. Es ist wie gesagt eher unwahrscheinlich, dass sich diese Therapie auf Deine geschlechtliche Identität auswirken wird, aber selbst wenn dem so wäre, würde das doch in keiner Weise Deinen Wert als Mensch und Person schmälern!

Deine jetzige Befindlichkeit, nämlich die Unfähigkeit, selbst einfachste Verrichtungen des alltäglichen Lebens wahrzunehmen, scheint auch für mich auf eine depressive Verstimmung hinzuweisen:

https://www.apotheken-umschau.de/depres ... erstimmung

Damit Du Dein Leben wieder aktiver gestalten kannst, schließe ich mich der Empfehlung an, sich an die schon verlinkte Depressionshilfe bzw. Krisenintervention zu wenden.

Toi, toi, toi ! (dr)

LG N.

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Di 6. Feb 2018, 18:39
von Joe95
Ja, ich hatte auch schon solche Ängste und Gedanken.
Ich hab immer noch keine Ahnung ob das alles so richtig ist, was mit mir hier passiert.
Wirklich helfen kann einem dabei nur ein guter Profi.

Ein kleiner Ansatz könnte folgendes sein:
Stell dir vor du wärst vollkommen unabhängig.
Niemand in der Familie würde dir rein reden, alle Freunde, Bekannte und das sonstige Umfeld hätten kein Problem damit dich heute als Mann und morgen als Frau zu sehen, kein Arbeitgeber der dir Vorschriften macht, Kleidung kannst du bekommen was immer du möchtest.

Wie würdest du dann leben wollen, als Mann oder als Frau?

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Di 6. Feb 2018, 19:14
von ExuserIn-2022-05-28
Hi, Du solltest versuchen einen Therapeuten zu finden, der sich mit Traumata und TS auskennt.
Eine Aufarbeitung des Traumas vor Beginn medizinischer TS Massnahmen ist unbedingt angeraten. Der umgekehrte Weg könnte eventuell bedeuten, dass Du falsche Wege gehst, die Du nach Traumaverarbeitung bereuen könntest.

Trauma können einen Verdrängungsmechanismus auslösen, der sich als TS äussert. Muss aber nicht. Diese Frage kann nur ein Fachmann klären, aber unbedingt vor medizinischen Massnahmen!

Ein konkretes Bespiel: Eine Vergewaltigung in der Kindheit kann folgendenden Mechanismus auslösen: bei Mädchen: ich bin ein Junge(dann kann mir das nicht mehr passieren) bzw. umgekehrt.

Ich muss es leider so deutlich ansprechen, aber es bestehen sonst erhebliche Gefahren.
Wird die Reihenfolge nicht eingehalten besteht die Gefahr, dass man sein Trauma bewältigt, sich dann richtig in seinem bio Geschlecht fühlt, aber schon eine GaOp gemacht hat. In der Regel ist diese nicht umkehrbar. Tritt nun noch ein Kinderwunsch auf sind schwere Depressionen mit stationärem Aufenthalt oder gar Suizidversuchen möglich.

Also bitte unbedingt vor Beginn des Weges abklären!

LG Chrissie

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Di 6. Feb 2018, 19:24
von ExuserIn-2022-05-28
Hallo nobbi,

Du hast zwar Recht, was die Veränderungen im Fötus bei echter TS anbelangt. Leider gibt es aber Symptome, die wie TS aussehen, aber Verdrängungen sind. Obige Vergewaltigung zählt dazu und eine Kombination aus Homophobie und Homosexualität. Die Person ist homosexuell und ist gleichzeitig homophob ( z.b. Aufgrund der Erziehung) sie umgeht den Konflikt, indem sie sich einredet Trans zu sein, dann darf sie ja auf die gleichgeschlechtliche Person stehen.
Die Anzahl entsprechender Fälle liegt laut diversen Fachleuten übrigens bei ca 1-2%.

LG Chrissie

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Di 6. Feb 2018, 19:44
von Ronda_PTL
Chrissie hat geschrieben: Di 6. Feb 2018, 19:24 Die Anzahl entsprechender Fälle liegt laut diversen Fachleuten übrigens bei ca 1-2%.

LG Chrissie
Liebe Chrissie,
stimmt alles, aber wie Du schon selbst schreibst, sind das gerade mal 1-2%. Bricht man das jetzt runter auf die ohnehin überschaubare Minderheit von "echten TG/TS" dann kommt in realen Zahlen da ein sehr kleiner Wert raus.

LG Ronda

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Di 6. Feb 2018, 20:04
von ExuserIn-2022-05-28
Hi Ronda, das ist richtig, trotzdem halte ich es für gefährlich eventuell!!!! Betroffenen von einer Traumatherapie im Vorfeld abzuraten.

LG Chrissie

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: Di 6. Feb 2018, 20:08
von Ronda_PTL
Chrissie hat geschrieben: Di 6. Feb 2018, 20:04 Hi Ronda, das ist richtig, trotzdem halte ich es für gefährlich eventuell!!!! Betroffenen von einer Traumatherapie im Vorfeld abzuraten.

LG Chrissie
Habe ICH nirgends getan, bin ich absolut bei Dir: erst mal den URSACHEN auf den Grund gehen, bevor man womöglich lebenslange Entscheidungen fällt. Wo stand denn das?

LG Ronda

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: So 11. Feb 2018, 08:38
von ExuserIn-2022-05-28
Hi Ronda,

der Schreibstil - insbesondere des ersten Absatzes - machte auf mich den Eindruck. Bei mir kam an : Keine Sorge, dass sind typische Depris bei TS. Da habe ich wohl etwas zuviel reininterpretiert, sorry.

LG Chrissie

Re: Zweifel und Verzweiflung

Verfasst: So 11. Feb 2018, 10:40
von Lina
Und letzte Anmeldung im Forum von Ben war ...
(schaut selber nach).
Bei Posts, die so anfangen ist es sehr oft so.