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Wie alles mal anfing...

Verfasst: Do 11. Jan 2018, 23:09
von Gaby Bergmann
Das Thema "Jungen und Prinzessinnenkleider" hat mich dazu gebracht, mal nachzudenken und mich daran zu erinnern, wie "es" bei mir eigentlich angefangen hat.

Ich war im Kindergarten. In den frühen 80ern, um die vier Jahre alt. Es war gerade "in", dass die Jungen Ritter spielen. Damit konnte ich aber irgendwie nichts anfangen. Mit anderen "typischen Jungenspielen" dagegen schon, wie Rohre verlegen oder Maschinen bauen (für beides hatten wir Material im Kindergarten). Das war allerdings nicht der Mainstream, die Rohre- und Technikkiste hatten ein Kumpel von mir und ich sozusagen alleine, die anderen spielten alle Ritter.

So ging ich eines Tages zu meiner Oma und sagte ihr, dass ich lieber Prinzessin spielen würde als Ritter. Sie war eine wunderbare Frau, tolerant und weltoffen, für jeden Spaß zu haben. Ihr größtes Glück war, wenn ich glücklich war. Gott hab sie selig.

In ihrem Schrank hatte sie zwei recht kleine Kleider. Es ist mir ein Rätsel, wem aus unserer Familie sie jemals gepasst haben mögen, und zu welchem Anlass man sie hätte tragen können. Ich sehe sie heute noch genau vor mir.

Beide waren ärmellos, das erste cremefarben, mit eingestickten grünen und goldenen kleinen Fäden, mit Innenfutter, hochwertig verarbeitet. Dazu gab es eine passende kleine Bolerojacke im gleichen Style. Oma gab mir das Kleid und die Jacke, ich zog sie an. Das war der Moment, wo ich das Mädchen, das heute Gaby heißt, zum allerersten Mal sah. Es fühlte sich sehr gut an. Würde man diesen Moment als "Stunde null" sehen, dann müsste die Gaby heute also etwa 36 sein...

Das andere Kleid bekam ich ein paar Tage später von ihr, es war dunkelblau, mit Stickereien und Pailletten. Als ich gestern länger darüber nachdachte, wurde mir klar, dass ich ein sehr ähnliches Kleid heute in meiner Größe besitze.

Beide Kleider gingen mir anfangs bis zum Boden (ist bei dem mir heute passenden auch so). Ich trug sie immer wieder mal, wenn ich bei den Großeltern war, und spielte glücklich Prinzessin. Als ich etwa zehn war, waren es für mich noch Minikleider. Schon wenig später passten sie mir nicht mehr.
Omas schwarze Pumps in Größe 38, die ich probieren durfte, hatte ich erst gefunden, als ich schon fast Größe 40 hatte. Es tat nach ein paar Minuten weh sie zu tragen, aber fühlte sich gut an. Sie passten kurze Zeit später auch gar nicht mehr.

In Omas Schublade mit den Tüchern durfte ich immer greifen, bis auf zwei, die sie ganz besonders wertvoll fand. Diese Möglichkeit nutzte ich auch später noch, als die Kleider schon lange nicht mehr passten. Meine Liebe für Tücher habe ich, seit ich überhaupt denken kann... Vielleicht fällt mir eines Tages wieder ein, was da das erste Mal war... Ich weiß es nicht mehr.

Der Rest der Familie fand das ganze nicht so wirklich toll. Opa ("ich hasse diesen typisch weibischen Zug von ihm!") und Mutter mit ihrer auch heute noch existenten Schwarzweiß-Skala ("das ist nicht normal, das ist krank!") sagten das auch laut und deutlich, oft gab es Tränen, Vater sagte in meiner Gegenwart nichts, er ist auch sehr tolerant, bekam das aber auch nie mit, da er tagsüber ja arbeiten war.

Meine Oma war begeisterte Näherin. Sie hatte recht viele Stoff-Abfälle, aus einem Stück hatte sie eines Tages ein drittes Kleidchen für mich genäht aus einem sich sehr seidig anfühlenden bunten Material. Natürlich war es keine echte Seide, denn sonst wäre es ja "zu schade" gewesen und hätte anderweitig verarbeitet werden müssen, und es hätte auch keine Abfälle in dieser Menge gegeben.

Ab 12 Jahren wurde es etwas enger mit Crossdressen, denn die Kleider passten ja nicht mehr, und neu kaufen war für mich unmöglich...
Da begann meine Vorliebe für Leggings. Nach einem endlosen Probiermarathon bei C&A hatte meine Mutter mir eine gekauft, für den Sport und zum Radfahren. Die fand ich toll. Leider bekam ich dazu noch einige andere Sachen gekauft, die rückwirkend betrachtet eher mädchenhaft waren, aber mir gar nicht gefielen "als Junge". Das Feedback der Klassenkameraden war dementsprechend.

Nachdem meine Oma verstorben war, ich war 16, hat mein Opa die genannten drei Kleidchen zerschnitten und entsorgt. Wie alle anderen Sachen von Oma auch.
Was würde ich darum geben, wenn ich sie heute noch hätte. Sie hätten ganz gewiss einen Ehrenplatz in meinem Kleiderschrank, auch wenn ich sie aufgrund der "Abmessungen" nie wieder würde tragen können...
Sorry, jetzt muss ich gerade ein Tränchen abwischen, aber es tat sehr gut, das alles mal aufzuschreiben. Wer bis hier durchgehalten hat: danke fürs Lesen.

Wer erinnert sich denn sonst noch an das "erste Mal", also jetzt bezogen auf die Kleidung?

Liebe Grüsse (smili)
Eure Gaby.

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Fr 12. Jan 2018, 00:13
von Jenniffer63
Hallo Gaby.

Dein Bericht hat mich dann wieder ins Grübeln gebracht, und ich habe versucht mich an den wirklich "Ersten Kontakt" mit Frauenkleidung zu erinnern. Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich es nicht mehr so genau. Finde es jedoch schön, das du so eine verständnisvolle Omi hattest. Ob meine das auch gewesen wäre, weiß ich nicht.

Ich weiß nur, das auf ihrem Speicher ein alter Kleiderschrank mit ausrangierten Kleidern stand. an eines erinnere ich mich noch. Heute sage ich es war scheußlich, gelb mit brauen Punkten, ... und da früher ja alles aufgehoben wurde, hatte ich eigentlich einen kompletten Fundus zur Verfügung, Schuhe , Strümpfe, jeppo, auch Schlüpfer und BH passend in ner Kiste. ich muss damals so 12-13 Jahre alt gewesen sein.
Hab mich dann oft zum Spielen auf den Speicher zurückgezogen, eingeschlossen natürlich, tja, und habe dann so alles durch probiert. Aber alles heimlich. Ob sie jemals etwas mitbekommen hat, weiß ich nicht, jedenfalls muss meine Ausrede gut gewesen sein.

Ist trotzdem schön, sich daran zu erinnern, auch wenn danach lange nichts mehr in diese Richtung passiert ist. Was wäre wenn Überlegungen möchte ich jetzt keine anstellen.

Bin auch gespannt was andere so erlebt haben, oder ob's doch immer fast gleich beginnt.

Liebe Grüße
Jenniffer

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Fr 12. Jan 2018, 00:31
von Simone 65
Hallo Gaby . Eine schöner Gedanke , sich erinnern . Bei mir , Mmh, ich bin zwei Schwestern und der Mutter aufgewachsen. Der Vater war fast immer auf See. Die Mutter hat auch voll gearbeitet . Ich war oft alleine zu Hause . Die Schwestern hatten ihre Freundinnen .
Es fing bei mir an , war ich 6, 7 oder 8 Jahre alt . Ich habe die Schränke durchstöbert. Habe vorher immer die Wohnung verschlossen. Ich wurde nie erwischt . Als ich 14 Jahre alt war, ist meine jüngste Schwester geboren. Ich habe oft auf sie aufgepasst . Ich habe dann immer die Gelegenheit genutzt. Ich denke heute noch an das schöne Sommerkleid meiner grossen Schwester . Ich habe der Jüngsten erzählt , sie hat mich doch schon im Kleid gesehen . Sie konnte sich nicht erinnern, na klar , sie war ja noch ein Baby. Die Kleider meiner Schwestern passten bald nicht mehr, ich bin ja weiter gewachsen und sie nicht . Ich habe sogar einmal ein paar rote Stiefel meiner jüngeren Schwester geklaut und in der Garage auf dem Garagenhof versteckt . Ich bin in den Stiefel immer im Garagenhof rumstolziert .
Ich habe mir immer Möglichkeiten gesucht , mal ein Kleid anzuziehen.
Während der Armeezeit und später die Zeit als ich zur See fuhr , hatte ich nur meine Träume .
Ich habe nie aufgehört Kleider und schöne Sachen anzuziehen.
Liebe Grüße Simone

Es hat 40 Jahre gedauert , bis Simone raus ist .
Simone ? Ich wurde in meiner Kindheit mit dem Namen gehänselt.

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Fr 12. Jan 2018, 05:29
von ULI67
In meiner ältesten Kindheitserinnerung habe ich ein Unterkleid meiner Oma an... Ich habe schon immer eine Neigung zu Strumpfhosen... klar als Kind wusste ich noch nicht warum.... in meinem Kinderzimmer stand ein großer Schrank, in dem war die Kleidung, die meine Eltern gerade nicht brauchten oder sehr selten an hatten (Kleidung anderer Jahreszeiten und festliche Kleidung). Ich habe diese immer heimlich angezogen, einfach weil ich es toll und richtig empfunden habe... Ich wusste aber nicht warum... damals noch nicht... als ich mich dann wieder umgezogen hatte, habe ich mich für mich geschämt und oft geweint..
Tja, meine Mutter hatte sich ein Mädchen gewünscht....
Wenn Sie wüsste, dass ich doch eines geworden bin... ich konnte es ihr nie sagen, leider ist sie viel zu früh verstorben..

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Fr 12. Jan 2018, 08:54
von Michelle_Engelhardt
Sooo schön, liebe Gaby.

Auch ich hatte ein ganz besonderes und sehr inniges Verhältnis zu meiner Oma. Leider hat sie Michelle nicht mehr kennengelernt, aber ich bin sicher, dass sie sie genauso lieben würde, wie sie ihren vermeintlichen Enkel geliebt hat.

Liebe Grüße
Michelle

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Fr 12. Jan 2018, 09:00
von Brigitta
Hallo Gaby,

danke für Deine Erinnerungen - schön zu lesen ...
Selbst kann ich mein "erstes Mal" nicht so genau beschreiben. Wie viele von uns war es die Faszination für Mutters BHs und Hüfthalter, die ich irgendwann, als ich allein in der Wohnung war, auch einmal anprobiert habe. Seit der Zeit lässt mich das Gefühl für angestrapste Nylonstrümpfe nicht mehr los, und ich trage sie heute täglich - egal was ich darüber anhabe ...

Als Kind spielte ich auch lieber mit Puppen als Fußball und hatte eine Kinderküche, in der ich nach Mutters Anleitung Suppen kochen durfte. Kochen und Backen hat sich bei mir als Freizeitbeschäftigung erhalten, Fußball oder Sport überhaupt, Basteln oder Heimwerken hingegen ist mir bis heute fremd geblieben. Kleinreparaturen in der Wohnung erledigt seit Jahren immer meine Partnerin, während ich für die Wäsche und den Abwasch zuständig bin ...

Seit über 20 Jahren habe ich dann nach und nach meinen Kleiderschrank gefüllt und mich im Crossdressen geübt, anfangs mit Kleidung vom Flohmarkt, später dann mit Einkäufen über's Internet oder in den letzten Jahren direkt in den entsprechenden Geschäften. Es war ein langer Weg, doch heute mit vielen schönen Erinnerungen ...
(smili)
Liebe Grüße
Brigitta ))):s

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Fr 12. Jan 2018, 09:48
von Plisseedreher70
Hallöchen,
als ich so etwa 15 Jahre alt war, liebte ich goldene Panzerkettchen über alles. Damals in den Fünfziger Jahren trugen Männer keinerlei Kettchen, man hätte sich lächerlich gemacht.
Jahre später wurden für mich glänzende Stoffe immer interessanter und ich empfand sie unheimlich erotisch. In meiner "Not" kaufte ich mir glänzenden Futterstoff und bastelte daraus einen weiten Rock. Nachdem ich meine ersten Kröten verdiente, wagte ich meine ersten Kleiderkäufe, aber nur was seidig glänzte. Die Auswahl war natürlich äußerst gering,
aber ab und zu hatte ich doch Glück. Mit den Jahren wuchs der Kleiderbestand mehr und mehr und heutzutage könnte ich eine Boutique aufmachen, wenn ich mich von all den schönen Kleider und Röcke trennen wollte....arme Erben!
Outing kam für mich nie in Frage, nur meine Freundin weiß davon und in meinem Fall ist das gut so.
Liebe Grüße Plissi

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Fr 12. Jan 2018, 11:28
von Nicole Fritz
Hallo Gaby,

als ich klein war, spielten die Jungs nicht Ritter, sondern Cowboy und Indianer. Ich hatte zwar die komplette Ausstattung für einen Sheriff, - Hut mit Stern, Pistolengürtel, usw. - wollte aber lieber Indianer sein. Dafür hatte ich eine lange schwarze Perücke, ein Stirnband mit Feder und ein langes Gewand mit einem bunten Muster im Inka- oder Maya-Stil, das man durchaus auch als Kleid ansehen konnte. Ich sah damit aus wie Winnetous Schwester. Ich erinnere mich noch dass ich - vor allem zum Karneval - dieses Kostüm unheimlich gerne trug und oft nicht mehr ausziehen wollte. Dieses "Kleid" musste meine Mutter mindestens zwei mal unten länger machen - bis es schließlich so eng war, dass ich es nicht mehr anziehen konnte.

Ich denke, das dürfte bei mir der Anfang gewesen sein. Als ich später ein Jungengymnasium besuchte, war erst einmal nichts mehr mit Frauenkleidern. Das fing erst nach der Pubertät als Fetisch wieder an.

LG Nicole

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Sa 13. Jan 2018, 09:50
von Céline
Hallo,
Mein allererstes Kleid werde ich nie vergessen obwohl es bestimmt schon 40 Jahre her ist.
Im Dachboden(der war wirklich gruselig und angsteinflössend in meinen Kinderaugen) meines Elternhauses standen zwei riesengroße uralte Kleiderschränke-mein heimliches Reich in das ich mich nach der Schule oft zurück zog.Zu meiner Mutter sagte ich immer ich spiele mit der Eisenbahn die auch dort oben stand,was ich ja auch öfters tat aber halt im Kleid (smili) und mit meinen Puppen,ich schloss immer gewissenhaft die Türe hinter mir ab,meine Mutter wollte immer wieder nach mir sehen und ich musste immer eine Ausrede parat haben.Mein Lieblingskleid war ein weißes ,Ärmeloses Etuikleid mit Stehkragen.
Ich liebte es.Bis heute ist mir die Vorliebe für Etuikleider geblieben obwohl ich sehr selten Kleider trage.
Ja,lang ists her (smili)
Liebe Grüße
Kelly

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Sa 13. Jan 2018, 12:04
von Berit T.
Hallo,
mein erstes Mal war mit ca. vier oder fünf Jahren. Es war Karneval, und meine Eltern hatten die Kiste mit den Verkleidungen hervorgeholt. Darin war ein Dirndl von meiner großen Schwester. Das habe ich mir gegriffen und angezogen. Ich weiß noch genau, dass ich mich vollkommen frei und glücklich gefühlt habe und singend durch unsere Straße gehüpft bin. Als ich es dann wieder ausziehen sollte, war ich sehr traurig.
LG
Berit

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Mo 15. Jan 2018, 21:06
von Gaby Bergmann
Vielen Dank für Euer Feedback.
Es ist schon sehr interessant, die Geschichten über Eure "ersten Erfahrungen" zu lesen. Alle haben irgendwo ja ihre Gemeinsamkeiten, und doch ist jede anders.

Wie schon gesagt, in meiner Familie waren leider nicht alle so tolerant wie meine Oma. Ich habe später natürlich auch recht viel heimlich gemacht (machen müssen). Das Prinzip von Opa, und noch heute von Mutter ist leider, dass man auf alle Gefühle, die man nicht kennt, am besten mit dem Holzhammer draufhaut, damit sie möglichst schnell verschwinden. Nicht erst anschauen oder gar darüber nachdenken. Sie haben sich nicht nur einmal darüber unterhalten, dass man mich "zu einem Psychiater bringen müsse, wenn das nicht endlich aufhört". Diese Gespräche wurden oftmals so geführt, dass ich sie zumindest teilweise mithörte (ich unterstelle da zwar keine Absicht, aber das wurde zumindest in Kauf genommen).
Da ich natürlich noch nicht wusste, was ein Psychiater ist, hatte man mir vorher erklärt, dass das ein Arzt sei, wo man "Irre und Bekloppte" hinbringt. Somit war dies ein sehr angstbesetzter Begriff für mich als Kind, so lange, bis ich mich selbst informieren konnte, was das eigentlich ist. :|

Aber ich sag mal so, aus der heutigen Sicht... Die beiden waren/sind zwar nicht dumm, aber sie hatten/haben ihre schwarz-weiße Vorurteilswelt, und es gibt eben Themen, die sie einfach nicht verarbeiten können/konnten (Mutter hat das vermutlich auch nur "geerbt"). Daher bin ich ihnen heute auch nicht mehr böse dafür, ich habe meinen inneren Frieden geschlossen, aber als Kind war das oft hart.

Bei Oma war das ganz anders (und die hat sich die Sprüche der beiden sicher auch anhören müssen, nachdem ich mich ausgezogen hatte und schlafen gegangen war). Sie hat mich einfach tapfer weiter unterstützt auf diesem allerersten Teil meines Weges, den ich heute denke ich ganz gut gehen kann, jedenfalls so, dass ich für mich selbst zufrieden bin (und darauf kommt es ja letzten Endes an).

Ich denke oft an meine Oma, und die Erlebnisse, die wir früher zusammen hatten. Ob sie sich einfach nur gefreut hat, wenn sie mich glücklich sehen konnte? Oder hatte sie mich tatsächlich schon verstanden, lange bevor ich selbst verstanden hatte, was ich bin und mache? Ich werde es wohl frühestens erfahren, wenn ich sie eines Tages "dort oben" wieder treffe. Wahrscheinlich war es von beidem ein bisschen... Und eben, dass sie einfach tolerant und weltoffen war, und das gerne mit anderen teilte. (smili)

Viele Grüsse
die Gaby. (moin)

Re: Wie alles mal anfing...

Verfasst: Mo 15. Jan 2018, 23:46
von Michi
Hallo Gaby,

zu einer Frage wie alles anfing, kann ich vielleicht keine so gute Geschichte beisteuern. Ich hatte vier sehr liebe Großeltern, aber ausgelebt habe ich das Mädchen in mir bei ihnen nicht. Seit ich mich daran erinnern kann, so ab dem 5. Lebensjahr, war mir auch irgendwie "klar", dass ich das verstecken muss und niemand verstehen wird, was in mier vorgeht. Ich habe wohl auch mal mit Stoffresten gespielt, aber auch da bin ich nicht aus der Rolle gefallen. Vor der Zeit, an die ich mich erinnern kann, war ich zum Fasching mal als Rotkäppchen verkleidet, und ich habe zu der Zeit auch einen Pupenwagen und eine Puppe bekommen, die ich mir gewünscht habe.

Wenn ich so an meine Großeltern zurück denke muss ich feststellen, dass einer meiner beiden Großväter irgendwie anders war. Einerseits seltsam verschlossen, hat sich immer in Arbeit gestürzt, und hat sich bei Familienfeieren als Einziger immer bei den Gesprächen der Männer- und der Frauenrunde beteiligt. Er hat auch im Haushalt viel gemacht. Früher als Kind habe ich da nicht weiter drüber nachgedacht. Mein Opa war eben so. Aber in den letzten Jahren habe ich immer mehr Ähnlichkeiten bei ihm und mir festgestellt, und halte es für recht wahrscheinlich, dass er so wie ich war.


Liebe Grüße
Michi