Von Hobby, Haaren und Textaufgaben
Verfasst: Sa 16. Dez 2017, 13:40
Hey zusammen
Auch wenn's nicht ganz hier rein passt, ist die Partnerschaft doch ein zentraler Aspekt meines Dilemmas. Da meint man, man hat sein "Hobby" soweit auch auf emotionaler Ebene unter Kontrolle, dann ändert sich eine eher unscheinbare Variable und man kommt komplett aus dem Gleichgewicht...
Das ausleben meiner weiblichen Seite hat sich die letzte Zeit öffentlich auf Crossplays beschränkt. Das ich da wirklich gerne und bei jeder Gelegenheit in die Rolle schlüpfe ist sowohl in Famili als auch Freundeskreis bekannt. Bilder die davon zeugen hängen auch offen in der Wohnung aus. Eher nur meine Frau kennt mich auch in alltagstauglicher Kleidung daheim. Wenn bis dato auch eher selten. Das hat jetzt eine ganze Weile wunderbar funktioniert.
Jetzt hat sich lediglich meine Haarlänge, aufgrund von Rückgang deren Anzahl und mit der Vermeidung eines Guildo Horn loks(okay bis dahin ist wirklich noch sehr viel Gras aber ihr wisst was ich meine...), verringert. Ich habe beim Friseur gar nicht darüber nachgedacht, was für ein Durcheinander an Gefühlen und Gedankengängen das bei mir auslöst. Ich habe das Gefühl, dass ich einen gewaltigen Anteil an "Alltagsweiblichkeit" verloren habe.
Jetzt kreisen meine Gedanken seit Wochen wieder um das Thema TS, wobei ich mir da irgendwann an einem Punkt war - dies und jenes wurde sorgsam gegeneinander abgewogen - eigentlich recht sicher war nicht betroffen zu sein. Aber wie gesagt, sowas maginales wie ein paar dutzend Zentimeter Haar zeigt mir dann, wie tief und vor allem wo mich das trifft.
Das ganze hab ich natürlich schon bei der tollsten Frau der ganzen Welt, meiner
, angesprochen. Ergebnis davon waren ein paar Kleidungsstücke im Warenkorb und etwas abgelegte Wäsche von ihr. Auch die weiblichen Bezeichnungen häufen sich in letzter Zeit. Sie versteht nicht, was mit mir los ist, gut das weiß ich selbst nicht, aber sie spürt, das es mich tief aufwühlt. Ich weiß garnicht, wie hoch ich ihr das anrechnen muss. Sie unterstützt mich mittlerweile ohne Berührungsängste und bietet mir Hilfe an. Dabei habe ich so tierisch Angst dabei, ihr auf irgendeine Weise Weh zu tun... mir fällt es deswegen immer noch schwer ihr auf die Frage "Was machen wir denn jetzt?" mit "Mädelsabend" zu antworten und zucke lieber ratlos mit den Schultern.
Ich meine ich lerne gerade zu dem zu stehen was ich bin, aber wie soll man sich da festlegen, wenn sich die Definition ständig ändert. Als ich zu dem Forum kam war das eher nur ein Spaß für mich, bis vor kurzem war ich dann der klaren Auffassung das da zwar mehr dahinter steckt, das aber keinen Einfluss auf den Alltag haben wird. Mittlerweile bin ich wieder völlig verunsichert, wo die Reise hingeht. Das einzige womit ich mir da Sicher bin, das meine Frau auf keinen Fall dabei auf der Strecke bleiben darf. Dazu kommt noch die Angst, ob das nicht später eine Riesige Angriffsfläche bezüglich Mobbing am Nachwuchs wäre.
Warum kann es nicht wie bei diesen Blöden Textaufgaben in der Schule sein, bei denen man nur alle Variablen definieren muss, schauen welche gegeben und welche gesucht sind und sich dann eine Lösung erarbeiten kann? Warum entbehrt das alles jeglicher Logik, was das zufriedenstellen von Bedürfnissen betrifft. Bedürfnisse deren Herkunft sich ohnehin nicht rational erklären lässt?
Danke fürs lesen.
LG Mayu
Auch wenn's nicht ganz hier rein passt, ist die Partnerschaft doch ein zentraler Aspekt meines Dilemmas. Da meint man, man hat sein "Hobby" soweit auch auf emotionaler Ebene unter Kontrolle, dann ändert sich eine eher unscheinbare Variable und man kommt komplett aus dem Gleichgewicht...
Das ausleben meiner weiblichen Seite hat sich die letzte Zeit öffentlich auf Crossplays beschränkt. Das ich da wirklich gerne und bei jeder Gelegenheit in die Rolle schlüpfe ist sowohl in Famili als auch Freundeskreis bekannt. Bilder die davon zeugen hängen auch offen in der Wohnung aus. Eher nur meine Frau kennt mich auch in alltagstauglicher Kleidung daheim. Wenn bis dato auch eher selten. Das hat jetzt eine ganze Weile wunderbar funktioniert.
Jetzt hat sich lediglich meine Haarlänge, aufgrund von Rückgang deren Anzahl und mit der Vermeidung eines Guildo Horn loks(okay bis dahin ist wirklich noch sehr viel Gras aber ihr wisst was ich meine...), verringert. Ich habe beim Friseur gar nicht darüber nachgedacht, was für ein Durcheinander an Gefühlen und Gedankengängen das bei mir auslöst. Ich habe das Gefühl, dass ich einen gewaltigen Anteil an "Alltagsweiblichkeit" verloren habe.
Jetzt kreisen meine Gedanken seit Wochen wieder um das Thema TS, wobei ich mir da irgendwann an einem Punkt war - dies und jenes wurde sorgsam gegeneinander abgewogen - eigentlich recht sicher war nicht betroffen zu sein. Aber wie gesagt, sowas maginales wie ein paar dutzend Zentimeter Haar zeigt mir dann, wie tief und vor allem wo mich das trifft.
Das ganze hab ich natürlich schon bei der tollsten Frau der ganzen Welt, meiner
Ich meine ich lerne gerade zu dem zu stehen was ich bin, aber wie soll man sich da festlegen, wenn sich die Definition ständig ändert. Als ich zu dem Forum kam war das eher nur ein Spaß für mich, bis vor kurzem war ich dann der klaren Auffassung das da zwar mehr dahinter steckt, das aber keinen Einfluss auf den Alltag haben wird. Mittlerweile bin ich wieder völlig verunsichert, wo die Reise hingeht. Das einzige womit ich mir da Sicher bin, das meine Frau auf keinen Fall dabei auf der Strecke bleiben darf. Dazu kommt noch die Angst, ob das nicht später eine Riesige Angriffsfläche bezüglich Mobbing am Nachwuchs wäre.
Warum kann es nicht wie bei diesen Blöden Textaufgaben in der Schule sein, bei denen man nur alle Variablen definieren muss, schauen welche gegeben und welche gesucht sind und sich dann eine Lösung erarbeiten kann? Warum entbehrt das alles jeglicher Logik, was das zufriedenstellen von Bedürfnissen betrifft. Bedürfnisse deren Herkunft sich ohnehin nicht rational erklären lässt?
Danke fürs lesen.
LG Mayu