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Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 11:45
von cora
Sofern nicht schon "alles verspielt" ist und sowieso nur mehr böses Blut in der Familie ist, würde ich in einem ruhigeren Moment mal mit jedem von ihnen (also getrennt) reden.
möglicherweise an einem neutralen Ort ( also nicht zu Hause)
einfach mal sagen was Sache ist, und das es so nicht weitergeht (So wie ich es sehe willst du nicht, und Er soll sich auch nicht angegriffen fühlen).
falls doch... schau das du wegkommst (sofern das irgendwie möglich ist)
lg Cora
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 13:02
von Dolores59
Jede Art von Gewalt ist übergriffig und somit abzulehnen.
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 14:26
von Veronika
Gewalt ist grundsätzlich abzulehnen.
Meine Sichtweise zu Deinem geschilderten Fall ist der, dass sich Dein Vater schützend vor deine Mutter gestellt hat, nachdem du ihr gesagt hast das sie die Klappe halten soll. (finde ich persönlich nicht gut)
Wäre es denn so problematisch gewesen wenn du die Hose anprobiert hättest. Es wäre dir dann immer noch möglich gewesen nach einer Ausrede zu suchen um die Hose abzulehnen.
Ich denke, dass deine Mutter dich damit nur unterstützen wollte.
Meine Mutter hatte bis vor einigen Wochen als sie noch lebte regelmäßig irgendwelche Dinge vom Einkaufen mitgebracht die wir nicht haben wollten.
Du bist ihr Kind, sie wird immer versuchen dich, in welcher Form auch immer, zu unterstützen, selbst wenn du jenseits der 50 oder 60 bist.
Manchmal muss man auch mal die Faust in der Tasche machen.
Mein Ratschlag, setzt euch zusammen und redet miteinander, auch wenn du vielleicht über deinen Schatten springen musst,
LG Veronika
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 14:34
von Viktoria-TV
Nein das ist übergriffig. Auch ein Vater darf sowas nicht. Er muss sich genauso im Zaum halten. Er ist der Ältere und hat Vorbild zu sein. Gewalt von Eltern bleibt Gewalt, auch wenn es die Eltern sind.
Dein Mutter weiß das glaube ich auch und versucht quasi eine Art Mittlerposition einzunehmen. Sie kann aus quasi "familienpolitischen" Gründe weder dir noch deinem Vater vollends Recht geben, um letztlich für keinen für euch parteiisch zu wirken. Daher versucht sie das Fehlverhalten deines Vaters mit diesem Worten zu relativieren. Ich denke sie weiß aberganz genau, dass das Verhalten deines Vaters nicht in Ordnung war
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 15:58
von Astrid
Du fragst wie wir das sehen.
Also ich bin ganz klar der Meinung, daß wirklich niemand , auch nicht Deine Eltern oder Dein Partner, das Recht hat, Dich in irgendeiner Weise körperlich zu bedrängen und sei es auch nur als Androhung oder Andeutung. Punkt. Die Argumentation von Veronika, Dein Verhalten könnte nicht angemessen gewesen sein, halte ich für grundsätzlich falsch. Dadurch können Handgreiflichkeiten niemals zu rechtfertigen sein.
Daher denke ich auch, daß Dir Deine Abwehrreaktion, wie sie auch gestaltet sein mochte, nicht zum Vorwurf gemacht werden darf.
Problematisch ist körperliche oder psychische Gewalt natürlich besonders in der Familie, oder der Beziehung, wo ja trotzdem noch eine enge Bindung besteht.
In meiner Kindheit und Jugend z.B. hat mein Vater, der sonst eigentlich tolerant und vernünftig war, mich oft in Grund und Boden geschrien, meist wenn er gestresst von der Arbeit kam. Er hat mich zwar nie körperlich bedroht, aber dennoch empfand ich es als sehr schmerzlich und demütigend. Anfangs habe ich immer geweint, später habe ich nur noch gelacht, auch wenn mir nicht zum Lachen war, was ihn noch mehr aufgebracht hat. Dennoch wußte ich, er hat mich geliebt.
Möglicherweise werden jetzt einige denken, das kennen wir doch. Und ja, wie der Herr so das Gescherr. Ich reagiere teils ähnlich.
Wenn ich frustriert bin, werde ich ungemütlich und gehe gerade die Leute verbal an, die ich am meisten liebe oder sehr gern mag. Ich weiß nicht warum es so ist, vielleicht ist es krank.
Ich bin also die Falsche, um Dir da jetzt Ratschläge zu geben, Delfinium. Grundsätzlich auch, weil ich die Verhältnisse in Deiner Familie nicht kenne, aber wenn noch Liebe zwischen Euch da ist, wird sich auch sicher noch ein Weg finden lassen, wie solche Situationen besser in den Griff zu bekommen sind. Allerdings, ganz auszuschließen werden solche Übergriffe wohl nur schwer sein, wenn ihr weiter unter einem Dach lebt. Denn das Verhalten von Menschen in Stresssituationen zu ändern, bedarf harter Arbeit für denjenigen. Ich weiß nicht, ob Dein Vater dazu bereit ist.
Liebe Grüße - Astrid
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 16:56
von Tinchen
Es ist schwer einen Rat zu geben. Gewalt geht nicht, das ist klar. Laut werden ist aber irgendwie eine Vorstufe zur Gewalt, weil man mit aller Gewalt Jemanden übertönen möchte. Sollte man auch lassen. Ich weiß das das leichter gesagt als getan ist.
Ganz nüchtern betrachtet sind da drei Personen, die es irgendwie alle gut gemeint haben, aber dann überreagierten. So wie man etwas losschickt kommt es eben nicht immer an und dann ist es irgendwie eskaliert.
Das Gespräch suchen, einzeln und wenn es geht nicht zu Hause ist ein guter Rat. Jedoch muss man sich auf so ein Gespräch gut vorbereiten, damit es nicht wieder im Knall endet.
Vor 30 Jahren hat mir der Vater meiner Freundin dazu folgende Ratschläge geben, die ich heute noch im Ohr habe, weil sie gut sind und mir oft geholfen haben.
1.) Beginne Sätze nie mit einer direkten Anrede wie "Du hast..."
2.) Du bist Moderator und musst versuchen immer zu besänftigen.
3.) Sei vorbereitet, dass auch Du dir Vorwürfe anhören musst, ohne gleich aus der Haut zu fahren.
4.) Dein Gegenüber ist nicht so gut vorbereitet wie Du, daher sei verständnisvoller als üblich. (Kennt auch diese Ratschläge nicht)
5.) Es gibt am Ende kein Richtig oder Falsch, sowie auch keinen Schuldigen oder Unschuldigen, sondern einen Kompromiss.
Ein guter Weg so ein Gespräch zu beginnen, ist eine Entschuldigung, "sorry das ich laut geworden bin.."
Ich versuche mal Beispiele:
"Du hast mir wieder so eine Hose mitgebracht, die ich nicht mag..." (Egal was nun folgt, das tut weh)
besser so:
"Ich weiß doch dass Du es gut gemeint hast, aber ich möchte mir meine Sachen doch lieber selber aussuchen." (Erst ein kleines Lob und dann den Vorwurf nachschieben )
Du wirst dann vermutlich auch Vorwürfe hören wie z.B.:
"Du machst aber auch wegen einer Hose immer gleich einen Aufstand."
Nimm auch Du Vorwürfe an und denke erst drüber nach.
Biete Kompromisse an:
"Wie wäre es wenn wir dann einfach gemeinsam shoppen?"
So bekommst Du hoffentlich das Verhältnis zu deiner Mutter wieder hin. Dann ist die Chance da, auch über den Vater zu reden. Vielleicht auch ein Gespräch, vielleicht ist Deine Mutter nun hilfsbereiter, weil sie wieder mehr Freundin ist. Das weiß ich nicht, dazu kenne ich zu wenig.
Der gute Theo hat mir auch immer wieder geraten: "Wenn Dir etwas wirklich wichtig ist, dann schreibe einen Brief. Überlege gut, schreibe ihn immer von Hand und wenn das Geschriebene gut ist, dann lass ihn der Person zukommen....falls sich Deine Einstellung nicht schon durch das Schreiben geändert hat"
Unsere Tips kannst Du dir durch den Kopf gehen lassen, aber entscheiden was zu tun ist musst am Ende Du selber.
Alles Gute Tina
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 19:13
von Eisfee
Ich denke mal viele Kinder kommen mit ihren Eltern auf so engem Raum auf die Dauer nicht so gut klar. Und auch wenn es von vornerein ein Wunschkind ist, darf man wohl nicht vergessen, dass es für beide Seiten eine Art Zwangs-Wohngemeinschaft ist, welche nicht wirklich auf freiwilligem Zusammenzug basiert.
Und auch Eltern sind nur mehr oder weniger verantwortungsbewusste Mitmenschen. Das wird vielen Kindern wohl erst so mit den Jahren immer bewusster.
Da wird es eben langsam Zeit für einen Auszug Delfi. Sonst reibt ihr Euch alle gegenseitig nervlich auf.
Rechtlich ist das jederzeit problemlos mit Zustimmung Deiner Eltern oder deutlich schwieriger über das Familiengericht möglich.
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 19:32
von Michi
Hallo Delfi,
gerade habe ich mit Bestürzung gelesen, was dir widerfahren ist.
Delfinium hat geschrieben: Di 5. Dez 2017, 19:00
Er hatte 0 Einsicht und meinte dass wenn es mich stört so angepackt zu werden es mein Problem ist und ich mit den Konsequenzen Leben muss dafür dass ich mich gewehrt habe. Daraufhin enstand ein Gespräch mit meiner Mutter wo er sogar zugegeben hat dass er öfter versucht mir Angst zu machen oder mich einzuschüchternd wenn es zum Streit kommt in dem er sich vor mir "aufbaut" und den Anschein erweckt als würde es gleich zur Sache gehen. Meine Mutter hat das was mein Vater gesagt hat geleugnet und tat so als hätte er das nie zugegeben, sie behauptete nichtmal dabei gewesen zu sein obwohl wir alle 3 im selben Raum waren.
Wenn dein Vater das so gesagt hat, dann hat er wohl (zumindest in dieser Hinsicht) kein wirkliches Unrechtsbewusstsein.
Was deine Mutter betrifft, so ist das schwer zu sagen. Gut möglich, dass sie in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu deinem Vater steckt, und sein Fehlverhalten mit allen Mitteln zu decken versucht. Das kommt gar nicht so selten vor, und das gibt es genau so auch umgekehrt. Genau so gut kann es ihr ebenso an Unrechtsbewusstsein mangeln, oder aber das Ganze geht sogar von ihr aus, und sie instrumentalisiert deinen Vater, was auch nicht so selten ist. Aber das ist schon in höchstem Maße spekulativ. Dazu müsste man viel mehr Informationen haben, um sagen zu können, in welche Richtung es tatsächlich geht.
Ich wünsch dir die Kraft, das durchzustehen.
Liebe Grüße
Michi
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 19:52
von Michi
Delfinium hat geschrieben: Di 5. Dez 2017, 19:40
Ich hätte nicht gedacht dass ich von DIR überhaupt Verständnis bekomme, ...
Ich bin im Allgemeinen kein nachtragender Mensch. Und nur weil du hin und wieder Zeugs schreibst, mit dem ich nicht einverstanden bin, oder andere Leute hier im Forum angreifst, werde ich dich nicht als Mensch aburteilen und dir mein Verständnis und Mitgefühl verweigern.

Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 19:57
von Jasmine
Dolores59 hat geschrieben: Di 5. Dez 2017, 13:02
Jede Art von Gewalt ist übergriffig und somit abzulehnen.
Das sehe ich genauso. Gewalt ist absolutes No Go.
Liebe Grüße Jasmine
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 22:52
von Claudia-Luisa
Liebe Delfinium, in meiner Ursprungsfamilie und auch in meiner Kleinfamilie kam es mitunter auch zu Situationen, die einer gewaltfreien Erziehung nicht entsprechen. Leider fehlt oft die Einsicht bei den Tätern. Vielleicht ist es gut, sobald ein Elternteil laut wird, den Raum zu verlassen. Meine Kinder sind heute 25 und 22 Jahre alt. Sie haben ein gutes Gespür entwickelt, so hoffe ich zumindest, wenn ihre Eltern Grenzen überschreiten wollen.
Seit November 2000 gilt: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Erziehungsmaßnahmen sind unzulässig".
LG, C-L
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Di 5. Dez 2017, 22:54
von Jaddy
Sorry, ChrisTina73, ich fürchte Du bist da ein paar Jahrzehnte hinter der Zeit. Handgreiflichkeiten sind auch in der Familie eindeutig nicht erlaubt. Punkt.
Wenn ich von Delfis Beschreibung ausgehe, dann gab es hier eine verbale Auseinandersetzung - Fall für die Familientherapie - gefolgt von einer physischen Aggression des Vaters und der Notwehr der Tochter. Hier ist was im deutlich im argen, und das hat nur mittelbar mit den Übersprungshandlungen eines späten Teen in der zweiten Pubertät zu tun.
Eines ist jedenfalls glasklar: Prügeln geht in keinem Fall. Nicht in der Familie, nicht bei Türstehern, gar nicht. Offenbar sind hier nicht alle auf der Höhe der Jetztzeit, so ethisch und rechtlich.
Und Respekt, ChrisTina73, den hat man nicht durch Stellung. Den muss man sich verdienen. Und wer prügelt, der verdient keinen.
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Mi 6. Dez 2017, 00:30
von heike65
sucht beide mal den Weg dazwischen
interessant wäre die Sicht der Eltern hier
mal ernsthaft; wenn das ganze so zerrüttet ist wie dargestellt sucht man sich ne wohnung und nen job. Alles andere bringt nur frust auf beiden seiten
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Mi 6. Dez 2017, 01:19
von Lina
@Delfinium
Dazu gibt es eigentlich nur eine Antwort: Du musst von denen weg. Dass er dich bedroht - auch wenn es nur eine möglicherweise leere Drohung und auch wenn du dich evtl. physisch zu wehr setzen kannst ist das zu viel Stress. Es ist bekannt, dass beispielsweise Leute die lange auf dem Arbeitsplatz gemobbt werden genauso schlimm an Post Traumatic Stress Disorder leiden können wie Soldaten die in Kampfhandlungen beteiligt waren. Du wirst mit Gewalt bedroht, da wo du lebst, isst, trinkst und schläfst, da wo du eigentlich dich sicher fühlen solltest, da wirst du von denen bedroht, die eigentlich für deine Sicherheit verantwortlich sind.
Siehst du wie weit daneben das ist
Du musst von da weg. Das bedeutet nicht zwingend, dass du die nie wieder sehen sollt. Du musst aber weg sodass du eine Zone hast die deine eigene ist und wo du dich sicher fühlen kannst.
Ich weiß nicht an wen du dich wendest, um Hilfe zu bekommen, aber vielleicht kann jemand andere hier weiter helfen.
Re: Mein Vater wurde handgreiflich
Verfasst: Mi 6. Dez 2017, 08:42
von Anne-Mette
Guten Tag,
die Geschehnisse kennen wir nur durch die Schilderungen von Delfinilum.
Insofern sollte sich hier zurückgehalten werden mit Ratschlägen, die weitreichende Konsequenzen mit sich bringen.
als erstes würde ich ein zeichne setzen und dein Vater anzeigen
Da bin ich ganz anderer Meinung; denn ich finde, es sollte zusammen mit einer Hilfe- oder Beratungsstelle versucht werden, die Situation aufzuarbeiten.
Daraus werden sich u.U. weitere Schritte ergeben.
Wenn ich es richtig verstanden und eingeordnet habe; dann ist eine Gewalthandlung von "beiden Seiten" ausgeübt worden.
Gruß
Anne-Mette