Frauendusche und Männergesangverein
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 07:50
Moin,
im Thema Analyse: Kein Geschlecht bin ich ja nun auch nicht
wurde u.a. beschrieben, dass überwiegend Behörden- und KrankenkassenmitarbeiterInnen und die Datenverwaltung, mit der sie arbeiten, Schwierigkeiten haben, wenn kein Geschlecht eingetragen werden soll/darf.
Wie sieht es nun im "täglichen Umgang" aus?
Legen die Menschen Wert auf "Frau" und "Herr" - und wie wird es vermittelt, wie die "richtige Ansprache" sein soll?
Am Telefon wird nach der Stimme gegangen und vereinfachend "tiefe Stimme = Herr" angenommen.
Die meisten GesprächspartnerInnen brauchen nur einen Hinweis: "Frau bitte".
Einige Menschen bleiben zwar beharrlich und kontern erst einmal mit "ja, aber", um dann mit "Herr" weiterzumachen, weil sie meinen es besser zu wissen als man/Frau selbst.
Aber auch da gibt es Wege und Möglichkeiten, damit umzugehen.
Manchen Menschen ist es sehr wichtig, "richtig" mit "Frau" oder "Herr" angesprochen zu werden, einigen ist es egal - oder sie bevorzugen "andere Lösungen".
Allerdings: im "geschäftlichen Verkehr" scheint es mir allgemein üblich zu sein, GesprächspartnerInnen mit "Herr" oder "Frau" + Nachname anzusprechen.
Von Angesicht zu Angesicht kommt es sicherlich, wenn man sich nicht mit Namen vorstellen kann, auf das "Passing" an, d.h. für viele Menschen gilt: "wer wie 'ne Frau aussieht, ist für mich eine Frau!"
Das führt in einigen Fällen zu Problemen, wenn Ausweisdokumente eine anderes Geschlecht zu beschreiben scheinen als "der erste Eindruck".
Wenn man häufiger mit dem Gegenüber zu tun hat, dann lohnt sicherlich eine Erklärung; die in den meisten Fällen den Erfolg zeigt, dass man richtig angesprochen wird.
So habe ich für mich in einigen Fällen folgenden Vorschlag gemacht: "HERR ist für mich nicht richtig; wenn FRAU für Sie schwierig ist, verwenden Sie bitte meinen Vornamen - und bleiben beim Sie.
(Meistens wurde später ein Du daraus).
Was ist aber nun mit den Feldern, die geschlechtsbezogen Menschengruppen für sich in Anspruch nehmen, sie vielleicht sogar über Jahre/Jahrzehnte erkämpft haben?
Manche Frauengruppen laden gezielt Menschen ein, "die sich als Frau beschreiben" (so gesehen in einer Einladung zu einem Veranstaltungswochenende in Kiel in diesem Sommer).
Andere Frauengruppen haben allerdings (andere) Maßstäbe, was und wer eine "echte Frau" ist und wer in ihre Gruppe gehört.
Ähnlich sieht es z.B. mit "Fauenduschen", "Frauenkumkleidekabinen" und in der "Frauensauna" aus; das wird ein "hießes Eisen" bleiben.
"Männergruppen" gibt es natürlich auch - und z.B. "Männergesangvereine".
Die Frage ist, wie da mit "kein Geschlecht" oder "Nicht-Mann" umgegangen wird.
Gruß
Anne-Mette
im Thema Analyse: Kein Geschlecht bin ich ja nun auch nicht
wurde u.a. beschrieben, dass überwiegend Behörden- und KrankenkassenmitarbeiterInnen und die Datenverwaltung, mit der sie arbeiten, Schwierigkeiten haben, wenn kein Geschlecht eingetragen werden soll/darf.
Wie sieht es nun im "täglichen Umgang" aus?
Legen die Menschen Wert auf "Frau" und "Herr" - und wie wird es vermittelt, wie die "richtige Ansprache" sein soll?
Am Telefon wird nach der Stimme gegangen und vereinfachend "tiefe Stimme = Herr" angenommen.
Die meisten GesprächspartnerInnen brauchen nur einen Hinweis: "Frau bitte".
Einige Menschen bleiben zwar beharrlich und kontern erst einmal mit "ja, aber", um dann mit "Herr" weiterzumachen, weil sie meinen es besser zu wissen als man/Frau selbst.
Aber auch da gibt es Wege und Möglichkeiten, damit umzugehen.
Manchen Menschen ist es sehr wichtig, "richtig" mit "Frau" oder "Herr" angesprochen zu werden, einigen ist es egal - oder sie bevorzugen "andere Lösungen".
Allerdings: im "geschäftlichen Verkehr" scheint es mir allgemein üblich zu sein, GesprächspartnerInnen mit "Herr" oder "Frau" + Nachname anzusprechen.
Von Angesicht zu Angesicht kommt es sicherlich, wenn man sich nicht mit Namen vorstellen kann, auf das "Passing" an, d.h. für viele Menschen gilt: "wer wie 'ne Frau aussieht, ist für mich eine Frau!"
Das führt in einigen Fällen zu Problemen, wenn Ausweisdokumente eine anderes Geschlecht zu beschreiben scheinen als "der erste Eindruck".
Wenn man häufiger mit dem Gegenüber zu tun hat, dann lohnt sicherlich eine Erklärung; die in den meisten Fällen den Erfolg zeigt, dass man richtig angesprochen wird.
So habe ich für mich in einigen Fällen folgenden Vorschlag gemacht: "HERR ist für mich nicht richtig; wenn FRAU für Sie schwierig ist, verwenden Sie bitte meinen Vornamen - und bleiben beim Sie.
(Meistens wurde später ein Du daraus).
Was ist aber nun mit den Feldern, die geschlechtsbezogen Menschengruppen für sich in Anspruch nehmen, sie vielleicht sogar über Jahre/Jahrzehnte erkämpft haben?
Manche Frauengruppen laden gezielt Menschen ein, "die sich als Frau beschreiben" (so gesehen in einer Einladung zu einem Veranstaltungswochenende in Kiel in diesem Sommer).
Andere Frauengruppen haben allerdings (andere) Maßstäbe, was und wer eine "echte Frau" ist und wer in ihre Gruppe gehört.
Ähnlich sieht es z.B. mit "Fauenduschen", "Frauenkumkleidekabinen" und in der "Frauensauna" aus; das wird ein "hießes Eisen" bleiben.
"Männergruppen" gibt es natürlich auch - und z.B. "Männergesangvereine".
Die Frage ist, wie da mit "kein Geschlecht" oder "Nicht-Mann" umgegangen wird.
Gruß
Anne-Mette