MichiWell hat geschrieben: So 1. Okt 2017, 14:00
... Das wird wohl so sein. Das eigentliche Problem ist viel mehr, dass in unserer Gesselschaft sogenanntes geschlechtstypisches Verhalten, welches es rein statistisch gesehen gibt, weit über jedes gesunde Maß erwartet und anerzogen wird.
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Das ist was dran, aber ich finde das sogar zu vereinfacht dargestellt. Ich glaube nämlich gar nicht, dass man da besonders viel AN-erziehen kann. Etwas schon, aber nicht annähernd so viel wie das was man vorenthalten oder ab-erziehen kann. Das kennt man ja auch aus so vielen anderen Zusammenhängen: Es ist viel leichter jemandem zu suggerieren, dass er scheitern wird als dass er erfolgreich sein wird. Aus meiner eigenen Welt erlebe ich immer wieder, dass es viel leichter ist, z.B. jemandem in einem kurzen Zeitraum etwas ganz komplexes aus einer Fremdsprache beizubringen, was er seit langem vergeblich zu begreifen versucht hat, als es ist ihn zu überzeugen, dass er die nächste Fremdsprache mit einer anderen Vorgehensweise 4x so schnell lernen wird. Mit anderen Worten: Die Überzeugung, dass etwas nicht geht oder schwierig sein muss, ist tief eingeprägt.
Gender-spezifisch ist es also auch eine leicht Sache. Wenn man also ständig vor lebt oder sagt - Jungen können dies aberi nicht das - Mädchen tun dies aber nicht das - lässt sich das was die nicht tun sollten sich wesentlich leichter einprägen.
Wenn ich z.B. einen Sohn und eine Tochter hätte und ich würde dem Sohn sagen, Jungen sollen stark, mutig handwerklich begabt sein und nie weinen, und die Tochter mit netten Worten belohnen wenn sie suß ausieht und ihr ständig sagen, dass Mädchen sich nie prügeln und Mädchen seine grundsätzlich eh sschwach und haben keine Ahnung von technischen Sachen . was glaubst du würde dann passieren?
Würde sie automatisch die kleine Vorstadtprinzessin werden und der Sohn, der klassische Testosteron geladene Handwerkertyp?
Ich glaube es nämlich nicht. Ich halte die Chancen aber für wesentlich, dass man dem Sohn beibringen könnte, wenig Gefühle zu zeigen und die Tochter zu überzeugen, dass sie schwach ist.
Es ist ja so ein beliebtes Argument, dass "die Werbung" - als würde es so was überhaupt geben, Leute dazu überzeugen, etwas zu kaufen, was sie gar nicht haben wollen. Ich habe nie ein überzeugendes Beispiel dafür gesehen, dass das geht.
Das ist wie in der Hypnose. Ich kann niemanden durch Hypnose dazu bringen, etwas zu tun, was er wirklich nicht will. Ich kann durch Hypnose jemanden dazu bringen, aus mehreren Dinge die er will das aussuchen aus mehreren Möglichkeiten, was seinem eigentlichen Ziel entspricht. Beispiel: Jemand wird zu dick, weil er ganze Abende ständig vor dem Fernseher sitzt und sich an Pizza, Coca-Cola und Bier ernährt, wird vermulich dadurch auch gesundheitliche Probleme entwickeln und möchte gerne was dagegen tun.
Wenn ich ihn durch Hypnose einen anderen Lebensstil "einprogrammiere", wird das ja kaum gegen seine tiefste innrre überzeugung sein. Er könnte ja durch diesen Lebensstil frühzeitig sterben. Die Meisten möchten gerne Leben. Also ist das auch machbar. Man erarbeitet einen besseren Lebensstil, unterstützt durch Suggestion wird dieser den Alten lebensstil ersetzen.
Aber eine total sportliche Person, die es immer gehasst hat mehr als 5 Min. still zu sitzen - da kann man doch Drogen und Hirnwäsche aus der Stalinzeit benutze: Ihn bringst du doch nicht dazu sich ein Jahr lang vor den Fernseher zu setzen und sich zu tode fressen!! Das wird nicht gehen.
Du wirst auch nicht durch Gender-Marketing ein Mädchen zum Girly machen, wenn sie es nicht in sich hat. Warum sollte man auch? Die Werber sind am allerwenigsten die, die daran interessiert sind. Wenn es eine Basis für die Produktion von einer Kollegin zu Action Man gäbe, dann würden die auch selber einen Produzieren, bevor Mattel dafür käme Kampfanzug und tacti-coole Ausstattung für Barbie zu machen und die Werbeagenturen würden dann einen Weg ins Herz der Kundinnen finden. Werber wollen nicht des Berufs wegen die Welt ändern, ußer wenn der Auftraggeber WWF oder Greenpeace ist.