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Internationale Kinder„Studie So mächtig sind Geschlechterklischees

Verfasst: Mi 20. Sep 2017, 16:02
von Anne-Mette
Moin,

Forscher warnen vor den Schäden, die angerichtet werden:

ein Artikel bei SPON: http://www.spiegel.de/gesundheit/psycho ... 68866.html

Gruß
Anne-Mette

Re: Internationale Kinder„Studie So mächtig sind Geschlechterklischees

Verfasst: Mi 20. Sep 2017, 16:30
von ab08
Danke, liebe Anne-Mette,

für die Verlinkung!
-> Der Druck kann erheblich sein, das weiß ich aus eigener Erfahrung aus den 50ern und 60ern. -> Da mein Vater erkrankte, war es bei mir innerhalb der Familie weniger schlimm. In meinem Fall war es eher die Umgebung und die Verwandtschaft. Allerdings war ich immer und überall Außenseiter(in) und allein.

Es betrübt mich sehr, dass auch heute noch scheinbar überall, Geschlechterklischees den Kindern aufoktroyiert werden,
häufig dermaßen strikt, dass manche daran zerbrechen...

Liebe Grüße
Andrea

Re: Internationale Kinder„Studie So mächtig sind Geschlechterklischees

Verfasst: Do 21. Sep 2017, 23:44
von Marielle
Nabend zusammen, Hallo Andrea,

mir ist bewusst, dass es mir schwer fällt, mich in meinen Äusserungen eines sarkastischen oder ironischen Anteils zu enthalten. Deswegen weiss ich aber auch ziemlich genau, wann er fehlt. Diesmal ganz ohne.

Es betrübt mich sehr, dass auch heute noch scheinbar überall, Geschlechterklischees den Kindern aufoktroyiert werden,
häufig dermaßen strikt, dass manche daran zerbrechen...
Es freut mich, das von jemandem zu lesen, von dem* ich bisher sicher annahm, dass er* darauf besteht, jedem Menschen (zur Not erst auf dessen Anforderung, wenn er sich denn irgendwann entsprechend artikulieren kann) ein Geschlecht und das 'zugehörige' Verhalten zuzuweisen.


Auf einer Nachbarschaftsfeier hat mir neulich eine Fünfjährige erklärt, dass meine Schuhe (Pumps) "Mädchenschuhe" seien, die ich nicht "nicht tragen darf". Sollte das etwa in ihrer natürlichen Persönlichkeit angelegt sein? Wohl kaum. Das ist Gender, oder eben Klischee, in seiner frühesten Wirkungsphase.

Ich kann ihr, einer Fünfjährigen, so eine Aussage ganz bequem nachsehen (oder sie sogar lustig finden). Wie diese strikte Zuordnung aber auf den, vielleicht vorhandenen, Altersgenossen wirkt, der sich wünscht auch ein Kleid zu haben, möchte ich mir gar nicht vorstellen.

Weiterhin ganz ohne Sarkasmus, aber aus tiefster Überzeugung: Es geht noch lange nicht darum, wer warum welches Geschlecht hat oder warum welchem Geschlecht zu entsprechen meint / weiss. Es geht um die Wirkungen dieses verdammten Konstruktes auf die Menschen, denen es nicht entspricht.

Habt es gut

Marielle



*) entschuldige bitte die Formulierung Andrea. Es gibt leider keine weibliche Form von Bezügen auf 'Jemand'. Ich bin sehr dafür, solche Formen zu erdenken und in die deutsche Sprache einzuführen. Noch ein bisschen mehr bin ich dafür, einen neutralen Bezug zu erdenken; wegen der Klischees

Re: Internationale Kinder„Studie So mächtig sind Geschlechterklischees

Verfasst: Fr 22. Sep 2017, 08:13
von Yoko
Moin!
Hmm .. ich will mich hier natürlich nicht unbedingt in die Nesseln setzen und hoffe es passt hier hin.

Und "ja", ich kann auch nicht genau erklären warum Kinder in "ihrer" Geschlechterrolle aufwachsen, oder gedrängt werden.
Sicher haben die Eltern einen großen Einfluss und eben auch die Gesellschaft drum rum. Aber vielleicht ist es eben so wie es vorgesehen ist.

Ich habe das Glück zwei Jungs zu haben, die eben auch Jungs sind und sich eher jungstypisch verhalten. Sollte einer von ihnen meinen sich lange Haar wachsen lassen zu müssen werde ich der letzte sein, der dies verhindert. Sollte sich einer mit meinem Nagellack die Fußnägel lackieren, würde ich ihm schon versuchen erklären zu wollen, dass Jungs dies nicht so häufig machen und seine Kumpels dies vielleicht "lustig" finden könnten "¦ einem fünfjährigen dies zu erklären dürfte nicht leicht fallen.

Aber mein Hauptgedanke war eigentlich, dass kleine Menschen in erster Linie Regeln, und Rituale brauchen, damit sie einen Leitfaden im Leben finden. Mir ist hierbei eigentlich mitlerweile eher aufgefallen, dass Jungs heutzutage eigentliche von der Krippe (Die meisten Erzieher und Lehrerinnen sind Weibchen) an eher verweiblicht werden und in diesem Sinne nachher eher orientierungslos sind.

Umgekehrt kann ich mir schon bei den Mädels das Problem vorstellen, dass bei ihnen das Äußere schon früh im Vordergrund stehen würde. Wenn ich mir vorstellen würde eine Tochter zu haben, wäre auch ein erster Gedanke von mir wie schön es wäre sie schick anzuziehen — und da liegt ja bei mir ja dann noch viel mehr das "Problem". Ich orientiere mich bei den Bios ja auch nicht an den Schlabberpulli und Jeansträgerinnen sondern mein Blick geht in eine andere Richtung ;)

Ich denke man sollte die Zwerge so erziehen, dass sie neugierig sind, und anderem gegenüber offen und tolerant, aber man muss ihnen dabei auch erklären wie unsere Welt nun mal so tickt (und da gibt es noch viel mehr Baustellen, ob nun Junge oder Mädchen).
LG Fee

Re: Internationale Kinder„Studie So mächtig sind Geschlechterklischees

Verfasst: Sa 23. Sep 2017, 13:46
von JaquelineL
Liebe Fee,

dass Kinder Orientierung suchen und üblicherweise nicht darauf aus sind, aus dem Rahmen oder ihrer Gruppe zu fallen, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Wie die Welt so tickt, muss man ihnen aber nicht unbedingt erklären - meist erfahren und verstehen sie es von ganz allein. Deshalb finde ich es wichtig(er) ihnen Toleranz auf der einen und das Stehen zur eigenen Meinung auf der anderen Seite vorzuleben und zu vermitteln. "Normierung" scheint für soziale Wesen ja wichtig zu sein, um so wichtiger (gerade in heutigen Zeiten) scheint es mir, den Erwachsenwerdenden zu helfen, die eigenen Grenzen bei der Normierung zu erkennen und zuzulassen.

Bei meinen zwei Töchtern ging übrigens nicht mein erster Gedanke daran, sie nett anzuziehen - es ist viel spannender zu beobachten, wie sie selbst ihren Stil finden. Obwohl (oder viel gerade weil) beide sich stilistisch nicht nur voneinander, sondern auch von mir sehr stark unterscheiden... meinem "Normierungversuch" hätten sie bestimmt vehement widerstanden :lol:

Liebe Grüße
Jackie

Re: Internationale Kinder„Studie So mächtig sind Geschlechterklischees

Verfasst: Sa 23. Sep 2017, 16:30
von Vincent
feenspiel hat geschrieben: Fr 22. Sep 2017, 08:13 Ich habe das Glück zwei Jungs zu haben, die eben auch Jungs sind und sich eher jungstypisch verhalten. Sollte einer von ihnen meinen sich lange Haar wachsen lassen zu müssen werde ich der letzte sein, der dies verhindert. Sollte sich einer mit meinem Nagellack die Fußnägel lackieren, würde ich ihm schon versuchen erklären zu wollen, dass Jungs dies nicht so häufig machen und seine Kumpels dies vielleicht "lustig" finden könnten "¦ einem fünfjährigen dies zu erklären dürfte nicht leicht fallen.

Aber mein Hauptgedanke war eigentlich, dass kleine Menschen in erster Linie Regeln, und Rituale brauchen, damit sie einen Leitfaden im Leben finden. Mir ist hierbei eigentlich mitlerweile eher aufgefallen, dass Jungs heutzutage eigentliche von der Krippe (Die meisten Erzieher und Lehrerinnen sind Weibchen) an eher verweiblicht werden und in diesem Sinne nachher eher orientierungslos sind.
Hallo Fee,
auch ich habe zwei Jungs, die sich meiner Meinung nach recht typisch verhalten.
Das typische schließt für mich aber auch das Ausprobieren verschiedener Dinge und das "sich selbst Ausprobieren" mit ein.

Und ja, Nagellack, lange Haare, alles was glitzert und sogar ein Badeanzug war Thema, bis der Normungshammer durch andere zuschlug. Da hilft auch elterliche Unterstützung nicht weiter.
Sie verhalten sich jetzt, gegen ihre eigenen Wünsch "normal" wie es die Gesellschaft erwartet, blättern sie einen Modeprospekt durch, bleiben sie oft gerade bei glitzernden Sachen oder Tülligen feinen Kleidern hängen, bemerken, dass das schön wäre um im Nachsatz sofort anzumerken, dass es nur für Mädchen sei.

Ich empfinde das als ganz übel, nicht nur deshalb, weil die Gesellschaft umgekeht bei Mädchen nicht annähernd so restriktiv ist.

Ja, Kinder brauchen Regeln, und eine Gesellschaft braucht Normen um zu tunktionieren. Zu diesen erforderlichen Normen zähle ich aber die Kleidung, u.a. nicht dazu.