Nabend zusammen, Hallo Andrea,
mir ist bewusst, dass es mir schwer fällt, mich in meinen Äusserungen eines sarkastischen oder ironischen Anteils zu enthalten. Deswegen weiss ich aber auch ziemlich genau, wann er fehlt. Diesmal ganz ohne.
Es betrübt mich sehr, dass auch heute noch scheinbar überall, Geschlechterklischees den Kindern aufoktroyiert werden,
häufig dermaßen strikt, dass manche daran zerbrechen...
Es freut mich, das von jemandem zu lesen, von dem* ich bisher sicher annahm, dass er* darauf besteht, jedem Menschen (zur Not erst auf dessen Anforderung, wenn er sich denn irgendwann entsprechend artikulieren kann) ein Geschlecht und das 'zugehörige' Verhalten zuzuweisen.
Auf einer Nachbarschaftsfeier hat mir neulich eine Fünfjährige erklärt, dass meine Schuhe (Pumps) "Mädchenschuhe" seien, die ich nicht "nicht tragen darf". Sollte das etwa in ihrer natürlichen Persönlichkeit angelegt sein? Wohl kaum. Das ist Gender, oder eben Klischee, in seiner frühesten Wirkungsphase.
Ich kann ihr, einer Fünfjährigen, so eine Aussage ganz bequem nachsehen (oder sie sogar lustig finden). Wie diese strikte Zuordnung aber auf den, vielleicht vorhandenen, Altersgenossen wirkt, der sich wünscht auch ein Kleid zu haben, möchte ich mir gar nicht vorstellen.
Weiterhin ganz ohne Sarkasmus, aber aus tiefster Überzeugung: Es geht noch lange nicht darum, wer warum welches Geschlecht hat oder warum welchem Geschlecht zu entsprechen meint / weiss. Es geht um die Wirkungen dieses verdammten Konstruktes auf die Menschen, denen es nicht entspricht.
Habt es gut
Marielle
*) entschuldige bitte die Formulierung Andrea. Es gibt leider keine weibliche Form von Bezügen auf 'Jemand'. Ich bin sehr dafür, solche Formen zu erdenken und in die deutsche Sprache einzuführen. Noch ein bisschen mehr bin ich dafür, einen neutralen Bezug zu erdenken; wegen der Klischees