Lalilaluna hat geschrieben: Di 19. Sep 2017, 15:28
sehe ich etwas differenzierter. Denn ich könnte mir schon vorstellen, dass die sexuelle Identität bzw. Orientierung der Lehrer_innen und deren Einstellung zu derartigen Themen, insbesondere auch ihr Umgang mit einschlägigegn Beleidigungen, durchaus korrelieren. Und diese Korrelation zu untersuchen könnte eben interessant sein.
Glaube mir, ich sehe das auch sehr differenziert. Das wird sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit korrelieren. Aber ich verstehe nicht, wozu das gut sein soll? Dann müsste man ja auch Gewalttäter, Drogenjunkies und was noch alles als Lehrer haben wollen. Schließlich haben die ja einschlägige Erfahrungen damit.
Viel wichtiger finde ich, dass Menschen generell eine entsprechende Einstellung zu bestimmten Sachverhalten vermitteln. Denn es ist doch so, dass man einem schwulen Lehrer eher als einem anderen unterstellen wird, da vor allen in seinem eigenen Interesse Position zu beziehen. Das ist Wasser auf die Mühlen derer, die gerne von Genderideologie und ähnlichem faseln.
Lalilaluna hat geschrieben: Di 19. Sep 2017, 15:28
Problematisch wird es allerdings dann, wenn Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind. Dazu müsste ich allerdings den Fragebogen genau kennen. So ganz geheuer ist mir das Ganze allerdings nicht ...
Ich habe da beruflich entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen, um das einschätzen zu können. Du wirst mir wahscheinlich dennoch nicht glauben, dass eine Deanonymisierung gar nicht so schwer ist, wie es auf den ersten Blick oft scheint. Aber wenn der Personenkreis klein ist, und/oder hinreichend wohl überlegte und relevante Fragen gestellt werden, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Person zuordnen. Was solche Ergebnisse in der Hand der falschen Leute bedeuten, brauche ich dir wohl nicht zu erklären.
Nicht ohne Grund sind deshalb nur die Daten sicher, die gar nicht erst erhoben werden.
Beispielsweise kann jede Person mit Handy allein anhand ihres Bewegungsprofils zweifelsfrei identifiziert werden. Dazu genügen selbst in einer dicht besiedelten Großstadt 3-4 Orte, an denen sie sich häufiger aufhält in Verbindung mit den Daten, die der Staat über uns alle aus mehr oder weniger berechtigten Gründen speichert. Ähnlich einfach ist das mit Fragebögen. Man muss schon aktiv werden, und einen erheblichen Aufwand betreiben, um das zu verhindern. Menschen lassen sich oft sehr leicht identifizieren, um so sicherer, je mehr man von ihnen abverlangt, bzw. sie bereitwillig preisgeben. Übrigens ist auch die Nutzung der gern gepriesene Freiwilligkeit und die Nichtbeantwortung einzelner Fragen immer eine Antwort. Und frage mal die Werbeindustrie, was die alles über Menschen weiß. Und die sammeln die scheinbar unsinngsten und nutzlosesten Daten. Wenn du magst, dann informiere dich mal über die Thematik.
Wie auch Andrea anmerkt, ist das evtl. gut gemeint, aber dennoch nicht gut getan.
Liebe Grüße
Michi