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Transsexualität und Blutspenden
Verfasst: Di 8. Aug 2017, 08:56
von Svetlana L
Gerade gibt es in den Medien einen Aufschrei, dass schwulen und bisexuellen Männern erst ein Jahr nach dem letzten Sexualkontakt die Blutspende erlaubt ist. Schwuler Sex ist nach der jetzt überarbeiteten Hämotherapie-Richtlinie per se risikobehaftet, egal ob man monogam in einer Partnerschaft lebt oder sich durch die Clubs vögelt. Explizit genannt werden u. a. aber auch transsexuelle Menschen mit sexuellem Risikoverhalten. Da muss ich doch glatt mal meine Frau fragen, ob wir darunter fallen. Wenn ich das richtig lese, dann gehöre ich zur Risikogruppe, meine Frau aber nicht. Sehr merkwürdig! Und überhaupt: Was bitte hat die Geschlechtsidentität mit der Sexualität zu tun? Transsexuelle können entweder homo- oder heterosexuell (von mir aus auch a- oder pansexuell) sein, warum muss diese Gruppe in den Richtlinien explizit aufgeführt werden?
Letztendlich kann man sich die ganze Aufzählung doch schenken, denn auch bei heterosexuellen Menschen reicht schon ein ungeschützter Sexualkontakt aus, um sich mit wasauchimmer anzustecken. Meines Erachtens sollte ausschlaggebend sein, ob man geschützten oder ungeschützten Verkehr hat. Da ist es dann vollkommen egal, welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung man hat oder wie häufig man Sex hat.
queer.de
Spiegel online
Hämotherapie-Richtlinien
Re: Transsexualität und Blutspenden
Verfasst: Di 8. Aug 2017, 09:05
von Mina
Huhu,
Ein ganz kompliziertes Thema. Politik, Pseudomoral und Unwissenheit seitens der Richtliniengestalter dürften hier das große Problem sein.
Eine Pauschalverurteilung für alle die nicht straight leben. Gestützt auf undurchsichtigen Statistiken. Hmm... man könnte das mit dem Versuch vergleichen in der katholischen Kirche das Zölibat abzuschaffen.
Eigenblutspende käme in Frage....
Liebe Grüße
Mina
Re: Transsexualität und Blutspenden
Verfasst: Di 8. Aug 2017, 09:20
von Michelle_Engelhardt
Bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt wurde auch einfach mal so ein HIV Test angeordnet. Grund: Ich bin TS.
Dabei wollte mir der Arzt zunächst verklickern, der Test wäre ja auf meinen Wunsch, sehr sehr peinliches Verhalten. Mit dieser Behauptung war er bei mir genau an der richtigen Adresse, wie ihr euch vorstellen könnt

Jedenfalls muss ich heute noch grinsen, wenn ich an die Schamesröte in seinem Gesicht denke, nachdem ich ihm höflich aber bestimmt meine Meinung gesagt habe.
LG
Michelle
Re: Transsexualität und Blutspenden
Verfasst: Di 8. Aug 2017, 10:09
von Mina
Blutspender sollten unabhängig ihrer sexuellen Orientierung getestet werden, meine Meinung.
Denn:
http://gesundheit.ccm.net/faq/4670-ist- ... efaehrlich
Alleine der einfache Oralverkehr kann so mit Risiken behaftet sein. Es trägt ja niemand ein Schild, was er in sich trägt.
Es ist schneller passiert als es einen glauben lässt.
Wer mit einer fremden Person ungeschützten O- Verkehr ausführt, könnte ebensogut blind eine sechsspurige Straße bei Berufsverkehr überqueren. Und da gibts für mich auch nichts kleinzureden. Wir haben nur eine Gesundheit und Verantwortung.
Lust ja, mit Vernunft.

Re: Transsexualität und Blutspenden
Verfasst: Di 8. Aug 2017, 10:24
von Jasmine
Bei solchen Themen werde ich immer nachdenklich.
Daher habe ich interesse halber auf meinem Organspendeausweis geschaut.
Dort finde ich keine Angaben oder Fragen diesbezüglich.
Warum hier zwischen Oranspende und Blutspende solch ein Unterschied gemacht wird???
Svetlana L hat geschrieben: Di 8. Aug 2017, 08:56
Explizit genannt werden u. a. aber auch transsexuelle Menschen mit sexuellem Risikoverhalten. Da muss ich doch glatt mal meine Frau fragen, ob wir darunter fallen. Wenn ich das richtig lese, dann gehöre ich zur Risikogruppe, meine Frau aber nicht.
Da ich mit meiner Partnerin seit 1993 zusammen bin, entstehen hier für mich Fragen.
Nachdenkliche Grüße Jasmine