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Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Fr 4. Aug 2017, 23:57
von Theresa
Hallo zusammen,
ja, das Thema hört sich schrecklich an. Ist es auch. Und es ist auch offtopic weil es nur am Rande mit "Trans" oder so, zu tun hat.
Anlass ist, dass ich im Urlaub war (Noch bin. Morgen gehts zurück) Und nein, es liegt nicht am Urlaubsort. Es liegt daran, dass ich alleine bin. Wie immer in den letzten Jahren. Meine Partnerin aus der Fernbeziehung hatte definitiv keine Zeit. (Auf die Umstände mag ich nicht eingehen.)
Früher hätte ich es mir nicht vorstellen können, alleine in Urlaub zu sein. Ich fuhr immer gerne, zumeist mit dem Auto, irgendwo hin und habe mir Dinge angeschaut, bin wandern gegangen. Mir so einen Berggipfel oder eine schöne Aussicht zu erwandern fand ich immer sehr befriedigend. Meine Exfreundin war virtuell immer dabei. Ein kleiner Bär mit großem Herz in den Pfoten war stellvertretend mitgefahren. Real war in den letzten Jahren nicht mal Kaffeetrinken am Sonntag in der näheren Umgebung drin. Von einem Bummel am Rhein an einem Sommernachmittag ganz zu schweigen. Sie konnte es nie verstehen, dass sowas wichtig sein könnte, -sah es als ein Luxusproblem an. Schließlich machten wir ja die Alltagseinkäufe gemeinsam.
Nun ja, ich schränkte mich extrem ein und machte meine Wanderungen alleine. Wie schon mein ganzes Leben. Doch irgendwann fragt man sich, ob das wirklich so wichtig ist? Ich habe mehr als genug Zeit zum Nachdenken und grübeln. Immer mehr verschwindet das Interesse, -bis es irgendwann keinen Spaß mehr macht. Extrem ist das immer im Urlaub, wenn man das "Erlebte" mit niemand teilen kann bzw, so wie ich jetzt davon ausgehen muss, dass es für sie öhde und langweilig sein würde.
Es stellt sich bei mir immer mehr der Punkt ein, wo ich mich frage, warum ich das mache und warum das so wichtig für mich ist. Nun reichen schon 5 Tage Schwarzwald wo ich mich bald freue, wenn ich nach Hause fahren kann. Es ist, als habe ich mich in einem entscheidenden Punkt verschlissen. Zum Spazierengehen kann ich mich nur noch seltenst motivieren. Ich weiß nicht womit ich die Leere füllen könnte. Mein Wunsch nach Ausflügen und gemeinsamen Unternehmungen sind Luxusprobleme, nicht wichtig.
Ich sage mir immer, ich solle mir was Gutes gönnen und wenn ich es dann mache stelle ich fest, dass es nicht (mehr) gut ist. Es ist wie ein Kampf den ich führe. Wenn ich mir nachgebe und einfach so bin wie gewohnt, zerstöre ich die Beziehung zur (ehmaligen) Partnerin. Bin ich wie die Partnerin möchte, macht mich das auch kaputt.
Gleiches ist mit meiner Trans-Neigung: Ich gebe ihr nach und es tut mir gut, zerstöre ich mir die Chance auf ein ausgefülltes Leben mit einer Partnerin, wenn ich damit überhaupt noch eine finde. Mit 56 sitzt mir zudem die Zeit im Nacken.
Nun könne man sagen, dass ich mich neu orientieren könnte. -Ja, nur leider habe ich nicht die geringste Ahnung in welche Richtung. Fest steht, dass es auch einem Einzelgänger wie mir zu einsam wird. An dem Punkt bin ich. Es geht mir nicht darum, einen Stammtisch oder ein Treffen zu besuchen. Ich meine tatsächlich die Einsamkeit im Herzen, die ich überwinden möchte.
Wir haben uns erfolgreich entliebt. Ja, das geht tatsächlich. Doch es sind Schatten die wir nicht aus dem Herzen hinaus bekommen. Ich spreche jetzt auch mal für SIE, denn warum sollte sie mich sonst manchmal im Messenger fragen ob wir mal telefonieren wollen.
So war es auch heute. Irgendwie fehlte es an Gesprächsstoff. Wegen der schlechten Mobilfunkabdeckung bin ich hinaus auf einen Berg gefahren. So bot sich an, die (relativ) dramatischen Eindrücke der Landschaft in Verbindung mit dem Wetter zu schildern. Ja, da kam der Jochen von früher noch mal durch! Ich habe meine begeisterte Schilderungen abgebrochen. Die Langeweile am anderen Ende war förmlich greifbar. Da war nicht mal mehr vorgespieltes Interesse aus Höflichkeit zu bemerken. Nach 7 Jahren sollte sie wissen wie ich so drauf bin....
Sie war immer sehr eifersüchtig auf meine Exfrau, mit der ich ein freundschaftliches Verhältnis habe. Die letzte Tage, als sie mir eröffnete, sie sei in einer neuen Beziehung habe ich mit der Exfrau eine Woche Holland gebucht. Nun scheint die Exfreundin immer noch eifersüchtig zu sein!?!? Ihr einzig konstruktiver Beitrag zum Gespräch war die Frage, ob ich ein oder zwei Wochen weg wäre...
Mein nervender Job im Wechseldienst und mein fast pflegebedürftiger Vater, den ich häufig besuche, geben mir noch Struktur und das Gefühl gebraucht zu werden. Sonst ist da nichts mehr. Und nun?
Doch wie lebt man so? In meinem Alter? Ohne Familie? Als Transe? Mit so exotischen Hobbys? Und nein: ich kann nicht in einen Kegelclub eintreten oder in die Feuerwehr. Oder mit meiner Frau über den zukünftigen Schwiegersohn lästern oder die nächste Fernreise planen. Freunde einladen und bewirten. Das alles ist nicht mein Ding oder ich habe es nicht. Mein Bruder schon und es scheint ihn zu erfüllen. Ich beneide ihn darum.
Sollte das jemand lesen so erwarte ich keine Lösung. die kann ich wohl nur selber finden.
Ich weiß nur nicht, wo ich meinem seelischen Schrott sonst abladen könnte. Ich kenne niemand, der sich sowas an tut...
Nichts für ungut und danke fürs lesen..
Jochen, der manchmal gerne Theresa ist.
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Sa 5. Aug 2017, 06:57
von Christiane
Dann treibt man wie ein führerloses Schiff mit den Strömungen.
Hallo Theresa - zum Ersten - gut dass Du das loswirst - ein erster Schritt.
Du befindest Dich in einem Spannungsfeld, daß Dir erhebliche Kräfte raubt, bzw. bindet.
Ich kann verstehen, daß man diese Reisen, Ausflüge und die damit verbundenen Eindrücke gerne mit jemanden teilen möchte.
So wie ich das verstehe, waren sie aber bislang Deine Kraftquellen - die es Dir ermöglicht haben weiter zu "funktionieren".
Wenn Du das jetzt aufgibst und nur noch Zuhause bist - - ist der Depression Tür und Tor geöffnet.
Die Einsamkeit im Herzen - kenne ich auch. Dies ist für mich die Motivation, Dich zum Profi zu schicken.
Hol Dir bitte Hilfe.
Ich habe diesen Schritt nicht bereut, auch wenn er enorme Überwindung gekostet hat.
Und - wenn er oder sie Dir nur hilft, etwas Ordnung ins Denken und Handeln zu bringen.
Ich bin kein Profi und möchte Dich nicht belehren - - nur "anstupsen", damit Du merkst, wohin Du driftest.
Liebe Grüße
Christiane
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Sa 5. Aug 2017, 16:52
von Exuser-2018-07-15
Hallo Theresa,
danke für den ungeschönten Bericht. Ich bin eine Freundin von klaren, ehrlichen Worten, sodass mich Deine Zeilen sehr bewegen.
Auch ich habe Angst vor dem Schreckgespenst der Einsamkeit, von dem anscheinend gerade viele Transpersonen - unabhängig von der jeweiligen konkreten Ausprägung - heimgesucht werden. Gemäß irgendwelchen Statistiken hat das Phänomen in der Gesellschaft insgesamt rapide zugenommen. Vermutlich verläuft die Fallkurve parallel zum Anstieg der Möglichkeiten der virtuellen Kommunikation und deren stetig steigender Nutzung. Die quasi verordnete Einsamkeit durch Handy und PC wird für mich immer dann besonders spürbar, wenn der entscheidende Schritt in die Realität zum Rückzug der Gegenseite führt. Viele kneifen, haben ungeachtet aller getippten Euphorie offenbar Angst, den abgeschirmten, 'sicheren' Bereich an der Tastatur zu verlassen.
Persönliche Kommunikation als Luxusproblem darzustellen, ist nach meiner Auffassung ein gefährlicher Trend. Leider kann auch ein kleiner Herzteddy keinen Menschen ersetzen. Er ist möglicherweise der erste Schritt auf einem Weg, sich Projektionsflächen zu schaffen, um das eigentliche Problem nicht in Angriff nehmen zu müssen. Danach folgt nicht selten eine Katze, ein Hund o.ä. Die therapeutische Wirkung von Haustieren mag sicher inzwischen nachweisbar sein, aber die ursächlichen Probleme haben Minka, Mauz und Schnuffi wohl in den seltensten Fällen lösen können. Ich mag Stoffbären und sehe sie als androgyne kleine Begleiter an. Einer meiner scherzhaften Sprüche ist z.B., dass mich im Grunde genommen nur zwei im Leben bislang nicht im Stich ließen: mein Teddybär und meine alte Geschirrspülmaschine. Trotzdem sind schon einige Herzteddys im Müll gelandet. Das Herz wurde ihnen zum Verhängnis und der unbedingte Wille, mit Derjenigen komplett zu brechen, die damit im Zusammenhang stand.
Ich lebe seit meiner Transidentität in einem sozialen Gebilde, das sich wohl am treffendsten mit dem gesellschaftlichen Modewort offene Beziehung beschreiben lässt. Unsere Probleme bestehen nur zur Hälfte aus Trans, der Rest sind über 15 Jahre gewachsene Altlasten. Sie ist fest in ihren Verwandten- und Freundeskreis integriert, während ich inzwischen niemanden mehr habe. Da jeder sein Ding macht, bin ich viel alleine - oder wäre es, wenn ich es zulassen würde. Ich würde mich freuen über einen Kontakt, wie Du ihn in Deiner Ex-Frau hast. Seit Monaten kämpfe ich gegen die drohende Einsamkeit. Niemand wird an meiner Tür klopfen und mich zur besten Freundin küren. Die Zeiten des gemeinsamen Urlaubs mit Frau und Kind sind vorbei und ich würde in Depressionen verfallen, wenn ich wie Du solche Reisen nun alleine unternähme. Es ist für mich nicht gesund, mir in so einer Situation Zeit und Muße zum Nachdenken zu geben. Dinge, die keinen Spaß mehr machen, keinen Sinn mehr ergeben, müssen verschwinden, gehören abgestoßen. Ungeachtet dessen, dass ich zehn Jahre jünger bin als Du, beschleicht auch mich das unschöne Gefühl, nicht mehr ewig Zeit zu haben.
Zum Glück fand ich sehr schnell heraus, was mir im neuen Leben en femme, das ich mir Stück für Stück erobere, Spaß macht, was mir ungeheuer wichtig ist. Es ist witziger Weise genau das, was ich als Mann gehasst und gefürchtet habe. Vielleicht lauschst Du in Dich hinein und findest das Neue heraus? Kegelclub und Dackelverein sind leider allzu oft zu Alibi-Veranstaltungen verkommen und werden nur im Ausnahmefall dabei helfen, sich selbst zu finden und zu verwirklichen.
Der Kampf gegen das Alleinsein fordert ständige Aktivität und Augenmaß, sich niemals anzubiedern und den eigenen Stolz zu verlieren. Ich schätze mich selbst wert als Transfrau und entscheide, wen ich kennenlernen möchte - und auf wen ich verzichte. Niemals sollte es als 'Gnade' empfunden werden, wenn andere sich mit mir abgeben - umgekehrt freilich auch nicht. Selbstbewusstsein und gegenseitigen Respekt kann ich nur draußen lernen, wenn ich en femme unterwegs bin. Inzwischen kenne ich wenigstens ein paar Leute und Orte, wo ich gerne gesehen werde, so wie ich bin. Dorthin kehre ich regelmäßig zurück. Zwischendurch wage ich mich jedoch auf unbekanntes Terrain und weiß nie, ob ich dort neue Bekannte, Transphobe, die mich beschimpfen, oder Sexisten treffe, die mich nur benutzen wollen. Ich muss hingehen, ausprobieren, vermeintlich überschaubare Risiken eingehen, um es herauszufinden. Aus Fehlschlägen lerne ich, nicht aus dem Verfolgen alter Muster oder Selbst-Isolation.
Liebe Grüße von
Tara
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Sa 5. Aug 2017, 17:49
von Nicole Fritz
Hallo Theresa,
in dem, was Du schreibst, erkenne ich vieles in meiner derzeitigen Situation wieder. Ich habe auch oft alleine Reisen unternommen und bin auf Berge gestiegen. Heute würde ich das wohl vor Einsamkeit nicht mehr aushalten. Ich versuche gerade selbst mich als Frau neu zu definieren, nachdem ich so gut wie alle meine sozialen Kontakte abgebrochen habe. Es ging irgendwie alles nicht mehr. Also kann ich Dir nicht helfen, da ich selbst nicht weiß, wo es mich nun hin führen wird.
Sehr gut finde ich das, was Tara geschrieben hat. Besser kann ich es nicht ausdrücken. Vielleicht ist es auch für mich eine Hilfe. Ich habe zum Beispiel Kleidung Einkaufen als Mann immer gehasst. Als Nicole kann ich dagegen Stunden mit Aussuchen und Anprobieren verbringen. Dafür ist es mir nun völlig gleichgültig, ob meine Modellflugzeuge in der Luft oder am Boden sind. Auch die Kameraden vom Flugplatz vermisse ich nicht.
Finde also heraus, was Du als Frau gerne hast, und mach das einfach!
LG Nicole
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Sa 5. Aug 2017, 17:58
von Theresa
Hallo ihr Lieben,
Danke für eure einfühlsamen Antworten. Wäre ich nicht bis vorhin auf dem Heimweg gewesen hätte ich Anne gebeten, den Beitrag wieder zu löschen. Es kommt mir nun doch ein wenig to much vor.
Hilfe zu suchen ist sicher eine gute Idee. Nur jemand zu finden ist sehr schwierig. Hatte über den Hausarzt und MDK einen Termin bekommen. Der Psychloge hatte vermutlich eine Kooperation mit dem Hautarzt, so schmierig wie er und seine Praxis war. Hätte wohl mal einen Kurs in Selbstfürsorge nötig gehabt.
Ich war ein Jahr wegen Depris in Therapie. Leider hatte der zu anderen Themen nichts zu sagen.
Ja, es ist vielleicht gar nicht soo schlimm wie ich das gestern sah. Ich war als Mann bei einer Party wo die Chancen jemand kennen zu lernen recht groß sind. Leider spielte meie Schüchternheit wieder einen Streich. Genau wie vor 30 Jahren wo ich das letzte Mal bei so einer Veranstaltung war.

Naja, nicht schlimm. Die innere Bereitschaft ist eh noch nicht vorhanden. Da war schon jemand die meinem Beuteschema entsprach. Aber sowas von
Es geht schon irgendwie weiter. Vielleicht mache ich mir einfach nur zu viel Gedanken. Das ich wegen dem Schichtdienst viele Gelegenheiten verpasse ist sicher nicht unerheblich.
So, gleich gehts nach Leverkusen zum Gendertreff-Stammtisch. Da bin ich schon mal nicht alleine und das sogar als Theresa
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Theresa
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: So 6. Aug 2017, 15:54
von Kerstin
Grüß dich Theresa
Theresa hat geschrieben: Sa 5. Aug 2017, 17:58
.... Es kommt mir nun doch ein wenig to much vor.
....
Nöö - er ist einfach nur ehrlich.
Auch wenn Christiane und Tara das wesentlich schon gesagt haben so möchte ich mich mit noch ein paar ganz praktischen Tips anschliessen.
1.) Suche dir eine Gruppe mit der du wandern kannst. Es muß ja nicht gleich ein Verein sein oder die Bergwacht (wenn es die dort oben gibt) aber ein loser zusammenschluß gleichgesinnter müsste sich finden lassen.
2.) Lerne fotografieren. Sei es auf der VHS oder in einem Fotoclub. So kannst du deine Eindrücke die du auf den Wanderungen erfährst gleich einfangen und mit anderen teilen.
3.) Lerne blogen. Wenn du über deine Reisen und Wanderungen berichtest freuen sich auch andere.
Das beste an diesen aktivitäten - du lernst neue Leute kennen und vielleicht auch die Frau zum alt werden.
https://www.youtube.com/user/fotografietutorial/videos
LG Kerstin
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Mo 7. Aug 2017, 00:47
von Theresa
Hallo Kerstin,
wenn man nicht gerade Schicht arbeitet kann man es sich vielleicht nicht vorstellen: Wenn andere frei haben muss ich arbeiten bzw. werde durch die Arbeit eingeschränkt. Ich meine, wenn man Kontakt sucht sollte man auch Zeit dafür haben. ZB habe ich morgen frei. Wer noch?
Fotokurse finden abends statt. Habe ich Spätdienst oder Nachtdienst bin ich an den Abenden schon mal nicht da. Und wem sollte ich die Fotos zeigen?
(Hier kommt wieder mein Thema, dass ich mit 56 immer noch nach einem Talent suche. Etwas, worauf ich stolz sein kann. Ich habe es bis heute nicht gefunden)
(Ich sehe gerade Portai in dem Link "Portrait-Workshop". Haha! Das wirklich tolle Modell was ich hatte ist nun anderweitig beschäftigt)
Irgendwie hat sich das alles verschlissen. Anscheinend macht das auch keiner.
Habe gerade mit der Ex telefoniert. Sie hat einen Neuen. Und was machen sie auf Nachfrage? Sitzen auf dem Sofa und schauen Filme!! Nicht das ich was dagegen hätte aber meine damaligen Interessen waren halt andere.
Und sie sagte noch mal, dadurch dass mir in Kriesenzeiten die "Frau" so wichtig gewesen wäre hätte ihr den Rest gegeben. (Ja, ich habe mich an Schultern und Armen rasiert und war 2x zum Lasern. Ich finde es halt zum Kot... wenn mein Pelz aus den BH quillt. Sie empfand das zwangsläufige Stacheln unangenehm und als ständige Gegenwart der Frau.
Ich meinte, mit einer Absprache, dass ich die Frau zB. 1x die Woche raus lasse und sie in der Zeit was anderes macht hätte ich leben können. Sie meinte, auch für sie wäre das kein Problem gewesen. Und was wäre mit den Haaren gewesen? Ich habe mir früher, Mit Schneuzer auch gut gefallen. Aber wie sollte ich das mit der weiblichen Erscheinungsform vereinbaren?
Sie fahren im Herbst nach Ägypten. Klar, da kann ich mit meinem Schwarzwaldurlaub, Dänemark-Urlauben nicht mithalten. Ich würde es zwar nicht ablehnen mir auch entfernte Länder an zu schauen. Priorität hat das für mich nicht.
Aber ich sollte mich daran gewöhnen. Typen wie ich finden niemand auf Dauer. Bin wohl einfach zu langweilig zu exotisch oder zu pervers oder zu anspruchsvoll. Sie meinte, man solle mit dem zufrieden sein was man hat. Eigene Wünsche und Vorstellungen sind offensichtlich bedeutungslos. Gut, dass ich kaum noch welche habe.
Ich hatte bis vorhin noch ein winziges Stückchen Hoffnung. Da sie nichts mehr von dem Neuen erzählte nahm ich an, das sich das vielleicht erledigt hätte. Lag ich auch mit falsch.
Heute Nachmittag war ich als Theresa im Benrather Schlosspark. Habe mich ne Stunde auf die Bank gesetzt und die Besucher, meistens Pärchen, angeschaut und bin wieder nach hause gefahren. Das war es. Wieder alles öde und leer.
Wie schon geschrieben danke ich euch für die einfühlsamen Antworten. Das ich meine anderen mit meinem vermurksten leben auf den Sack gehen zu müssen ärgert mich noch mal zusätzlich.
Ich wünsche euch einen schöne Wochenanfang.
Ich werde morgen mal wieder meinen Vater besuchen, der mittlerweile kaum mehr einen zusammenhängenden Satz heraus bringt. Aber auch diese Aufgabe ist begrenzt.....
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Mo 7. Aug 2017, 01:12
von Theresa
@ Nicole: Modellfliegen? Ja, das hatte mich auch immer interessiert. Habe es aber nie gemacht. Die Erfahrung zeigte mir, dass mir für genaues bastelt Geduld und Talent fehlt. (siehe im Vorposting: Suche nach stärken)
Da ich, was meine weibliche Seite betrifft, mir nur eine Teilzeitlösung vorstellen kann, würde das Hobby nicht mal kolidieren. Aber am heimischen Modellflughafen gibt es Flugzeitenbeschränkungen. (Siehe Schichtdienst)
Einkaufen für Theresa ist nicht uninteressant aber schwierig.. Macht aber Probleme mit meine Größe und Konfektionsgröße. Wirklich stilsicher bin ich nicht. Es sollte im Bereich des Alltagstauglichen etwas sein, was am chiceren ende der Skala liegt. Z.B. brauche ich eine möglichst universelle Übegangsjacke. Wegen der Schultern benötige ich Gr. 54. Dann sind mir meistens immer noch die Ärmel zu kurze und das Ganze hat die Paßform eines Zeltes.
Im Vintage-Bereich könnte mir auch so einiges gefallen. Die Probleme sind die Gleichen. Und wohin sowas anziehen? Landhaus und Trachtenmode? Das gefällt mir auch. Eine Burka ist hier aber unauffälliger. Und sonst? Keine Ahnung. Geld ausgeben für Sachen, die mir auf der anderen Seite das Leben ruinieren widerstrebt mir dann auch (Zeitweise / stimmungsabhängig) Das Korselett, dass ich in Schwarz habe, hätte ich schrecklich gerne in weiß. Ich finde es bei Frauen sehr sexy, wenn es bei Frauen so ganz wenig durch die Bluse schimmert.
Ja, das sind alle Sachen, die ich gerne an meinen Partnerinnen gesehen hätte, die aber auf Dauer auf weitgehendes Unverständnis stießen.
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Mo 7. Aug 2017, 08:01
von ExUserIn-2026-04-08
Liebe Theresa,
die Situation, in der Du steckst ist richtig "bescheiden". Nein, nicht weil Du Schicht arbeitest und auch nicht, weil Du alleine bist. Sondern weil Du Dir ständig Leid tust. Kostproben gefällig ?
Habe mich ne Stunde auf die Bank gesetzt und die Besucher, meistens Pärchen, angeschaut und bin wieder nach hause gefahren. Das war es. Wieder alles öde und leer.
Aber ich sollte mich daran gewöhnen. Typen wie ich finden niemand auf Dauer. Bin wohl einfach zu langweilig zu exotisch oder zu pervers oder zu anspruchsvoll.
(Hier kommt wieder mein Thema, dass ich mit 56 immer noch nach einem Talent suche. Etwas, worauf ich stolz sein kann. Ich habe es bis heute nicht gefunden)
Extrem ist das immer im Urlaub, wenn man das "Erlebte" mit niemand teilen kann bzw, so wie ich jetzt davon ausgehen muss, dass es für sie öhde und langweilig sein würde.
Mein Wunsch nach Ausflügen und gemeinsamen Unternehmungen sind Luxusprobleme, nicht wichtig.
Glaubst Du, das hilft Dir in irgendeiner Weise ? Glaubst Du, es fällt irgendjemand vom Himmel, der jemand sucht, der herum jammert ? Mitgefühl ist eine schöne und wichtige Sache, aber das hilft Dir im Augenblick gar nicht. Ich hatte vor ein paar Jahren auch das Gefühl, dass ich in einer verkorksten Situation stecke. freundin weg, ich war völlig down, kein Interesse für nichts und nur schwarze Gedanken. Auch wenn ich noch nicht so weit war, ich habe verstanden, dass Menschen sich umbringen können.
Ich habe eine Weile gebraucht, bis dahinter kam, was mir geholfen hat. Anerkennung, Respekt und Liebe, die ich mir selber gegeben habe. Ich musste lernen, auf die Gefühle zu achten. Ich musste lernen, welche Gefühle mir zeigen, was mir gut tut und welche Gefühle mich warnen, was mir nicht gut tut. Das nennt an Achtsamkeit. Und wenn mich schwarze Gedanken übermannten, hatte ich nur eine Möglichkeit, sie in die Schranken zu verweisen. Ich habe meine Laufschuhe angezogen und bin gerannt. Egal, ob bei Tag oder Nacht, bei Sonne, Schnee und Regen, eine halbe Stunde laufen und der Kopf war wieder frei.
Ich kenne dieser trüben Zustand als ein deutliches Zeichen, dass etwas mit mir nicht stimmt
und das ich bearbeiten muss. Ich fand ein Gedicht, dass mir den Weg zeigte. Es stammt mutmaßlich von Charlie Chaplin (
http://changenow.de/charlie-chaplin-zit ... iebeleben/).
Ich denke, Du und nur Du, kannst an Deiner Situation etwas ändern. Du musst es wollen.
Vor sieben Jahren hat sich meine damalige Freundin von mir getrennt, Ich war völlig down. Vielleicht ein wenig wie Du heute. Heute bin ich auch 56 Jahre alt und glücklich verheiratet. Das war kein Zufall. Ich habe hart an mir gearbeitet, um die einfachsten Dinge zu lernen. Was tut mir gut ? das habe ich dann gemacht. Was macht mir schlechte Gefühle ? Das habe ich gemieden. Und nach und nach hat sich meine Situation verbessert. Dann habe ich meine heutige Frau kennen gelernt. Ich musste kein Held sein. Ich musste nichts besonderes können. Ich musste einfach nur ich sein. Ich brauchte nichts vorspielen. Sie kam ganz von alleine und ganz unvermutet. Ich habe einfach nur gut für mich gesorgt, nicht egoistisch, sondern Dinge nur unterschieden in was mir gut tut und was nicht. Dann macht das Leben wieder Freude und das macht Dich unglaublich attraktiv für die Menschen, die Dir gut tun.
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Mo 7. Aug 2017, 12:20
von Nicole Fritz
Hallo Theresa,
nur kurz zum Thema Modellfliegen. Talent zum Basteln braucht da heute keiner mehr. Es gibt Fertigmodelle. Die packst Du aus, lädst den Akku, und lässt sie fliegen. Mit den Flugzeiten auf Modellflugplätzen ist es allerdings im Ruhrgebiet und der näheren Umgebung ein Problem (ich habe einmal auf der Intermodellbau in Dortmund meine Modelle ausgestellt). Es geht aber auch mit einem kleinen Hubschrauber in der Wohnung oder im Garten. Dann brauchst Du nur noch einen erfahrenen Modellflieger, der Dir das Steuern bei bringt. Wenn Du mehr wissen möchtest (welche Modelle geeignet sind und so) schicke mir eine PN.
LG Nicole
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Mo 7. Aug 2017, 12:28
von ExUserIn-2026-04-08
Vicky hat es schön beschrieben. Theresa will Dir das geben, was Dir fehlt
Ganz so habe ich es nicht beschrieben. Es geht nicht um Theresa. Es geht um den ganzen Menschen mit allen Aspekten.
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Mo 7. Aug 2017, 19:20
von Theresa
Hallo Leute ,
viele Dank für eure Beiträge.
Mir ist eine Antwort, wo ich lange daran gebastelt habe, irgendwie im Nirvana verschwunden. Jetzt nervt mich ein springender Mauszeiger.
Nur kurz: Wenn ich von mir und Theresa als zwei Personen schreibe so sollte das ein wenig lustig wirken. Ich habe da, glaube ich, keine wirklichen Probleme.
Wenn es körperlich anstrengend wird muss Theresa im Schrank bleiben. Sie ist immer recht gut verpackt und meistens auch geschnürt. Das Körpergefühl mag ich sehr, ist aber für Anstrengungen sehr ungeeignet. So geht eigentlich Jochen raus in die "Wildnis", Theresa Kaffee trinken, shoppen sich hübsch machen oder in den Park. Natürlich auch zu Treffen. -So war es Jochen, der es schon immer toll fand, von oben auf die Welt zu schauen.
Zum Verständnis vielleicht noch: Ich finde Frauen , global gesehen, so toll, das ich selber gerne eine wäre. Ich bin es aber nicht und da unterscheide ich mich vielleicht von vielen Leuten, die sich als TS bezeichnen. Theresa hat sich bis vor 5Jahren erfolgreich hinter einer ungewöhnlichen Leidenschaft versteckt, auf die ich aber nicht weiter eingehen möchte. Es zeigt mir nur, dass sie schon immer vorhanden, aber unerkannt war.
Ich denke Selbstfürsorge und Selbstbewußtsein sind die entscheidenden Punkte. Ich muss noch suchen um zu finden was mir gut tut. Vieles hat sich verschlissen. Neues ist nicht in Sicht. Ich könnte vielleicht weiter zum Lasern gehen. Das ist gut für Theresa. Und die meisten "richtigen " Männer habe eh weniger Behaarung wie ich. (Zumindest die, die ich im Schwimmbad sehe. Ich muss das irrationale Gefühl weg bekommen, dass ich meiner Ex damit wieder weh tun werde).
Nochmals vielen Dank das ihr euch Gedanken gemacht habt und Zeit fandet, sie nieder zu schreiben.

Es hilft sehr.
Viele Grüße
Theresa
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Di 8. Aug 2017, 10:07
von Kerstin
Grüß dich Theresa
Theresa hat geschrieben: Mo 7. Aug 2017, 00:47
Hallo Kerstin,
wenn man nicht gerade Schicht arbeitet kann man es sich vielleicht nicht vorstellen: Wenn andere frei haben muss ich arbeiten bzw. werde durch die Arbeit eingeschränkt. Ich meine, wenn man Kontakt sucht sollte man auch Zeit dafür haben. ZB habe ich morgen frei. Wer noch?
....
Den Scheiß mit der Wechselschicht kenne ich auch. Früh - Spät - Früh - Spät schön im Wöchentlichen Wechsel. Auch wenn mir das Wochenende bleibt - dort holle ich meist den Schlaf nach der mir gerade bei der Frühschicht verloren geht. Wie ich es liebe um funf bimmelt der Wecker vor 12.oo nachts finde ich aber keinen Schlaf.
Und wenn im Herbst die Wettkampfzeit wieder losgeht hab ich jedesmal das Theater ob ich auch aus der Firma weg kann.
Aktuell darf ich meine Freizeit noch damit würzen, das ich zum RA renne. Herzlichen Dank an meinen Hausverwalter
Um so wichtiger ist es das ich die verbleibende Zeit so nütze das ich freude daran habe was ich mache und das es mir gut tut. Und ich liebe es mit der Kamera durch die Gegend zu steunen um nach interesanten Motiven zu suchen.
Die Steigerung wäre sich das mal als Kerstin zu trauen.
Theresa - auch wenn es schwer fällt - du mußt aus dem Schneckenhaus raus und den ersten Schritt muß du machen. Andernfalls gehst du unter.
Kerstin
die dich herzlich drückt
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Di 8. Aug 2017, 14:34
von Theresa
Hallo Kerstin,
danke für die eindringliche Schilderung deines Wechseldienstes. Es kommt mir sehr bekannt vor. Obwohl ich das sehr unterschiedlich weg stecke. Manchmal klappt es ganz gut. Die drei Wochen Nachtschicht von neulich haben allerdings 2 Wochen danach benötigt, bis ich wieder klar kam.
Aus dem Schneckenhaus bin ich gerade raus. War als Theresa einkaufen. Beim Lidl, Kick und dem Pieper. Hier habe ich mich wegen Kajal und Augenbrauenstift beraten lassen. Hat prima geklappt. Die haben sich das aber auch fürstlich bezahlen lassen! Klar habe ich einige Blicke gespürt. Ich ja auch klar wenn das so eine komische Riesin vorbei kommt.
DAS mit dem Fotografieren ist so eine Sache: ich sehe keine Motive (mehr). Zudem fehlt das Talent.
Es gibt ja die Situation: da fotografieren viele Leute das selbe Motiv. Und nur bei einem Foto sagt man: Super! Das hätte ich gerne gemacht
Wenn ich Dein Avatar sehe finde ich keinen Grund warum du nicht als Kerstin rausgehen solltest. Zumal Frauen auch Hosen und Flachtreter tragen. Ok, ist vielleicht nicht was man will aber doch besser als gar nichts.
Rechtsanwälte und Behörden sind wohl die schlimmste Form der Freizeitgestaltung. Aber irgendwann erwischen sie einen...
Ich habe im Urlaub bei Freiburg beim Ausweichen einen Rückspiegel abgesemmelt. Mal gucken wie teuer das wird.
Ansonsten hat mir im Schwarzwald die Hitze arg zugesetzt. An Theresa wäre gar nicht zu denken gewesen wenn ich sie mitgenommen hätte. Selbst jetzt, bei 20-° hier, ist es eigentlich zu warm. Die Haare werde nicht trocken und baumeln besonders im Nacken unschön herum.
Viele Grüße
Theresa
Re: Wenn man sich verloren hat
Verfasst: Di 8. Aug 2017, 23:48
von Kerstin
Guten Abend Theresa
Theresa hat geschrieben: Di 8. Aug 2017, 14:34
.... Zudem fehlt das Talent.
.....
Talent habe ich auch nicht. Was immer ich erreichen möchte muß ich mir erarbeiten. Und ich versuch halt viel. Das ist das schöne an der digital Fotografie - den Schrott kann man ganz einfach löschen.
LG Kerstin