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Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 13:00
von Anne-Mette
Moin,

ein Radio-Beitrag (Radio Dreyeckland): https://rdl.de/beitrag/emanzipation-bed ... nterfragen

Gruß
Anne-Mette

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 15:29
von ab08
Herzlichen Dank, liebe Anne-Mette,

für die Verlinkung. (gitli)
Auch wenn Kim Schicklang wie immer konsequent/kompromisslos/sehr streng argumentiert, stimme ich ihr inhaltlich zu, denn ich sehe es ähnlich.

Es gibt Menschen mit körperlichen(!) Variationen. - Die Medizin (Cauldwell, Benjamin) nennt das Transsexualität. - Ich war eine Frau mit männlichen Genitalien. - Die GAOP beseitigte diesen körperlichen Mangel äußerlich, war somit ein zwar weitreichender, aber doch eher kosmetischer Eingriff ... :wink:
(Mit meiner Identität hatte ich selber im Grunde nie wirklich Probleme. - Meine Umwelt hatte aber Probleme mit meinem äußeren Erscheinungsbild. -> Dass ich, aufgrund des körperlichen Handicaps, sinnvollerweise "Mann spielte" führte zu Verwicklungen... - Die Person/Persönlichkeit änderte sich aber nie. - Ich war immer ich, bin halt weiblich :oops: )

Liebe Grüße
Andrea )))(:

deren Erscheinungsbild nun endlich stimmt.

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 17:05
von Frida
Hallo ihr Lieben, (so)

ja Kim ist da immer sehr radikal, was ich aber gut und richtig finde. Viele werfen ihr das vor, aber ich finde es gut und bin dankbar, dass sie unermüdlich versucht es immer wieder zu erklären.
Ich kann dem allen nur zustimmen, weil ich in meinem Leben die Erfahrung machen musste, dass es wirklich körperliche Probleme sind und waren, die mir Vieles schwer und kompliziert machten.

Meine Identität hat sich nie verändert, ich war und bleibe ICH, wenn ich auch lange Zeit die falsche Rolle lebte. Einen falschen Körper habe ich nie empfunden, eher waren einige Bereiche nicht stimmig, was mich stets sehr verunsichert hatte.

Die Einnahme von Hormonen erleichtern mein Leben schon sehr und ich bin mir sicher, dass die noch ausstehende GaOp mir ein Gefühl von größere Stimmigkeit geben wird. Ich habe mich und meinen Körper nie gehasst, nur lebte ich in der falschen Rolle. Nun fühle ich mich in meinem Körper wohler und bin glücklich als Frida leben zu können.

Auch von mir lieben Dank für den Link. Da kann man sich ja immer sehr auf dich verlassen, liebe Anne-Mette.

Liebe Grüße, Frida (flo)

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 17:47
von Anne-Mette
Moin,

auch wenn ich mich unbeliebt mache: ich denke, dass beide Enden zusammengehören, damit ein Kreis gebildet werden kann: das Körperliche und die Identität )))(:

Allerdings will ich niemandem die Selbstbeschreibung und die feste Überzeugung nehmen, dass es bei ihm oder ihr anders ist.

Gruß
Anne-Mette

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 18:42
von ab08
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 5. Jul 2017, 17:47Allerdings will ich niemandem die Selbstbeschreibung und die feste Überzeugung nehmen, dass es bei ihm oder ihr anders ist.

Nichts für ungut, liebe Anne-Mette,

sicher willst Du das nicht,
aber ist Dir bewußt, dass Du dies implizit, indem Du von "Selbstbeschreibung" und "fester Überzeugung" sprichst, genau genommen trotzdem machst?

Mal ketzerisch behauptet:
Es könnte ja, wie bei intersexuellen Neugeborenen, einfach eine Tatsache sein und so rein gar nichts
mit "Selbstbeschreibung" oder "Überzeugung" (mit anderen Worten der "Identität") zu tun haben...

(flo) Alles nicht weiter schlimm, sondern nur meine unbescheidene Meinung...
Ganz liebe Grüße (flo)
Andrea )))(:

P.S. Ich begegnete 2008 auch Prof. Pfäfflin persönlich (Längeres 4-Augengespräch)... https://de.wikipedia.org/wiki/Friedemann_Pf%C3%A4fflin
-> Aufgrund der tieferen historischen Zusammenhänge schätze ich die Arbeit von ATME und Kim...

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 19:13
von Anne-Mette
Moin,

bei allem Respekt, aber da kann ich nicht erkennen, was daran falsch sein soll )))(:
Allerdings will ich niemandem die Selbstbeschreibung und die feste Überzeugung nehmen, dass es bei ihm oder ihr anders ist.
Ich kann jemandem doch nur die Selbstbeschreibung und/oder die feste Überzeugung nehmen, wenn er beides oder eine dieser beiden Eigenschaften hat.
Wenn das nicht der Fall ist, dann trifft auf ihn oder sie meine Aussage nicht zu.

Schönen Abend und herzliche Grüße aus dem heute sonnigen Norden (so)

Gruß
Anne-Mette

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 19:27
von ab08
Hallo Anne-Mette,

Du beziehst Dich mit diesen Begriffen doch implizit auf die Identität/Persönlichkeit/Denken dieser Person -> "Überzeugung" *)
Das wollte ich anmerken, mehr nicht. :oops:

Was wäre, wenn Transsexualität mit Identität überhaupt nichts zu tun hat, weil die Identität dabei überhaupt nicht betroffen ist?

Liebe Grüße
Andrea,

die sich hoffentlich verständlich ausdrückte... :oops:

*) Pfäfflin "Das ist Ihre Auffassung" "Das ist Ihr Selbstverständnis" -> Er akzeptierte es schließlich, zweifelte es aber gleichzeitig an...

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 19:30
von Anne-Mette
Was wäre, wenn Transsexualität mit Identität überhaupt nichts zu tun hat, weil die Identität dabei überhaupt nicht betroffen ist?

... dann müsste sie wohl "körperlich messbar/diagnostizierbar sein".

Gruß
Anne-Mette

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 19:41
von ab08
(yes) Richtig, daran glaube ich + es gibt ja Anzeichen (Hirnforschung etc.), dass dies irgendwann /zumindest teilweise/ möglich ist.
Für mich ist es ein rein körperliches Phänomen und ich hoffe auf entsprechende naturwissenschaftliche Belege :wink: *)

Andere sehen das sicher ganz anders und das respektiere ich natürlich!!

Danke, liebe Anne-Mette (fwe3)
für Deine Empathie und Dein Verständnis!!

Liebe Grüße
Andrea )))(:

*) Wobei dies in der Naturwissenschaft sehr lange, bisweilen Jahrzehnte/Jahrhunderte dauern kann. :oops:
-> Trotzdem bleibe ich bei meiner Hypothese!

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 19:53
von Mina
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 5. Jul 2017, 19:30 ... dann müsste sie wohl "körperlich messbar/diagnostizierbar sein".
Das ist unlogisch für mich. In meinem Fall kann ich mich nicht als Transsexuell einstufen. Das bin ich nicht. Der messbare oder zu diagnostizierende Anteil meiner Persönlichkeit beschränkt sich auf die Auswertung meines Hormonhaushaltes und der optischen Begutachtung meines Körpers. Wie möchte man Gefühle und Gedanken diagnostizieren? Vielleicht über einen Lügendetektor? Ich schätze nein.
Eine Seele ist schulmedizinisch nicht bewiesen. Geschweige denn, hat jemand ein Gerät gebaut, was die Seele auslesen kann? Informationen entnehmen? Auch nein. Es geht nicht.

Ich muss, ob meines Wissenstandes bis hier her, Andrea recht geben und behaupten das Transsexualität mit Identität nicht mit einander korreliert, in einen kausalen Zusammenhang zu bringen ist.

Vielleicht ist die Forschung in ein paar Jahren aber weiter und ich kann mich eines Besseren belehren lassen. Der Wunsch nach Erklärung ist groß in uns, aber versagt am zeitweiligen Fortschritt. Ob man das gut heißen muß? Ich weiß es nicht.

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 20:06
von Anne-Mette
Moin,
Eine Seele ist schulmedizinisch nicht bewiesen. Geschweige denn, hat jemand ein Gerät gebaut, was die Seele auslesen kann? Informationen entnehmen? Auch nein. Es geht nicht.
Aber es geht doch in diesen Postings um "Körperlichkeit" und "Wissen"; das erscheint mir jetzt wieder unlogisch.

Gruß
Anne-Mette

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 20:15
von Mina
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 5. Jul 2017, 20:06 Aber es geht doch in diesen Postings um "Körperlichkeit" und "Wissen"; das erscheint mir jetzt wieder unlogisch.
Das habe ich auch so verstanden Anne-Mette, aber die Identität ist ja nicht nur Wissen an sich. Sie beinhaltet eben viele Teile des Seins. Und Sein ist Seele. Oder sehe ich das falsch? Ich bin gerne offen für andere Ansichten oder Erklärungen, der Übergang ist sehr schwimmend. Und ohne in das philosophische Fachgebiet abdriften zu wollen heißt es: Ich denke, also bin ich.

Aber sicherlich ein Thema was wieder an einem Lagerfeuer in einem lauen Mittsommernachtsabend bei einem leckeren Tee oder Punsch behandelt sein kann. )))(:

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 20:19
von ab08
@ Daenerys, - Danke für Deine Kritik! Ich finde auch nicht alles gut, manche Ideen sind wirklich verstiegen. Die Aussagen zu politischen Parallelen teile ich überhaupt nicht. :wink: - Übrigens bin ich kein Mitglied... - Ich schätze Kim, unterschreibe und unterstütze ATME (und auch die dgti), wenn ich etwas ich gut finde (Stuttgarter Erklärung", aktueller Gesetzentwurf) und es nötig ist, mehr nicht!

@Mina, - Meiner Ansicht nach ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt das Gehirn/ die Selbstbeurteilung der Betroffenen das beste "Messgerät", das wir haben.
Nur sehe ich die Selbsterkenntnis als Messgerät / als Möglichkeit in sich hineinzuschauen und eben nicht als Ursache an. :wink: Danke für Deine Gedanken! - Nachtrag: Zu "Seele" / "Glauben an ein Jenseits" etc. will ich mich nicht äußern. Ist mir zu schwierig/ da bin ich inkompetent :oops:

Liebe Grüße
Andrea

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 20:20
von Anne-Mette
Für mich ist auch eine Frage, ob es Transsexualität in einem "identitätsleeren Raum" gäbe...

Ich habe aber gerade kein Lagerfeuer zur Hand )))(:

Gruß
Anne-Mette

Re: Verein "Aktion Transsexualität und Menschenrecht" kritisiert "geschlechtsidentitäre Berichterstattung"

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 20:22
von Anne-Mette
Moin,

es hat schon mal größere Probleme gegeben mit Äußerungen über Menschen der "Aktion...".

Ich bitte in diesem Punkt um Zurückhaltung.

Gruß
Anne-Mette