Sieben Tage
Verfasst: Fr 30. Jun 2017, 16:05
Morgen, Samstag sind es sieben Tage an denen ich permanent als Valerie draußen war, ich bin sieben Tage en femme Auto gefahren, habe getankt, eingekauft, war im Kino, ging spazieren, war Shopping, habe fast alles in Frauenkleidern gemacht und tagelang das Gewicht meiner Silikon-Brüste gespürt. Wobei permanent natürlich nicht heißt, 24 Stunden täglich, nicht einfach 24/7 wie manche gerne schlagwortartig sagen. Nein, vor dem Zubettgehen habe ich "abgerüstet".
Ob ich mich jemals daran gewöhnen werde? An diesen Rollenwechsel männlich/weiblich? An all die vielen, aber wichtigen Kleinigkeiten die man als Frau in der Handtasche mitführen muß? An das Gewicht der Brüste, an die Haarsträhnen im Gesicht? Oder an den Wind, der hier im Languedoc wieder mal so bläst, dass es dem Esel die langen Ohren anlegt? Lange Haare? Attraktiv, aber ein Riesenproblem in der Praxis. Ständig Strähnen aus dem Gesicht wischen. Dauernd kämmen, ich hatte am zweiten Tag bereits eine kleine Haarbürste in der Handtasche dabei. Die lange Perücke macht mich attraktiv, engt aber das Sichtfeld ein. Jetzt weiß ich auch, wie wichtig es ist, einen gut sitzenden BH zu tragen, wenn man sich draußen bewegt. Nicht immer dieses Rumgezupfe. Nicht immer dieses Problem mit Trägern, die von der Schulter auf den Oberarm rutschen. Warum kuckt dieser Mann dort rüber zu mir? Klar, weil ich schlampig aussehe mit den herunterhängenden Trägerchen. Letzte Woche war es hier wirklich unangenehm heiss. Ich fing an nachzumachen, wie die anderen Frauen zu reagieren. Also erst mal Strümpfe weglassen. Dann nur noch BH und Höschen unter dem Sommerkleid (eher ein Fähnchen), oder obenrum ein minimales Top. Aber immer drauf achten, dass die Träger des Tops mit dem BH-Trägern harmonieren. Schwarz/weiß geht vielleicht noch, aber mein roter BH (ich liebe ihn!!) geht so schon mal überhaupt nicht, fast schon etwas nuttig, wenn das unter dem Top rausblitzt. Überhaupt ein schmaler Pfad, das Ganze. Was ist sexy oder vielleicht noch ein wenig frech, und was ist schon no go? Was ich in den sieben Tagen auch gelernt habe: Ich sollte mich zweimal täglich rasieren, falls ich abends nochmals raus will. Nichts ist schlimmer, als lange Haare, die sich in stoppeligen Wangen verfangen.
Was war positiv? Vieles war draussen richtig schön. Zum Beispiel werde ich des Öfteren von anderen Frauen angesprochen, im Kaufhaus, im Einkaufszentrum. Als Mann passiert mir das nie. Und ich spreche dann auch, ich antworte, kurze Sätze, aber ich versuche sie melodiös zu bringen, so eher fragend, mit einem kleinen Fragezeichen am Ende. Es gibt jede Menge Gelegenheiten zu sprechen, an der Ladenkasse, im Café, an der Bistrotheke. Aber nie sich zu Männern stellen, das könnte böse enden...
Was auch noch gut war: Ich musste in der Zeit für mich selbst kochen, also habe ich konsequent auf Salat und Gemüse umgestellt. Keine Bratwurst/ Grillfleisch / Bier mehr. Nur noch grüne Sachen und Wasser, mit dem Effekt, ich habe in den sieben Tagen fast ein Kilo Gewicht verloren, sehr schöner Nebeneffekt.
Was habe ich gelernt? Die Ausflüge als Mann in Frauenkleidung müssen im Detail geplant werden, auch das Ziel des Ausflugs muss klar sein, sonst geht garantiert etwas schief. Zum Beispiel: Du bist wunderbar aufgebrezelt und gefällst dir richtig, so im Spiegel. Aber nicht vergessen, das muss vor dem Nachhauseweg natürlich alles wieder runter. Dazu gehört ein ruhiger Ort zum Rückverwandeln und auch Sachen zum Abschminken, ein paar Tempotaschentücher genügen fürs meiste. Überhaupt Kosmetik: Am besten ganz ganz sparsam, nicht nur bei dieser Hitze. Und Lippenstift höchstens am Abend, ins Kino. Ich habe mich tagsüber beschränkt auf einen deckenden braunen Augenbrauenstift, das genügt, um dem Gesicht eine andere Kontur zu geben. Zum Gehen in hohen Absätzen muß ich nichts sagen, das ist alles bekannt (theoretisch). Die wirkliche Bedeutung erkennst du aber spätestens wenn die Füße zu schmerzen beginnen, das kann einem die Freude am "Weiblichen" komplett vermiesen. Auch ich besitze richtige high heels, superschön und supereng, aber die sind nur was zum Sitzen, also im Kino, Theater oder so. Auch Autofahren geht in high heels, falls die Pedalerie es zulässt. Man kann das Ausprobieren. Zum Gehen habe ich halbhohe oder flache Schuhe. Die heels nehme ich in einer kleinen Stofftasche mit und vor Ort wechsle ich schnell die Schuhe. Andere Frauen machen das ebenso, habe ich im Theater schon öfter gesehen.
Gibt es eine zusammenfassende Bewertung meiner sieben Tage als Valerie? Werde ich auch mal länger, vielleicht zwei Wochen oder einen Monat oder länger als Valerie rumlaufen wollen? Ich glaube sicher nicht. Ganz klar ist mir geworden, dass die Euphorie und der Reiz des Neuen nach ein paar Tagen verfliegt. Was wird also kommen bei mir? Ich denke, ich bin zu gerne Mann, um daran irgendetwas zu ändern. Die Valerie wird aber bleiben, sie wird sich noch ein paar zusätzliche kleine Lebensfelder erobern, wo sie sich dann gelegentlich rumtreiben wird. So kleine Spielwiesen, nicht mehr. Aber ich glaube nicht, dass sie irgendwann mal komplett die Kontrolle übernimmt. Bin eben nur ein Crossdresser, aber dazu stehe ich auch, und das ist auch gut so.
Ob ich mich jemals daran gewöhnen werde? An diesen Rollenwechsel männlich/weiblich? An all die vielen, aber wichtigen Kleinigkeiten die man als Frau in der Handtasche mitführen muß? An das Gewicht der Brüste, an die Haarsträhnen im Gesicht? Oder an den Wind, der hier im Languedoc wieder mal so bläst, dass es dem Esel die langen Ohren anlegt? Lange Haare? Attraktiv, aber ein Riesenproblem in der Praxis. Ständig Strähnen aus dem Gesicht wischen. Dauernd kämmen, ich hatte am zweiten Tag bereits eine kleine Haarbürste in der Handtasche dabei. Die lange Perücke macht mich attraktiv, engt aber das Sichtfeld ein. Jetzt weiß ich auch, wie wichtig es ist, einen gut sitzenden BH zu tragen, wenn man sich draußen bewegt. Nicht immer dieses Rumgezupfe. Nicht immer dieses Problem mit Trägern, die von der Schulter auf den Oberarm rutschen. Warum kuckt dieser Mann dort rüber zu mir? Klar, weil ich schlampig aussehe mit den herunterhängenden Trägerchen. Letzte Woche war es hier wirklich unangenehm heiss. Ich fing an nachzumachen, wie die anderen Frauen zu reagieren. Also erst mal Strümpfe weglassen. Dann nur noch BH und Höschen unter dem Sommerkleid (eher ein Fähnchen), oder obenrum ein minimales Top. Aber immer drauf achten, dass die Träger des Tops mit dem BH-Trägern harmonieren. Schwarz/weiß geht vielleicht noch, aber mein roter BH (ich liebe ihn!!) geht so schon mal überhaupt nicht, fast schon etwas nuttig, wenn das unter dem Top rausblitzt. Überhaupt ein schmaler Pfad, das Ganze. Was ist sexy oder vielleicht noch ein wenig frech, und was ist schon no go? Was ich in den sieben Tagen auch gelernt habe: Ich sollte mich zweimal täglich rasieren, falls ich abends nochmals raus will. Nichts ist schlimmer, als lange Haare, die sich in stoppeligen Wangen verfangen.
Was war positiv? Vieles war draussen richtig schön. Zum Beispiel werde ich des Öfteren von anderen Frauen angesprochen, im Kaufhaus, im Einkaufszentrum. Als Mann passiert mir das nie. Und ich spreche dann auch, ich antworte, kurze Sätze, aber ich versuche sie melodiös zu bringen, so eher fragend, mit einem kleinen Fragezeichen am Ende. Es gibt jede Menge Gelegenheiten zu sprechen, an der Ladenkasse, im Café, an der Bistrotheke. Aber nie sich zu Männern stellen, das könnte böse enden...
Was auch noch gut war: Ich musste in der Zeit für mich selbst kochen, also habe ich konsequent auf Salat und Gemüse umgestellt. Keine Bratwurst/ Grillfleisch / Bier mehr. Nur noch grüne Sachen und Wasser, mit dem Effekt, ich habe in den sieben Tagen fast ein Kilo Gewicht verloren, sehr schöner Nebeneffekt.
Was habe ich gelernt? Die Ausflüge als Mann in Frauenkleidung müssen im Detail geplant werden, auch das Ziel des Ausflugs muss klar sein, sonst geht garantiert etwas schief. Zum Beispiel: Du bist wunderbar aufgebrezelt und gefällst dir richtig, so im Spiegel. Aber nicht vergessen, das muss vor dem Nachhauseweg natürlich alles wieder runter. Dazu gehört ein ruhiger Ort zum Rückverwandeln und auch Sachen zum Abschminken, ein paar Tempotaschentücher genügen fürs meiste. Überhaupt Kosmetik: Am besten ganz ganz sparsam, nicht nur bei dieser Hitze. Und Lippenstift höchstens am Abend, ins Kino. Ich habe mich tagsüber beschränkt auf einen deckenden braunen Augenbrauenstift, das genügt, um dem Gesicht eine andere Kontur zu geben. Zum Gehen in hohen Absätzen muß ich nichts sagen, das ist alles bekannt (theoretisch). Die wirkliche Bedeutung erkennst du aber spätestens wenn die Füße zu schmerzen beginnen, das kann einem die Freude am "Weiblichen" komplett vermiesen. Auch ich besitze richtige high heels, superschön und supereng, aber die sind nur was zum Sitzen, also im Kino, Theater oder so. Auch Autofahren geht in high heels, falls die Pedalerie es zulässt. Man kann das Ausprobieren. Zum Gehen habe ich halbhohe oder flache Schuhe. Die heels nehme ich in einer kleinen Stofftasche mit und vor Ort wechsle ich schnell die Schuhe. Andere Frauen machen das ebenso, habe ich im Theater schon öfter gesehen.
Gibt es eine zusammenfassende Bewertung meiner sieben Tage als Valerie? Werde ich auch mal länger, vielleicht zwei Wochen oder einen Monat oder länger als Valerie rumlaufen wollen? Ich glaube sicher nicht. Ganz klar ist mir geworden, dass die Euphorie und der Reiz des Neuen nach ein paar Tagen verfliegt. Was wird also kommen bei mir? Ich denke, ich bin zu gerne Mann, um daran irgendetwas zu ändern. Die Valerie wird aber bleiben, sie wird sich noch ein paar zusätzliche kleine Lebensfelder erobern, wo sie sich dann gelegentlich rumtreiben wird. So kleine Spielwiesen, nicht mehr. Aber ich glaube nicht, dass sie irgendwann mal komplett die Kontrolle übernimmt. Bin eben nur ein Crossdresser, aber dazu stehe ich auch, und das ist auch gut so.