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Die Dritte Person

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 07:30
von ExuserIn-2019-12-18
Hallo Ihr Lieben,

ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich von mir in der 3.Person rede, wenn ich über meine weibliche Seite Berichte. Mir fällt auf, dass es auch anderen so geht. Aber warum ist das so?

Vielleicht habt Ihr Euch auch schon mal darüber Gedanken gemacht ....

Liebe Grüße
VanessaL

Re: Die Dritte Person

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 07:36
von ULI67
Ja, immer dann wenn ich nicht Uschi bin
🤔

Re: Die Dritte Person

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 07:50
von Mina
Huhu,

uiuiui, das läßt philosophischen Spielraum bis zum Ende des Universums. (888)

Bei mir tritt dieser "Effekt" immer dann auf, wenn ich vorallem etwas zu meiner Persönlichkeit erklären möchte und im "Kerl-modus" bin. Ich nehme dann die dritte Person um ein spezielles Thema aus einem anderen Winkel zu beleuchten.
Darüber sollten wir uns keine Sorgen machen. Das ist ein anerzogenes Schlüsselelement in unserer Sprache und dem Umgang mit uns selbst. Ganz im Gegenteil, ich finde es fast schon komplimentär, denn so zeigst Du deutlich das Du auch über einen gewissen Abstand gedanklich bei Dir bist/sein kannst. )))(:

Alles liebe
Mina

Re: Die Dritte Person

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 08:52
von ExuserIn-2019-12-18
Hallo,

Danke schon mal an Euch beide ...

@Uschi: kann man das überhaupt? Ich bin ich und dazu gehört auch Vanessa - selbst wenn ich als männliches Gesellschaftsmitglied unterwegs bin.

Wozu ist der Abstand von uns selber nötig? Um sich zu distanzieren? Um sich zu schützen? Ja, vielleichtvist es ein natürlicher Instinkt .... oder es zeigt wie wenig man doch Frau sein kann oder will ?!?

Re: Die Dritte Person

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 08:55
von ULI67
Sogesehen hast Du recht...
👸

Re: Die Dritte Person

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 09:20
von Mina
VanessaL hat geschrieben: Do 25. Mai 2017, 08:52 Ich bin ich und dazu gehört auch Vanessa
Genau richtig. Allerdings ist unser Sehsinn, der primäre Sinn. Wir sehen Klänge, Geschmacksrichtungen und Gerüche. Unser Gehirn ist so gebaut, das es alles um den Sehsinn herum "zusammenkonstruiert". Anderfalls würde Werbung wie wir sie kennen null und garnicht funktionieren. ;-)
Dieser Effekt wird immer und überall ausgenutzt, seit man davon weiß.

In Bezug auf Deine Eingangsfrage bedeutet dies, das Du unterbewußt Rücksicht darauf nimmst und Deinem Gegenüber die optischen Unterschiede zwischen Vanessa und männlichen Part, in der Form des Berichtens berücksichtigst. Denn für manch Dritten im Gespräch sind wir dann zwei unterschiedliche Personen. Unser Gehirn tut sich also nicht so leicht, zwei optische Erscheinungsbilder in eine Persönlichkeit zu stecken. Aber es kann es lernen und das wissen wir wohl am Besten. ;-) Meist ist das ein schleichender Prozess welchem keine große Beachtung geschenkt wird.

Re: Die Dritte Person

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 09:22
von Michi
Hallo Vanessa und alle anderen Interessierten,

ich habe da auch keine Antwort, finde es aber spannend, der Frage mal gemeinsam nachzugehen.

Wahrscheinlich ist es hilfreich, erst mal Situationen zu benennen, in denen man von sich in der 3. Person spricht/schreibt.

Ich habe es bei mir beobachtet, wenn ich in einem beliebigen Kontext explizit auf meine weiblich und ebenso auf die männlich verorteten Persönlichkeitsanteile Bezug nehmen will. Das können Gefühle sein, Interaktionen mit anderen, oder auch ganz trivial (Achtung: Klischeebehaftet! :mrgreen: ): Ich schreibe, dass ich Klamotten für Michi gekauft habe.


Liebe Grüße
Michi

Re: Die Dritte Person

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 11:34
von Andrea aus Sachsen
.
Hallo Vanessa,
ich denke, dieses Phänomen ist vor allem bei Teilzeitfrauen zu beobachten. Durch die 3. Person möchten sie zum Ausdruck bringen, dass es hier um ihre weibliche Seite geht.
"Ich war dort" sagt zum Beispiel nichts darüber aus, ob als Mann oder Frau. Bei "Sie war dort" ist das dagegen eindeutig. Sachen "für mich" können auch Hemd oder Herrenhose sein, während "für sie" eindeutig darauf hinweist, dass es sich um Damensachen handelt.
Ich hatte seinerzeit immer von "Tante Andrea" gesprochen, wenn ich ausdrücklich betonen wollte, dass es um mich als Frau geht. Seit ich nur noch als solche auftrete, hat sich das erübrigt.