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Transsexuellen„Ikone Romy Haag "Ich wollte nie ein Freak sein, ich wollte Respekt"
Verfasst: Do 18. Mai 2017, 14:35
von Anne-Mette
Moin,
ein Artikel bei Spiegel-Online:
http://www.spiegel.de/einestages/transs ... 45891.html
Gruß
Anne-Mette
Re: Transsexuellen„Ikone Romy Haag "Ich wollte nie ein Freak sein, ich wollte Respekt"
Verfasst: Do 18. Mai 2017, 18:24
von Michi
Danke für den Hinweis auf den Artikel.
Haag beklagt sich über das angebliche Modewort Transgender, und will mehr differenzieren.
Da muss ich energisch widersprechen.
Ich habe in den letzten Jahren zu meinem Bedaueren immer wieder beobachten können/müssen, dass unter dem Vorwand des Differenzieren-Wollens eher eine Spaltung innerhalb der Trans-Gemeinde betrieben wird. Ich bin immer für die unterschiedlichen Bedürfnisse eingetreten, und habe dennoch Anfeindungen von ein paar MzF-Transsexuellen erfahren müssen, die mich wegen meines Empfindens als "weder/noch" - als Teilzeitfrau in meiner Menschenwürde herabsetzten, und mir zu verstehen gaben, dass ich nur Mensch dritter Klasse wäre.
Das schmerzt schon sehr, und kommt bei solchen Äußerungen auch mal wieder hoch.
Aber nicht nur Kritik, sondern noch was Positives ...
Zitat von Romy unter einem Bild (zusammen mit Nina Hagen):
Eigentlich sei sie eher schüchtern, sagt Haag im Interview über sich. "Doch geschminkt fühle ich mich selbstsicherer, robuster, traue ich mich, Dinge zu sagen, die ich sonst so nie sagen würde."
Das kann ich nur bestätigen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit fühle ich mich auch viel selbstsicherer, wie ich am vergangenen Wochenende wieder mal bemerkt habe, als ich mit ein paar befreundeten Trans-Mädels unterwegs war und wir zusammen das kleine beschauliche Alsfeld "unsicher" gemacht haben.
Liebe Grüße
Michi
Re: Transsexuellen„Ikone Romy Haag "Ich wollte nie ein Freak sein, ich wollte Respekt"
Verfasst: Do 18. Mai 2017, 18:36
von Frauke
Anfeindungen sind absolut der falsche Weg. Der "moderne" Einheitsbrei aber auch. Von daher finde ich etwas Differenzierung, wie es auch Romy Haag beschrieb, schon gut. Dabei geht es mir nicht um besser oder schlechter, sondern um die unterschiedlichen Problemstellungen und daraus eventuell notwendige Wege/Bedürfnisse/Behandlungen usw.
Re: Transsexuellen„Ikone Romy Haag "Ich wollte nie ein Freak sein, ich wollte Respekt"
Verfasst: Do 18. Mai 2017, 18:57
von Michi
Hallo Frauke,
bitte nicht falsch verstehen. Den "Einheitsbrei" rühren die Medien gern zusammen, wenn sie völlig wahllos alle möglichen und unmöglichen Erscheinungen mit einem durchaus sinnvollen Trans-Überbegriff verwursten. Crossdressing ohne den Hintergrund von Problemen mit der geschlechtlichen Identität hat nun mal nichts mit Trans zu tun. Aber deswegen müssen sich TS nicht zwanghaft von Menschen wie mir abgrenzen, und meinereins als "Spaßtransen" oder Schlimmeres herabwürdigen, mich mit Menschen in eine Schublade pressen, die Crossdressing aus anderen Gründen betreiben, und mir meine Problme mit meiner geschlechtlichen Identität absprechen. Das ist ganz klar Profilierung zum Nachteil anderer ebenfalls Betroffener, etwa so wie wenn sich die "harten" Schwulen in Lederklamotten von den effimierten Schwulen abgrenzen und erklären, dass gar keine richtigen Schwulen, sondern verkappte Transen oder was auch immer seien.
Ich hoffe, jetzt ist es klarer, was ich meinte.
Liebe Grüße
Michi
Re: Transsexuellen„Ikone Romy Haag "Ich wollte nie ein Freak sein, ich wollte Respekt"
Verfasst: Fr 19. Mai 2017, 00:25
von Simone 65
Ich habe mir den Artikel zweimal durchgelesen. Romy Haag ist eine wunderbare Frau , die ihr Weg gegangen ist .
Über den Ausspruch über das ,, Modewort " Transgender , ja da kann man anderer Meinung sein . Differenzierung finde ich nicht gut , da gehen doch wieder Schubladen auf .
Alle Schubladen dieser Welt gehören zugemacht und zugenagelt. Wir sind doch alles Menschen.
Romy Haag hat viel erlebt . Für mich ist Sie ein Vorbild. Sie ist in einer Zeit ihren Weg gegangen , da war es noch schwerer wie heute Trans zu sein.
Liebe Grüße Simone.
Re: Transsexuellen„Ikone Romy Haag "Ich wollte nie ein Freak sein, ich wollte Respekt"
Verfasst: Fr 19. Mai 2017, 13:46
von Frauke
MichiWell hat geschrieben: Do 18. Mai 2017, 18:57
...Crossdressing ohne den Hintergrund von Problemen mit der geschlechtlichen Identität hat nun mal nichts mit Trans zu tun. Aber deswegen müssen sich TS nicht zwanghaft von Menschen wie mir abgrenzen, und meinereins als "Spaßtransen" oder Schlimmeres herabwürdigen, mich mit Menschen in eine Schublade pressen, die Crossdressing aus anderen Gründen betreiben, und mir meine Problme mit meiner geschlechtlichen Identität absprechen. Das ist ganz klar Profilierung zum Nachteil anderer ebenfalls Betroffener...
Da bin ich vollkommen Deiner Meinung. Jede/r hat so seine Probleme. Und auch wenn diese verschieden sind, es doch nicht richtig, diese als weniger schlimm oder wichtig zu werten. Mit allen Wertungen über andere Menschen sollte ohnehin vorsichtig umgegangen werden, denn sehr selten sind die Hintergründe oder der Grad der persönlichen Betroffenheit/Verletzung bekannt.
Simone 65 hat geschrieben: Fr 19. Mai 2017, 00:25
...Über den Ausspruch über das ,, Modewort " Transgender , ja da kann man anderer Meinung sein . Differenzierung finde ich nicht gut , da gehen doch wieder Schubladen auf .
Alle Schubladen dieser Welt gehören zugemacht und zugenagelt. Wir sind doch alles Menschen...
Ja wir sind alle Menschen und sollten unsere Persönlichkeit frei entfalten dürfen (wenn dabei niemand anders verletzt wird). Aber wir sind auch verschieden. Ich sehe es nicht als Schubladendenken an, die unterschiedlichen Ausprägungen und Bedürfnisse auch zu benennen. Die Vereinnahme von allem und jeden, kann auch auf eine Fremdbestimmung hinauslaufen. Und das hielte ich für nicht so gut. Und nochmal: Ich werte bzw. gewichte nicht die Sorgen/Probleme der einzelnen Menschen.