So "schnell" kann es gehen
Verfasst: Sa 29. Apr 2017, 22:50
Das ist jetzt so lange her, dass ich was im Forum geschrieben habe, ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Ich hab bestimmt zehn Minuten für den ersten Satz gebraucht.
Ein freundliches Hallo an alle, ich habe mich nun schon etwas länger nicht mehr zu Wort gemeldet. Dafür wird's jetzt eben etwas länger. Sorry im Vorfeld.
Es ist viel passiert in der ganzen Zeit und zwar so viel und schnell, das ich das vor Glück gar nicht fassen kann und das alles irgendwie noch ein bisschen was von einem Traum hat.
Mein ganzes Leben hat sich seit meinem Outing im Oktober 2015 komplett verändert. Ich bin einfach glücklich, natürlich hab ich auch Probleme....niemand ist perfekt. Aber nichts was sich nicht lösen lässt.
Ich habe mich seit dem Schritt für Schritt nach vorne bewegt, und das nahezu reibungslos, ich bin irgendwie jedesmal wenns eng wurde doch noch durchgerutscht.
Ich fang dann mal an, auch wenn ich mir nichtmal mehr sicher bin ob ich gerade im richtigen Unterforum bin.
Ich habe nach meinem Outing sehr schnell angefangen mein Leben in die richtige Bahn zu lenken. Ich hab dann gleich im Dezember 2015 die VPÄ beantragt und mich auf die Suche nach einem Psychologen gemacht, was sich als recht kompliziert erwies. Nebenbei hab ich weiterstudiert. Lustigerweise war ich sofort voll akzeptiert und integriert. Ich hab gleich Anschluss umd viele Freunde gefunden, kein Vergleich zu vorher. Ich war nur zwei Wochen nach dem Outing schon komplett im Umfeld sozial als Frau akzeptiert.
Ich muss sagen, ich hab von vornherein Glück gehabt. Ich hatte schon längere Haare und noch nie sehr viel Bartwuchs oder ein sehr männliches Gesicht.
Nach langem Suchen und von a nach b weiterverwiesen werden, fand ich schließlich in Kiel einen Psychologen, mit dem ich sehr zufrieden bin. Kiel ist zwar etwas weiter weg, knapp drei Stunden bin ich unterwegs hin und dann wieder zurück, aber egal, was man nicht alles tut. Ich hatte um März meinen ersten Termin. Im April hatte ich meine Anhörung bei Gericht und mir wurde eine Abzahlung der Kosten gewährt. Meine Gutacher haben sich auch relativ schnell für Termine gemeldet und so hatte ich meine Gutachten am 26.7.2016 und 9.8.2016. Kurz nach der Anhörung war ich beim Endokrinologen um schonmal die nötigen Tests machen zu lassen, damit ich das wenn ich die Indikation habe nicht mehr muss. Niemand sagte mir vorher wie viel Blut die einem da annehmen..... ich habe gedacht ich werde da von Vampiren gemolken. Das waren bestimmt 15-20 Ampullen. In der Zeit vor den Gutachten hat mir mein Psychologe die Indikation für die HET ausgestellt. Und ich wartete auf meinen Termin für den Start der HET im September. Es sollte dann doch schneller gehen, denn als ich gerade im Bus saß und auf dem Weg zum zweiten Gutachter am 9.8. war, bekam ich einen Anruf, dass am Freitag den 12.8.2016 ein Termin beim Endo frei geworden ist und ob ich dann könnte....ich habe sofort zugesagt, ohne auch nur einmal in meinen Terminkalender zu sehen. Weil egal was ich vor hötte ich würde es dafür verschieben. Ich bin dann überglücklich zum Gutachter. Das Gespräch verlief positiv, wie das beim Vorherigen auch. Am 12.8..2016 war es dann soweit ich saß beim Endo im Sprechzimmer und er sagte mir dass meine Blutwerte ausgezeichnet seien und ich daher freie Wahl bei der Präparatwahl habe. Ich habe mich sofort für die Pflaster entschieden, weil das meiner Meinung nach die beste Methode ist. Dazu bekomme ich noch etwas Androcur. Als ich die Rezepte in der Hand hatte bin ich sofort in die nächste Apotheke und die hatten aber nicht die Pflaster also bin ich solange von Apotheke zu Apotheke gerannt bis eine alles hatte. Danach bin ich dann zur Arbeit und als ich wieder Zuhause war, schritt ich gleich zur Tat und hab die Medikamente genommen. Einfach nur unglaublich wie befreiend sowas sein kann. Nach ca. 1,5/2 Wochen habe ich die erste Veränderung wahrgenommen, meine Brüste haben angefangen weh zu tuen. Ich war so stolz und freute mich riesig. So ging es dann weiter, ich freute mich über jede Veränderung. Es macht jetzt nicht so viel Sinn die alle aufzuzählen, würde nur die länge des Textes verdoppeln. Daher lass ich dass mal, wer will kann nachfragen. Dann endlich im November ich bin gerade in meine erste eigene Wohnung gezogen kam das Urteil des Gerichtes und es wurde am 20.11.2016 rechtskräftig, damit hab ich mir gleich meinen neuen Ausweis geholt. Und auch gleich alles andere ändern lassen. Einiges ging schneller anderes dauerte länger, den Perso hatte ich nach zehn Tagen, die Krankenkassenkarte erst ende Januar. Und dann im Januar konnte ich meinen Psycho endlich dazu überreden mir die Indikation für dir gaOp zu schreiben. Ich hatte auch schon im Januar mein Beratungsgespräch beim Chirurgen, was sehr gut lief. Im Februar als ich das Schreiben von meinem Psychologen in der Hand hatte, stellte ich fest, dass da noch der alte Name stand, also hab ich ihn das ändern lassen. Ende Februar holte ich mir auch das Schreiben vom Endo, dass ich mindestens 6 Monate Hormone bekam. Als ich alle Unterlagen hatte hab ich den Antrag bei der Kasse gestellt und nach nur ein paar Wochen war er dann genehmigt. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Ich habe dann gleich am nächsten Tag mich beim Chirurgen gemeldet und einen Termin bekommen, nur knapp 6 Wochen später. Also das ist jetzt der Stand der Dinge. Ich habe meinen Op Termin am 18.5.2017. Ich kann es nicht glauben, ich muss träumen. Ich bin auch gar nicht aufgeregt oder so, mein Verstand scheint das noch gar nicht richtig begriffen zu haben.
Ich habe es geschafft endlich mich in meinem Körper wohl zu fühlen und es hat nur knapp1,5 Jahre gedauert.
Das ist aber lang geworden, nochmal sorry dafür.
Alles liebe und ich hoffe ich kann damit einigen Mut machen dass sowas manchmal doch ganz schnell und unkompliziert gehen kann.
Vanessa
Ein freundliches Hallo an alle, ich habe mich nun schon etwas länger nicht mehr zu Wort gemeldet. Dafür wird's jetzt eben etwas länger. Sorry im Vorfeld.
Es ist viel passiert in der ganzen Zeit und zwar so viel und schnell, das ich das vor Glück gar nicht fassen kann und das alles irgendwie noch ein bisschen was von einem Traum hat.
Mein ganzes Leben hat sich seit meinem Outing im Oktober 2015 komplett verändert. Ich bin einfach glücklich, natürlich hab ich auch Probleme....niemand ist perfekt. Aber nichts was sich nicht lösen lässt.
Ich habe mich seit dem Schritt für Schritt nach vorne bewegt, und das nahezu reibungslos, ich bin irgendwie jedesmal wenns eng wurde doch noch durchgerutscht.
Ich fang dann mal an, auch wenn ich mir nichtmal mehr sicher bin ob ich gerade im richtigen Unterforum bin.
Ich habe nach meinem Outing sehr schnell angefangen mein Leben in die richtige Bahn zu lenken. Ich hab dann gleich im Dezember 2015 die VPÄ beantragt und mich auf die Suche nach einem Psychologen gemacht, was sich als recht kompliziert erwies. Nebenbei hab ich weiterstudiert. Lustigerweise war ich sofort voll akzeptiert und integriert. Ich hab gleich Anschluss umd viele Freunde gefunden, kein Vergleich zu vorher. Ich war nur zwei Wochen nach dem Outing schon komplett im Umfeld sozial als Frau akzeptiert.
Ich muss sagen, ich hab von vornherein Glück gehabt. Ich hatte schon längere Haare und noch nie sehr viel Bartwuchs oder ein sehr männliches Gesicht.
Nach langem Suchen und von a nach b weiterverwiesen werden, fand ich schließlich in Kiel einen Psychologen, mit dem ich sehr zufrieden bin. Kiel ist zwar etwas weiter weg, knapp drei Stunden bin ich unterwegs hin und dann wieder zurück, aber egal, was man nicht alles tut. Ich hatte um März meinen ersten Termin. Im April hatte ich meine Anhörung bei Gericht und mir wurde eine Abzahlung der Kosten gewährt. Meine Gutacher haben sich auch relativ schnell für Termine gemeldet und so hatte ich meine Gutachten am 26.7.2016 und 9.8.2016. Kurz nach der Anhörung war ich beim Endokrinologen um schonmal die nötigen Tests machen zu lassen, damit ich das wenn ich die Indikation habe nicht mehr muss. Niemand sagte mir vorher wie viel Blut die einem da annehmen..... ich habe gedacht ich werde da von Vampiren gemolken. Das waren bestimmt 15-20 Ampullen. In der Zeit vor den Gutachten hat mir mein Psychologe die Indikation für die HET ausgestellt. Und ich wartete auf meinen Termin für den Start der HET im September. Es sollte dann doch schneller gehen, denn als ich gerade im Bus saß und auf dem Weg zum zweiten Gutachter am 9.8. war, bekam ich einen Anruf, dass am Freitag den 12.8.2016 ein Termin beim Endo frei geworden ist und ob ich dann könnte....ich habe sofort zugesagt, ohne auch nur einmal in meinen Terminkalender zu sehen. Weil egal was ich vor hötte ich würde es dafür verschieben. Ich bin dann überglücklich zum Gutachter. Das Gespräch verlief positiv, wie das beim Vorherigen auch. Am 12.8..2016 war es dann soweit ich saß beim Endo im Sprechzimmer und er sagte mir dass meine Blutwerte ausgezeichnet seien und ich daher freie Wahl bei der Präparatwahl habe. Ich habe mich sofort für die Pflaster entschieden, weil das meiner Meinung nach die beste Methode ist. Dazu bekomme ich noch etwas Androcur. Als ich die Rezepte in der Hand hatte bin ich sofort in die nächste Apotheke und die hatten aber nicht die Pflaster also bin ich solange von Apotheke zu Apotheke gerannt bis eine alles hatte. Danach bin ich dann zur Arbeit und als ich wieder Zuhause war, schritt ich gleich zur Tat und hab die Medikamente genommen. Einfach nur unglaublich wie befreiend sowas sein kann. Nach ca. 1,5/2 Wochen habe ich die erste Veränderung wahrgenommen, meine Brüste haben angefangen weh zu tuen. Ich war so stolz und freute mich riesig. So ging es dann weiter, ich freute mich über jede Veränderung. Es macht jetzt nicht so viel Sinn die alle aufzuzählen, würde nur die länge des Textes verdoppeln. Daher lass ich dass mal, wer will kann nachfragen. Dann endlich im November ich bin gerade in meine erste eigene Wohnung gezogen kam das Urteil des Gerichtes und es wurde am 20.11.2016 rechtskräftig, damit hab ich mir gleich meinen neuen Ausweis geholt. Und auch gleich alles andere ändern lassen. Einiges ging schneller anderes dauerte länger, den Perso hatte ich nach zehn Tagen, die Krankenkassenkarte erst ende Januar. Und dann im Januar konnte ich meinen Psycho endlich dazu überreden mir die Indikation für dir gaOp zu schreiben. Ich hatte auch schon im Januar mein Beratungsgespräch beim Chirurgen, was sehr gut lief. Im Februar als ich das Schreiben von meinem Psychologen in der Hand hatte, stellte ich fest, dass da noch der alte Name stand, also hab ich ihn das ändern lassen. Ende Februar holte ich mir auch das Schreiben vom Endo, dass ich mindestens 6 Monate Hormone bekam. Als ich alle Unterlagen hatte hab ich den Antrag bei der Kasse gestellt und nach nur ein paar Wochen war er dann genehmigt. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Ich habe dann gleich am nächsten Tag mich beim Chirurgen gemeldet und einen Termin bekommen, nur knapp 6 Wochen später. Also das ist jetzt der Stand der Dinge. Ich habe meinen Op Termin am 18.5.2017. Ich kann es nicht glauben, ich muss träumen. Ich bin auch gar nicht aufgeregt oder so, mein Verstand scheint das noch gar nicht richtig begriffen zu haben.
Ich habe es geschafft endlich mich in meinem Körper wohl zu fühlen und es hat nur knapp1,5 Jahre gedauert.
Das ist aber lang geworden, nochmal sorry dafür.
Alles liebe und ich hoffe ich kann damit einigen Mut machen dass sowas manchmal doch ganz schnell und unkompliziert gehen kann.
Vanessa