Der Post ist von Sonntag kopiert, der Selbsthilfetag war nicht gestern
Gestern war ein toller aber auch anstrengender Tag auf dem Selbsthilfetag im famila Wechloy in Oldenburg. Zusammen mit dem dgti und der TV/TS-Gruppe Oldenburg hatten wir einen Stand. Dabei hatte ich (Andrea) ganz tolle Unterstützung von Julia.
Wenn wir unsere Wohlfühlzonen, wie den CSD oder ähnliche Veranstaltungen, verlassen, kann niemand voraussehen was zu erwarten ist. Dabei hatten wir viele Gespräche mit den anderen Aktiven von den anderen Ständen und natürlich den Besuchern im famila-Center. Auch ich hatte für mich nette Gespräche an anderen Ständen.
Neben den vielen angenehmen Gesprächen hatten ich auch ein eher unangenehmes Gespräch, der es nicht gut fand, dass wir das Thema "Transsexualität" in die Öffentlichkeit ziehen. Wir wären eine statistisch nicht relevante Menge. Auf die Frage bei welchen Prozentsatz, denn eine statistisch Relevanz beginnen würde, kam natürlich keine Antwort. Ich habe ihm dann gesagt, er möge die Zahl nehmen und auf die Starts von großen Verkehrsflugzeugen anwenden, die dann abstürzen würden. Bei 0,1% würden in Europa jährlich ca. 27 Flugzeuge abstürzen. Viele vergessen leider, dass es in beiden Fällen um Menschenleben geht und nicht nur um eine Wandfarbe oder etwas anderes Belangloses. Weitere Vergleiche, die leider immer wieder von solchen Personen genannt werden, möchte ich hier allerdings nicht nennen, da diese allem entgegenstehen für das wir eintreten.
Merkwürdig war noch das Verhalten von einigen Besuchern, die sich einfach die ausgelegten Ansteckbuttons nehmen wollten. Woanders würden doch auch Werbegeschenke liegen. Als wir um 2 Euro Spende dafür baten, war kein Bedarf mehr vorhanden.
Gespannt bin ich nun noch darauf, ob sich eine Person meldet, mit der wir gestern gesprochen haben. Dann werden wir wohl einen Tag nach Norderney fahren und dort hoffentlich einen schönen Tag verbringen.
Nach dem Tag sind wir noch zu Freundinnen gefahren und haben uns den Film "Alle Farben des Lebens" angeschaut. Die Freundinnen haben 3 Kinder und der große Sohn (5 Jahre) hat den ganzen Film bei mir angekuschelt verbracht. Auch die etwas kleinere Schwester kam noch einmal kurz dazu und musste sich auch noch bei mir ankuscheln. Solche Momente lassen einem die ganze Anstrengung vom Tag vergessen und ich war wieder nur Andrea. Nun muss ich noch einen Platz für das Bildgeschenk finden.
Zuletzt läßt sich feststellen, dass es wichtig bleibt, dass wir Präsenz zeigen auch möglicher Anfeindungen zum Trotz. Es geht darum Diskriminierung entgegen zu treten, dafür einzutreten, dass wir unsere Selbstbestimmung selbst in die Hand nehmen dürfen und auch zu zeigen, dass wir ansonsten keine besonderen Personen sind und nur ganz normal leben wollen.
Nun schreibt Julia mir noch von einer Idee, die wir konkretisieren sollten und für euch bleibt die Überraschung was wohl dabei heraus kommt.
Eure Andrea