Zweiter Teil meiner Vorstellung
Verfasst: Mo 27. Mär 2017, 12:11
Hallo!
Nach fast einem halben Jahrhundert ist es nun für mich endlich so weit, dass ich mich "oute" (blödes denglisch! zu meiner Zeit hat man noch deutsch gesprochen!). Also, erst einmal, Ich bin ein Mann, zeige mich auch meistens als solcher und will auch einer bleiben. Andere Männer als Partner interessieren mich nicht. Ob ich mich als TV oder TS sehen soll oder nur einen Fetisch brauche, ist mir nicht so ganz klar. Psychologen müssen wohl immer alles in möglichst viele Schubladen packen. Ich musste jedenfalls erst einmal nachlesen, was die ganzen Begriffe bedeuten, die bei der Anmeldung bei >Geschlecht< zur Auswahl stehen.
Angefangen hat es auch bei mir schon früh, in der Pubertät. Zum Karneval habe ich mich dann immer wieder einmal als Frau verkleidet, sonst aber immer nur heimlich vor dem Spiegel. Mit meiner Rolle als Mann in der Gesellschaft bin ich nie wirklich klar gekommen - weder im Beruf als Diplomingenieur noch im Privaten. Also musste ich immer als "richtiger Mann" 'rüber kommen - in Lederkluft und mit dickem Motorrad. Das endete mit einem schweren Unfall. Immer wenn eine Frau mich dann näher kennen lernte, merkte sie natürlich, dass da einiges nicht stimmte. Vor der Rolle als Mann mit Familie und Kindern hatte ich große Angst. Also wollte ich - wenn überhaupt - nur mit Gummi. Sie sagte dann oft: "Ich nehme die Pille." Aber konnte ich ihr trauen? Frauen wollen doch immer irgendwie Kinder haben. Das ist der Mutterinstinkt. Also waren es immer nur kurze und sexuell wenig ergiebige Episoden. Ohne Gummi ging es irgendwie einfach nicht - trotz Pille. Ich musste es also immer wieder "alleine machen". Vielleicht bin ich auch ein gutes Stück Autist. Mit "Beziehungskisten" kann ich nämlich absolut nichts anfangen. Und wenn andere von Liebe reden, kann ich deren Gedanken nicht folgen. Scheinbar ist die Liebe bei mir im wesentlichen auf den Sex reduziert. Aber vielleicht empfinde ich das auch einfach nur so.
Wenn jemand immer nur mit sich selbst Sex hat, entwickelt er leicht "seltsame" Vorlieben. Der Aspekt eines Leder-Fetischs ist mir bei meinem Motorradanzug erst spät in den Sinn gekommen. Es kommt aber der Wunsch nach einem Fetisch auf, wenn man Frauen immer irgendwie systematisch vergrault, auf Männer nicht steht und dann ewig der Partner fehlt. An die Stelle einer Vereinigung zweier Körper rückt dann irgend ein Gegenstand oder Kleidungsstück, das für eine so starke Erregung sorgt, dass es schließlich zum Orgasmus kommt. Mit einem normalen Geschlechtsakt hat das nichts mehr zu tun. Von solchen und ähnlichen Phantasien lebt die Lack-Leder-Latex- und Sado-Maso-Szene. Und ich will mich da eben als Frau im Spiegel sehen. - Vielleicht sollte ich darüber froh sein. Manche andere brauchen Sex mit kleinen Kindern. Das ist dann richtig böse und unangenehm. Soll man dann ewig schmachten oder kriminell werden? Es ist jedenfalls erschreckend, wie viele Kinder-Sexpuppen bei Amazon oder Ebay angeboten werden.
Da ich schon immer irgendwie "anders" war, entwickelte ich eine geradezu panische Angst vor Therapien und Psychologen. Im Geiste sah ich mich da mit Medikamenten eingenebelt in einer geschlossenen Psychiatrie. Wenn ich also tatsächlich irgendwie krank war, durfte unter keinen Umständen jemand etwas davon wissen oder bemerken. Sehr schwer geistig behindert konnte ich ja wohl nicht sein. Sonst hätte ich das Studium an einer Universität nicht zum Abschluss bringen können. Mit den Eltern oder mit Freunden konnte ich nicht über meine Probleme reden. Also spielte ich einfach zähneknirschend meine Rolle als Mann - und wurde immer unglücklicher dabei. Angst ist nicht rational. Vernünftige Argumente helfen da absolut nichts!
Mit dem Alter wurde es schließlich immer schlimmer. Mir ging nur noch einer ab, wenn ich mich selbst als einigermaßen attraktive Frau im Spiegel erblickte. Ich habe es mit einer Puppe versucht (in der gehobenen Preislage). So eine Puppe ist zwar schön, aber sie bewegt sich nicht und sagt nichts. Wo auf der Welt gibt es eine Frau, die nie etwas sagt? Es ging einfach nicht mit der Puppe - wie schon so oft vorher mit einer richtigen Frau.
Wie wird aber aus einem fetten, faltigen älteren Herrn eine schöne junge Frau? Dann sah ich zufällig im Fernsehen >CSI Las Vegas<. Es ging um den Mord an einem "Rubberdoll". Sollte ich mich also mit Latexanzug und Maske als lebende Gummipuppe so richtig "schön" machen - als die mollige "Nicole Rubberdoll"? Sich im Internet umschauen konnte ja erst einmal nicht schaden. Ich Erkannte: Wenn ich das "richtig" machen wollte, würde eine Investition vom mehreren tausend Euro daraus - nur für die Maske schon über 500, wenn sie wirklich gut aussehen soll. Also bestellte ich zunächst bei Ebay nur eine Maske für knapp 100 Euro. Und? Gut geschminkt sehe ich als Frau besser aus, als mit dieser Maske. Und was ist, wenn ich so maskiert auf die Straße gehe? Verhaftet man mich dann vielleicht als potentiellen Bankräuber? Also war es wohl raus geschmissenes Geld. Soll ich also doch "richtig" daran gehen? Irgendwie kann man das Geld aber vielleicht besser anlegen, auf ein maßgeschneidertes "Ganzkörper-Kondom" - bei meinem Körperbau passt da nichts von der Stange - verzichten und die Schminke dicker - oder vielleicht einfach nur geschickter - auftragen. Bei normaler Damenbekleidung kann ich jedenfalls verschiedene Teile in Übergröße immer gut kombinieren. Dann halten sich die Kosten in vernünftigen Grenzen. Eine Maske und Latex haben natürlich auch irgendwie einen Reiz als Fetisch.
Warum "oute" ich mich hier? Vielleicht liest es ja ein Jüngerer, dem es ähnlich ergeht. Dann bekennt er sich vielleicht zu dieser Neigung oder zu dem Problem, das er als Mann in dieser Gesellschaft hat, und es kommt gar nicht erst zu solchen Gummipuppen-Phantasien oder vielleicht noch schlimmerem. Wenn man jedenfalls seine Wünsche und Phantasien immer nur unterdrückt und nie auslebt, geht die Seele davon zu Grunde. Medizinisch betrachtet ist man dann krank - neurotisch, paranoid oder depressiv. Dann sollen Pillen helfen. Ich denke, Alkohol, Koks oder Haschisch "helfen" da genau so gut. Man kann doch wohl nichts anderes tun als sich irgendwie zu benebeln, damit man nichts mehr mit bekommt. Ob eine Therapie hilft, weiß ich nicht, da ich vor Psychologen mehr Angst habe als ein Schwein vor der Schlachtbank. Man kann natürlich auch wie ich den Rausch der Geschwindigkeit bei einem schnellen Motorrad nutzen und auf andere Drogen verzichten.
Das beste ist sicherlich, wenn man sich zu seinen Phantasien bekennt. Wenn dann eine Frau von diesen Dingen weiß, könnte sie ja vielleicht trotzdem zu einer Partnerschaft bereit sein. Dann wäre sie für die Seele bestimmt tausend mal besser, als es Psychologen, Therapien oder Pillen jemals sein können. Ich habe jedenfalls den Mund nie auf bekommen und schließlich zu lange gewartet. Daher zweifle ich daran, dass ich hier noch irgendwie Hilfe finde. - Aber vielleicht kann ja ICH jemandem helfen. In einem halben Jahrhundert sammelt man ja viele Erfahrungen. Deshalb habe ich mich - nach mehr als einem Jahr zögern - hier angemeldet.
Leider bin ich in einer Zeit groß geworden, in der es solche Neigungen einfach nicht geben durfte. Man sprach immer nur von abartig, krank oder pervers. Da war schwul sein noch ein Verbrechen! Ich bin zwar nicht schwul, aber trotzdem anders. - So, nun ist es raus.
Irgendwie eine Sch..-Geschichte. Ich habe aber erst einmal keine bessere an zu bieten. Für den Einstieg und als Grundlage für Fragen oder Diskussionen sollte diese Knappe Zusammenfassung erst einmal genug sein. Ich warte also auf Rückmeldung.
LG Nicole
Nach fast einem halben Jahrhundert ist es nun für mich endlich so weit, dass ich mich "oute" (blödes denglisch! zu meiner Zeit hat man noch deutsch gesprochen!). Also, erst einmal, Ich bin ein Mann, zeige mich auch meistens als solcher und will auch einer bleiben. Andere Männer als Partner interessieren mich nicht. Ob ich mich als TV oder TS sehen soll oder nur einen Fetisch brauche, ist mir nicht so ganz klar. Psychologen müssen wohl immer alles in möglichst viele Schubladen packen. Ich musste jedenfalls erst einmal nachlesen, was die ganzen Begriffe bedeuten, die bei der Anmeldung bei >Geschlecht< zur Auswahl stehen.
Angefangen hat es auch bei mir schon früh, in der Pubertät. Zum Karneval habe ich mich dann immer wieder einmal als Frau verkleidet, sonst aber immer nur heimlich vor dem Spiegel. Mit meiner Rolle als Mann in der Gesellschaft bin ich nie wirklich klar gekommen - weder im Beruf als Diplomingenieur noch im Privaten. Also musste ich immer als "richtiger Mann" 'rüber kommen - in Lederkluft und mit dickem Motorrad. Das endete mit einem schweren Unfall. Immer wenn eine Frau mich dann näher kennen lernte, merkte sie natürlich, dass da einiges nicht stimmte. Vor der Rolle als Mann mit Familie und Kindern hatte ich große Angst. Also wollte ich - wenn überhaupt - nur mit Gummi. Sie sagte dann oft: "Ich nehme die Pille." Aber konnte ich ihr trauen? Frauen wollen doch immer irgendwie Kinder haben. Das ist der Mutterinstinkt. Also waren es immer nur kurze und sexuell wenig ergiebige Episoden. Ohne Gummi ging es irgendwie einfach nicht - trotz Pille. Ich musste es also immer wieder "alleine machen". Vielleicht bin ich auch ein gutes Stück Autist. Mit "Beziehungskisten" kann ich nämlich absolut nichts anfangen. Und wenn andere von Liebe reden, kann ich deren Gedanken nicht folgen. Scheinbar ist die Liebe bei mir im wesentlichen auf den Sex reduziert. Aber vielleicht empfinde ich das auch einfach nur so.
Wenn jemand immer nur mit sich selbst Sex hat, entwickelt er leicht "seltsame" Vorlieben. Der Aspekt eines Leder-Fetischs ist mir bei meinem Motorradanzug erst spät in den Sinn gekommen. Es kommt aber der Wunsch nach einem Fetisch auf, wenn man Frauen immer irgendwie systematisch vergrault, auf Männer nicht steht und dann ewig der Partner fehlt. An die Stelle einer Vereinigung zweier Körper rückt dann irgend ein Gegenstand oder Kleidungsstück, das für eine so starke Erregung sorgt, dass es schließlich zum Orgasmus kommt. Mit einem normalen Geschlechtsakt hat das nichts mehr zu tun. Von solchen und ähnlichen Phantasien lebt die Lack-Leder-Latex- und Sado-Maso-Szene. Und ich will mich da eben als Frau im Spiegel sehen. - Vielleicht sollte ich darüber froh sein. Manche andere brauchen Sex mit kleinen Kindern. Das ist dann richtig böse und unangenehm. Soll man dann ewig schmachten oder kriminell werden? Es ist jedenfalls erschreckend, wie viele Kinder-Sexpuppen bei Amazon oder Ebay angeboten werden.
Da ich schon immer irgendwie "anders" war, entwickelte ich eine geradezu panische Angst vor Therapien und Psychologen. Im Geiste sah ich mich da mit Medikamenten eingenebelt in einer geschlossenen Psychiatrie. Wenn ich also tatsächlich irgendwie krank war, durfte unter keinen Umständen jemand etwas davon wissen oder bemerken. Sehr schwer geistig behindert konnte ich ja wohl nicht sein. Sonst hätte ich das Studium an einer Universität nicht zum Abschluss bringen können. Mit den Eltern oder mit Freunden konnte ich nicht über meine Probleme reden. Also spielte ich einfach zähneknirschend meine Rolle als Mann - und wurde immer unglücklicher dabei. Angst ist nicht rational. Vernünftige Argumente helfen da absolut nichts!
Mit dem Alter wurde es schließlich immer schlimmer. Mir ging nur noch einer ab, wenn ich mich selbst als einigermaßen attraktive Frau im Spiegel erblickte. Ich habe es mit einer Puppe versucht (in der gehobenen Preislage). So eine Puppe ist zwar schön, aber sie bewegt sich nicht und sagt nichts. Wo auf der Welt gibt es eine Frau, die nie etwas sagt? Es ging einfach nicht mit der Puppe - wie schon so oft vorher mit einer richtigen Frau.
Wie wird aber aus einem fetten, faltigen älteren Herrn eine schöne junge Frau? Dann sah ich zufällig im Fernsehen >CSI Las Vegas<. Es ging um den Mord an einem "Rubberdoll". Sollte ich mich also mit Latexanzug und Maske als lebende Gummipuppe so richtig "schön" machen - als die mollige "Nicole Rubberdoll"? Sich im Internet umschauen konnte ja erst einmal nicht schaden. Ich Erkannte: Wenn ich das "richtig" machen wollte, würde eine Investition vom mehreren tausend Euro daraus - nur für die Maske schon über 500, wenn sie wirklich gut aussehen soll. Also bestellte ich zunächst bei Ebay nur eine Maske für knapp 100 Euro. Und? Gut geschminkt sehe ich als Frau besser aus, als mit dieser Maske. Und was ist, wenn ich so maskiert auf die Straße gehe? Verhaftet man mich dann vielleicht als potentiellen Bankräuber? Also war es wohl raus geschmissenes Geld. Soll ich also doch "richtig" daran gehen? Irgendwie kann man das Geld aber vielleicht besser anlegen, auf ein maßgeschneidertes "Ganzkörper-Kondom" - bei meinem Körperbau passt da nichts von der Stange - verzichten und die Schminke dicker - oder vielleicht einfach nur geschickter - auftragen. Bei normaler Damenbekleidung kann ich jedenfalls verschiedene Teile in Übergröße immer gut kombinieren. Dann halten sich die Kosten in vernünftigen Grenzen. Eine Maske und Latex haben natürlich auch irgendwie einen Reiz als Fetisch.
Warum "oute" ich mich hier? Vielleicht liest es ja ein Jüngerer, dem es ähnlich ergeht. Dann bekennt er sich vielleicht zu dieser Neigung oder zu dem Problem, das er als Mann in dieser Gesellschaft hat, und es kommt gar nicht erst zu solchen Gummipuppen-Phantasien oder vielleicht noch schlimmerem. Wenn man jedenfalls seine Wünsche und Phantasien immer nur unterdrückt und nie auslebt, geht die Seele davon zu Grunde. Medizinisch betrachtet ist man dann krank - neurotisch, paranoid oder depressiv. Dann sollen Pillen helfen. Ich denke, Alkohol, Koks oder Haschisch "helfen" da genau so gut. Man kann doch wohl nichts anderes tun als sich irgendwie zu benebeln, damit man nichts mehr mit bekommt. Ob eine Therapie hilft, weiß ich nicht, da ich vor Psychologen mehr Angst habe als ein Schwein vor der Schlachtbank. Man kann natürlich auch wie ich den Rausch der Geschwindigkeit bei einem schnellen Motorrad nutzen und auf andere Drogen verzichten.
Das beste ist sicherlich, wenn man sich zu seinen Phantasien bekennt. Wenn dann eine Frau von diesen Dingen weiß, könnte sie ja vielleicht trotzdem zu einer Partnerschaft bereit sein. Dann wäre sie für die Seele bestimmt tausend mal besser, als es Psychologen, Therapien oder Pillen jemals sein können. Ich habe jedenfalls den Mund nie auf bekommen und schließlich zu lange gewartet. Daher zweifle ich daran, dass ich hier noch irgendwie Hilfe finde. - Aber vielleicht kann ja ICH jemandem helfen. In einem halben Jahrhundert sammelt man ja viele Erfahrungen. Deshalb habe ich mich - nach mehr als einem Jahr zögern - hier angemeldet.
Leider bin ich in einer Zeit groß geworden, in der es solche Neigungen einfach nicht geben durfte. Man sprach immer nur von abartig, krank oder pervers. Da war schwul sein noch ein Verbrechen! Ich bin zwar nicht schwul, aber trotzdem anders. - So, nun ist es raus.
Irgendwie eine Sch..-Geschichte. Ich habe aber erst einmal keine bessere an zu bieten. Für den Einstieg und als Grundlage für Fragen oder Diskussionen sollte diese Knappe Zusammenfassung erst einmal genug sein. Ich warte also auf Rückmeldung.
LG Nicole