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Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Mi 22. Mär 2017, 21:18
von Michelle_Engelhardt
Hi,

schwer bis unmöglich Dir einen brauchbaren Rat zu geben. Dazu sind die Lebenssituationen von uns allen viel zu unterschiedlich. Im Zweifelsfall sind aber das Herz und das Bauchgefühl meist ein guter Ratgeber.

Alles Gute
Michelle

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Mi 22. Mär 2017, 21:25
von Tinchen
Hallo Tina,
Dein Bericht hat mich sehr bewegt, weil ich sehr ähnliche Phasen auch durchlebt habe.

Eine Rat kann und will ich dir nicht geben, das musst Du ganz alleine entscheiden.
TinaH hat geschrieben: Mi 22. Mär 2017, 18:27 Ich weiß noch immer nicht wohin die Reise für mich gehen könnte, einer dieser Gendenti Teste ergab jedoch, dass ich wohl einen ziemlichen Volltreffer in der Mitte zwischen den Geschlechtern hingelegt hätte.
Ist bei mir auch so und ich selber sehe mich auch genau da. Ich geniesse es auch immer wieder ganz Mann zu sein
TinaH hat geschrieben: Mi 22. Mär 2017, 18:27 Fakt ist jedoch, dass #1 ich aufgrund diverser Weiterbildungsreisen keine Möglichkeit habe das irgendwie weiter zu erforschen oder auszuleben #2 ich Angst davor habe diesen Weg weiterzugehen, da ich befürchte in den Kaninchenbau hineingezogen zu werden ohne einen Weg heraus zu finden.
Ich glaube absolut nicht, dass wir irgendwie "geheilt" werden können, wenn wir uns enthalten, noch dass sich unsere "Sucht" irgendwie verstärkt, wenn wir ihr nachgehen. Aber das ist nur meine Meinung und Erfahrung.
TinaH hat geschrieben: Mi 22. Mär 2017, 18:27 Machen wir uns nichts vor, die Gesellschaft wird nur scheinbar toleranter und Menschen mit außergewöhnlichen Neigungen wie der unseren laufen derzeit immernoch Gefahr ausgegrenzt und stigmatisiert zu werden, bzw. Teile ihres sozialen Umfeldes zu verlieren sofern sie zu ihren Neigungen stehen.
Dem stimme ich voll und ganz zu, kommt immer darauf an, was man erreichen will. Ich habe schon immer einfach lange Haare und das begrenzte meinen Werdegang durchaus, allerdings hat mich das auch stärker gemacht. Ich habe mich da ganz bewusst nicht angepasst, würde es aber tun, wenn es sein müsste...bislang kam ich klar :-) Aber noch einen drauf setzen und lange Ohrringe und Schminke zur Schau stellen (im Berufsleben versteht sich), dazu bin ich einfach nicht Trans genug.
TinaH hat geschrieben: Mi 22. Mär 2017, 18:27 Ich denke es war vielleicht ein Fehler Anfang des Jahres diesem Drang nachzugeben, denn der Geist will einfach nicht zurück in die Flasche.
Da widerspreche ich mal....der Geist wollte raus, nicht umgekehrt.

Meine persönliche Erfahrung:
Man kann es zeitweise unterdrücken, aber es kommt immer wieder. Ich habe auch schon alles entsorgt, nur um mich irgendwann erneut komplett einzukleiden. Es gibt auch viele Wege sich auszuleben, ohne sich zu outen. Ich lebe in Berlin, dadurch ist natürlich vieles leichter, weil anonymer. Ich kenne aber Mädels die kommen in die Stadt, nehmen ein Hotel, transen sich auf und verbringen zwei schöne Tage als Frau. Andere teilen sich geheime Wohnungen...Na ja, dann gibt es die Autotranse, Stubentranse usw.

Ich fühle mich nun in beiden Geschlechtern sehr wohl, weil ich nun sicher weiß was ich bin. Es gibt Monate, da habe ich keine Lust auf Martina, dann kommen mal wieder intensivere Wochen. Verschlimmert hat sich nichts, im Gegenteil, so ein toller Ausflug en Femme macht mich lange froh, ohne dass ich ständig mehr brauche.

Ich war allerdings vor fast 20 Jahren auch wegen eines Trauerfalls bei eine Psychologin, das hat mir damals nicht viel gebracht, ausser das es gut tat über die Probleme zu quatschen...nach langer zeit habe ich aber gemerkt, dass es mir doch geholfen hat meine Identität zu finden. Man muss aber die richtige Person finden, das kann schon mal ein Weilchen dauern.

Geoutet bin ich nicht und werde es auch nicht tun :-)

Kannst mir auch gerne PN schreiben oder wir fonieren auch mal, weil ich sehr viele Parallelen sehe...

Du musst dich jedoch selber entscheiden, was für dich richtig ist und ich wünsche dass Du den richtigen Weg finden wirst.

LG Tina

P.S.: Auch beim Namen fällt mir auf :-)

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Mi 22. Mär 2017, 21:29
von Nadin
Hallo TinaH

ich denke selbst wenn du deinen Geist nicht aus der Flasche gelassen hättest wer er von selbst herausgekommen. Diese Zerrissenheit die du hier wiedergibst kennen viel hier genauso oder in etwas anderer Form. Ich denke nicht dass es ein "Heilmittel" für dich gibt. Nimm es an wie du es fühlst du wirst es schwerlich kontrollieren können. So wie du dein Leben beschreibst wird es vermutlich auf ein "Verheimlichen dein Leben lang" gehen. Wenn dir das einmal bewusst wird und du es akzeptierst wird es leichter.

LG
Nadin

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Mi 22. Mär 2017, 23:26
von Tinchen
@Nadin
Wofür ich eine DIN A4 Seite benötige, bekommst Du in zwei Sätzen hin, Respekt :-)

(wir haben wohl fast gleichzeitig gepostet)

LG Tina

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Do 23. Mär 2017, 08:50
von Joe95
So viele Geschichten, so viele Leben, so viele Charaktere, allen gemeinsam ist nur eins: Sie selbst und ihre Angehörigen leiden immer mehr unter dem Versuch das Weibliche in sich zu unterdrücken.
Ich habe noch nie davon gehört dass es jemand gelungen ist.

Bist du der erste?
Ich weiß nicht ob es möglich ist und ob du derjenige bist, aber glauben kann ich es nicht.

Wie dein Weg auch ist, ich wünsche dir von Herzen Glück.

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Do 23. Mär 2017, 09:31
von Marielle
Guten Tag zusammen, Hallo Tina, Joe,
... das Weibliche in sich zu unterdrücken.
Nicht jedes individuelle Handeln, das einen Bezug auf den eigenen sozialen Kontext hat, ist ein Unterdrücken. Die Sache ist doch viel eher die, eine Möglichkeit zu finden, damit so umzugehen, dass es individuell und im sozialen Kontext OK ist.
Ich habe noch nie davon gehört dass es jemand gelungen ist.
Zumindest kenne ich eine ganze Menge Leute, die für sich und ihr Umfeld (sehr unterschiedliche, zum Teil vorübergehende) Lösungen gefunden haben, um damit umzugehen, die jedoch nicht von "Unterdrücken" reden. Und ich kenne Menschen, die ohne weiteres eigenes Nachdenken, nur unter Bezug auf "da kann man ja eh nichts machen" jede Form sozialer Einbindung abgelegt und damit ihre soziale (und oft auch wirtschaftliche) Existenz komplett in Trümmer gelegt haben; was sie nicht glücklich gemacht hat.

Man hat sicherlich keine Wahl, mit welchen Eigenschaften man auf diesem Planeten herumläuft. Aber man hat die Wahl, wie man individuell damit umgeht oder, zumindest das, die Möglichkeit darüber selbst nachzudenken und zu entscheiden.

Habt es gut

Marielle

Edit: Worte umsortiert, die vorher durcheinander waren

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Fr 24. Mär 2017, 09:00
von Christine DarkJoker
Hallo Tinah

Ich hab für mich festgestellt es intressiert keinen ob du von heut auf morgen glatte rasierte Haut hast.
Bei mir ist es nur aufgefallen das mein Bart ab war aber nicht das arme und beine rasiert sind. Selbst beim rum albern nach dem Dienst oder Einsatzt bei meiner Feuerwehr.

Und selbst wenn es jemand auffällt ist die Wahrscheinlichkeit gering das er dich fragen wird warum du es machst und wenn doch kannst du sagen das es für sport oder eine wette war.

Tinah du machst dir zu viele Gedanken so wie ich es auch mache.

Viele grüße Christine

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Fr 24. Mär 2017, 20:15
von Michi
Christine DarkJoker hat geschrieben: Fr 24. Mär 2017, 09:00 Bei mir ist es nur aufgefallen das mein Bart ab war aber nicht das arme und beine rasiert sind. Selbst beim rum albern nach dem Dienst oder Einsatzt bei meiner Feuerwehr.

Und selbst wenn es jemand auffällt ist die Wahrscheinlichkeit gering das er dich fragen wird warum du es machst und wenn doch kannst du sagen das es für sport oder eine wette war.
Hallo Christine und natürlich alle anderen auch,

ich hatte mich mit meiner Expartnerin auch ausgiebig darüber unterhalten, was man den Leuten sagen soll, und würde vor solchen Ausreden eher warnen.

Sie hat mir klar plausibel erklärt, dass man ganz einfache Erklärungen abgeben sollte,
die so nahe wie möglich an der Wahrheit sind, ohne dabei etwas anderes zu verraten.


Was man sagt, muss üerzeugend und so kurz wie möglich sein, und sollte keine Nachfragen provozieren. So bald bei der Geschichte Zweifel aufkommen, wird es ganz schnell problematisch. Auf genaue Nachfragen redet man sich womöglich schnell um Kopf und Kragen. Womöglich fragen die Leute auch nicht, werden aber mißtrauisch, und haben dich ab da auf dem Radar. Dann fallen ihnen plötzlich noch andere kleine Veränderungen auf, die normalerweise niemand interessieren, und ihr Kopfkino läuft auf Hochtouren.

Beispielsweise der "Sport". Da klappt das eigentlich nur, wenn man schon ziemlich ambitioniert eine Sportart betreibt, bei der das nicht ungewöhnlich ist wie Radfahren oder Schwimmen. Spielt man dagegen Tischtennis, Skat oder Dart o.ä., wäre es eine ganz blöde Idee.

Auch die Geschichte mit der Wette ist ziemlich ungeschickt. Das erzeugt schnell Nachfragen zu Anlass der Wette, wer noch daran beteiligt war usw., und wenn das Fell nach 4 Wochen nicht wieder nachgewachsen ist, braucht man neue Erklärungsmodelle.

Besser ihr sagt, ihr habt davon gehört (Werbung für "Body-Shaver" / Artikel in einer Ilustrierten),
wolltet das mal ausprobieren, und es fühlt sich gut an.


An diese Erklärung könnt ihr euch auch viel eher erinnern, wenn die nächste Person fragt. Ihr tretet dabei wesentlich sicherer auf, und wenn zufällig zwei deiner Bekannten auf deine Ganzkörperrasur zu sprechen kommen sollten, gibt es keine Differenzen, die bei ihnen Fragen aufwerfen.

Ich selbst wende diese Strategie seit Jahren erfolgreich an.


Liebe Grüße
Michi

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Sa 25. Mär 2017, 09:38
von Joe95
Marielle hat geschrieben: Do 23. Mär 2017, 09:31...Nicht jedes individuelle Handeln, das einen Bezug auf den eigenen sozialen Kontext hat, ist ein Unterdrücken. Die Sache ist doch viel eher die, eine Möglichkeit zu finden, damit so umzugehen, dass es individuell und im sozialen Kontext OK ist...
Stimmt, nicht jeder Umgang mit dem Thema muss mit unterdrücken enden, genau so wie nicht jeder Umgang mit dem Thema mit einer GaOp enden muss.
Nur geht es hier nicht um "jeden Umgang", sondern um eine bestimmte Person, die ihre Neigung unterdrücken möchte - oder zumindest darüber nachdenkt.
Marielle hat geschrieben:...Zumindest kenne ich eine ganze Menge Leute, die für sich und ihr Umfeld (sehr unterschiedliche, zum Teil vorübergehende) Lösungen gefunden haben, um damit umzugehen, die jedoch nicht von "Unterdrücken" reden. Und ich kenne Menschen, die ohne weiteres eigenes Nachdenken, nur unter Bezug auf "da kann man ja eh nichts machen" jede Form sozialer Einbindung abgelegt und damit ihre soziale (und oft auch wirtschaftliche) Existenz komplett in Trümmer gelegt haben; was sie nicht glücklich gemacht hat.

Man hat sicherlich keine Wahl, mit welchen Eigenschaften man auf diesem Planeten herumläuft. Aber man hat die Wahl, wie man individuell damit umgeht oder, zumindest das, die Möglichkeit darüber selbst nachzudenken und zu entscheiden.

Habt es gut

Marielle

Edit: Worte umsortiert, die vorher durcheinander waren
Natürlich gibt es andere Personen die andere Wege gefunden haben. Jeder von uns hat seinen Weg gefunden oder sucht ihn noch.
Tina gehört zu den suchenden.

Ich habe früher auch gedacht meine Art mit meinem Crossdressen wäre die einzig richtige.
Das mag für mich so sein (selbst da ist es noch nicht bewiesen dass Alternativen unmöglich gewesen wären), aber ich habe gelernt das jeder seinen eigenen Weg finden muss.
Ich kann meine Meinung weitergeben, genau so wie ich von gemachten Erfahrungen berichten kann, aber ich kann nicht sagen "weil es bei dem und dem richtig war ist das bei dir auch richtig".

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Sa 25. Mär 2017, 09:54
von Joe95
MichiWell hat geschrieben: Fr 24. Mär 2017, 20:15...ich hatte mich mit meiner Expartnerin auch ausgiebig darüber unterhalten, was man den Leuten sagen soll, und würde vor solchen Ausreden eher warnen.

Sie hat mir klar plausibel erklärt, dass man ganz einfache Erklärungen abgeben sollte,
die so nahe wie möglich an der Wahrheit sind, ohne dabei etwas anderes zu verraten.


Was man sagt, muss üerzeugend und so kurz wie möglich sein, und sollte keine Nachfragen provozieren. So bald bei der Geschichte Zweifel aufkommen, wird es ganz schnell problematisch. Auf genaue Nachfragen redet man sich womöglich schnell um Kopf und Kragen. Womöglich fragen die Leute auch nicht, werden aber mißtrauisch, und haben dich ab da auf dem Radar. Dann fallen ihnen plötzlich noch andere kleine Veränderungen auf, die normalerweise niemand interessieren, und ihr Kopfkino läuft auf Hochtouren.

Beispielsweise der "Sport". Da klappt das eigentlich nur, wenn man schon ziemlich ambitioniert eine Sportart betreibt, bei der das nicht ungewöhnlich ist wie Radfahren oder Schwimmen. Spielt man dagegen Tischtennis, Skat oder Dart o.ä., wäre es eine ganz blöde Idee.

Auch die Geschichte mit der Wette ist ziemlich ungeschickt. Das erzeugt schnell Nachfragen zu Anlass der Wette, wer noch daran beteiligt war usw., und wenn das Fell nach 4 Wochen nicht wieder nachgewachsen ist, braucht man neue Erklärungsmodelle.

Besser ihr sagt, ihr habt davon gehört (Werbung für "Body-Shaver" / Artikel in einer Ilustrierten),
wolltet das mal ausprobieren, und es fühlt sich gut an.


An diese Erklärung könnt ihr euch auch viel eher erinnern, wenn die nächste Person fragt. Ihr tretet dabei wesentlich sicherer auf, und wenn zufällig zwei deiner Bekannten auf deine Ganzkörperrasur zu sprechen kommen sollten, gibt es keine Differenzen, die bei ihnen Fragen aufwerfen.

Ich selbst wende diese Strategie seit Jahren erfolgreich an.


Liebe Grüße
Michi

Dem kann ich mich nur anschliessen.
Ich hab die Erfahrung gemacht dass lange und umständliche Erklärungen selbst diejenigen hellhörig - und misstrauig - werden lassen, denen sonst nix auffallen würde.
Wobei es dabei egal ist um welches Thema es geht.
(Oder was denkt ihr wie Eltern herausfinden welches Kind was angestellt hat? Grins...)

Ein einfaches "Ich finds toll!" ist Erklärung genug.
Mag sein das der eine oder andere dann mit etwas wie "du hast sie nicht mehr alle..." antwortet, aber dann ist das Thema auch meist schon durch.

Das mit der Werbung ist ok, wär mir aber schon viel zu viel rechtfertigung und wer sich rechtfertigen muss hat auch meist was auf dem Gewissen. So funktioniert die Menscheit meistens.
Leider...

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Sa 25. Mär 2017, 17:01
von Joe95
Hmm...
Meine Gedanken dazu:
Stell dir vor du hättest mit dem Thema Crossdressen überhaupt nix am Hut.
Stell dir weiter vor du hättest einfach keine Lust mehr auf "flauschig", warum auch immer.

Du kämst im Leben nicht auf den Gedanken das erklären zu müssen.

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Mi 31. Mai 2017, 17:59
von Mina
Huhu Tina,

vieles von dem was Du in deinem letzten Post berichtest, könnte auch ich gewesen sein. Im Kindergarten, Teeniezeit usw.
Klar ist, das etwas von Beginn an in Dir steckt. Eine Seite, ein Teil oder auch vielmehr. Ich finde gut das Du diese Leere durch "vernünftige" Ablenkung füllen zu versucht hast. Bei mir war es das Gleiche, mit dem "Füllen". Meist wurde aber mit Prozenten verfüllt statt schöner Erlebnisse. Diese Zeit ist vorbei und ich bin froh die Kurve gekriegt zu haben, bevor ein Befund erstellt werden konnte.

Ich kann Dir nur raten, höre direkt in Dich hinein und lasse es raus. Du mußt ja nicht provozierend handeln. Sprich, bei Deinen Kollegen durchbrechen oder ähnliches. Zumindest nicht wenn Du Angst davor hast. Es gibt immer Gründe für Angst und Zurückhaltung. Das ist auch gut so, ansonsten hätte der Mensch an sich wohl keine besonders hohe Lebenserwartung. Ein Stück weit ist es also gut "Angst" zu haben. Ein Signal, das man sich mit etwas auseinandersetzen muß/sollte.

Mein Rat wäre, Dich einfach langsam und Schritt für Schritt auszuprobieren. Suche Deine Grenzen und Schranken. Lasse Dir Zeit dabei und versuche jemanden zu finden welcher Dir zuhört. Ja, ich meine einen richtigen Zuhörer. Eine Person welche stundenlang zuhören kann und Du nicht das Gefühl hast lästig zu sein.
Sicherlich ist es nicht einfach so jemanden zu finden, möglicherweise ist da aber schon so jemand und man vermutet es garnicht. ;-)

Aber ich glaube Du hast einen guten Weg vor Dir. Was Du schreibst ist alles klar und definiert. )))(: (so)

Alles liebe
Mina

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Mi 31. Mai 2017, 18:03
von ab08
Hallo Tina,

das hört sich alles für mich sehr vertraut an... :oops:
Mein CO 2008 schenkte mir die innere Ruhe, die ich brauchte und mir auch im schulischen Alltag sehr half.

Hör in Dich hinein, dann machst Du es schon richtig... :wink:

Ganz liebe Grüße
Andrea

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: Mi 31. Mai 2017, 18:48
von Nadin
Hallo TinaH

Noch ein paar Gedanken von mir.

Wenn du die Vorstellungspost anderer Mitglieder liest wirst du sehr viel parallelen finden. Besonders die Ruhe die du bekommst wenn du dich als Frau kleidest und Frau in diesem Moment bist.
Alles Unbekannte macht einem Angst, das war früher so und ist heute auch noch so.
Alles ganz normal.
Du wirst auch auf den Gedanken kommen und dich fragen warum du so bist wie du bist. Ich sag dir jetzt schon, du wirst keine Erklärung bekommen die gibt es einfach nicht, verschwende also darüber keine Zeit. Konzentriere dich auf hier und jetzt.
Keiner kann dir sagen wie dein Umfeld reagieren wird wenn du dich zu deinem anders sein bekennst. Auch du wirst dich in Menschen täuschen mal positiv und mal negativ.
Ich weiß jetzt nicht ob du eine Partnerinn hast oder nicht. Auf jeden Fall muss du so eine Person in deine Leidenschaft einweihen das bleibt dir auf keinem Fall erspart. Denn in einer Beziehung leben und deine Neigung verheimlichen macht einen kaputt.
Du wirst deine Weiblichkeit nicht mehr los. Auch Psychologen und Psychiater können dir da nicht helfen. Es ist ein Teil von dir und das musst du einfach akzeptieren.
Wenn du das schaffst, dann kannst du nach vorne blicken und versuchen heraus zu finden wie weit du gehen willst.

Ich glaube fast das war das Wort zum Sonntag.

Lieben Gruß
Nadin

Re: Zweifel am weiteren Weg und Vorgehen

Verfasst: So 11. Jun 2017, 14:01
von Johanna Dornal
Hallo in die Runde,
seitdem mir meine Psychologin attestiert hat, daß ich ohne Wenn und Aber transsexuell bin, war die innere Zerrissenheit weg. Das war schon mal gut. Jetzt bleibt eigentlich nur noch die Frage abzuarbeiten, wie ich in der kommenden Zeit alles umsetze. Ich habe schon mal angefangen, dezenten Schmuck zu tragen, habe mir komplett meine Arme epiliert bzw. die Harre entfernt und habe meine Fingernägel mit Klarlack lackiert, unauffällig, aber dennoch sichtbar. Bis jetzt gab es im Kollegenkreis und auch anderswo keine Reaktionen, weder positive noch negative. Soweit wäre das in Ordnung, für mich ein Anlaß wieder einen Schritt weiter zu gehen. Das wäre mir vor einem Jahr vollkommen utopisch erschienen. Die Wahrscheinlichkeit einer Geschlechtsangleichung sind wohl realistischer als eine Umkehr. Die geht nach dem gegenwärigen Stand überhaupt nicht mehr. Trotzdem verbleibt immer noch eine Unsicherheit, weil ja sehr Ungewisses vor einem liegt. Und da hoffe ich auf die Unterstützung durch die PT.
Liebe Grüße von Johanna