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Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: Mi 15. Mär 2017, 15:04
von Anne-Mette
Moin,

dieser Artikel es zum Trendthema und spricht von einem Kaleidoskop der Geschlechter:

https://bellevue.nzz.ch/mode-beauty/tre ... -ld.151238

Gruß
Anne-Mette

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: Mi 15. Mär 2017, 16:13
von Frauke
Kein guter Artikel. Sexuelle und geschlechtliche Ausrichtung wird munter vermischt. Alles, was nicht zusammen gehört, wird lustig verquirlt. Das Leben ist bunt und alles ist frei wählbar. Sollte wohl ein Trendartikel werden. Aber entweder hat die Autorin nichts verstanden oder, vermute ich eher, absichtlich so fehlinterpretiert, damit die Darstellung mehr Aufmerksamkeit bekommt.

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: Do 16. Mär 2017, 13:11
von Frauke
Würde ich ja machen, aber, ja so was gibt es noch :), ich habe keinen Facebook-Account.

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: Sa 18. Mär 2017, 02:07
von Lina
Wie wir hier sehen ist, dass wenn man einen Artikel negativ betrachten will, dann gelingt es meistens auch. Man nimmt einfach ein paar Zeilen komplett aus dem Zusammenhang, da hat man es.
Aber das hat man ja oefter hier gesehen.

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: Sa 18. Mär 2017, 09:49
von Frauke
Das Kritik an der Zusammenwürfelung verschiedener Thema zu Geschlechtsidentidät, sozialer Identität und sexuellen Präferenzen hat nun überhaupt nichts damit zu tun, den Artikel "negativ betrachten" zu wollen. Nein, es geht darum, dass gerade in diesem für betroffene Menschen oft sehr sensiblen Bereich, nicht alles in einen Topf geworfen werden sollte, nur um einen lustigen Artikel schreiben zu können.

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: So 19. Mär 2017, 02:45
von Lina
Ayana hat geschrieben: So 19. Mär 2017, 01:20
Lina hat geschrieben: Sa 18. Mär 2017, 02:07 Man nimmt einfach ein paar Zeilen komplett aus dem Zusammenhang, da hat man es.

Wie kann mensch denn Deadnaming aus dem Zusammenhang nehmen? Deadnaming is immer unangebracht und respektlos!
Das ist doch genau was ich beschrieben habe, dass du jetzt tust. Du pickst eine Sache raus und behauptest dies wäre Mass für das ganze.

Und wie wird das überhaupt deadnaming? Es werden verschiedene Phasen vom Leben einiger Personen. Ungeachtet, dass die Person früher bekannt als Andrej Pejic später eine GAOP und Namensänderung bekam, HAT sie eindeutig den Begriff "gender fluid" verkörpert und hieß damals auch Andrej Pejic. Das hat doch nichts mit deadnaming zu tun. Deadnaming ist wenn ich jetzt zu ihr hin gehe und sie Andrej nenne. Was aber wenn Andrej Pejic kurz nach einem der bekannten Interviews, wo sie sagt ihr gender is ausschließlich im Auge des Betrachters von Bedeutung, von einem Stadtbus überfahren und getötet worden wöre?
Wäre es dann immer noch, nach deiner Meinung deadnaming, dieses berühmte Zitat Andrej Pejic zuzuschreiben. Nun, wir hätten kaum eine andere Wahl, weil wir nicht wissen konnten, was kommt. Trotzdem geht es um genau dieselben Aussagen und um dieselbe Person.

Und die Frage, "war Bruce Jenner lesbisch" ist genau so bereichtigt. Zu irgend einer Zeit hat Bruce Jenner auch an sich selbst als Bruce Jenner gedacht und sich überlegt, "wax bin ich eigentlich?" Dies zu verdeutlichen indem man auch den Namen Bruce Jenner benutzt, hat nichts mit deadnaming zu tun. Es geht ja eindeutig um die Person, die damals auch irgend eine Auffassung von sich selbst hatte, die vermutlich anders ist als die Heutige.

So was ist dein Problem eigentlich? Ein journalist schreibt in einem mainstream Medium über ein Thema, das du vielleicht nicht mal verstehst. Und der Journalist macht es in einer Art, die es für ein mainstream Publikum vielleicht sogar einigermaßen verständlich macht. Und was passiert? Da kommst du und viele andere qängelnd und sucht irgend was daran, was man angreifen kann.

Es kommt so ähnlich vor wie der "einzige Schwule im Dorf" in Little Britain: Es DARF nicht verstanden werden. Es MUSS ein Problem geben. Wenn die breite Mehrheit plötzlich sagen würde, "ach ja, jetzt habe ich es verstanden, was es heißt LGB oder T zu sein. Das ist doch völlig OK", dann würde euch irgendwas fehlen.

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: So 19. Mär 2017, 10:11
von Michi
Zu der ganzen "Debatte" fällt mir eigentlich nur ein:

Menschen stecken Menschen gern in Schubladen.
Menschen hassen es, in Schubladen gesteckt zu werden.
Menschen stecken sich selbst gern in Schubladen.
Menschen mögen eigentlich keine Schubladen.
Menschen "erfinden" neue Schubladen als Mittel gegen Schubladen.
[...]

Liebe Grüße
Michi

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: So 19. Mär 2017, 10:18
von Frauke
Ich habe mir den Artikel gerade nochmal in Ruhe durchgelesen. Und noch immer kann ich nichts Gutes finden. Im Gegenteil. Die Formulierungen sind teils abstrus und bewirken keinesfalls, dass Lesern eines Mainstream-Publikums die Thematiken verständlich gemacht werden. Die verfälschten Darstellungen schaden viel mehr betroffenen Menschen.

Und noch etwas zum speziellen Fall von Transsexuellen, welche in dem Artikel vermutl. als Transgender abgehandelt werden. Das sind Frauen und Männer mit einem körperlichen Problem. Sie waren immer schon Frauen und Männer, unabhängig von einer offiziellen Namens- und Personenstandsänderung oder einer GaOP. Da gibt es keine Stichtagsregelung. Von da bis da: Das. Und ab da: Was anderes. Im Artikel wird das fälschlicherweise als "definitive Verwandlung zum anderen Geschlecht" oder eben als "umwandeln" bezeichnet. Ok, bei den gen. Prominenten ist die Vorgeschichte bekannt. Aber ansonsten gilt es eben zu beachten, dass die frühere Zeit und Benennung (zumindest in D auch rechtlich so geregelt) keinen was angeht.

Die Diskussion über den Artikel hat nichts mit einer Einteilung von Menschen in Schubladen zu tun. Nicht immer ist ein Einheitsbrei hilfreich.

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: So 19. Mär 2017, 10:26
von Michi
Hallo Frauke,

natürlich hat es keineswegs nur mit Schubladendenken zu tun. Falls dein Beitrag auf mich bezogen war, fühle ich mich falsch verstanden.

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: So 19. Mär 2017, 13:41
von Inga
Hi, miteinander,

ich finde den Artikel auch nicht so dolle. Das ist nicht nur die Sache, ob sich Crossdresser nun "verkleiden" oder nicht. Da sind auch andere Oberflächlichkeiten. So heißt es am Schluss:

"Man lernt: Die neuen, fliessenden Formen der sexuellen Orientierung und Inszenierung sind kompliziert!"

Zum einem finde ich geht es nicht nur um sexuelle Orientierung und Inszenierung, sondern auch um Idendität.
Zum anderen finde ich es gar nicht kompliziert, sondern es entzieht sich in seiner Vielfalt und Schattierungen einfach nur den alt-bekannten Mann-Frau-Schemata. Was ist denn daran schon kompliziert?

Vielen anderen möchte ich mich anschließen. Für mich ist der Artikel auch eher einer der Art "Gut gemeint, aber nicht gut gemacht."

Liebe Grüße
Inga

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: Mi 22. Mär 2017, 22:24
von Lina
Ayana hat geschrieben: Mo 20. Mär 2017, 01:27
Lina hat geschrieben: So 19. Mär 2017, 02:45 Und wie wird das überhaupt deadnaming? Es werden verschiedene Phasen vom Leben einiger Personen. Ungeachtet, dass die Person früher bekannt als Andrej Pejic später eine GAOP und Namensänderung bekam, HAT sie eindeutig den Begriff "gender fluid" verkörpert und hieß damals auch Andrej Pejic. Das hat doch nichts mit deadnaming zu tun. Deadnaming ist wenn ich jetzt zu ihr hin gehe und sie Andrej nenne. Was aber wenn Andrej Pejic kurz nach einem der bekannten Interviews, wo sie sagt ihr gender is ausschließlich im Auge des Betrachters von Bedeutung, von einem Stadtbus überfahren und getötet worden wöre?
Wäre es dann immer noch, nach deiner Meinung deadnaming, dieses berühmte Zitat Andrej Pejic zuzuschreiben. Nun, wir hätten kaum eine andere Wahl, weil wir nicht wissen konnten, was kommt. Trotzdem geht es um genau dieselben Aussagen und um dieselbe Person.

Und die Frage, "war Bruce Jenner lesbisch" ist genau so bereichtigt. Zu irgend einer Zeit hat Bruce Jenner auch an sich selbst als Bruce Jenner gedacht und sich überlegt, "wax bin ich eigentlich?" Dies zu verdeutlichen indem man auch den Namen Bruce Jenner benutzt, hat nichts mit deadnaming zu tun. Es geht ja eindeutig um die Person, die damals auch irgend eine Auffassung von sich selbst hatte, die vermutlich anders ist als die Heutige.
Das Problem das ich damit habe ist einfach, dass ich mir nicht anmaßen möchte, zu entscheiden, dass es okay ist einen Namen zu benutzen, der nicht der Person entspricht. Die Person heißt einfach Andreja und nicht anders. Wenn die Person es erlaubt, kann mensch gerne in irgendeinem Kontext den früheren Namen benutzen, aber nur mit Erlaubnis. Ich würde nicht wollen, dass mein früherer Name genutzt wird ohne meine explizite Erlaubnis und würde mir eigentlich auch wünschen, dass andere Transpersonen zumindest auch gefragt werden, bevor sie mit einem Namen besprochen werden, der nicht ihrer ist.
Lina hat geschrieben: So 19. Mär 2017, 02:45 So was ist dein Problem eigentlich? Ein journalist schreibt in einem mainstream Medium über ein Thema, das du vielleicht nicht mal verstehst. Und der Journalist macht es in einer Art, die es für ein mainstream Publikum vielleicht sogar einigermaßen verständlich macht. Und was passiert? Da kommst du und viele andere qängelnd und sucht irgend was daran, was man angreifen kann.
Ich weiß nicht, warum das so aggresiv sein muss? Ein Thema, das ich vielleicht nicht mal verstehe? Woher weißt du denn, was ich verstehe? Warum ist meine Kritik "quängelnd"? Ich würde mir wünschen, dass wir gesondert von einer persönlichen Ebene diskutieren können ohne mit "So was ist dein Problem eigentlich?" zu argumentieren. Ich bin sicher, dass das möglich ist :)
Wieso behauptest du jetzt, ich wäre aggressiv. Was ist das für ein Unsinn? Ich bringe hier Fokus auf die Tatsache, dass Leute hier mit fadenscheinigen Argumenten wieder ein gut geschriebenen Artikel durch den Dreck zieht - und dann wirft man den Urheber und gleichzeitig mir vor, ich würde "Deadnaming" verteidigen.
Von wem kommt also der Angriff? Und wen soll ich angegriffen haben?

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: Do 23. Mär 2017, 11:02
von Frauke
Weder geht es hier um einen gut geschriebenen Artikel, noch wird mit fadenscheinigen Argumenten irgend etwas durch den Dreck gezogen. Es gab dazu detailierte Begründungen, die Wiederholungen spare ich mir.

Es ist immer gut, wenn Diskussionen nicht zu sehr ins Persönliche gehen. Die Einschätzung eine Sache oder eines Artikels hängt sicher sehr von der eigenen Betroffenheit/Problematik ab. Das kann zu deutlich unterschiedlicher Einschätzung führen.

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: So 26. Mär 2017, 01:28
von Lina
Frauke hat geschrieben: Do 23. Mär 2017, 11:02 Weder geht es hier um einen gut geschriebenen Artikel, noch wird mit fadenscheinigen Argumenten irgend etwas durch den Dreck gezogen. Es gab dazu detailierte Begründungen, die Wiederholungen spare ich mir.

Es ist immer gut, wenn Diskussionen nicht zu sehr ins Persönliche gehen. Die Einschätzung eine Sache oder eines Artikels hängt sicher sehr von der eigenen Betroffenheit/Problematik ab. Das kann zu deutlich unterschiedlicher Einschätzung führen.

Trotzdem ist es weiterhin mein Eindruck, dass es dir und einigen Anderen darum geht - nicht nur hier sondern bei fast jedem Medienbericht zum Thema TG - Urdefinition gemeint. Jedes mal, wo ein Artikel das Thema so darstellt, dass es für Leute ohne viel Vorwissen relativ schnell begreifbar macht, wird immer los kritisiert, dass nicht gleich ausführliche wissenschaftliche Beschreibungen der jeweiligen Phänomene geliefert wird oder Gott-weiß-was. Scheinbar sind einige hier auch mit mir einig, wie es scheint.

Scheint mir wirklich so, dass der "Normalbürger" es einfach nicht begreifen darf. Das wäre zu leicht - eine wichtige Grundlage für Mitleidsuche / Selbstmitleid wäre für einige Leute verloren. Wie schon erwähnt: Sehr ähnlich dem "einzigen Schwulen in der Stadt" aus der Comedy-Serie "Little Britain".
Statt mich anzugreifen, weil das mein Eindruck ist, dann sag mir lieber wo der Unterschied sein soll.

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: So 26. Mär 2017, 10:37
von Frauke
@Lina,

leider muss ich Dir auch hier widersprechen. Insbesondere Deine Aussagen zur Mitleidsuche oder Selbstmitleid gehen, zumindest bei mir, vollkommen an der Realität vorbei. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich TS als etwas Gutes empfinde.

Und nein, mir geht es sicher nicht darum, in allgemeinen Publikationen wissenschaftliche Abhandlungen zum Thema "Probleme mit der Geschlechtsidentität" zu fordern oder zu erwarten. Aber gerade der hier besprochene Artikel erfüllt nun überhaupt nicht Deinen Wunsch danach, dass Leute ohne Vorwissen schnell das Thema begreiflich wird. Wie ich schon mal schrieb, verschwurbelt der Artikel alle möglichen Phänomene zu einem großen Brei und einer Beliebigkeit. Das führt nicht zur Erklärung und bewirkt bei Unbedarften einen völlig falschen Eindruck.

Es wäre schön, wenn die von Dir genannten Normalbürger einfache und gute Erklärungen lesen könnten. Und da bin ich überhaupt nicht bei der allgemeinen Medienschelte. Ich habe schon viele gute Texte zu dem Thema gelesen. Sogar in Frauenzeitschriften, bei denen ich das nie vermutet hätte. Diese haben z.B. Transsexualität ausgezeichnet und ganz ohne Effekthascherei erklärt.

Ich finde nicht gut, wenn der Eindruck erweckt wird, es gäbe einen beliebigen "Geschlechterwechsel", so als eine Art Lifestyle, heute mal so, morgen wieder anders. Und nicht alle Menschen, die unter dem unschönen "Trans*" zusammengefasst werden, haben gleichartige Probleme (z.B. stören sich eben nicht alle an dem sog. binärem Geschlechtermodell, aber dafür z.B. an ihren körperlichen Gegebenheiten), haben von daher unterschiedliche Lebensentwürfe und benötigen keine oder verschiedene Behandlung bzw. Unterstützung. Dabei geht es mir überhaupt nicht um eine (Ab-)Wertung, sondern darum, unterschiedliche Problematiken zu akzeptieren.

Re: Trendthema «Gender Fluidity»

Verfasst: So 2. Apr 2017, 02:09
von Lina
Frauke hat geschrieben: So 26. Mär 2017, 10:37 ...

Ich finde nicht gut, wenn der Eindruck erweckt wird, es gäbe einen beliebigen "Geschlechterwechsel", so als eine Art Lifestyle, heute mal so, morgen wieder anders. ....
Das hat ja auch nie jemand behauptet. Ich nicht. Der Autor des Artikels nicht, Niemand.
Hier sind wir wieder das, wo nur irgend was zu kritisieren gescuht wird. Es wird etwas beschrieben was nicht genau das darstellt, was deiner Idenittät beschreibt, und gleich geht das ganze gejammere wieder los. Ich will nicht mal wissen, ob du den Begriff "Gender Fluid" überhaupt verstanden hast, denn selbst WENN, dann ist es offensichtlich so, dass ein Artikel, der irgend ein Bereich des Transgender Oberbegriffs verständlich beschreibt, darf nicht sein.