Seite 1 von 4
Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 10:44
von CDenise
Ich muss mir gerade etwas von der Seele schreiben, sorry.
Hier soll es nicht um eine Anleitung zur Selbstmedikation gehen, oder das Verharmlosen von ihr.
Die Risiken einer Hormontherapie sollten, mit oder ohne ärztliche Begleitung, sehr gut überlegt sein.
Was mich allerdings mehr als stört, ist die scheinbar gängige Praxis.
Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass ich ein 60 % Mann bin.
Das ist in sofern erfreulich, dass ich weiß, wer ich bin und wie ich zukünftig weiterleben möchte (immerhin statistisch runde 45 Jahre).
Ich bin also keine Transferau, werde nicht eine GaOP anstreben, meinen Pass nicht ändern lassen und auch nicht bei Familie, Freunden und Arbeit plötzlich in Kleid und Perücke auftauchen.
Das ist nicht das, wie ich mich fühle und sehe.
Was ich aber dennoch möchte, ist meine Eigenwahrnehmung für mich zu verbessern.
Ich möchte meinen bisher unterdrückten 40% Frau den Raum geben, den sie braucht.
Meine persönliche Entscheidung ist eine Hormontherapie, mit allen positiven, wie negativen Begleiterscheinungen.
Nur ist das leider nicht so einfach! Oder ich sehe den Weg nicht vor mir.
Um an das von mir gewünschte Estradiol zu gelangen, muss ich mich bei Ärzten und Therapeuten verbiegen bis zum Lügen oder mich auf einem unsicheren grauen Markt selbst versorgen.
Beides ist nicht meine Art.
Wenn ich nicht jedem erkläre, dass ich 100% Frau bin und sein möchte, bekomme ich auf dem offiziellen Weg keine Therapie/Hormone.
Es scheint so, als würden alle glauben:"Entweder oder!Sekt oder Selters! Wenn Sie nicht 100% Frau sein wollen, dann sind sie sich wohl nicht sicher. Tut mir Leid, keine Hormone!"
Ich bin keine 15 Jahre mehr, habe schon vier Dekaden hinter mir und weiß, wo mein Platz in der Welt ist.
Mein Leben lang konnte ich gut für mich entscheiden, nur hier wird mir jetzt ein Riegel vorgeschoben, was ich nicht akzeptieren möchte.
Welchen Ausweg habe ich, um nicht illegale Hormone aus Drittländern zu besorgen, die das Risiko und die Kosten deutlich erhöhen?
Ich bin frustriert :-/
Denise
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 13:04
von ab08
Hallo Denise,
trotz aller Deiner Bedenken rate ich Dir, einen Arzt/ eine Ärztin zu suchen. Es dauert eventuell eine Weile, bis Du einen vernünftigen Ansprechpartner/ eine vernünftige Ansprechpartnerin findest, der/die Verständnis für Deine Situation hat. Andererseits gibt es die ärztliche Schweigepflicht und es für Deine Gesundheit besser. -> Östrogene kann jeder Arzt verordnen. Wenn der Mediziner es für sinnvoll/notwendig ansieht, geschieht das. (Notfalls zunächst auf Privatrezept)
Liebe Grüße
Andrea
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 13:28
von CDenise
Natürlich weiß ich um die Bedeutung einer Beobachtung bei solch einer drastischen Hormonänderung.
Es ist nur ja leider nicht so, dass ich zu meinem Arzt gehen kann und er mit unerschütterlichem Verständnis sieht, dass ich eine gefestigte Persönlichkeit bin, die sich das nicht erst seit gestern überlegt.
Die meisten verstehen es einfach nicht oder es will nicht in ihr Weltbild passen, welches nunmal schwarz und weiß zulässt.
Ein Zitat eines von mir seit dem gemiedenen Arztes dazu:
"Sie möchten eine Hormontherapie beginnen, aber Sie möchten nicht als Frau leben? Das wird nichts!"
Wie viel Zeit sollte ich investieren, um solch eine Meinung umzudrehen?
Zu wievielen Ärzten muss ich gehen um den einen zu finden, der verständnisvoll zuhören kann und mir wirklich helfen möchte?
Ich bin schon lange keine Zwanzig mehr, da ist der "Halbgott in Weiß"-Komplex bereits einer verärgerten Realität gewichen.
Was mich so unfassbar stört ist, dass ich nicht selbst entscheiden kann, diesen Weg zu gehen, sondern abhängig von der Meinung mindestens einer Person bin, die in den wenigsten Fällen die Zeit oder die Lust hat, es zu verstehen.
Das klingt nach einer Menge aufgestautem Frust, oder? Ist auch so

Denise
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 13:33
von Anja
Hallo Denise,
ich kann Andrea nur zustimmen. Ich habe einen sehr netten und verständnisvollen Hausarzt, der mir die gewünschten Medikamente für die HRT privat verschrieb.
Allerdings war es bei mir klar, das es nur ein Lückenfüller bis zur offiziellen Indikation sein soll.
Ich frage mich, welche Hormonwerte bei einer 40% Frau anzustreben wären? Im Prinzip wird ja der Hormonhaushalt bei der HRT umgedreht, also bei Transfrauen der Testosteronwert in den weiblichen Bereich gedrückt und der Östrogenwert mittels Zugabe in den weiblichen Bereich gehoben.
Wie stellst du dir das bei dir vor?
Du willst nicht als Frau auf der Arbeit erscheinen, aber wie gehst du damit um, wenn dir ein Busen wächst?
Unbedingt checken solltest du den Gerinnungsfaktor wegen Thrombosegefahr.
Grüße
die Anja
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 14:18
von Britt
Hallo Denise,
illegal ist es nur wenn du die Hormone außerhalb der EU kaufst.
Ich denke du solltest dich erst einmal darüber klar werden wie du Rest des Lebens rumlaufen möchtest. Als Mann mit Titten? Ist das dein Ziel? Wenn ja, was ist dann mit den anderen Folgen einer Hormontherapie wie Impotenz?
Auch wenn du dich zu 60% als Mann und zu 40% als Frau fühlst, bei den Hormonen musst du dich für eine Seite entscheiden.
Liebe Grüße,
Britt
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 14:46
von Aubergine
Hallo Denise,
du schreibst:
CDenise hat geschrieben: Mo 6. Mär 2017, 10:44
Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass ich ein 60 % Mann bin.
Das ist in sofern erfreulich, dass ich weiß, wer ich bin und wie ich zukünftig weiterleben möchte (immerhin statistisch runde 45 Jahre).
Ich bin also keine Transferau, werde nicht eine GaOP anstreben, meinen Pass nicht ändern lassen und auch nicht bei Familie, Freunden und Arbeit plötzlich in Kleid und Perücke auftauchen.
Das ist nicht das, wie ich mich fühle und sehe.
Was ich aber dennoch möchte, ist meine Eigenwahrnehmung für mich zu verbessern.
Ich möchte meinen bisher unterdrückten 40% Frau den Raum geben, den sie braucht.
Meine persönliche Entscheidung ist eine Hormontherapie, mit allen positiven, wie negativen Begleiterscheinungen.
für mich klingt das aber sehr widersprüchlich, denn
einerseits bleibst du Mann und willst nur der Frau mehr Raum einräumen.OK
Du willst deiner Familie nix zumuten, auch ok.
Aber wie willst du, nach Einnahme von Hormonen deiner Frau deinen Busen erklären und wie, dass ihr Mann nicht mehr der ist, der sie im Bett glücklich macht? Schiebst du es dann aufs Alter? Schlechte Ausrede wenn man statistisch noch 45 Jahre vor sich hat.
Sorry, aber für mich klingt das alles nicht als durchdacht und auch noch lange nicht ausgereift. und das du damit deiner Frau nichts zumutest glaubst vielleicht auch nur du, denn Frauen haben ein feines Gespür für diese Dinge.
Hast du das vorab mit deiner Frau schon geklärt? Dann ist alles in Ordnung.
Ansonsten kann ich dir nur empfehlen, nochmals gründlich darüber nachzudenken.
Es gibt viele Wege der Frau in dir ihr Recht zu verschaffen. Ob es ausgerechnet Hormone sind, bei einem geplanten Leben als Mann möchte ich anzweifeln.
Das ist vielleicht auch mit ein Grund, warum die Indikation zur Verordnung von Hormonen nicht ganz so einfach ist und sie nicht jeder im Laden kaufen kann.
Denn wenn das Kind mal in den Brunnen gefallen ist, ist eine Umkehr meist nicht mehr möglich.
LG Aubergine
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 15:55
von CDenise
Danke für Deine Zeilen.
Ja, das sollte eine bewusste Entscheidung sein, was sie in meinem Fall ist.
Das ist keine Laune oder Phase, sondern eine Festlegung.
Mir sind die Änderungen der Libido, Erektions-, Zeugungsfähigkeit bekannt. Ebenso die gesundheitlichen Risiken.
Vorherige Gespräche mit dem Partner/der Partnerin sind nur fair, garantiert aber auch nicht eine gleichartige Perspektive.
Es bleibt in letzter Instanz meine persönliche Entscheidung (klingt jetzt hart, aber das ist es).
Erklären muss ich dabei nichts. Die möglichen Auswirkungen sind bekannt.
Und wenn ich die dutzenden Berichte lese, so ist in den meisten Fällen mit eher überschaubarem Brustwachstum zu rechnen.
Um die geht es mir auch nicht in erster Linie.
Emotionalität, innerlich frei werden (klingt schräg), Ausgeglichenheit, "weniger Alphatier", Haut, Haare, Muskel- und Fettverteilung, dass wird angestrebt.
Was daraus in Zukunft wird? Wer weiß das schon, aber warum muss ich mich dazu heute festlegen, um überhaupt zu starten?
LG,
Denise
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 15:59
von ExuserIn-2022-03-18
Hallo Denise,
Ein wenig nachvollziehen kann ich dein Problem schon.
Ich fühle mich schon immer weder als Mann noch als Frau. Bzw. wenn wir schon bei den % sind würde ich mich zu 66% weiblich und zu 33% männlich einschätzen. Aber was ist schon wirklich männlich und wirklich weiblich? Irgendwie alles Klischees.
Ich weiß nur eines seit Jahren: Für mich fühlt es sich falsch an als Mann zu leben und so wahrgenommen zu werden und auch mein männlicher Körper stört mich ziemlich.
Bald habe ich meinen ersten Termin bei einer Psychotherapeutin und da mache ich mir auch schon Sorgen, dass ich vielleicht die HET nicht bekomme, eben aus dem Grund, weil ich niemanden ein Märchen erzählen möchte. Ich kann doch nicht sagen, dass ich mich zu 100% als Frau fühle, wenn es gar nicht so ist
Es sind eben nur 66% oder 70, oder nur 62% ?

Trotzdem möchte ich meine Zukunft weitestgehend "als Frau" verbringen.
Ich habe bislang so gut wie keine Erfahrung mit Ärzten/Therapeuten was dieses Thema anbelangt. Aber ich denke auch, dass "Schwarz-Weiß-entweder-oder-denken" fehl am Platz ist. Vielleicht schwer nachvollziehbar für Menschen deren Geschlechtsidentität eindeutig männlich oder weiblich ist. Aber es ist nun mal so.
LG, Alex
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 16:34
von ab08
CDenise hat geschrieben: Mo 6. Mär 2017, 13:28
"Sie möchten eine Hormontherapie beginnen, aber Sie möchten nicht als Frau leben? Das wird nichts!"
Wie viel Zeit sollte ich investieren, um solch eine Meinung umzudrehen?
Zu wievielen Ärzten muss ich gehen um den einen zu finden, der verständnisvoll zuhören kann und mir wirklich helfen möchte?
Liebe Denise,
die Ausführungen von Daenerys und ihren Tipp Psychiater(Facharzt!) halte ich für ausgezeichnet.
Ansonsten, ...bin ja etwas älter...
Meiner Erfahrung nach, verteilt sich Empathiefähigkeit / Verständnis bei Ärzten wie in der übrigen Bevölkerung.
"Meinung umdrehen" das klappt nicht.

Es kostet Dich sicher einige Mühe, den für Dich richtigen Arzt zu finden...
Andererseits ->
"Man kann vor sich selber nicht weglaufen und sollte zu sich selber ja sagen!"
Zu anderen Punkten meiner Vorschreiberinnen:
Natürlich sollte Deine Partnerin informiert sein.
(Geschah bei mir zu Beginn der Beziehung)
- Bei entsprechenden Kleidungstücken ist ein Busen nicht sichtbar.
(Im Unterricht trug ich Jackett)
- Entgegen anders lautenden Gerüchten verändern Östrogene kaum die Zeugungsfähigkeit.
(Trotz Busen zeugte ich Kinder) -> /Antiandrogene wie Cyproteronacetat bewirken allerdings Sterilität/ *)
Früher oder später sollte jeder/jede sein Leben leben dürfen.
Dass wir dabei trotzdem, soweit möglich, Rücksicht auf andere nehmen sollten, versteht sich von selbst.
Von sturen, verständnislosen Zeitgenossen sollten wir uns andererseits nicht ausbremsen lassen.
Liebe Grüße
Andrea
*)
Zum besseren Verständnis bitte beachten: Seit der Jugend wusste ich, dass ich transsexuell war.
Ich passte mich äußerlich den Umständen so gut wie möglich an, spielte "Mann" und schob das endgültige CO lange auf.
-> Mir halfen die Hormone / Busen etc., die jahrzehntelange Wartezeit bis zur GAOP zu überstehen.
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 16:43
von ExuserIn-2019-12-18
Hallo,
als ich die Überschrift gelesen habe, war ich der Meinung es ginge um etwas anderes ... nur gut, dass Frau auch ab und zu das Kleingedruckte ließt

Ein interessantes Thema und sehr zwiespältig. Als ich darüber nachgedacht habe, viel mir wieder ein, dass ich letztes Jahr ein Gespräch hatte mit eine FzM Person, die mir erzählte, dass sie dabei sei, den Weg zurück zu gehen ... was für eine Vorstellung ... die ganze Mühe und das Gekämpfe - so stelle ich es mir zumindest vor - um dann festzustellen, dass es nicht dazu geführt hat, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden ... die Suche geht weiter ....
Was ich damit sagen möchte ist, abgesehen davon, dass ich persönlich Selbstmedikation extrem unvernünftig finde, die Unzufriedenheit mit sich selbst nicht auf Äußerlichkeiten alleine zurückzuführen sein kann. Ich habe keinen Busen - aber den haben tausende von Frauen auch nicht wirklich. Ich habe Bartwuchs ... den haben manche Frauen auch, wenn nicht sogar stärker als ich. Ich habe kein langes, schönes Haar ... manche Frauen haben auch nur dünne Strähnen auf ihrem Haupt ....
... es geht nicht darum 60% davon und 40% davon zu sein ... sondern 100% sich selbst zu (er)leben .... die Teile in einem zu akzeptieren und damit sein Leben zu gestalten und "glücklich" zu verbringen .... dabei geht es nicht darum, mit allem zufrieden sein zu müssen, aber die Wertigkeit und Aufmerksamkeit, die man Dingen im Leben schenkt, sollten nicht zur Selbstaufgabe und -verzweiflung führen. Das Verrennen in eine Sache kennt ja sicher jeder und ich persönlich glaube, dass "uns" das auch oft passiert. Wir gerne wären wir anders und möchten Idealen möglichst nahe kommen und übersehen dabei oft uns selbst .... und unsere eigenen Stärken und Werte.
Genausowenig wie Geld alleine nicht glücklich macht, so machen uns sicher auch Hormone nicht glücklich, wenn der Rest einfach (noch) nicht passt .....
Das ist meine Meinung und bitte auch so zu verstehen. Vielleicht kann man dem einen oder anderen Folgen. Vielleicht habe ich auch nur Bulls-Shit geschrieben, wer weiß .... aber ich wünsche jedem, dass er glücklich wird und die Unterstützung an der richtigen Stelle bekommt, die ihm hilft 100% er/sie selbst zu sein.
Liebe Grüße
VanessaL
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 18:01
von Nadin
Hallo CDenise
probier doch einfach mal Pueraria Mirifica. Diese Nahrungsergänzungsmittel gibt es frei Verkäuflich im Netzt. Erkundige dich in diesem und anderen Foren über diese Pflanze. Wenn du es einige Zeit in ausreichender Stärke anwendest und es bei dir wirkt (bei den meisten wirkt es) wirst du nach einiger Zeit die Auswirkungen von Östrogenen auf deinen Körper feststellen. Natürlich brauchst du auch hier Geduld. Du bekommst ein Brustwachstum (natürlich kein DD Cup) dein Fett wird anders verteilt (mehr Fett an Hintern und Bauch) deine Muskeln werden weniger, du wirst sensibler in deiner Wahrnehmung, wenn du es lange ein nimmst lässt deine Errektionsfähigkeit nach bis sie dann gar nicht mehr vorhanden ist. Es kann sein das sich deine Fingernägel spalten. Es kann sein das du Thrombose in den Beinen bekommst. (merkst du sofort). Alles das beschriebene bekommst du vermutlich auch wenn du vom Arzt verschriebene Hormone nimmst.
Wenn du PM wieder absetzt dann stellt sich nach einiger Zeit der Körper wieder um. NUR, der gewachsene Busen bleibt dir und wenn du Pech hast bekommst du auch deine Errektionsfähigkeit nicht mehr zurück weil deine Hoden die Produktion von Testosteron eingestellt haben.
Jetzt können alle auf mich los gehen für diesen Vorschlag aber ich denke das ist zumindest das was du willst.
LG
Nadin
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Mo 6. Mär 2017, 21:04
von Tatjana_59
Tabea hat geschrieben: Mo 6. Mär 2017, 18:28
Jedem seinen Weg und jedem seinen Weg wie er sein Geld um die Ecke bringt.
In Soja sind auch weibliche Hormone und Rotklee soll auch in den Wechseljahren genommen werden.
Ich sprach meine Endo mal ganz am Anfang drauf an, sie meinte man müsste da schon sehr sehr große
Mengen nehmen damit irgendetwas passiert.
Deshalb sind die Mittel auch frei verkäuflich und Hormone eben nicht — fragt euch mal warum.
Gruß,
Bea
Bevor ich zum Endo ging habe ich mich PM gewidmet, über einen Zeitraum von mehreren Monaten.
Das Brustwachstum funktionierte definitiv bei mir, wie weit es gegangen wäre kann ich natürlich nicht beurteilen, da ich mit Hormonen begann die ich dann natürlich verschrieben bekam.
Gruß Tatjana
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Di 7. Mär 2017, 11:46
von CDenise
Die Prozentangaben sind nicht so genau zu nehmen, sie sollten nur zeigen, dass es keine 100% oder 0% sind.Es ist viel ausgeglichener.
Der Punkt ist, ich möchte nicht von einer Schublade in die andere springen, nur um einer Klassifizierung gerecht zu werden, die es mir erlaubt so zu sein, wie ich nunmal bin. Und den Eindruck habe ich bisher, wenn es um die Verordnung von Hormonen geht.
Die Auswirkungen sind immens, klar. Es wird sich einiges ändern, das ist gewollt. Aber bitte lasst es doch meine Entscheidung sein und nicht die eines wohlwollenden Gegenüber, der nach einem halben Jahr Therapie gnädig zustimmt (etwas überspitzt).
Pueraria Mirifica ist mir natürlich nicht unbekannt, allerdings auch nicht unumstritten und nicht die Art der HRT, die mir vorschwebt.
Letztendlich ist auch das eine Selbstmedikation, die ich ja gar nicht möchte!
Ich möchte einfach das Recht haben zum Arzt zu gehen und nach einem klärenden, meinetwegen mahnenden Gespräch, Check etc. mit einem Plan für das weitere Vorgehen (Bluttests, Endokrinologe, Urologe) und dem Gefühl einer guten Betreuung die Praxis wieder verlassen.
Selbst wenn ich die Kosten selbst tragen würde, scheint es nicht so einfach zu sein.
Ich würde mich selbst als "Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen (F64.1)" einschätzen und ob daraus irgendwann einmal ein F64.0 wird (Transsexualismus), steht in den Sternen. Heute würde ich sagen, nein.
Denise
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Di 7. Mär 2017, 14:02
von Britt
CDenise hat geschrieben: Di 7. Mär 2017, 11:46
Ich möchte einfach das Recht haben zum Arzt zu gehen und nach einem klärenden, meinetwegen mahnenden Gespräch, Check etc. mit einem Plan für das weitere Vorgehen (Bluttests, Endokrinologe, Urologe) und dem Gefühl einer guten Betreuung die Praxis wieder verlassen.
Selbst wenn ich die Kosten selbst tragen würde, scheint es nicht so einfach zu sein.
Denise
Hallo Denise,
die Hormone darf dir theoretisch jeder Arzt "ohne weiteres" verschreiben. Du musst eben nur einen finden der das macht.
Liebe Grüße,
Britt
Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Verfasst: Di 7. Mär 2017, 14:12
von Joe95
Ich denke Vernunft ist nicht wirklich das Thema hier und jetzt.
Dafür kann ich aber sehr gut nachvollziehen was Denise meint und bezwecken will.
Zu der Prozentrechnung kann und mag ich jetzt auch nicht so sehr viel beitragen, da ich weiblichkeit und weibliches empfinden nicht in mathematische Größen umrechnen kann.
Für mich kann ein Mensch genau so weiblich oder männlich sein wie Licht blau oder rot sein kann.
Es gibt unendlich viel mehr Abstufungen einer Farbe als alle Sprachen der Welt überhaupt benennen können, immer noch viel mehr als man mit den besten Instrumenten feststellen kann.
Ähnlich verhält es sich mit dem Geschlecht.
Ich erkenne keine Grenze zwischen den Geschlechtern, zumal ja eh nur zwei (zumindest einigermaßen) definiert sind.
Meiner Meinung nach geht es hier darum sich selbst zu erkennen, zu definieren. Vielleicht nicht mit Worten sondern mit dem Körper.
Ich selbst sehe mich als etwas androgynes, irgendwo zwischen den beiden definierten Geschlechtern.
Zwar kann ich mein eigenes Geschlecht nicht benennen, aber ich spüre deutlich was zu mir gehört und was nicht.
Eines davon - ich denke da stimme ich mit Denise überein - sind Brüste.
Über Ästhetik möchte ich nicht reden, aber das mein Körper keine Brüste hat empfinde ich als Missbildung, sogar als so starke dass die anderen "Fehler" dagegen kaum eine Rolle spielen.
Ich hab kein Problem damit wenn mich jemand im Bh sieht, aber "oben ohne" fühle ich mich wie ich es mir auch bei einer amputierten "Bio-Frau" vorstelle.
Die Brüste (wenn ich dann nun mal welche hätte) mehr oder weniger gründlich zu verbergen wenn ich (z.B. im Beruf) einen Mann darstellen soll ist für mich kaum einen Gedanken wert, da reicht ein etwas weiteres Kleidungsstück, wie ich sie eh gerne trage, oder zur Not noch ein Minimizer dazu.
Im Privaten, z. B. im Schwimmbad, habe ich nicht das geringste Problem als "Mann mit Brüsten" rumzulaufen, weil diese ja nun mal zu mir gehören.
Das die anderen Menschen mein Geschlecht nicht erkennen liegt ja nun mal daran das es ja nocht nicht einmal eine Bezeichnung dafür gibt und kaum jemand überhaupt ahnt das es da noch mehr als nur die zwei Möglichkeiten gibt.
Die Sehnsucht ich selbst sein zu dürfen ist einfach zu groß.
Sollte ich die Möglichkeit einer Hormontherapie haben würde ich damit auch lieber Gestern als Heute beginnen. Ich weiß dass das weit ab jeder Vernunft ist, aber es ist nicht unüberlegt sondern schon seit Jahren immer wieder abgewägt.
Dabei wäre mir natürlich eine ärztliche Begleitung wichtig, nur eben nicht aufgrund einer bestimmten Diagnose, sondern einfach nur weil es mein Wunsch ist.
Ich möchte noch dazu sagen dass ich auch derzeit sehr oft als "Mann mit Brüsten" in der Öffentlichkeit zu sehen bin.
Leider nur Silikonprothesen, aber sie vermitteln einen kleinen Eindruck davon so sein zu dürfen wie ich wirklich bin.
Es ist ein tolles Gefühl!