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Die Träume
Verfasst: Di 7. Feb 2017, 21:32
von rika
Hallo zusammen. Ich versuche mal, ein Thema zu beginnen, welches mich ziemlich umtreibt.
Zunächst: wegen schwerer Depressionen nehme ich seit 1 1/2 Jahren Trevilor 75, seit einigen Tagen 37,5, also Venlafaxin. In den Nebenwirkungen werden starke Träume erwähnt, die ich immer wieder habe. Da erscheine ich als rika und anders, werde bedrängt und bin in einer völlig wirren Welt. Die Nächte werden zu Albträumen und die Angst vor dem Zubettgehen bleiben unverändert. Meistens gehen diese unvorstellbar langen Träume gegen 3 Uhr los und dauern...
Einige von Euch haben erwähnt, dass ihr auch mit Depressionen zu kämpfen habt. Kennt Ihr dieses Phänomen?
rika
Re: Die Träume
Verfasst: Di 7. Feb 2017, 22:24
von Valerie Bellegarde
Bitte mal PN kucken?
Re: Die Träume
Verfasst: Mi 8. Feb 2017, 06:07
von Michelle_Engelhardt
Hallo rika,
gottseidank bin ich von solchen schlimmen Dingen bislang verschont geblieben. Sowas wünscht man echt keinem. Bis auf eine kurze Depriphase, damals durch Androcur verursacht, geht's mir prima.
Alles Gute für Dich
Michelle
Re: Die Träume
Verfasst: Mi 8. Feb 2017, 07:00
von ExuserIn-2019-12-20
Guten Morgen Rika,
Ich habe leider auch mit Depressionen zu kämpfen und nehme morgens 20 mg Escitalopram und abends 50 mg Opipramol gegen die Ängste.
Vorher nahm ich auch noch 50 mg Opipramol mittags.
Ich habe solche Alpträume gott sei dank nicht aber in letzter Zeit träume ich sehr intensiv und manchmal Dinge ohne jeglichen Zusammenhang.
Wie lange nimmst Du deine Antidepressiva's schon?
Und seit wann sind diese Träume?
Evtl musst Du umgestellt werden....?
Alles Gute und Lg,
Anna
P.S. Schlafstörungen habe ich nicht, zumindest nicht beim einschlafen. Werde aber zwischendurch mal wach, ist auch nicht erholsam...
Re: Die Träume
Verfasst: Mi 8. Feb 2017, 07:33
von Sabrina.P
Wenn ich nicht einschlafen kann, weil sich die "schlechten" Gedanken nicht abschalten lassen versuche ich es mit einem guten Hörbuch, das lenkt gut ab und lässt mich meist dahinschlummern. Wenn es zu lange dauert, nicht einschlafen zu können, stehe ich noch mal kurz auf (30 - 60 Minuten) trinke vielleicht ein Glas Rotwein und lese etwas. Darauf geht es auch im Bett dann leichter einzuschlafen. Aber vielleicht ist das nicht mit dem zu vergleichen, aus welchem Grund ihr nicht einschlafen könnt?
Ab wann geht eine Depression los? Habt ihr das jede Nacht bzw. wie oft?
Re: Die Träume
Verfasst: Mi 8. Feb 2017, 08:16
von ExuserIn-2019-12-20
Sabrina.P hat geschrieben: Mi 8. Feb 2017, 07:33
Wenn ich nicht einschlafen kann, weil sich die "schlechten" Gedanken nicht abschalten lassen versuche ich es mit einem guten Hörbuch, das lenkt gut ab und lässt mich meist dahinschlummern. Wenn es zu lange dauert, nicht einschlafen zu können, stehe ich noch mal kurz auf (30 - 60 Minuten) trinke vielleicht ein Glas Rotwein und lese etwas. Darauf geht es auch im Bett dann leichter einzuschlafen. Aber vielleicht ist das nicht mit dem zu vergleichen, aus welchem Grund ihr nicht einschlafen könnt?
Ab wann geht eine Depression los? Habt ihr das jede Nacht bzw. wie oft?
Hallo Sabrina,
Mögliche erste Anzeichen sind:
Schmerzen (z.B. unspezifische Kopf- oder Bauchschmerzen);
ständige Müdigkeit, Energiemangel;
nachlassendes sexuelles Interesse;
Reizbarkeit, Angst;
zunehmende Lustlosigkeit, Apathie;
missmutige Stimmungslage;
Schlafstörungen;
Appetitlosigkeit.
Wenn man ein oder mehrere dieser Symptome mindestens 2 Wochen durchgehend hat, beginnt der Arzt von einer Depression zu sprechen.
Diese wird dann unterschieden in einer leichten, mittelschweren und schweren Depression.
Lg,
Anna

Re: Die Träume
Verfasst: Mi 8. Feb 2017, 09:48
von rika
Nein, ich nehme keine anderen Medikamente, sondern seit 1 1/2 Jahren Trevilor 75, seit dieser Woche 37,5 und hoffe, mit dieser 50er Packung "auszuschleichen".
Die Depression geht leider nicht los wie Zahnschmerzen oder ein gebrochenes Bein. Sie schlich in mich ohne dass ich es zunächst bemerkte. Berufliche Sorgen waren sicher einer der Aulöser. Mir fehlte immer mehr die Freude am Tun. Der Weg zu Kunden oder ins Büro wurde mühsamer, die Hoffnung auf den baldigen Abend und das Wochenende stärker und gleichzeitig die sonntägliche Furcht vor der neuen Woche. Dabei arbeite ich gerne und habe die Aufgaben ganz gut im Griff. Aber ich schaffte sie einfach nicht mehr, gab immer weniger Antworten auf Fragen und ließ zu vieles schleifen.
Vor knapp 3 Jahren bekam ich einen ersten gesundheitlichen Warnschuss: mich quälte über mehrere Monate ein dicker Nierenstein, der erst nach mehrmaligem Zerstören aufgelöst war. Der Katheder machte mir das Leben schwer. Mitte 2015 kam die nächste gelbe Karte: ich konnte das Kfz-Kennzeichen meines Vordermannes nicht mehr lesen und beendete ein Abendessen mit Freunden um 21:00 h, indem ich sie bat, zu gehen. Am Sonntag danach war ich extrem unruhig und die Freunde besorgt. Montags rief ich auf Anraten eines befreundeten Arztes eine Psychiaterin an und bekam dank Privatversicherung kurzfristig einen Termin. Sie diagnostizierte fast alle Symptome der schweren Depression, riet zur stationären Behandlung und erwähnte, dass ich zur Gruppe der höchst suizidgefährdeten Menschen gehöre: 1. Mann, 2. um die 60. Ja, da waren dunkle Gedanken. Nebenbei schob ich im September noch 4 Autos ineinander.
Ich ging in keine Klinik sondern ca. 15 x zu ihr, bis ich das Gefühl hatte, dass sie mir nicht wirklich hilft. Das Trevilor wirkte typisch: erst geht es 2 Wochen weiter bergab und dann kommt die Euphorie. Das A3-große Beiblatt weist auf Nebenwirkungen hin wie anfänglicher nächtlicher Schweiß (stimmt) und starke Traumbildung. Der Wirkstoff von Trevilor ist Venlafaxin, es steuert die Botenstoffe im Gehirn, die bei Menschen mit Depressionen fehlgeleitet sind.
Etliche Wochen war ich nur stundenweise in der Firma. Mit der Diagnose ging ich sehr offen um und habe da einige Menschen überfordert. Andere bestätigten mir, dass sie eigene Erfahrungen haben.
Heute geht es mir ziemlich gut, ich habe Freude an der Arbeit und den Kontakten zu Kunden und Lieferanten. Meine Freunde bestätigen mir, dass ich wieder "wie früher" bin. Zwar musste ich mit meiner Firma Insolvenz anmelden, aber das war das Ende mit Schrecken und die Verwalterin lässt mich arbeiten und leben. Und dann habe ich noch ganz neue "Therapeuten" gefunden: ich betreue eine Familie, die aus Afghanistan geflohen ist und in meiner Nähe wohnt. Wenn ich die 4-Jährige Sana in den Kindergarten bringe oder von dort hole (ich darf) und sie mir erzählt und mit mir lacht und wenn ich bei ihnen zuhause begrüßt werde als Onkel Wagner, dann ist alles gut.
Die Träume in der zweiten Nachthälfte bleiben. In ihnen treten Familienmitglieder, ehemalige Mitarbeiter und Nachbarn auf. Oft werde ich bedrängt oder bedroht. rika und Herr W. sind häufig präsent. Die empfundene Zeit der Träume ist extrem lang und kostet viel Kraft; manchmal reißt mich der Wecker regelrecht heraus. Ich träume nicht ungerne, aber diese Permanenz und Intensität ist ungemein anstrengend.
rika
Re: Die Träume
Verfasst: Mi 8. Feb 2017, 16:16
von ExuserIn-2018-11-10
Hallo. Ich habe zwar nicht solche Albträume in der intensität, aber was Du aus den Träumen bescheibst habe ich im wachzustand. Also das ich mich bedrängt und bedroht fühle. Ich glaube das es bei mir mit schuldgefühlen zusammen hängt, das ich so nicht richtig bin wie ich mich fühle und mich deswegem schäme.