Hallo, ich (Lex) wollt mich hier kurz vorstellen.
Verfasst: Do 2. Feb 2017, 23:17
Hallo,
mein Name ist Lex (von Alex), bin 21 Jahre alt und trans. (MtF)
Ich bin hier, weil ich Leute suche, denen es so geht, wie mir, die Erfahrung haben, mich vielleicht besser verstehen als diverse Leute in meinem Umkreis und ich mich einfach auch informieren möchte.
Kurze Memo zu mir. Ich bin ein Mensch mit turbulenter Geschichte. Leider, denn ich mags eigentlich eher ruhig. Hab mich von der Hauptschule bis ins Abi hochgekämpft, dazu aus einer sozial schwachen Familie am Rande des Existenzlimits und ohne Vater, dafür aber mit depressiver und narzisstischer Mutter. Zudem über fünf Jahre Mobbingopfer an der Dorfhauptschule. Und eben im falschen Körper geboren. Richtig geoutet habe ich mich nie. Meine Mum fand einen Lippenstift und ein paar Ohrringe, als sie mein Zimmer durchwühlt hat, während ich mit einer Blinddarminfektion im Krankenhaus lag. War ne tolle Situation. Aus der Narkose aufgewacht und direkt angeschnauzt von der eigenen Mutter, in einem voll besetzen Zimmer... ich sei ja nicht normal und für was sie sich eigentlich noch schämen muss...
Naja. Meine Psychologin hat mich dagegen gut verstanden, und mir geholfen, das Ganze zu überleben. Ich musste das Thema jedoch erstmal beiseite legen. Denn meine Mutter hat sich in allem quer gestellt und mir mit dem 18ten Lebensjahr klar gemacht, wenn ich das durchziehe, flieg ich aus der Wohnung. Und zwar ohne meine Zeugnisse, Geld, Handy, oder Unterlagen, wie Ausweis und Geburtsurkunde. Kurz, sie hat mich erpresst. Zwei Jahre musste ich das mitmachen. Sie verließ das Haus nichtmehr, hatte Angststörungen entwickelt. Und sie hasste mich. Ich hab einen 1er Haupt und einen 1er Realschulabschluss hingelegt, sogar ein Stipendium bekommen, in der 12ten. Aber ich war ihr trotzdem nix wert. Gar nichts...
Ihr ungesunder Lebensstil brachte sie letztes Jahr im Januar dann um. Herzstillstand. Mein Bruder und ich standen plötzlich ganz allein da. Ich war in der 12. Klasse, hab zu viel verpasst, muss jetzt wiederholen. Mein Bruder ist völlig durch. Er hat sich verändert. Reagiert auf "das Thema" (so nenn ich in seinem Beisein nur noch) extrem gereizt. Letztens nannte er mich eine Fotze und warf nen Buch nach mir (er hat ne Flare Jeans gefunden)... Hilfe von Psychologen nimmt er aber nicht an. Tja. Jedem das seine. Ich hab jedenfalls beschlossen, langsam in Richtung Transition zu gehen. Einfach, weil ich meinen Körper und seine testosterongebeutelten Anwandlungen nicht mehr ertragen kann. Es tut beinahe schon körperlich weh.
Ich will mal Paläontologin werden. Oder, wenn das nicht klappt, eine Ausbildung zur Fotografin machen und dann auf Filmschaffen umsteigen. Früher hatte ich Angst, dass das nicht geht, weil ein Chef einen Transgender niemals akzeptieren könnte. Hab da üble Sachen im Netz gelesen. Auch in diversen Büchern steht viel über soziale Ausgrenzung. Und da in letzter Zeit so viele.... ich seh halt, wie die Welt verroht. Das macht mir einfach Angst. Und RTL hat da auch nicht viel geholfen. Mum zwang mich, diese Serie damals auf RTL 2 anzusehen. "Transgender, mein Weg ins Glück".... heilige Maria, dass war typisch Skandalfernsehen. Ich hab mich so geschämt. Hab geglaubt, ich hab kein Recht zu existieren.
Ich hab mich daher sehr in meine Schularbeiten verbissen, gehofft, dass wenn ich die Beste bin, mit Supernoten, man meine Andersartigkeit irgendwie schon akzeptieren würde. Das war sozusagen mein Zweig der Hoffnung. Na ja.
Jetzt bin ich hier, von einer Dame bei Trakine hier her geschickt. Und veröffentliche meine Lebensgeschichte. Tja, wer hätte das gedacht. Ich jedenfalls nicht.
Noch kurz zu meinen sonstigen Interessen/Desinteressen:
Ich liebe Dinosaurier und andere Urzeitviecher. Sind einfach toll, und Fossilien erst. Huiiii
. Ich liebe reisen, obwohl ich erst letztes Jahr zum allerersten Mal, mit meiner Abiklasse, verreist bin. Davor gings nie. Mum konnte nicht und an sich waren wir einfach auch zu arm. Ich liebe die Fotografie. Im Sommer lauf ich immer barfuß herum, ist so ne Marotte, als ich klein war, musste ich, weil wir uns kaum etwas leisten konnten, immer ohne Schuhe rumlaufen, damit das einzige Paar im Winter noch zu was taugte. Hab mich wohl einfach dran gewöhnt. Oh, und ich liebe Star Wars. Ja, klingt jetzt alles eher nicht so typisch Mädchen, aber ich hab mir, was geschlechtsdimorphes Verhalten angeht, nie wirklich einen Kopf gemacht. Was mir Spaß macht, wird gesuchtet. ^^
Was ich jedoch gar nicht ab kann, sind Trolle (nicht die Norwegischen, die Web-Trolle), sowie Rassisten und Faschismus. Ich toleriere kein Mobbing und beukottiere jegliche Religion, seit man mir an den Kopf warf, dass Gott Transgender nicht liebt, und diese zur Hölle fahren werden. Das hat mir irgendwie den Glauben verdorben. Nu ja.
Das bin ich. Wenn ihr Fragen habt, oder so, könnt ihr gern schreiben. Ich hoffe, dass ich alles richtig gemacht hab, ich bin das erste Mal in einem solchen Forum und will keinem auf die Füße treten. Weil meine Devise lautet, wenn man nett ist, sind es die anderen vielleicht auch. So, genug Monolog.
mein Name ist Lex (von Alex), bin 21 Jahre alt und trans. (MtF)
Ich bin hier, weil ich Leute suche, denen es so geht, wie mir, die Erfahrung haben, mich vielleicht besser verstehen als diverse Leute in meinem Umkreis und ich mich einfach auch informieren möchte.
Kurze Memo zu mir. Ich bin ein Mensch mit turbulenter Geschichte. Leider, denn ich mags eigentlich eher ruhig. Hab mich von der Hauptschule bis ins Abi hochgekämpft, dazu aus einer sozial schwachen Familie am Rande des Existenzlimits und ohne Vater, dafür aber mit depressiver und narzisstischer Mutter. Zudem über fünf Jahre Mobbingopfer an der Dorfhauptschule. Und eben im falschen Körper geboren. Richtig geoutet habe ich mich nie. Meine Mum fand einen Lippenstift und ein paar Ohrringe, als sie mein Zimmer durchwühlt hat, während ich mit einer Blinddarminfektion im Krankenhaus lag. War ne tolle Situation. Aus der Narkose aufgewacht und direkt angeschnauzt von der eigenen Mutter, in einem voll besetzen Zimmer... ich sei ja nicht normal und für was sie sich eigentlich noch schämen muss...
Naja. Meine Psychologin hat mich dagegen gut verstanden, und mir geholfen, das Ganze zu überleben. Ich musste das Thema jedoch erstmal beiseite legen. Denn meine Mutter hat sich in allem quer gestellt und mir mit dem 18ten Lebensjahr klar gemacht, wenn ich das durchziehe, flieg ich aus der Wohnung. Und zwar ohne meine Zeugnisse, Geld, Handy, oder Unterlagen, wie Ausweis und Geburtsurkunde. Kurz, sie hat mich erpresst. Zwei Jahre musste ich das mitmachen. Sie verließ das Haus nichtmehr, hatte Angststörungen entwickelt. Und sie hasste mich. Ich hab einen 1er Haupt und einen 1er Realschulabschluss hingelegt, sogar ein Stipendium bekommen, in der 12ten. Aber ich war ihr trotzdem nix wert. Gar nichts...
Ihr ungesunder Lebensstil brachte sie letztes Jahr im Januar dann um. Herzstillstand. Mein Bruder und ich standen plötzlich ganz allein da. Ich war in der 12. Klasse, hab zu viel verpasst, muss jetzt wiederholen. Mein Bruder ist völlig durch. Er hat sich verändert. Reagiert auf "das Thema" (so nenn ich in seinem Beisein nur noch) extrem gereizt. Letztens nannte er mich eine Fotze und warf nen Buch nach mir (er hat ne Flare Jeans gefunden)... Hilfe von Psychologen nimmt er aber nicht an. Tja. Jedem das seine. Ich hab jedenfalls beschlossen, langsam in Richtung Transition zu gehen. Einfach, weil ich meinen Körper und seine testosterongebeutelten Anwandlungen nicht mehr ertragen kann. Es tut beinahe schon körperlich weh.
Ich will mal Paläontologin werden. Oder, wenn das nicht klappt, eine Ausbildung zur Fotografin machen und dann auf Filmschaffen umsteigen. Früher hatte ich Angst, dass das nicht geht, weil ein Chef einen Transgender niemals akzeptieren könnte. Hab da üble Sachen im Netz gelesen. Auch in diversen Büchern steht viel über soziale Ausgrenzung. Und da in letzter Zeit so viele.... ich seh halt, wie die Welt verroht. Das macht mir einfach Angst. Und RTL hat da auch nicht viel geholfen. Mum zwang mich, diese Serie damals auf RTL 2 anzusehen. "Transgender, mein Weg ins Glück".... heilige Maria, dass war typisch Skandalfernsehen. Ich hab mich so geschämt. Hab geglaubt, ich hab kein Recht zu existieren.
Ich hab mich daher sehr in meine Schularbeiten verbissen, gehofft, dass wenn ich die Beste bin, mit Supernoten, man meine Andersartigkeit irgendwie schon akzeptieren würde. Das war sozusagen mein Zweig der Hoffnung. Na ja.
Jetzt bin ich hier, von einer Dame bei Trakine hier her geschickt. Und veröffentliche meine Lebensgeschichte. Tja, wer hätte das gedacht. Ich jedenfalls nicht.
Noch kurz zu meinen sonstigen Interessen/Desinteressen:
Ich liebe Dinosaurier und andere Urzeitviecher. Sind einfach toll, und Fossilien erst. Huiiii
Was ich jedoch gar nicht ab kann, sind Trolle (nicht die Norwegischen, die Web-Trolle), sowie Rassisten und Faschismus. Ich toleriere kein Mobbing und beukottiere jegliche Religion, seit man mir an den Kopf warf, dass Gott Transgender nicht liebt, und diese zur Hölle fahren werden. Das hat mir irgendwie den Glauben verdorben. Nu ja.
Das bin ich. Wenn ihr Fragen habt, oder so, könnt ihr gern schreiben. Ich hoffe, dass ich alles richtig gemacht hab, ich bin das erste Mal in einem solchen Forum und will keinem auf die Füße treten. Weil meine Devise lautet, wenn man nett ist, sind es die anderen vielleicht auch. So, genug Monolog.