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Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Mo 30. Jan 2017, 13:29
von Svetlana L
Auf queer.de wird von einer neuen Werbekampagne der Telekom berichtet, wo in einem der Spots auch vier Dragqueens gezeigt werden. Das zeigt natürlich einerseits, dass Minderheiten verstärkt in den Blick der Werbebranche rücken - was ja aber auch nicht ganz uneigennützig ist, denn letztendlich geht es um den Zugang zu neuen Kunden(gruppen). Aber auch das Motto der Kampagne "Wenn es sich nach Familie anfühlt, dann ist es auch Familie" spricht für sich und für einen offenen Gebrauch des Begriffs Familie. Andererseits befürchte ich aber auch, dass da wieder ein falsches Bild von Transgendern in die Köpfe der breiten Allgemeinheit gepflanzt wird, hauptsache schrill und bunt muss es sein.

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Mo 30. Jan 2017, 14:22
von ab08
Svetlana L hat geschrieben: Mo 30. Jan 2017, 13:29 dass da wieder ein falsches Bild von Transgendern in die Köpfe der breiten Allgemeinheit gepflanzt wird
Danke liebe Svetlana für die Information
:oops: Das Bild braucht nicht gepflanzt zu werden, das Bild ist seit langer Zeit präsent. :oops:
Es geht darum, endlich mal der Allgemeinheit zu vermitteln, dass transsexuelle Menschen normale Menschen sind.

Liebe Grüße
Andrea

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Mo 30. Jan 2017, 14:25
von Svetlana L
ab08 hat geschrieben: Mo 30. Jan 2017, 14:22Das Bild braucht nicht gepflanzt zu werden, das Bild ist seit langer Zeit präsent.
Ja, Andrea, du hast natürlich recht - dann wird das Bild nicht gepflanzt, sondern gegossen, gehegt und gepflegt - leider! :((a

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Mo 30. Jan 2017, 18:28
von ab08
Daenerys Targaryen hat geschrieben: Mo 30. Jan 2017, 15:26Unter TS gibt es auch ganz schön schrille Leute. Ich kenne welche, die rennen mit Bartschatten und rosa Blüschen durch die Gegend. Bei anderen reicht ein Blick in den Kleiderschrank und man denkt, man sei im Fetischladen.
Da geb ich Dir völlig Recht, liebe Daenerys,

aber es gibt eben auch sehr viele, die normal ihrem Beruf nachgehen und eigentlich nur unbelästigt ihr Leben leben wollen.

-> Um diese Menschen ging es mir im letzten Beitrag und ich präzisiere daher, was ich meinte:
"Es geht darum, endlich mal der Allgemeinheit zu vermitteln, dass transsexuelle Menschen meist normale Menschen sind."
Aber leider verkaufen sich in Presse und Werbung eben Sensationen und schrille Selbstdarsteller viel besser... :oops:

Liebe Grüße
Andrea )))(:

P.S. Zu meinem Avatar:
Das ist eines der wenigen offiziellen Photos, das ich besitze. In Öffentlichkeit/ Schule usw. bin/war ich immer unspektakulär gekleidet. Lippenstift ja, aber mehr auch nicht.(vgl. Galerie)

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Mo 30. Jan 2017, 18:52
von Yasmine
Daenerys Targaryen hat geschrieben: Mo 30. Jan 2017, 15:26 Ich würde euch ja gerne Recht geben, mir geht das von Drags geprägte Image von TS auch auf den Geist.
Na ja, Drag Queens und TS gehören einfach nicht in einen Topf geworfen!
Drag Queens haben ihre Daseinsberechtigung und jede einzelne ist Gold wert! Sie verdienen den höchsten Respekt! Punkt.
Das selbe gilt halt auch für Transgender.
Beide sind für mich herzlich willkommen.

LG
Yasmine

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Mo 30. Jan 2017, 20:10
von ab08
Hallo Jasmine, hallo Daenerys,

Conchita mag ich auch, Drag Queens finde ich ebenfalls interessant/toll und sie haben sicher ihre Daseinsberechtigung.
-> Dass Transsexualität im Grunde nichts damit zu tun hat, ist hoffentlich für alle hier offensichtlich.

"Was können wir dagegen tun?"
Es ist ein langfristiger Prozess. - Aber jede(jeder), die(der) ihr(sein) Leben offen lebt, leistet sicher einen kleinen Beitrag zur Lösung dieses Problems.

Liebe Grüße
Andrea

@Daenerys - Danke für Deine hübsche Erläuterung! - Übrigens, auch meine älteste Tochter ist Historikerin.
Unsere Gespräche sind meist sehr intensiv, das erweitert bisweilen das Blickfeld :wink:

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Mo 30. Jan 2017, 22:27
von Michi
Bei manchen Kommentaren musste ich grad den Kopf schütteln.
Das liest sich genau so wie wenn sich Homosexuelle über Tunten und Kampflesben auslassen.
Einerseits Toleranz und Akzeptanz fordern, und gleichzeitig intolerant sein. - Das geht sowas von gar nicht! :((a

Folgenden Link habe ich in den Kommentaren zum oben verlinkten Artikel auf queer.de gefunden:
https://gleichheitunddifferenz.wordpres ... onokultur/

Kann ich nur dringend empfehlen zu lesen.

Danke.

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Di 31. Jan 2017, 06:11
von Svetlana L
MichiWell hat geschrieben: Mo 30. Jan 2017, 22:27 Bei manchen Kommentaren musste ich grad den Kopf schütteln.
Das liest sich genau so wie wenn sich Homosexuelle über Tunten und Kampflesben auslassen.
Einerseits Toleranz und Akzeptanz fordern, und gleichzeitig intolerant sein. - Das geht sowas von gar nicht! :((a
Kannst du das mal bitte präzisieren? Vielleicht habe ich die von dir gemeinte(n) Stelle(n) überlesen. Ganz im Gegenteil haben sich einige doch sogar recht positiv über Dragqueens geäußert.
So wie ich das sehe, sind Dragqueens in aller Regel schwule Männer mit Hang zu transvestitischer Selbstdarstellung /(mal ganz salopp ausgedrückt) - und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Mit ging es lediglich um das falsche Bild, das in den Köpfen der Menschen entsteht - bzw. schon lange vorhanden ist (danke Andrea) -, denn da sehen alle: "Ah, so sehen also Transsexuelle aus" und es kommt doch keiner auf die Idee, dass das eine mit dem anderen wenig bis gar nichts zu tun hat. Andererseits weiß ich natürlich auch, dass der "normale" trans*-Menschen (was ist schon normal), der morgens seine Brötchen holen geht und danach zur Arbeit muss, nicht so der Quotenbringer sein dürfte.

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Di 31. Jan 2017, 10:33
von Astrid
Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich hier wieder verrenne, aber ich sehe auf dem Foto lediglich vier Menschen in offensichtlicher Partylaune. Von Transsexuellen ist dort doch garnicht die Rede, die habt Ihr doch erst ins Spiel gebracht. Überhaupt scheinen die Charaktere recht überspitzt dargestellt zu sein, wie ja auch auf dem unteren Foto die konservativen Eltern des Punks.

Befremdlicher finde ich, was hier im Thread abgeht. Ich fasse mal sinngemäß und etwas provokant zusammen:
Die breite Allgemeinheit ist stets unwissend.
Transgender feiern nicht schrill und ausgelassen auf dem bunten Sofa.
Dragqueens sind keine normalen Menschen, haben aber sicher auch ihre Daseinsberechtigung.
Die Telekom versucht, Transsexuelle ins falsche Licht zu rücken, ähnlich wie es einst Hollywood mit Kaiser Nero getan hat und heute die bartbeschatteten Kleidträgerinnen, ebenso die Fetischisten.
Und überhaupt, Conchita Wurst ist keine von uns!

Vielleicht sind es ja genau Eure Kommentare die MichiWell meint. Ich zumindest empfinde sie zum Teil recht abgrenzend und abwertend, auch wenn Ihr noch flugs hinterherschiebt, alles sei "in Ordnung" und "toll", aber...

Ein harmloser Werbespot mit vier fröhlich ausgelassen feiernden Menschen kann niemals ein Image schädigen. Macht doch nicht die Lebensweise anderer für Eure eigenen Probleme verantwortlich. Das machen schon die Rechten.

Liebe Grüße - Astrid

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Di 31. Jan 2017, 11:07
von Anke
Hallo,

ich fürchte, hier wird der falsche Baum angebellt.

Wer den Artikel bis zum Ende liest, der sieht, dass sich die Telekom im Thema LGBT bisher sehr positiv hervorgetan hat. Als Mitarbeiterin in einer Tochter des Konzern habe ich das selbst erlebt und kann das nur bestätigen. Vor allem der ehemalige Personalvorstand Thomas Sattelberger hat da vieles bewegt.

Bei diese Werbung wird mit Klischees und Extremen gespielt: stock konservative Eltern und der Punkersohn. Das generiert Aufmerksamkeit und genau darum geht es ja. Da passt ein transsexueller Mensch, der ganz normal in seinem Umfeld lebt nicht rein, die Drag Queens dagegen schon. Letztere sind eben schrill und auffällig und genau das wird in diese Werbekonzept gebraucht.

Was mir an der Werbung gefällt ist die implizit enthaltene Botschaft: all das was ihr hier seht, das ist völlig normal. Also bleibt locker, wir sind es auch. Und in unserer Gesellschaft ist für alle Platz, für den Punk, die Konservativen, die Drag Queens, usw.

Und auch der Satz: "Für alle die Familie sind" gefällt mir gut. In einer Zeit, in der die AFD die Rückkehr zu verstaubten Familienidealen propagiert, ist das doch ein gutes Signal. Wenn sich ein großer Konzern traut sich in dieser Weise zu positionieren, dann funktioniert das nur, wenn er auf Breit Akzeptanz und nicht einen Sturm der Entrüstung hervorruft.

Liebe Grüße

Anke

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Di 31. Jan 2017, 11:57
von Svetlana L
Astrid, niemand hat hier behauptet, dass Drags keine normalen Menschen seien. Also bring' hier bitte keinen falschen Zungenschlag rein.
Und das Conchita sich selbst nicht als trans* sieht, dürfte mittlerweile hinreichend bekannt sein. Sie hat in einem englischsprachigen Interview sinngemäß gesagt, dass das, was sie macht, glamouröse Inszenierung ist und nicht das richtige Leben. Dagegen sei im Leben von trans*-Menschen, die im falschen Körper geboren sind, nichts glamourös oder leicht.

Grundsätzlich sehe ich es wie Anke, dass die ganze Kampagne erstmal grundsätzlich positiv ist - so hatte ich es in meinem Ausgangsbeitrag ja auch geschrieben. Und das die Telekom in dieser Hinsicht seit Thomas Sattelberger (den ich übrigens auch schon live erleben durfte und sehr schätze, der aber auch gesagt hat: "Wo Diversity drauf steht muss noch lange nicht Diversity drin sein") eine Vorreiterrolle inne hat, kann man nicht oft genug betonen. Andererseits denke ich aber auch, dass es gerade für Konzerne dieser Größenordnung keine große Herausforderung (mehr) ist, sich für LSBTTIQ-Belange einzusetzen. Allumfassende Diversity-Richtlinien gehören da heute eher schon zum guten Ton. Eine Herausforderung wäre es nach meiner Einschätzung eher für mittlere oder kleinere Unternehmen, Handwerksbetriebe zum Beispiel.

Re: Telekom und ihre Dragqueens

Verfasst: Di 31. Jan 2017, 21:24
von Michi
Astrid hat geschrieben: Di 31. Jan 2017, 10:33 [...]
Vielleicht sind es ja genau Eure Kommentare die MichiWell meint. Ich zumindest empfinde sie zum Teil recht abgrenzend und abwertend, auch wenn Ihr noch flugs hinterherschiebt, alles sei "in Ordnung" und "toll", aber...
Danke Astrid, genau so habe ich das gemeint.

Ich kann nur allen mal raten, den von mir velinkten Artikel zu lesen hat. Da ist die Problematik besser dargestellt, als ich das auf die Schnelle zusammenfassen könnte.