Nur an den Knöpfen zeigt sich noch der Unterschied
Verfasst: So 8. Jan 2017, 14:38
Hallo zusammen
Unter dieser Überschrift erschien in der "Mittelbayerischen Zeitung" am 02.01.2017 ein interessanter Artikel:
"Genderneutrale Mode liegt stark im Trend. Das hat durchaus nicht nur mit dem zunehmenden Aufbrechen traditioneller Geschlechterrollen zu tun.
T-Shirts, Jacken und Hosen, designt für Männer und Frauen: Geschlechtsneutrale Kleidung ist keine Fiktion mehr. Modemacher wie Gareth Pugh, Ann Demeulemeester oder die Marke Comme des Garcons bringen Unisex-Kollektionen auf den Markt und richten sich damit bewusst an beide Geschlechter. Auch auf den Laufstegen haben Männer und Frauen schon die gleichen Stücke präsentiert. Designer Rad Hourani war der erste, der 2013 geschlechtsneutrale Haute-Couture-Kollektion herausbrachte. Unisex Models wie Transfrau Andrej Pejic sind gut gebucht. Aktuell sind Unisex Kleidungsstücke noch sehr zurückhaltend im Design und in der Farbgebung fast schon puristisch, sagt Mara Michel, Geschäftsführerin des Netzwerks deutscher Mode- und Textil-Designer in Würzburg. Wir sehen viel schwarz, weiß oder grau gehaltene Bekleidung, in dezenten Nichtfarben sozusagen. Ihrer Meinung nach wird dies jedoch nicht so bleiben. Bislang ist Unisex Kleidung nicht mehr als eine Sparte. Die modischen Geschlechtergrenzen weichen auf, verschwinden aber keinesfalls. Die geschlechterspezifische Kleidung wird nicht abgeschafft, vielmehr wird die Kleidung adaptiert. Modeberaterin Ines Meyrose aus Hamburg beobachtet, dass sich Frauen zunehmend aus dem Kleiderschrank der Herren bedienen. Sie tragen Männeruhren, Hemden mit Holzfällermustern und Norweger-Pullover. Auch die Herren klauen bei den Damen. Schon jetzt sehen wir vereinzelt Männer in langen schwarzen Faltenröcken, in Hosen mit übergezogenem Kilt oder um die Hüfte gebundenen Anorak, was von hinten wie ein Rock aussieht. Und die Skinny-Jeans für Männer ist ebenso seit Jahren en vogue. Herrenstiefel bekommen sogar einen leichten Absatz. Ob sich Plateaus durchsetzen, bleibt jedoch abzuwarten, sagt Michel. Die Modeindustrie passt sich der Bewegung zunehmend an. Bei den Sportjacken etwa gebe es kaum noch Unterschiede, beobachtet Hartmut Spiesecke, Sprecher des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. Die weiten Hemdblusen, die in der Damenmode gegenwärtig modern sind, seine letztlich ebenfalls kaum noch von Männerhemden zu unterscheiden. Einzig die Knöpfe sind bei den Damen links und bei den Herren rechts, erklärt Spiesecke. Den Wunsch, das eigene Geschlecht zu leugnen, sieht Spiesecke jedoch nicht als Grund der Entwicklung. Dieser Trend ist kein reines Genderthema, sondern hat viel mit praktischen Beweggründen zu tun, erläutert der Modeexperte. Stilberaterin Meyrose stimmt ihm zu: Frauen wollen, dass auch ihre Mode bequem, langlebig und stabil ist. Spiesecke beobachtet dabei eine wachsende Bereitschaft für Unkonventionelles, hervorgerufen durch Metrosexualitätstrends: Die Akzeptanz in der Gesellschaft wächst, man stößt sich heute weniger an Ungewöhnlichem, sondern denkt vielleicht eher: Schräger Vogel, aber warum nicht! Mit der Abschaffung der Damen- und Herrenabteilung in den Geschäften ist in den kommenden Jahren also keinesfalls zu rechnen. Dass sich die Kollektionen für Männer und Frauen aber zunehmend annähern, davon ist zumindest Branchenkennerin Mara Michel überzeugt. Irgendwann wird es keine Geschlechterrollen mehr geben, sagt sie. Männer und Frauen brauchen dann keine Quote mehr, und auch die Aufgabenteilung wird kein Problem mehr sein. Die Mode ist für diese gesellschaftliche Veränderung der erste Fühler."
Na das ist doch interessant..
Liebe Grüße von Olivia
Unter dieser Überschrift erschien in der "Mittelbayerischen Zeitung" am 02.01.2017 ein interessanter Artikel:
"Genderneutrale Mode liegt stark im Trend. Das hat durchaus nicht nur mit dem zunehmenden Aufbrechen traditioneller Geschlechterrollen zu tun.
T-Shirts, Jacken und Hosen, designt für Männer und Frauen: Geschlechtsneutrale Kleidung ist keine Fiktion mehr. Modemacher wie Gareth Pugh, Ann Demeulemeester oder die Marke Comme des Garcons bringen Unisex-Kollektionen auf den Markt und richten sich damit bewusst an beide Geschlechter. Auch auf den Laufstegen haben Männer und Frauen schon die gleichen Stücke präsentiert. Designer Rad Hourani war der erste, der 2013 geschlechtsneutrale Haute-Couture-Kollektion herausbrachte. Unisex Models wie Transfrau Andrej Pejic sind gut gebucht. Aktuell sind Unisex Kleidungsstücke noch sehr zurückhaltend im Design und in der Farbgebung fast schon puristisch, sagt Mara Michel, Geschäftsführerin des Netzwerks deutscher Mode- und Textil-Designer in Würzburg. Wir sehen viel schwarz, weiß oder grau gehaltene Bekleidung, in dezenten Nichtfarben sozusagen. Ihrer Meinung nach wird dies jedoch nicht so bleiben. Bislang ist Unisex Kleidung nicht mehr als eine Sparte. Die modischen Geschlechtergrenzen weichen auf, verschwinden aber keinesfalls. Die geschlechterspezifische Kleidung wird nicht abgeschafft, vielmehr wird die Kleidung adaptiert. Modeberaterin Ines Meyrose aus Hamburg beobachtet, dass sich Frauen zunehmend aus dem Kleiderschrank der Herren bedienen. Sie tragen Männeruhren, Hemden mit Holzfällermustern und Norweger-Pullover. Auch die Herren klauen bei den Damen. Schon jetzt sehen wir vereinzelt Männer in langen schwarzen Faltenröcken, in Hosen mit übergezogenem Kilt oder um die Hüfte gebundenen Anorak, was von hinten wie ein Rock aussieht. Und die Skinny-Jeans für Männer ist ebenso seit Jahren en vogue. Herrenstiefel bekommen sogar einen leichten Absatz. Ob sich Plateaus durchsetzen, bleibt jedoch abzuwarten, sagt Michel. Die Modeindustrie passt sich der Bewegung zunehmend an. Bei den Sportjacken etwa gebe es kaum noch Unterschiede, beobachtet Hartmut Spiesecke, Sprecher des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. Die weiten Hemdblusen, die in der Damenmode gegenwärtig modern sind, seine letztlich ebenfalls kaum noch von Männerhemden zu unterscheiden. Einzig die Knöpfe sind bei den Damen links und bei den Herren rechts, erklärt Spiesecke. Den Wunsch, das eigene Geschlecht zu leugnen, sieht Spiesecke jedoch nicht als Grund der Entwicklung. Dieser Trend ist kein reines Genderthema, sondern hat viel mit praktischen Beweggründen zu tun, erläutert der Modeexperte. Stilberaterin Meyrose stimmt ihm zu: Frauen wollen, dass auch ihre Mode bequem, langlebig und stabil ist. Spiesecke beobachtet dabei eine wachsende Bereitschaft für Unkonventionelles, hervorgerufen durch Metrosexualitätstrends: Die Akzeptanz in der Gesellschaft wächst, man stößt sich heute weniger an Ungewöhnlichem, sondern denkt vielleicht eher: Schräger Vogel, aber warum nicht! Mit der Abschaffung der Damen- und Herrenabteilung in den Geschäften ist in den kommenden Jahren also keinesfalls zu rechnen. Dass sich die Kollektionen für Männer und Frauen aber zunehmend annähern, davon ist zumindest Branchenkennerin Mara Michel überzeugt. Irgendwann wird es keine Geschlechterrollen mehr geben, sagt sie. Männer und Frauen brauchen dann keine Quote mehr, und auch die Aufgabenteilung wird kein Problem mehr sein. Die Mode ist für diese gesellschaftliche Veränderung der erste Fühler."
Na das ist doch interessant..
Liebe Grüße von Olivia
